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Quittung für Klimaalarm: Mehrere Länder verweigern kürzlichem IPCC-Bericht die Anerkennung

Der IPCC ist dafür bekannt, abweichende Meinungen zu ignorieren. Aufgrund der politischen Kräfteverhältnisse fuhr der Weltklimarat bisher damit gut. Auf der COP24 UN-Klimakonerenz in Katowice beginnt die IPCC-Übermacht jedoch erste Risse zu bekommen. Die USA, Russland, Saudi Arabien und Kuwait haben sich geweigert, die dramatisierenden Schlussfolgerungen des kürzlichen IPCC Berichts zum 1,5-Gradziel in einer gemeinsamen COP24-Erklärung anzuerkennen. Gemäß den UN-Regularieren bleibt der IPCC-Bericht damit unerwähnt. Aktivisten und am Bericht beteiligte Autoren zeigten sich entsetzt. Letztendlich ist dies aber eine logische Entwicklung, wenn Kritiker bei der Berichtserstellung systematisch ausgeschlossen werden und auch ihre Gutachterhinweise vollständig ignoriert werden.

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Im Februar 2019 wird es nochmal spannend, wenn der IPCC die detaillierten Gutachterkommentare mit den Antworten der IPCC-Berichtsautoren veröffentlichen will. Mittlerweile präsentiert der IPCC seine Webseite in einem neuen Layout. Dabei scheinen dann auch die Gutachterkommentare zu den früheren Berichten “verloren” gegangen zu sein, wie ein Blick in den AR5 von 2013 zeigt. Verschämt bietet man auch noch die alte Version der Webseite als “Archivversion” an, wo die Reviewkommentare zum Glück noch vorhanden sind.

Der kürzliche Eklat in Katowice sollte Anlass auf eine Kurskorrektur des IPCC sein. Die IPCC-Vertreter der harten, rechten Klimalinie sollten ihren konfrontativen Kurs überdenken und die ihnen entgegengebrachte Kritik annehmen. Wo sind die Konferenzen und Workshops auf denen die Gegensätze der Klimadebatte öffentlich und ergebnisoffen diskutiert werden? Wann hat das stumpfe Skeptikermobbing endlich ein Ende, so dass endlich ein fruchtbarer wissenschaftlicher Dialog einsetzen kann? Ein wenig erinnert die Situation an die letzten Tage der DDR, in denen sich das Regime krampfhaft an der Macht hält und den Dialog mit dem Volk schon lange aufgegeben hat.

Abseits der alarmistischen Medienbeiträge zum 1,5-Grad-IPCC-Bericht, enthält der Bericht hochinteressante Aussagen. Klammheimlich hat der neue Bericht die “noch erlaubte” Ausstoßmenge bis zur Überschreitung der 1,5°C-Marke deutlich erhöht. Statt bisher 400 Gigtonnen dürfen nun mehr als das doppelte an CO2 emittiert werden. Zitat aus dem IPCC 1,5°C-Bericht (via Nic Lewis auf Climate Etc.):

This assessment finds a larger remaining budget from the 2006-2015 base period than the 1.5°C and 2°C remaining budgets inferred from AR5 from the start of 2011, [which were] approximately 1000 GtCO2 for the 2°C (66% of model simulations) and approximately 400 GtCO2 for the 1.5°C budget (66% of model simulations). [xi] In contrast, this assessment finds approximately 1600 GtCO2 for the 2°C (66th TCRE percentile) and approximately 860 GtCO2 for the 1.5°C budget (66th TCRE percentile) from 2011.

Hatten Sie das schon gewusst? In den Pressemitteilungen zum Bericht wird dies gerne verschwiegen. Bereits 2010 hatte eine Untersuchungkommission festgestellt, dass der IPCC dazu neigt, die Klimagefahr zu überzeichnen. Selbst Al Gore musste jetzt einräumen, dass der IPCC bewusst dramatisierende Sprache verwendet, um in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erheischen. Vielleicht entschieden sich im Herbst 2018 auch deshalb viele britische Zeitungen, den Bericht nicht auf der Titelseite ihrer Ausgaben zu erwähnen. Prominente Forscher, wie der amerikanische Wissenschaftsastronaut Harrison Schmitt, sprechen sich entschieden gegen den Klimaalarm des IPCC aus. Wundert es, dass drei der noch vier lebenden NASA-Astronauten, die den Mond betraten, Klimaskeptiker sind?

Und schließlich noch dies: Ein indisches Gericht hat im September 2018 entschieden, dass sich der ehemalige IPCC-Chef Rajendra Pachauri wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung von Mitarbeitern vor Gericht verantworten muss. Die Vorgänge werfen nicht nur auf Pachauri, sondern auc auf den IPCC ein schlechtes Licht.

 

Probleme beim Klimaproblem

Von Eike Roth

KURZFASSUNG
Weltweit sind Ziele für den „Klimaschutz“ festgelegt worden, insbesondere im Pariser Klima-Abkommen. In diesem Beitrag wird untersucht, wie weit diese Ziele sachlich begründet sind und wie sie optimiert werden können. Der Verlauf der global gemittelten Temperatur wird mit dem der CO2-Konzentration verglichen, Übereinstimmung und Unterschiede werden herausgearbeitet und es wird versucht, diese zu begründen und zu erklären. Die Zuverlässigkeit und Aussagekraft von Klimamodellen wird untersucht und bewertet. Mögliche Beiträge anderer Ursachen zur Klimaentwicklung werden diskutiert. Die in Deutschland beschlossenen Maßnahmen zum Klimaschutz werden hinsichtlich ihrer Erfolgschancen überprüft. Als Ergebnis werden viele offene Fragen identifiziert.

ABSTRACT
Goals for climate protection have been established globally, particularly in the Paris Climate Agreement. This paper analyzes the reasons behind and how to optimize the goals. The development of global temperatures is checked against the concentration of carbon dioxide, matches and discrepancies are identified and reasons and explanations are discussed. Reliability and validity of climate models are examined and assessed. Possible contributions of other causations to global warming are examined. Climate protection measures Germany has decided on are checked regarding their chances of success. As a result, a lot of open questions are identified.

Über den Autor:
Eike Roth, Jahrgang 1941, studierte Experimentalphysik an der Uni Wien, Promotion 1967. Berufliche Tätigkeit im Kernenergiegebiet, zuletzt als Technischer Leiter des Kernkraftwerkes Mülheim Kärlich in der Nähe von Bonn. 2001 pensioniert. Seit 40 Jahren intensive Beschäftigung mit Energie- und Umweltfragen und dem Klimaproblem, einschlägige Vorlesungen, Fachveröffentlichungen und populärwissenschaftliche Bücher.

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Vorbemerkungen

Beim Klima ist die Welt gespaltener denn je. Auf der einen Seite werden die Warnungen vor anthropogenen Klimaänderungen immer drastischer. Wir müssten sofort und durchgreifend handeln, auch wenn das schwer fällt. Darüber sei sich die Wissenschaft einig. Wir müssten unsere Anstrengungen sogar verdreifachen. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Skepsis. Trump hat den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen beschlossen, der neu gewählte Präsident Bolsonaro in Brasilien hat ihn angekündigt und andere Länder könnten folgen. Fast überall wächst der Widerstand gegen teure Klimaschutzmaßnahmen. In Frankreich hat er bereits zu gewalttätigen Protesten geführt. Viele Menschen sehen andere Probleme als wichtiger an.

In der veröffentlichten Meinung wird die Einigkeit der Wissenschaft immer wieder betont. Hält das einer Überprüfung stand? In diesem Beitrag möchte ich auf 4 Problembereiche näher eingehen, bei denen meiner Meinung nach noch ganz erheblicher Diskussionsbedarf besteht. Vielleicht könnte die Klärung dieser Punkte die Diskrepanz zwischen den beiden Seiten verkleinern.

  1. Klimaoptimum: Wo liegt dieses tatsächlich? Wie weit dürfen wir es überschreiten?
  2. Gegenrechnung: CO2 ist auch nützlich (erhöht das Pflanzenwachstum) und zu viel Klimaschutz ist auch schädlich (erschwert die Lösung anderer Probleme). Wo liegt das Gesamt-Optimum?
  3. Klimamodelle: Wie gut sind die und wie belastbar sind ihre Ergebnisse?
  4. Gegenmaßnahmen: Wie wirksam sind die beschlossenen? Können sie überhaupt Erfolg haben?

 

Als Ergebnis wird sich zeigen, dass tatsächlich vielfach noch weitere Überlegungen und Forschungen notwendig sind, um dann mit mehr Klarheit zielgerichtet die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Anderenfalls sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Misserfolge zu erwarten. Allem Anschein nach befinden wir uns auf geradem Weg dorthin.

 

1        Wo liegt das Klimaoptimum tatsächlich?

Klimageschichte

„Klima“ ist der langjährige (meist 30 Jahre) Mittelwert von Wetterdaten. Sein Wesensmerkmal ist der Wandel. Geändert hat es sich schon immer, es ändert sich jetzt und es wird sich auch in der Zukunft ändern. Bekannt sind vor allem die Wechsel zwischen Warm- und Eiszeiten in etwa 100000-jährigem Rhythmus (wobei – wenn man die Geschichte fortschreiben darf – der nächste Wechsel langsam fällig wird, denn die Warmzeiten waren immer viel kürzer als die Kaltzeiten).

Aber auch in der jetzigen Warmzeit gab es erhebliche Klimaschwankungen. Abb. 1 zeigt die Temperaturentwicklung. Man sieht insbesondere viererlei:

  • Erstens ein dauerndes Auf und Ab.
  • Zweitens nichts Besonderes am Ende des Betrachtungszeitraumes (hierzu später mehr mit verbesserter Auflösung).
  • Drittens in den letzten ca. 4000 Jahren einen deutlich ausgeprägten Zyklus mit einer Warmperiode etwa alle 1000 Jahre ohne insgesamt steigende oder sinkende Tendenz.
  • Viertens noch etwas wärmere Phasen vor ca. 4500 und 7000 Jahren.

 

Als Ursache für diese Veränderungen kommen wohl nur Schwankungen der Intensität der Sonne und der Parameter der Erdumlaufbahn um die Sonne in Frage, unterstützt vielleicht noch durch langfristige Änderungen der Meeresströmungen und der Vulkanaktivität. Der Mensch hatte in dieser Zeit sicher noch keinen Einfluss auf das (globale) Klima.

 

Abb. 1.: Entwicklung der global und jahreszeitlich gemittelten, bodennahen Lufttemperatur der Erde seit dem Ende der letzten Eiszeit. Quelle: Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning: „Die Kalte Sonne“, ISBN 978-3-455-50250-3, nach Kehl, H. (2008) „Das zyklische Auftreten von Optima und Pessima im Holozän“, http://lv-twk.oekosys.tu-berlin.de/project/lv-twk/002-holozaene-optima-und-pessima.htm.

 

Prinzipiell ist dieser Temperaturverlauf seit langem bekannt. Aus der Geschichte weiß  man auch, dass es der Menschheit insgesamt in den warmen Zeiten immer besser gegangen ist als in den kalten. So hat z. B.

  • das „Römische Klimaoptimum“ die kulturelle Blüte und den Aufstieg des Römischen Weltreiches begünstigt
  • die Kaltzeit danach vermutlich wesentlich die Völkerwanderung mit verursacht und dadurch zum Untergang dieses Reiches beigetragen
  • das mittelalterliche Klimaoptimum einen Aufschwung in Europa, die Besiedelung von Island und Grönland und die ersten Fahrten nach Amerika (als “Vinland“ bezeichnet) mit sich gebracht und
  • die „Kleine Eiszeit“ danach zu weit verbreitetem Hunger und Elend in Europa (und damit ganz wesentlich zur Auswanderung nach Amerika) beigetragen.

 

Folgerichtig hat man die wärmeren Zeiten immer schon als „Klimaoptimum“ bezeichnet. Dabei wissen wir gar nicht, ob diese Bezeichnung überhaupt berechtigt ist. Es waren zwar die warmen Zeiten immer besser als die kalten, ob aber „noch etwas wärmere Zeiten“ nicht „noch bessere Zeiten“ gewesen wären, wissen wir nicht, da fehlt uns ganz einfach die Erfahrung. Bei Rückschlüssen aus den beiden „holozänen Klimaoptima“ (Abb. 1) mit tatsächlich höheren Temperaturen ist Vorsicht geboten, weil die Informationen aus so alter Zeit spärlich sind. Aber immerhin hatte sich die Menschheit damals gewaltig weiterentwickelt und die Sahara war damals fruchtbares Grünland. „Noch besser“ bei „noch wärmer“ ist daher keineswegs abwegig.

Zwischenergebnis: Wo das Klimaoptimum liegt, wissen wir nicht. In den 400 Jahren seit dem Höhepunkt der Kleinen Eiszeit ist es zweifelsfrei wärmer geworden. Der Rückgang der Gletscher in den letzten 150 Jahren macht das für Jedermann ersichtlich. Aber die Erfahrung sagt uns, dass das gar nicht so schlecht ist. Der Menschheit insgesamt ist es immer umso besser gegangen, je wärmer es war. Ob das auch über das heutige Niveau hinaus noch so weiter geht, wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, wie rasch es bei Überschreiten des Optimums wieder schlechter wird. Hier besteht dringender Forschungsbedarf. (weiterlesen …)

Guinea schickt 406 Delegierte auf Klimakonferenz in Katowice

Die Klimakonferenz in Katowice ist in vollem Gange. Eine Vielzahl von CO2-sparenden Initiativen wird diskutiert: Weniger Fleisch essen, weniger Heizen und weniger Flugreisen. Bei letzterem führt sich die Konferenz natürlich selbst ad absurdum. Es wäre leicht gewesen, die Konferenz in ein Internet-Treffen mit Livestreaming und Online-Kommentarfunktion umzuwandeln. Aber dann wäre ja die schöne und ziemlich lange “Dienstreise” futsch, samt allen Empfängen, Tagegeldern und vorweihnachtlichen Kollegentreffen. Diesmal sollen sich im Zuge der Klimaschonung mehr als 22.000 Teilnehmer auf den Weg nach Polen gemacht haben, die meisten bequem per Flugzeug.

Die größten Delegationen zur Klimakonferenz stammen dabei aus afrikanischen Ländern. Guinea schickt dieses Jahr 406 Delegierte ins Rennen, die Demokratische Republik Congo ist mit 237 Teilnehmern dabei, und die Elfenbeinküste schickt 191 Landsleute nach Polen. Die Teilnehmerliste gibt es auf der Homepage der Konferenz als pdf und ist 1084 Seiten lang. Die Auflistung der Delegierten aus Guinea beginnt auf Seite 239 und reicht bis Seite 273. Darauf finden sich 406 Namen. Im Vorjahr in Bonn war die Gruppe aus Guinea sogar noch um 86 Teilnehmer größer, mit einer Delegationsstärke von fast 500 Personen. Auch die Elfenbeinküste hat sich dieses Jahr “stark eingeschränkt”. Bei der COP23 in Bonn war das Land mit 492 Teilnehmern dabei. War Bonn velleicht ein attraktiveres Reiseziel als Katowice? Eco-business.com hat die Teilnehmerzahlen der Klimakonferenzen der letzten Jahre in einer Exceltabelle zusammengestellt, die hier verfügbar ist.

Die offensichtlichen Frage: Welche Aufgabe haben all diese Delegierten? Und wer kommt für die Reisekosten auf? Beginnen wir mit Teilfrage 1, die Rollenverteilung. Hier können wir eigentlich nur raten, da wir das individuelle Tagesprogramm der Teilnehmer nicht kennen. Ein Blick in die Zugehörigkeit (“affiliation”) der Teilnehmer gibt eine erste Idee. Unter anderem tauchen dort mehrere Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Guinea auf. Außerdem gibt es Journalisten, eine Vielzahl von NGO-Mitarbeitern, Vertreter der Wasserbehörde etc. Es bleibt unklar, wer hier wirklich Mehrwert liefert und wer nur als Tourist bzw. Tagegeldbezieher mitreist. Das gilt übrigens nicht nur für Guinea, sondern für alle Delegationen.

Teilfrage 2 ist vielleicht einfacher zu beantworten? Wer zahlt Reise und Tagegelder? Auf der Webseite der Bonner COP23 werden wir fündig:

Daily subsistence allowance disbursement and travel
Delegates from Parties eligible for funding are kindly requested to contact the daily subsistence allowance (DSA) office located in the temporary structure in the foyer of the main building of the World Conference Center Bonn as of Monday, 30 April 2018. Delegates attending the pre-sessional meetings of the regional groups are invited to come to the DSA office in room H-030 in the Altes Abgeordnetenhochhaus building on the United Nations Campus from Tuesday, 24 April to Friday, 27 April. Please bring your passport, electronic flight ticket confirmation and boarding pass(es). After receiving clearance from the DSA office, delegates can proceed to the bank to collect their DSA.

Es gibt also Teilnehmergruppen, denen eine Förderung von Flug, Unterkunft und Tagegeld zusteht. Man muss mit seinem Pass und den Flugtickets nur zu einem Stand auf der Konferenz gehen, dann gibt es Cash von der Bank. Es ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer der meisten afrikanischen Länder von der UN vollfinanziert werden. Angesichts der schönen Tagegelder und Reisegelegenheit ist das Interesse an einer Teilnahme an den Klimakonferenzen groß. Die COP24 hat eine eigene Webseite für ‘Funded Delegates Accomodation“. Der Mindestaufenthalt in Katowice beträgt 12 Tage. Wie hoch ist das übliche UNO-Tagegeld? Laut ICSC-Webseite erhält man in Polen pro Tag außerhalb Warschaus 194 US$. Bei einem Aufenthalt von 12 Tagen sind das 2328 US$ pro Person. In Bonn waren es im Vorjahr noch 272 US$ pro Tag. Das erklärt vielleicht auch den leichten Rückgang der Interessenten dieses Jahr…

Geht es bei der COP24 wirklich vor allem um das Klima?

 

WWF schickt den Eisbär in Rente: Jetzt muss das Rentier als Spendeneintreiber ran

Unser täglichen Klimaalarm gib uns heute… Die Tageschau fährt weiter Klimadauerberieselung. Am 8. Dezember 2018 legte uns die Tagesschau-Redaktion nahe, in möglichst engen und unbequemen Flugzeugen zu reisen, da diese klimafreundlicher seinen. Alternativ könnte man durch Ablasszahlung an Atmosfair aber auch etwas komfortabler reisen:

Ranking von Atmosfair TUI Airways schont Klima am meisten

Zwei deutsche Fluglinien gehören laut einer Studie zu den zehn am wenigsten klimaschädlichen Airlines der Welt: TUIfly und Condor. Als Siegerin ermittelte die Umweltorganisation Atmosfair die britische TUI Airways.

[...] In die Bewertung fließen insbesondere der CO2-Ausstoß pro Nutzlastkilometer und dessen Vergleich mit dem bestmöglichen Flug ein. Vergeben werden dabei “Effizienzpunkte”. Die besten Werte erreichen Airlines mit modernen Flugzeugen und vielen Sitzen darin, die zusätzlich sowohl die Sitze als auch den Frachtraum gut auslasten. [...] Oft gewinnen diese Airlines Punkte durch eine überdurchschnittliche Bestuhlung und Auslastung. Atmosfair bietet Fluggästen ebenso wie auch Nutzern anderer Verkehrsmittel an, den durch ihre Mobilität verursachten CO2-Ausstoß durch Zahlungen zu kompensieren, die dann in Klimaschutzprojekte fließen.

Ganzen Artikel auf Tagesschau.de lesen.

Die Effektivität etlicher durch CO2-Ablassbriefe finanzierter Klimaschutzprojekte ist allerdings fraglich. Siehe unseren Beitrag “University of Washington: Holzkocher der CO2-Kompensationsprojekte bringen keinen Nutzen für Klima und Umwelt“.

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Kurios auch die Vielfliegerei des höchsten UN-Umweltschützers. Anstatt mit gutem Vorbild voranzugehen, hat Erik Solheim tief in die UNO-Reisekasse gegriffen und sein jährliches CO2-Budget deutlich überzogen. Die Deutsche Welle fand am 22. November 2018 deutliche Worte:

Kommentar: Erik Solheims Klimaheuchelei
Der Leiter des UN-Umweltprogramms ist zurückgetreten, weil er eine halbe Million Dollar für Flüge in alle Welt ausgegeben hat. Aber fatal ist nicht nur der gigantische CO2-Ausstoß des UNEP-Chefs, meint Sonya Diehn.

Der Grund für den Rücktritt des Leiters des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) ist ein kleiner Schock. In nur 22 Monaten gab er fast eine halbe Million Dollar für Jet-Setting auf der ganzen Welt aus. Das war das Letzte, was man von Erik Solheim erwartet hätte, einem Mann, der stets über die Dramatik von Umweltproblemen wie dem Artensterben, dem Plastikmüll in den Weltmeeren sowie dem Klimawandel sprach.

Doch eine UN-interne Untersuchung zwang ihn nun genau deshalb zum Rückzug. Sicher, Führungskräfte müssen reisen, um ihren Job zu erledigen. Aber Solheim hat offenbar alle Regeln und Vorschriften der UN für Dienstreisen missachtet. Und nachdem deswegen einige Länder damit gedroht haben, kein Geld mehr an die UNEP zu zahlen, stand eine Haushaltskrise unmittelbar bevor. Doch in Zeiten schwindenden Vertrauens in öffentliche Einrichtungen ist es wichtig, die Legitimität einer solch bedeutenden Umweltinstitution zu erhalten.

Weiterlesen auf dw.com.

In der Welt kann man weitere pikante Details lesen:

Das Blatt „The Guardian“ hatte im September berichtet, dass Solheim laut einem UN-internen Rechnungsprüfungsentwurf in nur 22 Monaten rund 424.000 Euro für Flugtickets und Hotelübernachtungen ausgegeben habe. Zu 80 Prozent seiner Arbeitszeit sei er zudem nicht am Hauptquartier des UN-Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi anzutreffen.

Seinen Dienstsitz Nairobi mochte der Norweger offenbar nicht, vermied die kenianische Stadt so oft er nur konnte. Von insgesamt 668 Diensttagen, verbrachte Solheim satte 529 Tage auf Reisen. Die Reisen wurden Solheim von einem seiner eigenen, ihm unterstellten Mitarbeiter “genehmigt”. Wie oft die “Dienstreisen” den Norweger in seine norwegische Heimat führten, ist unklar.

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Lukasz Dziubyna versuchte auf Kickstarter die Summe von 13.000 US$ für ein klimaskeptisches Filmprojekt einzuwerben. Allerdings kamen bis zum Ende der Spendenaktion nur knapp 500 US$ zusammen, so dass die Finanzierung scheiterte.

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Sie erinnern sich vielleicht an die eindrucksvollen Bilder von im Polarmeer schwimmenden Eisbären. Aktivisten suggerierten mit diesen Bildern, dass der Klimawandel die Eisbären töten würde. Allerdings wurde es in letzter Zeit recht still um die Eisbären. Das überrascht nicht, denn offizielle Zählungen zeigen, dass die Eisbärepopulation viel stabiler ist als von den Klimaaktivisten behauptet.

Erfinderische Aktivisten fackelten nicht lange und tauschten den Eisbären einfach gegen ein Rentier. Auf der Webseite des WWF schwimmt ab jetzt ein Rentier um sein Leben (Bild hier) und wirbt um WWF-Spenden:

Klimawandel und Wilderei: Rentiere schwimmen um ihr Leben
Eine Rentierherde durchschwimmt die Chatanga, ein Fluss im Norden Sibiriens. Der Strom ist breit und eisig. Die Tiere sind erschöpft, es ist bereits ihr dritter Anlauf. Besonders die frisch geborenen Kälber kämpfen gegen das Ertrinken. Früher überquerten die Rentiere nach der Kalbung die zugefrorenen Flüsse zu Fuß auf ihren langen Wanderungen von den Winter- zu den Sommerweiden in der Russischen Arktis. Doch nun schmilzt das Eis eher. „Es ist ein ganz neues Problem und niemand weiß bislang, ob und wann die Art sich anpassen kann.“ WWF-Arktisexpertin Eva Klebelsberg ist besorgt. Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für die Rentiere und öffnet auch Wilderern Tür und Tor.

Früher wäre doch alles so perfekt gewesen, und nun habe der Mensch alles kaputt gemacht. Das meint jedenfalls der WWF. Weit gefehlt. Ein einziger Blick in die Klimageschichte hätte den WWF-Aktivisten ihren Denkfehler schnell aufgezeigt. In Wirklichkeit war das vorindustrielle Klima im Norden Sibiriens viel variabler als vom WWF vorgegaukelt. Naurzbaev et al. 2002 rekonstruierten die Temperaturgeschichte der Eastern Taimyr Peninsula und fanden mehrere vorindustrielle Warmphasen, zu deren die Rentiere genau die gleichen Herausforderungen zu meistern hatten:

Summer temperatures in eastern Taimyr inferred from a 2427-year late-Holocene tree-ring chronology and earlier floating series
A brief review is presented of the progress, to date, in constructing a long, continuous ring-width chronology from living and subfossil Siberian larch (Larix gmelinii) in the eastern part of the Taimyr peninsula. A near 2500-year chronology running up to the present has been assembled and several shorter, earlier series have been produced that are dated approximately on the basis of radiocarbon dates. A description is given of the production of separate early summer and annual mean temperature histories based on the recent chronology, spanning more than 2000 years. These two reconstructions are based on alternative methods of statistical processing of the measured tree-ring data. The early summer and annual reconstructions agree well in the long-term components of their variability, providing evidence for anomalous warmth in the third, tenth to twelfth, and twentieth centuries, and a prolonged cool period throughout the sixteenth and seventeenth, and in the early nineteenth centuries. The mean growth and other statistical parameters of the earlier chronologies also suggest that conditions for tree growth were very favourable in the earlier Holocene, particularly in the fourth millen nium bc. This is strongly indicative of an early Holocene Climatic Optimum in Taimyr at that time. Other material in hand, and earlier published radiocarbon dates, demonstrate the feasibility of constructing continuous ring-width chronologies and temperature estimates extending throughout all of the last 8000 years.

 

Guter Klimarealismus braucht Förderer: Unterstützer für das Kalte-Sonne-Blog gesucht

UPDATE 05.12.2018:
Allen Spendern der letzten Tage ein ganz herzliches Dankeschön! Mit Ihrem Beitrag helfen Sie, den Betrieb des Kalte-Sonne-Blogs aufrecht zu erhalten. Falls Sie noch nicht die Gelegenheit hatten sich zu beteiligen: Wir freuen uns weiterhin über alle Spenden zur Förderung einer fairen Klimadebatte.

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Liebe Leser,

Seit Februar 2012 berichten wir hier im Kalte-Sonne-Blog täglich über aktuelle Klimathemen aus einer klimarealistischen Sichtweise, die in anderen Medien oft zu kurz kommt. Wir kommentieren, kritisieren oder loben, ohne durch eine übergeordnete Institution eingeschränkt zu sein. Dabei erlauben wir uns, allein der wissenschaftlichen Logik und dem Common Sense zu folgen. Diese Freiheit bedeutet jedoch auch, dass uns keine staatlichen oder anderweitigen Fördergelder zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz zu anderen Blogs wie etwa dem aktivistischen Klimareporter° werden unsere Autoren auch in Zukunft ehrenamtlich für Sie tätig sein. Allerdings gibt es andere Kosten, wie etwa den Webseitensupport, mobilen Internetzugang, Bildrechte oder Fachliteratur, für die wir bei Ihnen um Unterstützung werben wollen. Falls Sie unsere Arbeit fördern möchten, freuen wir uns über Ihre Spende – egal ob klein oder groß.

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Wer lieber per Bankkonto überweisen möchte: Kontoinformationen gibt es über das Kontaktformular.

Vielen Dank für Ihre Hilfe im voraus!

Mit den besten Grüßen
Ihr Kalte-Sonne-Team

 

Faktencheck beim Umweltministerium

Wenn eine Bundesbehörde oder ein Ministerium etwas sagt, hat das Gewicht. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass auch dort “nur” ganz normale Menschen aus Fleisch und Blut arbeiten. Und wenn der Chef eine ganz bestimmte politische Meinung zu einem Thema hat, dann werden sich alle Mitarbeiter größte Mühe geben, um den Chef glücklich zu machen und damit automatisch die eigene Karriere und den Jahresendbonus zu fördern. Auf Salonkolumnisten hat Anna Veronika Wendland am 2. November 2018 einen Faktencheck von Aussagen des deutschen Umweltministeriums vorgenommen. Dabei stieß sie auf erschreckende Ungereimtheiten:

Faktencheck beim Umweltministerium

Was passiert, wenn die Regierung mit dem Volk diskutieren will, aber ihren Job nicht ernst nimmt? Das Volk checkt die Fakten selbst. Unsere Autorin hat sich angesehen, wie das Umweltministerium Energiepolitik darstellt.

Es kommt wieder etwas Bewegung in die klima- und energiepolitische Diskussion. Im Westen tobt die Braunkohlen-Kontroverse, und der Bundesrechnungshof nörgelt über Geldverschwendung bei der Energiewende-Förderung. Nach Jahren des Schweigens und Desinteresses wagen sich neuerdings einige Nuklear-Ketzer hervor und sagen, man solle doch noch einmal kritisch über das 2011 beschlossene deutsche Kernenergie-Verbot nachdenken. Und wie es der Teufel will, kündigt ausgerechnet jetzt die Klima- und Atomausstiegs-Kanzlerin ihr persönliches Laufzeitende an. Ironischerweise wird sie‘s nicht länger machen als das letzte deutsche Kernkraftwerk.

Diskutieren à la BMU

Das ist gefährlich, dachte sich offenbar das SPD-geführte Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Damit niemand auf falsche Gedanken kommt, verbreitete es am vergangenen Dienstag auf den sozialen Netzwerken einen hausgemachten „Faktencheck“ über die Kernenergie und kündigte an, dass das Volk darüber auch mit dem zuständigen Staatssekretär Jochen Flasbarth diskutieren dürfe, allerdings nur auf Twitter, und nicht ohne klarzustellen, dass es eigentlich gar nichts zum Diskutieren gebe:

„Mit Atomkraft gegen den Klimawandel? Höchste Zeit, diese und weitere gängige Behauptungen einem Faktencheck zu unterziehen. Und es bleibt dabei: Bis spätestens 2022 wird in Deutschland das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet.“

Was dann kam, ließ einen daran zweifeln, ob wir es hier mit einer Bundesbehörde zu tun haben, der unter anderem auch die Oberaufsicht über unsere Kernkraftwerke obliegt, oder nicht vielmehr mit einem Fall von Urkundenfälschung. Denn es sah eher so aus, als betreibe Greenpeace unter missbräuchlicher Verwendung staatlicher Hoheitszeichen in einer Bundesliegenschaft eine Anti-Atom-Flugblatt-Druckerei.

Grüne Häkchen, rote Kreuzchen

Garniert mit grünen Häkchen, präsentierte uns das Ministerium, was wir zu denken haben:„Atomstrom ist keineswegs CO2-neutral“, „Unsere Stromversorgung ist sicher“, „Deutschland produziert Strom im Überfluss“. Und es versah mit einem fetten roten Kreuz, was man besser nicht denken sollte: „Atomkraft hilft beim Klimaschutz“, „Ohne AKWs gehen die Lichter aus“. Dabei bediente sich das BMU des beliebten Tricks, Aussagen zu falsifizieren, die in dieser Form gar nicht gemacht wurden.

Weiterlesen bei Salonkolumnisten

 

Die perfekte Klimaangst-Maschine: Ein Klüngel aus Tagesschau, Germanwatch, MunichRe und Brot für die Welt

Klimakonferenz in Katowice, da schieben Redakteure der Tagesschau Überstunden und beglücken das Volk mit einer Klimaalarm-Dauerberieselung. Am 4. Dezember 2018 war das Extremwetter dran. Die Klimaaktivisten-Organisation Germanwatch hat einen Gruselreport herausgegegen – und die Tagesschau bewirbt ihn munter auf ihrer Webseite:

Klima-Risiko-Index 2017: Extremwetter so heftig wie lange nicht

Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre: Laut Klima-Risiko-Index waren Entwicklungsländer 2017 am härtesten von extremen Wetterlagen betroffen. Auch die Industriestaaten spüren die Folgen des Klimawandels immer heftiger.

Das vergangene Jahr war weltweit das verheerendste Extremwetterjahr der jüngeren Geschichte. Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre forderten mehr als 11.500 Todesopfer und verursachten Schäden in Höhe von mehr als 375 Milliarden US-Dollar (umgerechnet mehr als 331 Milliarden Euro). Das geht aus dem Klima-Risiko-Index der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch hervor.

[...]

Die beiden Karibikstaaten Puerto Rico und Dominica wurden im Herbst 2017 von Hurrikan “Maria” verwüstet. “Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft”, sagte Germanwatch-Experte David Eckstein. Mit fast 3000 Toten traf es Puerto Rico so schwer, dass das Land auch in der Betrachtung der vergangenen 20 Jahre ganz nach oben rückte.

Weiterlesen auf tagesschau.de

Natürlich richten Hurrikane viel menschliches Leid und große finanzielle Schäden an. Da die Weltbevölkerung stetig steigt, ebenso wie die versicherten Werte, ist die Schadenssumme wenig aussagekräftig. Selbst wenn die Hurrikanaktivität unverändert bliebe, würde man eine generell Steigerung der Schadenssumme erwarten. Aus diesem Grund muss eine weitere Normierung über das Bruttoinlandsprodukt stattfinden, die Germanwatch zwar für einige Werte vornimmt. Den langjährigen Verlauf der normierten Werte zeigt die Aktivistengruppe jedoch nicht. Und das hat einen guten Grund: In Wirklichkeit sind die wetterbedingten Schäden seit 1990 nämlich sogar gesunken, wie Roger Pielke in einer neuen Studie zeigt, die im Oktober 2018 in Environmental Hazards erschien (Graphiken auf WUWT hier):

Tracking progress on the economic costs of disasters under the indicators of the sustainable development goals
The Sustainable Development Goals indicator framework identifies as an indicator of progress the objective of reducing disaster losses as a proportion of global gross domestic product. This short analysis presents data on this indicator from 1990. In constant 2017 US dollars, both weather-related and non-weather related catastrophe losses have increased, with a 74% increase in the former and 182% increase in the latter since 1990. However, since 1990 both overall and weather/climate losses have decreased as proportion of global GDP, indicating progress with respect to the SDG indicator. Extending this trend into the future will require vigilance to exposure, vulnerability and resilience in the face of uncertainty about the future frequency and magnitude of extreme events.

Siehe auch unseren Beitrag “Neue Arbeit von Roger Pielke Jr.: Anstieg der globalen Extremwetterversicherungsschäden basiert fast vollständig auf sozioökonomischen Gründen“. Ein großer Schadenstreiber sind die zerstörerischen Hurrikane bzw. Taifune. Ryan Maue hat den Verlauf der Hurrikanaktivität in einer Reihe von Graphiken auf policlimate.com dargestellt:

 

Abbildung: Häufigkeit von tropischen Stürmen und Hurrikanen seit 1970. Quelle: Ryan Maue.

 

Man erkennt: Die Jahre 2017/2018 passen sich nahtlos in die natürliche Variabilität der Hurrikanaktivität der letzten fünf Jahrzehnte ein. Germanwatch lässt es dagegen so aussehen, als wenn die Stürme ein noch nie gekanntes Häufigkeitsniveau erreicht hätten. Wer sind die Autoren dieses Machwerkes? Genannt werden David Eckstein, Marie-Lena Hutfils und Maik Winges. Wir schauen auf der Germanwatch-Mitarbeiterseiter nach und werden fündig:

David Eckstein schaut auf seinem Foto grimmig. Er wird alsReferent für Klimafinanzierung und Investitionen geführt. Er hat ein Studium der Volkswirtschaftslehre in Bonn und Sevilla absolviert. Mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen kennt er sich offenbar eher weniger aus.

Marie-Lena Hutfils ist Referentin für Klima-Risikomanagement bei Germanwatch. Bei ihr stehen keine Informationen zur Ausbildung. Also schauen wir auf LinkedIn, wo ein Master-Abschluss in Internationalen Beziehungen gennant ist. Wieder keine naturwissenschaftliche Expertise im Bereich Extremwetter.

Und schließlich noch Dr. Maik Winges, Referent für Anpassung an den Klimawandel und Menschenrechte. Wieder fehlt auf der Germanwatch-Seite der Hinweis zur Expertise. Nich einmal ein Foto gibt es. Auf Researchgate findet man ihn aber. Offenbar ein Politologe.

Fazit: Das Autorentrio hat keinerlei Erfahrung auf der naturwissenschaftlichen Seite des Themas Extremwetter. Entsprechend vorsichtig sollte man mit den Ergebnissen ihres Berichts umgehen. Unterstützt wurde Germanwatch in diesem Projekt – wie sollte es anders sein – von der Munich Re:

Germanwatch thanks Munich RE (in particular Petra Löw) for their support (especially the provision of the core data which are the basis for the Global Climate Risk Index).

Zur Erinnerung: Die Munich Re macht Geschäfte mit Extremwetterversicherungen. Je größer die Klimaangst in der Bevölkerung, desto mehr Versicherungsabschlüsse. Somit besteht die Seilschaft bereits aus drei Komponenten: Aktivisten, Versicherung und Medienanstalt. Das perfekte Trio. Über allem thront noch die Politik, die den Klimagrusel tatkräftig unterstützt und damit ihre Macht durch Verbreitung von Klimaangst zu festigen sucht.

Aber halt, es wird noch besser. Mitfinanziert hat das Ganze die Hilfsorganisation “Brot für die Welt”:

This publication is financially supported by Bread for the World – Protestant Development Service. Germanwatch is responsi-ble for the content of this publication.

Denken Sie daran, wenn Ihnen Brot für die Welt das nächste mal eine Klingelbüchse vor die Nase hält.

 

ZUSAMMENFASSUNG: So funktioniert das vollintegrierte Klimaalarm-System:

1) Die Tagesschau übernimmt ungeprüft einen offensithlichen Aktivistenbericht und bezeichnet die Aktivisten-Gruppierung verniedlichend als “Umwelt- und Entwicklungsorganisation”.

2) Germanwatch surft auf der Klimakrawall-Welle und versäumt es bewusst, einen Verlauf der BIP-normierten wetterbedingten Schäden zu zeigen, wie es seitens von Fachexperten gefordert wird. Wichtige Fachliteratur zum Thema wird verschwiegen.

3) Ein Versicherungskonzern nutzt die Gelegenheit und arbeitet mit der Aktivistengruppe offen zusammen, trotz offensichtlichem Interessenkonflikt

4) Eine Hilfsorganisation, die eigentlich vorgibt den Hunger auf der Welt zu bekämpfen, co-finanziert das fragwürdige Aktivistenprojekt

5) Die Autoren des Aktivistenberichts haben keinerlei naturwissenschaftliche Erfahrung im Bereich des Extremwetters bzw. Klimawandels, was aber die Tagesschau nicht davin abhält, den Bericht trotzdem als Beleg dafür zu nehmen, dass die Folgen des Klimawandels immer heftiger würden.

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Spenden Sie hier an Germanwatch, um die Klimaalarm-Maschine weiter zu ölen. Oder spenden Sie lieber an das Kalte-Sonne-Blog, so dass wir die Herrschaften weiter im Auge behalten und hier im Blog darüber aktuell berichten können.

 

Unsinn: Otto Wöhrbach und seine 5 Trugschlüsse

Es war wohl mal wieder Zeit für Die Zeit: Zeit für Klimamobbing. Diesmal von Otto Wöhrbach, erschienen am 20. Oktober 2018:

Die Erderwärmung? Hat’s doch schon immer gegeben!
Mit diesem Argument wird gern beschwichtigt: So schlimm könne der Klimawandel dann ja nicht sein. Doch wissenschaftlich ist das Unsinn.

Herrlich dieses Spiel mit der Rhetorik: Skeptikerausspruch zitieren und dann als minderwertig, hirnrissig hinstellen. Lupenreines Klimaskeptikermobbing. Bevor wir in die Argumentation von Herrn Wöhrbach schauen, wollen wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Aus dem Autorenprofil lernen wir, dass es sich um einen freien Autor der Zeit handelt:

Der Autor studierte Physik, Mathematik und Philosophie in Tübingen und leitete bis 2016 das Planetarium Freiburg. Seither schreibt er als freier Autor über Astronomie und Planetenforschung, vor allem für den “Tagesspiegel” und die “Badische Zeitung”.

Immerhin ein wissenschaftlicher Hintergrund. Aber leider zu sehr in der physikalischen Modellierungsecke zu verorten. Ob Otto Wöhrbach die Klimageschichte und die geowissenschaftliche Sichtweise beherrscht? Das Thema Astronomie erinnert an Harald Lesch, der unsere liebe Sonne und ihre Schwankungen klimatisch für komplett nutzlos hält. Schauen wir mal in Wöhrbachs Artikel hinein:

So schlimm könne es ja alles nicht sein – schließlich hat sich das Klima der Erde schon oft geändert im Verlauf ihrer 4,6 Milliarden Jahre langen Geschichte. Dieser Gedanke erscheint naheliegend, aber er ist in gleich mehrfacher Hinsicht falsch. Und er führt leicht zu folgenden fünf Trugschlüssen:

So lieben wir es: Mathematisch streng gegliedert. Fünf Trugschlüsse der doofen Skeptiker. Hier Nummer 1:

Trugschluss 1: Zeiten des Klimawandels sind harmlos

Au weia. Wöhrbach fabuliert über ein Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze und will daraus ablesen, dass Wärme für das Leben schlecht ist. Thema verfehlt. Das Mesozoikum (Trias, Jura, Kreide) war sehr warm und voller Leben. Dinosaurier und Korallen liebten die Zeit. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre war vielfach höher als heute. Wöhrbachs Argument geht nach hinten los. Schwach. Es gibt eine Vielzahl von Theorien für das Aussterbeereignis an der Perm-Trias-Grenze, darunter auch Vulkanausbruchsserien und Meteoriteneinschläge. Wöhrbach pickt sich eine einzige heraus, den angeblichen ‘Runaway Greenhouse Effect’. Das ist Rosinenpickerei, haarscharf an der Grenze zur Fehlinformation.

Trugschluss 2: Klimawandel ist gleich Klimawandel

[...] Schon heute herrschen andere Klimaverhältnisse als während des gesamten zurückliegenden Quartärs, dem Zeitabschnitt der Erdgeschichte also, in dem sich die Menschheit seit knapp drei Millionen Jahren entwickelt. Die kleineren Schwankungen in diesem Zeitraum wurden dabei vermutlich von geringfügigen Änderungen der Helligkeit der Sonne verursacht. Zum Beispiel während der Kleinen Eiszeit, die je nach Quelle ungefähr im 13. Jahrhundert begann (Geophysical Research Letters: Miller et al., 2012) und spätestens im 19. Jahrhundert endete (Science: Oerlemans, 2005). Während dieser Periode war es durchschnittlich etwas kälter als heute. Den alten Römern dagegen spielte eine wärmere Phase in die Hände: Das römische Klimaoptimum befreite die Alpenpässe von Schnee und Eis und öffnete sie für die Eroberung Galliens und Germaniens.

Schlecht gemixtes Halbwissen gepaart mit Fake News. Den Wechsel zwischen Eiszeiten und den warmen dazwischenliegenden Interglazialen nennt Wöhrbach “kleinere Schwankungen”. Das soll er mal einem Schleswig Holsteiner erzählen, dessen Haus in der letzten Eiszeit unter einem Kilometer Eis begraben wurde. Das ist wirklich peinlich, Herr Wöhrbach.

Dann führt der Physiker die Kleine Eiszeit an und verniedlicht sie mit “…war es durchschnittlich etwas kälter als heute“. Eine krasse Fehlinterpretation aus der modernen schön gewärmten Lehnstuhlperspektive. Unsere Vorfahren in Deutschland werden das deutlich anders gesehen haben. Die Temperaturen waren in der Kleinen Eiszeit bis zu 2°C kälter, die Sommer kalt und verregnet, viele Ernten zerstört, Krankheiten breiteten sich aus, Gletscher wuchsen weltweit stark an. Die Kleine Eiszeit war eine der kältesten Phasen der gesamten letzten 10.000 Jahre. Wöhrbach wusste das offenbar nicht. Die Mittelalterliche Wärmeperidoe lässt Wöhrbach aus, dafür führt er immerhin die Römische Wärmeperiode an. Dann widmet er sich wieder dem Klima im Millionen-Jahre-Maßstab.

Das wilde Zusammengewürfele von Klimawandel verschiedener Zeitskalen ist wenig zielführend. Während die durch Erdbahnschwankungen hervorgerufene Milankovic-Zyklik für das Quartär sehr relevant ist, spielt sie für den mehrfachen warm-kalt-warm-Wechsel der letzten 2000 Jahre keine Rolle. Offenbar merkt Otto Wöhrbach gar nicht, dass sein Text zu “Trugschluss 2″ eher die Skeptikerseite stützt. Zunächst misrepräsentiert er den aktuellen Wissensstand der Paläoklimatologe, dann bleibt er auch noch Erklärungen für die starke natürliche Klimadynamik der letzten 2000 Jahre schuldig. Der Zeit möchte man zurufen: Weshalb hat hier niemand vor Veröffentlichung des Artikels probegelesen?

Trugschluss Nummer 3: Die Entwicklung ist jederzeit aufzuhalten

Wöhrbach fabuliert wild, ohne zu überzeugen. Sein Denken ist durch vermeintliche PIK-Kipppunkte kontaminiert. Zudem ignoriert er, dass es in der Kimageschichte der letzten Jahrzehnte bis Jahrtausende stets Entwicklungen in beide Richtungen, sowohl wärmer als auch kälter, gegeben hat. Nichts ist für immer. Es wäre falsch, jeden Kurzzeittrend in die weite Zukunft fortschreiben zu wollen. Fehlendes klimahistorisches Wissen führt Wöhrbach hier auf einen argumentativen Holzweg.

Trugschluss 4: Der Anstieg der Treibhausgase ist ein natürlicher Vorgang

Zur Info: Die Mehrheit der Skeptiker akzeptiert, dass der Anstieg des CO2 in der Atmosphäre durch die Nutzung fossiler Brennstoffe bedingt ist. Die Frage ist vielmehr: Wie stark erwärmend wirkt dieses zusätzliche CO2? Weshalb geht Wöhrbach nicht auf den großen Unsicherheitsbereich der CO2-Klimasensitivität ein? 1,5-4,5°C pro CO2-Verdopplung.

Trugschluss 5: Die Natur kann sich anpassen

Es ist unglaublich, wieviele Fehleinschätzngen man in einem so kurzen Artikel unterbringen kann. Wöhrbach behauptet fälschlicherweise, dass die Geschwindigkeit des Klimawandels heute viel höher als je zuvor war. Außerdem behauptet er, Extremwetter sei häufiger geworden. Beides ist falsch. Siehe z.B. hier und hier.

Unterm Strich haben wir einen zweiten Harald Lesch: Viel aktivistischer Drang, aber kaum belastbare Fachkennnisse. Die Zeit tut sich mit solch schlecht recherchierten Artikeln zum Thema Klimawandel keinen Gefallen, verspielt auch den letzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit in diesem politisch hochsensiblen Themenbereich, der stattdessen äußerste Sorgfalt erfordert.

 

Formel falsch: In Bäumen ist weniger Kohlenstoff enthalten als gedacht

Klimaklamauk von Eugene Chan im Journal of Environmental Psychology:

Climate change is the world’s greatest threat – In Celsius or Fahrenheit?
In two experiments, participants who were told that the Earth’s average temperature was −24 °C thought that it was more important to limit climate change than those who were told that it was −16 °C. However, participants who were told that the average temperature was −11 °F thought it was less important to reduce the carbon footprint than those who were told that it was 3 °F. The findings contradict each other since −24 °C is the same as −11 °F, and −16 °C is the same as 3 °F. We draw on research on numerosity and goal-pursuit from behavioral psychology to explain the intriguingly-opposite findings. We measure both the perceived influence of and actual behavior to help fight climate change. Thus, we offer the novel hypothesis that presenting climate change figures in Celsius or Fahrenheit—two primary units to communicate temperature—can influence people’s belief in or concern regarding climate change.

Große Zahlen beeindrucken halt. Das werden die Öffentlichkeitsstrategen im Potsdamer PIk sicher bald in ihrer tägliche Arbeit umsetzen. Dann heißt es nicht mehr: Der Meeresspiegel steigt pro Jahr um 3 Millimeter an, sondern um 3000 Mikrometer. Und Windgeschwindigkeiten werden dann nicht mehr in km/h angegeben, sondern in cm pro Tag. Da kommen dann schön hohe Werte und viel Klimagrusel heraus. Die Propagandamaschine wird immer perfekter.

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Wieviel Kohlenstoff passt in einen Baum? Seitdem der Planet auf CO2-Diät gesetzt wurde, zählt jetzt jedes Gramm. Das französische landwirtschaftliche Forschungszentrum CIRAD hat nun einen systematischen Rechenfehler gefunden, der alle CO2-Ausgleichmaßnahmen in den Wäldern der Erde beeinflussen wird. In den globalen Bäumen ist 5% weniger Kohlenstoff gebunden als lange angenommmen. CIRAD-Pressemitteilung vom 16. Oktober 2018:

Forest carbon stocks have been overestimated for 50 years

A formula used to calculate basic wood density has recently been corrected. Basic density is widely used to compute carbon storage by trees. Researchers estimate that the error in the initial formula resulted in an overestimation of forest carbon stocks, to the tune of almost 5%. These results were published in the scientific journal American Journal of Botany on 16 October.

It may be a small correction, but it is far from negligible as far as forest ecologists and carbon cycle specialists are concerned. The error lay in a formula established almost 50 years ago (in 1971) for calculating basic wood density. Given that basic density is used to assess the amount of carbon stored in a tree, the fact that the formula had to be corrected meant that forest carbon stocks may have been overestimated by 4 to 5%. “This new formula should enable us to determine more accurately the role of forests in the carbon cycle and the impact of deforestation on climate change” , says Ghislain Vieilledent, an ecologist with CIRAD who was the corresponding author of the work published in the journal American Journal of Botany on 16 October.

For more than 70 years, CIRAD has had a database on 1300 wood species and almost 4500 trees. It was when they came to promote this resource that Ghislain Vieilledent and his colleagues at CIRAD and at Paul Sabatier University in Toulouse discovered an incoherence in a conversion factor: the one used to compute the basic density of a tree based on wood density at 12% moisture, which corresponds to the average wood moisture content in temperate regions. Since this technical characteristic is widely available in wood technology databases, ecologists only have to apply a conversion factor to it in order to establish the basic density of a tree species. However, it was precisely that conversion factor that did not tally with the researchers’ new calculations. “To start with, I thought we had made a mistake in our calculations or that there was some uncertainty surrounding measurement of the relevant data. It was not easy to cast doubt on a formula that had been widely accepted for years and quoted in several scientific articles.”

The researchers took a new look at the data in CIRAD’s historic database in order to determine a new formula for establishing basic density based on density at 12%. The new conversion factor will be used to calculate the basic density of woods in forest ecology databases. In particular, it will serve to update the global wood density database on which Jérôme Chave and Fabian Fischer are working at CNRS-Paul Sabatier University in Toulouse, who were co-authors of the publication. The correction will make it possible to estimate carbon forest stocks more accurately and understand more clearly the role played by forests in climate regulation.

 

Klimavariabilität war in der letzten Zwischeneiszeit größer als heute

In eigener Sache: Ab sofort ist der Newsletter-Service zum Blog wieder nutzbar. Am rechten Rand der Eingangsseite des Blogs finden Sie die Möglichkeit sich ein- und auszutragen. Sie erhalten dann eine automatische Email, die Sie noch einmal bestätigen müssen. Dies verhindert einen Mißbrauch der Ein- und Austragfunktion. Bei Problemen bitte umgehend bei der Kalte-Sonne-Redaktion melden. Alle die bereits in der Newsletterliste eingetragen waren, brauchen nichts zu tun. Wir hoffen, dass jetzt wieder alles reibungslos klappt. Danke auch allen Spendern, deren Unterstützung uns den entsprechenden Websupport ermöglicht.

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Bei politisch sensiblen Themen versagt die ansonsten so beliebte Online-Enzyklopädie Wikipedia. Aktivisten haben sich mit viel Aufwand an entscheidenden Stellen postiert und stellen sicher, dass allein ihre Sichtweise in den Wikipedia-Sachartikeln erscheint. Rubikon brachte am 10. Oktober 2018 einen guten Beitrag zum Problem:

Das Lexikon der Lügen

Stellen wir die Deutungshoheit der Wikipedia infrage!

Ältere hatten ihren Brockhaus, Jüngere konsultieren für alle Informationen automatisch Wikipedia. So verschieden diese Lexika sind, gemeinsam ist ihnen ein ehrfürchtig bestaunter Ruf absoluter Sachlichkeit und Neutralität. Im Schatten dieses lupenreinen Images gedeihen Manipulation und Desinformation umso besser. Es gibt mittlerweile unzählige Belege dafür, dass Wikipedia einseitig informiert, diffamiert und hetzt, z.B. gegen Kriegsgegner, gegen alternative Medizin und Wissenschaft. Wir sollten das Online-Lexikon vor diesem Hintergrund nur noch mit Vorsicht genießen. Langfristig hilft aber nur eines: Wir müssen selbst handeln und ein besseres Lexikon auf die Beine stellen.

Weiterlesen auf Rubikon.

Ein solcher Versuch ist z.B. FreeWiki.

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Die Klimavariabilität ist zu warmen Zeiten generell größer als zu kälteren. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des University College London (UCL). Pressemitteilung vom 12. Oktober 2018:

Does climate vary more from century to century when it is warmer?

Century-scale climate variability was enhanced when the Earth was warmer during the Last Interglacial period (129-116 thousand years ago) compared to the current interglacial (the last 11,700 years), according to a new UCL-led study.

The findings, published today in Nature Communications and funded by the Natural Environment Research Council (NERC) and the Australian Research Council (ARC), reveal that the Last Interglacial period was punctuated by a series of century-scale arid events in southern Europe and cold water-mass expansions in the North Atlantic.  Assessing natural climate variability under relatively warm conditions is crucial to inform projections under future carbon emission scenarios.  Professor Chronis Tzedakis (UCL Geography), study lead author, said: “The Last Interglacial is particularly relevant because it provides insights into climate processes during a period of excess warmth.”

The Last Interglacial period contained an interval of intense Arctic warming, with surface air temperatures estimated at 3-11°C above pre-industrial, comparable to high-latitude warming scenarios for the end of this century. Global sea-level during the Last Interglacial is estimated to have been ~6-9 m above present, with 0.6-3.5 m derived from melting of the Greenland Ice Sheet. 

Previously, several North Atlantic and European records have detected century-scale changes in temperature and precipitation within the Last Interglacial, but there has been considerable uncertainty over the timing, extent and origin of these climate oscillations. This new study by international researchers from twelve institutions used marine and terrestrial geological archives, coupled with climate model experiments, to create the most detailed timeline of ocean and atmosphere changes in the North Atlantic and southern Europe during the Last Interglacial.

To address the uncertainties in comparing records from different environments, researchers produced a “stratigraphic ‘rosetta stone’ by analysing different fossils from the same sediment samples in a marine core off Lisbon,” said Dr Luke Skinner (Cambridge University) who led the palaeoceanographic analyses.  “The marine core also contained pollen transported from the Tagus river into the deep sea, thus enabling a direct comparison of vegetation and North Atlantic ocean changes,” said Dr Vasiliki Margari (UCL Geography), who undertook the pollen analysis. 

Changes in vegetation, primarily caused by variations in the amount of rainfall, were then linked to changes in the chemical signature of rainfall recorded in stalagmites from Corchia Cave in northern Italy. “The Corchia record is particularly important because it is supported by very detailed radiometric dating using the decay of uranium isotopes, producing one of the best chronologies for this period available,” said Dr Russell Drysdale (University of Melbourne), who led the team studying the Italian cave. 

Climate model experiments, undertaken by Dr Laurie Menviel and Dr Andrea Taschetto of the University of New South Wales Sydney, revealed that the spatial fingerprint of these changes was consistent with disruptions of the Atlantic meridional overturning circulation. Greenland ice-melt and runoff as a result of strong high-latitude warming during the Last Interglacial may have contributed to the weakening of the Atlantic meridional overturning circulation and to the observed climate changes. “Although not a strict analogue for future anthropogenically-driven changes, the profile of the Last Interglacial that emerges is one of enhanced century-scale climate instability, with implications for ice-sheet and ocean dynamics,” said Professor Tzedakis. “Future research efforts should focus on constraining further the extent of melting and runoff from the Greenland ice-sheet and its effects on ocean circulation during the Last Interglacial.”

 

Um Antwort wird gebeten: Weshalb schrumpfen die Sundabarns nun wirklich?

Von: Sebastian Lüning
An: NDR-Rundfunkrat

Datum: 3.12.2018

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Am 2.12.2018 berichteten Sie auf Tagesschau.de über indische Insel Ghoramara, die laut Ihrem Beitrag aufgrund des Klimawandels „im Meer versinkt“.

https://www.tagesschau.de/ausland/indien-klima-ghoramara-101.html

Konkret wird im Beitrag als einzige Ursache der steigende Meeresspiegel genannt. Dies verzerrt jedoch die Fakten, da das Schrumpfen der Insel in Wirklichkeit eine Vielzahl von Gründen hat. Zwar spielt auch der global ansteigende Meeresspiegel eine Rolle, viel wichtiger sind jedoch andere Prozesse, auf die Ihr Korrespondent Bernd Musch-Borowska mit keinem Wort eingeht und dadurch die Rolle des Klimawandels letztendlich überdramatisiert. Dies ist umso bedauerlicher, weil der Beitrag am ersten Tag der Klimakonferenz von Katowice erschien und die fachliche Robustheit Ihrer Berichterstattung in Frage stellt. Angesichts der enormen Bedeutung des Klimawandels in der öffentlichen Diskussion sollten Sie zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um solche einseitigen und fachlich unausgewogenen Darstellungen in Ihrem Programm zu vermeiden, z.B. das Hinzuziehen von Fachleuten vor Veröffentlichung.

Die Insel Ghoramara liegt im Mündungsbereich des Ganges. Wie in vielen Deltas der Erde herrschen auch hier starke Strömungen, die zu einer ständigen Umlagerung des Sediments und einer systematischen Verschiebung der Inseln führt. Ähnliche küstendynamische Prozese kann man im Bereich der Ostfriesischen Inseln beobachten. Die Insel Ghoramara und Nachbarinseln in den Sundarbans waren daher stets großen morphologischen Veränderungen ausgesetzt. Dazu kommt eine ebenfalls für Deltas typische Absenkungsrate von mehreren Millimetern pro Jahr, ein Betrag der den globalen (eustatischen) Meeresspiegelanstieg von 2-3 Millimetern pro Jahr sogar noch übersteigt. Außerdem hat der Bau mehrerer Staudämme im Einzugsbereich des Ganges zu einer verminderten Sedimentfracht im Fluss und Delta geführt, was die Erosion weiter verschlimmert.

Aktivitäten auf der Insel Ghoramara haben das Problem noch verschärft. Starke Grundwasserentnahme hat zu einer zusätzlichen Kompaktion des Aquifers und Senkung der Insel geführt. Außerdem haben die Inselbewohner im Zuge der Schaffung zusätzlichen Ackerlandes einen Teil der schützenden Mangrovenvegetation entfernt, so dass der Boden während Stürmen nun ungeschützt der Erosion ausgeliefert ist. Entsprechende Fachliteratur kann ich bei Interesse gerne zur Verfügung stellen.

Im Tagesschau-Beitrag wird suggeriert, dass der Meeresspiegelanstieg das Hauptproblem für Ghoramara sei. Das ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass das Schrumpfen der Insel Ghoramara eine Vielzahl von Ursachen hat, die in 1) natürliche, 2) nicht-klimatisch anthropogene und 3) klimatisch anthropogene Ursachen unterschieden werden können. Ich möchte Sie daher bitten – an gleicher Stelle wie der Originalbeitrag – die vollständige Palette von Ursachen aufzuführen, um dem Vorwurf einer klimaalrmistischen Dramatisieruung anlässlich der aktuellen Klimakonferenz in Katowice keine Grundlage zu bieten.

Mit besten Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning
Geowissenschaftler

 

Klimaalarm für Katowice: Tagesschau liefert pünktlich zum UN-Klimakonferenzstart

Die UN-Klimakonferenz in Katowice hat am 2. Dezember 2018 begonnen. Wie üblich spielen Medien entsprechende “Begleitmusik” dazu und berichten über vermeintliche Klimawandelschäden aus der ganzen Welt, um Bürger auf bevorstehende finanzielle Opfer vorzubereiten. Denn nur wenn sich die Bevölkerung am Leid der Erde mitschuldig fühlt, werden die Gelder ohne großes Murren bereitzustellen sein. Das wissen Politiker und haben in den Medien gute Helfer gefunden.

Pünktlich zum Konferenzstart kramte die Tagesschau Klimalarm aus dem armen Indien hervor, der einerseits das biblische Bild der Sintflut bedient, andererseits auch die Idee fördert, dass der reiche Westen durch ungezügelte Exzesse den armen Ländern das Leben zur Hölle macht. Tagesschau.de berichtete am 2.12.2018:

Folgen des Klimawandels: Die Insel, die im Meer versinkt

Die indische Insel Ghoramara ist knapp fünf Quadratkilometer groß – noch. Denn Ghoramara ist von den Folgen des Klimawandels unmittelbar betroffen. Seit den 1980er-Jahren ist sie um die Hälfte geschrumpft. Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, wird es eng für die Bewohner der kleinen Insel Ghoramara vor der indischen Küste im Golf von Bengalen. Schon jetzt werden ihre Felder und Häuser bei Stürmen und heftigem Regen regelmäßig überflutet.

Ein Bewohner erläutert, dass er sein Haus bereits mehrfach von der Küste weg ins Inland habe umsetzen musste, da der alte Platz bei Stürmen überflutet worden sei. Auslandskorrespondent Bernd Musch-Borowska vom ARD-Studio Neu-Delhi lässt keinen Zweifel daran, wer hier der Schuldige ist, nämlich letztendlich der Tagesschau-Zuschauer selber. Das meint er als studierter Politologe ganz genau zu wissen:

Das Leben auf der kleinen Insel südlich der Millionen-Stadt Kalkutta, ist sehr spartanisch und genau genommen ökologisch vorbildlich. Ohne Strom und ohne Autos tragen die Inselbewohner kaum zum CO2-Ausstoß in die Atmosphäre bei – und doch sind sie die Leidtragenden des Klimawandels.

Die Verkleinerung der Insel hat auch dazu geführt, dass sich die Inselbevölkerung in den letzten zehn Jahren halbiert hat. Es würden dringend höhere Deiche gebraucht. Kurioserweise werden dann Wissenschaftler zitert, deren Expertise mehr im Bereich Ereuerbare Energien als auf bei Küstendynamik oder Klimawandel liegt:

Auch Wissenschaftler halten eine Umsiedlung der Bewohner von Ghoramara für unausweichlich. Die Regierung tue zu wenig, klagt Suruchi Bhadwal, vom Institut für Energie- und Entwicklungsforschung TERI in Delhi, das sich mit erneuerbaren Energiequellen befasst. “Diese Inseln wird es irgendwann nicht mehr geben. Die sind ja nur knapp eineinhalb Meter hoch. Und für die Menschen, die dort leben, man muss sich schnell etwas überlegen. Man muss sie umsiedeln. Die Regierung muss sich jetzt wirklich damit befassen”, fordert Bhadwal.

Das TERI-Institut wurde lange vom IPCC-Vorsitzenden Rajendra Pachauri geleitet, der wegen sexueller Belästigungs-Vorwürfe zurücktreten musste. Zu Beginn des Korrespondentenbeitrags wird der Meeresspiegelanstieg als einziger Faktor genannt. Dies wird am Ende des Beitrags von Musch-Borowska wie folgt ergänzt:

Der Golf von Bengalen, mit Küstenabschnitten in Indien, Bangladesch und Myanmar, gehört nach Einschätzung der Vereinten Nationen zu den Regionen, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffenen sein werden. Hier könnten Millionen Menschen ihren Lebensraum verlieren, sagt Peteri Taalas, der Generaldirektor der UN-Organisation für Meteorologie.

Merken Sie es auch: Verwendung des Futur (“betroffen sein werden”) und Konjunktiv (“könnten”). In wiefern ist die Verkleinerung der Insel nun wirklich ein bereits eingetretener Klimawandelschaden? Musch-Borowska schreibt:

[Peter Taalas] findet den Begriff Erderwärmung etwas irreführend. Denn “die größten Auswirkungen des Klimawandels werden die Veränderungen bei den weltweiten Niederschlägen sein, mit Überflutungen und Dürreperioden. Und das wiederum wird sich auf die Lebensmittelproduktion auswirken”. Vor allem für die Küstenregionen mit ihren Millionenstädten stelle der Anstieg des Meeresspiegels eine Gefahr dar. Insbesondere in Indien und China, wo selbst große Städte davon betroffen seien, so Taalas.

Clever. Da die Errwärmung sich in den letzten 15 Jahren stark verlangsamt hat, will man von der “Klimaerwärmung” lieber erst mal nicht mehr hören. Stattdessen werden “Fluten” und “Dürren” angedroht. Soweit der ARD-Beitrag. Interessant ist dabei vor allem, was NICHT im Beitrag stand. Zunächst die Lage der Insel. Wikipedia weiß:

Ghoramara liegt 150 km südlich von Kalkutta im indischen Bundesstaat Westbengalen, in den Sundarbans im Golf von Bengalen. Die Insel liegt im Mündungsbereich des Flusses Hugli, einem Mündungsarm des Ganges. Sie liegt nur einen Meter über dem Meer und hat eine Fläche von rund 4,7 km².

Ein Blick auf Google Maps (Zoom-Ansicht hier) reicht, um den Charakter der Insel zu erkennen: Inseln in Flussdeltas unterliegen ständigen Veränderungen. Strömungen ändern sich, Erosion setzt den Inseln zu, an anderer Stelle entstehen neue Inseln. Es herrscht eine extrem hohe natürliche Küstendynamik in solchen Gebieten. Insofern hätten die Bewohner gar nicht erst auf dem flachen ständig gefährdeten Eiland siedeln dürfen. Nachzulesen z.B. auf Jana et al. 2012:

Morphological Change Study of Ghoramara Island, Eastern India Using Multi Temporal Satellite Data
Ghoramara island is situated at 18.36 nautical miles away from Haldia dock in Hooghly estuary, Eastern India. It is a rhombic shaped island covering an area of around 4.8 km² with a total shoreline length of 8.5 kms. This sparingly populated sensitive ecosystem is rapidly changing its morphology due to extensive coastal erosion on the northwestern coast and marginal accretion on the southeastern side. The degradation of the system due to natural and anthropogenic causes leads to the total areal reduction of the island. There is a major loss of agricultural land and fisheries. The two islands Lohachara and Supribhanga lying to the southwest of Ghoramara have already been submerged. The vulnerability and stability of the island is the major fear of the inhabitants. In the present study, multi-resolution and multi-temporal satellite images of Landsat have been utilized to understand the erosion accretion pattern of the island over past four decades (1972-2010). The rate of change in shoreline positions have been estimated using statistical linear regression, end-point rate and net shoreline movement method and cross-validated with regression coefficient (R²) method. Land use land cover map has been prepared for all these years to understand how the erosion-accretion affected the island. It has been shown that the island is constantly shrinking over time and lost almost 50% of its area.

Bereits Ghosh et al. 2003 haben Satellitenbilder ausgewertet und prognostizierten, dass sich die Insel allmählich nach Osten verlagert und in mittlerer Zukunft mit dem Festland verscmelzen wird:

It has been shown that, in the absence of protection measures, the eastern shore will merge with the Indian mainland during the next 25 years, while the western part will be completely washed off.

Ähnliche Prozesse spielen sich übrigens an der deutschen Nordseeküste ab. Die Ostfriesischen Inseln sind ständig in Bewegung und verlagern sich, angetrieben von Strömungen und Sandumlagerungen.

Dazu kommt im Fall von Ghoramara noch die Subsidenz. Deltagebiete sind dafür bekannt, dass sie durch die allmähliche Verfestigung ihrer Sedimente – die sogenannte Kompaktion – absinken. Diese Kleinigkeit hat n24 doch glatt ausgelassen. Dabei hatte Nature India zwei Jahre zuvor explizit am 30. April 2013 darauf hingewiesen, dass die Überflutung nicht allein durch den Klimawandel verursacht wird:

Seven years after the first report on the ‘vanishing islands’ of Sundarbans, Subhra Priyadarshini revisits the fragile delta in the Bay of Bengal to find that it is not just climate change that threatens the existence of this world heritage mangrove tiger-land spread across the Indo-Bangladesh border. [...] “In the last 25 years, the rate of relative sea level rise comes close to 8 mm/year, significantly higher than the rate of 3.14 mm/year in the previous decade,” he says. In a recent report he co-authored for the World Wide Fund for Nature (WWF)3, Hazra says besides global warming and the subsequent thermal expansion of water, the rather rapid subsidence of the Bengal delta (2-4 mm/year), compaction of silt and other local causes may be responsible for the exceptionally high rate of relative sea level rise in the Indian Sundarbans.

Die Wissenschaft hat das Absenkungsproblem bereits intensiv studiert, umso seltsamer, dass die Tagesschau kein Wort über die Ergebnisse verliert. So berichtete 2013 der Geologe Till Hanebuth über Ergebnisse aus dem Deltabereich Bangladeschs. Sein Team fand natürliche Absenkungsraten von mehr als 4 Millimeter pro Jahr. Diese Rate ist deutlich höher als der klimatisch-bedingte Meeresspiegelanstieg. In der Ergebnisbeschreibung des Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft heisst es:

Assessing the recent subsidence of the central coastal Delta of Bangladesh by dating submerged kilns The densely populated low lying Ganges‐Brahmaputra Delta is highly vulnerable to the global sea‐ level rise. In order to estimate the subsidence of the delta, we examined submerged salt‐producing kiln sites in the coastal Sundarbans. These kilns were built just above the previous winterly spring high‐tide level, but are currently located ~155 cm below the corresponding modern level. According to optically stimulated luminescence (OSL) dating, the kilns were ultimately fired ~300 years ago and salt production was terminated by a catastrophic event, which affected the kiln sites at different levels and locations. AMS‐14C ages of charcoal at the kiln’s base and associated mangrove stump ho‐ rizons support the OSL dates. Based on the elevations and the ages, the 300‐year‐average rate of sinking of the outer delta is 5.2 ± 1.2 mm/a, which includes 0.8 mm/a of eustatic sea‐level rise. Reasonably postulating that the sub‐ sidence rate will not change during the next few decades and accepting the estimates of current sea‐ level rise of 1.8–3.0 mm/a or 2.7–7.1 mm/a, a RSL rise of 6.4 ± 1.7 mm/a or 8.9 ± 3.3 mm/a, respectively, must be assumed along the Sundarbans coasts.

Ähnliche Absenkungsbeträge fanden übrigens auch bereits auch Stanley & Hait (2000). Durch den Bau von zahlreichen Staudämmen im Ganges-Einzugsbereich ist die Sedimentfracht des Flusses gesunken, so dass weniger Material im Delta ankommt, was die dortigen Inseln ebenfalls destabilisiert. Eine Studie von Syvitski et al. 2009 beschreibt die wichtigsten Facetten des Problems:

Sinking deltas due to human activities
Many of the world’s largest deltas are densely populated and heavily farmed. Yet many of their inhabitants are becoming increasingly vulnerable to flooding and conversions of their land to open ocean. The vulnerability is a result of sediment compaction from the removal of oil, gas and water from the delta’s underlying sediments, the trapping of sediment in reservoirs upstream and floodplain engineering in combination with rising global sea level. Here we present an assessment of 33 deltas chosen to represent the world’s deltas. We find that in the past decade, 85% of the deltas experienced severe flooding, resulting in the temporary submergence of 260,000 km2. We conservatively estimate that the delta surface area vulnerable to flooding could increase by 50% under the current projected values for sea-level rise in the twenty-first century. This figure could increase if the capture of sediment upstream persists and continues to prevent the growth and buffering of the deltas.

Das Blog Ek Sparsh schilderte 2015 konkrete nichtklimatische anthropogene Gefahren für die Insel Ghoramara:

Dr Sugarto Hazra, an oceanographer at the University of Calcutta says there is more than one cause of the problem.“Cutting down the mangrove that used to cover the island, to make way for farming, destroyed the ecology. The mangrove used to bind the topsoil in position. Now it is being washed away. The farmers also used to dig wells to get fresh water for irrigating their paddies. But in time,  underground reservoirs emptied and then collapsed.  Added to all that, the sea level is rising around here, as it is everywhere in response to global warming. So the land is subsiding and at the same time the sea is advancing.”

Inselbewohner haben die schützende Mangroven abgehackt, um Ackerland zu gewinnen. Dadurch war der Boden den Sturmwellen schutzlos ausgeliefert. Zudem haben die Bewohner wohl die Grundwasserlinse unter der Insel so stark ausgebeutet, so dass es zu zusätzlicher Subsidenz und Landsenkung kam.

ZUSAMMENFASSUNG:
Die schrumpfende indische Insel Ghoramara liegt in einem Mündungsarm des Ganges. Wie üblich in solchen Deltas, verursachen die Strömungen eine ständige Verlagerung und Umgestaltung der Inseln. Der Bau von Staudämmen im Flussoberlauf des Ganges führte zu einer Redution der im Delta zur Verfügung stehenden Sedimentmenge. Zudem hat die Zerstörung der Mangrovenvegetation die Insel anfällig gegen Bodenerosion während Stürmen gemacht. Die exzessive Entnahme von Grundwasser ließ die Insel absenken, welche zur regionalen Bodenabsenkung im Deltabereich dazuzuaddieren ist. Die Absenkungsraten sind dabei höher als der globale Meeresspiegelanstieg. Im Tagesschau-Beitrag wird dagegen fälschlicherweise suggeriert, dass der Meeresspiegelanstieg das Hauptproblem sei. Richtig ist vielmehr, dass das Schrumpfen der Insel Ghoramara eine Vielzahl von Ursachen hat, die in natürliche, nicht-klimatisch anthropogene und klimatisch anthropogene unterschieden werden können.

 

Hiatus: Erwärmung in China pausiert seit 15 Jahren

Eine kürzliche Auswertung von Satellitendaten hat nun belegt, dass die Temperaturen in China in den letzten 15 Jahren nicht mehr angestiegen sind. Zwar wurde es in West- und Südchina wärmer, jedoch wurde dies durch eine zeitgleiche starke Abkühlung in Nordchina von fast drei Zehntel Grad pro Jahrzehnt wieder wettgemacht. Unterm Strich hat sich das Klima in China seit der Jahrtausendwende um lediglich 0.02°C pro Jahrzehnt erwärmt, was statistisch nicht signifikant ist. Die Autoren Long Li und Yong Zha bestätigen daher die Erwärmungspause bzw. den Hiatus für China. Die CO2-bedingte Erwärmung wurde offenbar durch quantitativ nicht näher spezifizierbare natürliche Klimafaktoren ausgeglichen. Abstract:

Satellite-based regional warming hiatus in China and its implication
The slowdown in global warming since 1998, often termed the global warming hiatus. Reconciling the “hiatus” is a main focus in the 2013 climate change conference. Accurately characterizing the spatiotemporal trends in surface air temperature (SAT) is helps to better understand the “hiatus” during the period. This article presents a satellite-based regional warming simulation to diagnose the “hiatus” for 2001–2015 in China. Results show that the rapid warming is mainly in western and southern China, such as Yunnan (mean ± standard deviation: 0.39 ± 0.26 °C (10 yr)−1), Tibet (0.22 ± 0.25 °C (10 yr)−1), Taiwan (0.21 ± 0.25 °C (10 yr)−1), and Sichuan (0.19 ± 0.25 °C (10 yr)−1). On the contrary, there is a cooling trend by 0.29 ± 0.26 °C (10 yr)−1 in northern China during the recent 15 yr, where a warming rate about 0.38 ± 0.11 °C (10 yr)−1 happened for 1960–2000. Overall, satellite simulation shows that the warming rate is reduced to −0.02 °C (10 yr)−1. The changes in underlying surface, Earth’s orbit, solar radiation and atmospheric counter radiation (USEOSRACR) cause China’s temperature rise about 0.02 °C (10 yr)−1. A combination of greenhouse gases (GHGs) and other natural forcing (ONAT, predominately volcanic activity, and atmosphere and ocean circulation) explain another part of temperature trend by approximately −0.04 °C (10 yr)−1. We conclude that there is a regional warming hiatus, a pause or a slowdown in China, and imply that GHGs-induced warming is suppressed by ONAT in the early 21st century.

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Zwischen Klima-Skeptikern und -Alarmisten gibt es viel Streit. Um wieviel fruchtbarer wäre die Klimadiskussion, wenn sich die Parteien endlich einmal ernsthaft zuhörern würden? Ein gemeinsames Kolloquium, danach zusammen ein frisches Bier trinken. Das wäre doch klasse. Genau dies haben nun der Skeptiker Joe Bastardi und der Alarmist Michael Mann getan. Das Beweisfoto gibt es auf WUWT. Bitte mehr davon! Ob wir das auch bald in Deutschland sehen werden?

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Vertreter der Klimaalarmlinie weisen meist auf aktuelle Ereignisse hin und erklären: “Seht her, das ist der Klimawandel”. Der Sommer zu heiß, der Winter zu kalt, alles ist stets der Klimawandel. Noch nie dagewesen, Vorstufe zur Hitzehölle. Alle Querulanten, die hier nicht mitziehen, bitte Klappe halten.

Ein Blick in die Klimageschichte würde in vielen Fällen schnelle Aufklärung bringen. Erst die Vernachlässigung des klimahistorischen Kontext erlaubt es, zu den bekannten krassen Thesen zu kommen. Auf Notrickszone war am 24. August 2018 ein schönes Beispiel zu bestaunen. Das arktische Meereis ist in den letzten Jahren kräftig zurückgegangen. Gab es das wirklich noch nie? Notrickszone zeigt eine schöne Langzeitrekonstruktion des arktischen Meereises und stellt sie dem AMO-Ozeanzkylus gegenüber (Graphik offenbar von Tallbloke). Das Resultat ist deutlich: In den positiven, wärmenden Phasen der AMO ging das Eis zurück, in den negativen, kühlenden Phasen nahm das Eis zu. Neben dieser 60-Jahreszyklik gibt es auch noch einen Langzeittrend bzw. eine Oszillation im Millenniumstakt. Stichwort Wikingerfahrten im eisarmen Nordmeer vor 1000 Jahren. Hier geht es zum Notrickszone-Artikel.

Abb.: Entwicklung des arktischen Meereises und der AMO 1900-2013 (x-Achse). Rote AMO-Phasen=warm, blaue AMO-Phasen=kalt. Quelle.

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 10 & 11/18: Arktisches Meereis, Ozeanerwärmung und Neues von Wolken

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht haben Sie meinen Sonnenbericht im letzten Monat vermisst. Aber ich habe einen längeren Urlaub genommen, so dass ich den September- und Oktober-Bericht zusammenfasse.

Die Sonne wies im September eine  geringe  Sonnenfleckenzahl von 3,3 auf (s. hierzu den September-Bericht) und im Oktober von 4,9. (s.hierzu den Monatsbericht Oktober). An 23 Tagen, resp. 20 Tagen (Oktober)  war überhaupt kein Sonnenfleck zu sehen. Diesem seit 200 Jahren schwächsten Sonnenzyklus, der das Sonnenmaximum von 1970 bis 2010 beendet hat, wird ein  ebenso schwacher, ca. 11- jähriger Zyklus folgen.

 

Die Todesspirale des arktischen Eises – ein falscher Alarmruf

Schon 2009 weissagte uns Al Gore, dass ” die gesamte nordpolare Eiskappe 2014 verschwunden sein” wird. Dieses Verschwinden des arktischen Meereises ist eine beliebte Angstmetapher, die aktivistische Wissenschaftler wie der amerikanische Geograph Mark Serreze und der britische Klimaforscher Peter Wadham seit Jahren verbreiten, etwa 2012 in Spektrum der Wissenschaft (!) oder am 7.3.2018 in der ARD (“Hitzewelle in der Arktis”). Tatsächlich hat sich in den 90- erJahren die Ausdehnung verringert ,zunächst langsam, ab 2004 beschleunigt, um seit 2012 mit einem leichten Aufwärtstrend stabil zu bleiben.

Betrachtet man den Verlauf der atlantischen Oszillation AMO, deren Temperaturschwankungen sich besonders im Nordatlantik auswirken, so sieht man eine auffällige Parallelität zur Entwicklung des arktischen Meereises. Die AMO befand sich von 1965 bis 1995 in einer kalten Phase  und hat in der jetzigen Dekade ihr Maximum erreicht. Wenn wir mit dieser Annahme richtig liegen, wird sich die Situation des arktischen Meereises in den nächsten Jahren deutlich stabilisieren und verbessern. Eine gute Nachricht, – für Alarmisten ein Kipppunkt in die falsche Richtung – daher werden Sie in den nächsten Jahren wenig über die Arktis von dieser Seite hören. Wir halten Sie auf Kaltesonne auf dem Laufenden.

 

Klimabeitrag von Wolken in den Modellen mit falschem Vorzeichen

Relativ unbeachtet erschien letztens eine Arbeit in Nature,  die sich mit der Wirkung von Wolken bei Erwärmung beschäftigte. Sie beschreibt Beobachtungen, die zwischen 2008 und 2014 mit Satelliten ausgeführt wurden und Schlüsseleigenschaften der Bewölkung über den Ozeanen sehr detailliert aufnehmen konnten. Die dafür benutzte Lidar-Technik machte es möglich.

Wie wir wissen, ist CO2 an sich ein schwaches Klimagas und führt bei Verdoppelung der Konzentration zu einem Temperaturanstieg von 1,1 °C. Die Erwärmung führt zu einem höheren Wasserdampfgehalt der Troposphäre (Wasserdampf selbst ist ein hochwirksames Treibhausgas), Erwärmung hat aber auch eine Wirkung auf die Bildung von Wolken. Modelle nehmen im Mittel an, dass Wolken mit der Erwärmung selbst wieder zur Erwärmung beitragen. Bilden sich mehr Wolken schatten sie ja mehr ab, also kühlen sie. Das weiß jeder aus eigener Erfahrung an einem Sonnentag.

Aber so einfach ist es nicht. Die Reflexion von Sonnenstrahlen an den hellen Wolken zurück in den Weltraum  -sie sind kurzwellig im Vergleich zur Wärmestrahlung vom Boden, daher kürzt man gerne ab: SW (short wave) für Sonnenstrahlung; LW ( long wave) für Wärmestrahlung- ist nicht alles. LW wärmt z.B. in der Nacht wenn Wolken die Abstrahlung der Oberfläche verringern. Was machen Wolken netto, also in der Summe von SW und LW? Und wie verändert sich das, wenn es – warum auch immer – wärmer wird?

Modelle, wie gesagt, nehmen im Mittel an, dass Wolken noch mehr erwärmen, wenn es wärmer wird.  Hier setzt die beschriebene Arbeit an und – ich komme gleich zum Resultat – sie findet das beobachtete Gegenteil. Einfach ausgedrückt: Wolken tragen nicht zu mehr Erwärmung bei, sie wirken dagegen.

 

Modelle, auf denen das Paris Abkommen beruht, müssten korrigiert werden

Es ist schon abenteuerlich, mit welcher Ignoranz die Wissenschaft an fehlerhaften Modellen festhält und die Politik auf Grund dieser Modellrechnungen weitreichende gesellschaftspolitische Festlegungen trifft. Die Pariser Übereinkunft hat zur Voraussetzung, dass die Klimaforschung auf gesicherten Erkenntnissen beruht : Science is settled. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, die das CO2-Mantra in Frage stellen, werden nicht mehr transportiert.
Es wäre ja auch nicht auszudenken, wenn man Zweifel hätte über die Auswirkungen des CO2, wo man doch gerade so erfolgreich dabei ist, zwei industrielle Reviere Deutschlands in der Lausitz und im Rheinischen Revier zu zerstören. Dabei geht es um mehr:

die Abschaltung der Braunkohlekraftwerke in Deutschland bringt klimapolitisch nichts von Belang, führt aber zu einer Strompreiserhöhung von 1,5 €ct/kwh. Dies gilt nicht nur für uns alle, sondern führt insbesondere für die Grundstoffindustrie von Kupfer, Aluminium, Stahl und Chemie, zu einer Strompreiserhöhung um 30 %, in einer Zeit, in der über 300 Kohlekraftwerke in China hinzugebaut werden. China baut jedes Jahr  Kupferfabriken, die jeweils nahezu der Größe der europäischen Produktion entsprechen – auf Basis Kohle.

Und wie ernsthaft sich China an internationale Abkommen hält, erfahren wir aus Satellitenmessungen über ozonschichtzerstörende FCKW ,die nach dem Montreal – Abkommen auch in China nicht mehr produziert werden dürfen. Seit Jahren steigt der Ausstoß weltweit wieder und die Messungen zeigen: die Emissionen stammen aus Fabriken nördlich von Peking. China betrügt bei einem der schlimmsten Atmosphärengifte und wird dies auch bei CO2 weiter tun und jedes Jahr ungerührt eine weitere Milliarde Tonnen CO2 draufpacken.

Unsere Kohlekommission aber schlägt sich stolz auf die Brust, 100 Mio t einmalig abstellen zu können und die eigene Industrie massiv im Wettbewerb mit China zu benachteiligen. Wie sagte noch einst die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks : “Wir können China beim Klimaschutz ja nicht alleine vorangehen lassen.” Über so viel Naivität lachen sich die chinesischen Politbüromitglieder jeden Abend scheckig.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Ein Sommermärchen

Das war ein Sommer 2018 in Mitteleuropa! Sehr warm und vor allem sehr trocken war er. So etwas kommt vor, oft wenn sich eine „Blocking“-Wetterlage einstellt. Dann bildet sich im Sommer ein stabiles Hoch über Mitteleuropa und die von Westen anrückenden Tiefdruckgebiete werden im hohen Bogen nach Norden um das Hoch herum geführt. Die charakteristische Form der Druckverteilung über Europa bescherte der Wetterlage auch den Beinamen „Omega Lage“.

 

Abb.1: Eine typische Omega- Wetterlage mit einem stationären Hochdruckgebiet über Mitteleuropa und der aufgezwungenen  Zugbahn der Tiefdruckgebiete. Quelle 

 

Eine solche Lage kann sehr beständig sein, sie beschert uns dann im Sommer sehr hohe Temperaturen und Trockenheit über lange Zeiten, wir erlebten so etwas auch im Sommer 2018. Und diese Wetterlagen gab es auch früher schon, wie diese Arbeit aus dem Jahre 1953 (!) zeigt.

Im diesem Sommer wurden wir jedoch überrascht: Das Blocking erzeugt der Klimawandel! Überall konnte man es lesen, z.B. hier. Der tiefere Grund sollte sein: Der Jetstream verliert seine Kraft durch die Klimaerwärmung, die es mit sich bringt, dass die Arktis sich schneller erwärmt als die Tropen. Der Temperaturunterschied zwischen beiden Regionen  führt zur Ausprägung dieses Starkwindfeldes in etwa 10 km Höhe (200-300 mbar Luftdruck) und durch das Zurückgehen der Unterschiede mit fortschreitender Erwärmung schwächt sich der Jetstream ab. Das führt zu mehr Blocking- Lagen, letztlich auch zum heißen Sommer 2018. Klingt logisch, nicht wahr?

Vor allem wenn das ein „amtlicher Wetterfrosch“ der ARD erklärt, Karsten Schwanke:

 

Schön zusammengefasst? Nur leider ziemlich faktenfrei! Wir wollen es ihnen erklären:

Es gibt mindestens zwei Arbeiten, die den o.g. Zusammenhang postulieren, eine von Coumou et al.  (Im folgenden C14) und eine von M. Mann et al. (im folgenden M17). Beide wurden unter reger Beteiligung des PIK geschrieben. Beide stellen fest, dass der Jetstream mehr mäandert in jüngerer Zeit als vor einigen Jahren. Aber der Link zur Arktis? Den stellt C14 so her: Man nimmt einige Ähnlichkeiten im Temperaturgradienten und meint, es könnte die sich (am Boden?) erwärmende Arktis sein. Wörtlich:

“Much more detailed analysis would be needed, including numerical modeling experiments, to unravel the direction of causality: Is Arctic amplification really the driver behind dynamic changes or do dynamical changes have a strong effect on Arctic warming? This will be challenging since current general circulation models appear to be deficient in reproducing aspects of the summer jet climatology,…”.

Also mehr Fragen als Antworten, man könnte einen Zusammenhang vermuten, aber sicher ist es nicht.

Überhaupt muss man sich fragen, welche sich ändernden Temperaturgradienten zwischen den Tropen und der Arktis gemeint sind. Der am Boden? Wie genau soll er den Wind in 10 km Höhe beeinflussen? Bemüht man die Reanalyse  ERAinterim ab 1979 für die Sommertemperaturen (JJA), so erkennt man für die Arktis (65°N-90°N) praktisch keinen Trend in den Temperaturen in der Höhe von 200mbar („Z200“), in den Tropen (25°S-25°N) wird es dagegen moderat wärmer bis 2018. Da wo der Jetstream uns den heißen Sommer bescherte, in Höhen um 10km, vergrößert sich also der Gradient, genau anders herum als es zu erwarten wäre, wenn man den Effekt begründen wollte.

Abb. 2: Der Temperaturverlauf in der Jetstream- Höhe von ca. 10km über der Arktis  blau) und über den Tropen (rot)mit jeweils einer 11- jährigen Glättung. Daten.

 

Dann sind es doch die Bodentemperaturen? Die zieht M17 zu Rate. Die Studie untersucht zonale Temperaturen und meint:

„In summary, our analysis of both historical model simulations and observational surface temperature data, strongly suggests that anthropogenic warming is impacting the zonal mean temperature profile in a manner conducive to wave resonance and a consequent increase in persistent weather extremes in the boreal summer.” 

Der genaue Mechanismus, wie die Bodentemperaturen den Jet in der Höhe beeinflussen sollen,  wird auch dort nicht erklärt. Und man findet nur in der Temperaturreihe GISS einen signifikanten Zusammenhang zu den erwähnten CMIP5- Modellsimulationen, die 2005 enden. Was in M17 zur  Vermutung führt: der Effekt kann also erst nach 2005 relevant sein. Wir haben uns also GISS angeschaut, wieder für die Arktis und die Tropen:

 

Abb.3: Die Bodentemperaturen der Arktis ( blau) und die der Tropen (rot) nach GISS, beide mit einer 11-jährigen Glättung. Daten.

 

Hier stiegen die arktischen Temperaturen tatsächlich mehr an als die der Tropen, und zwar bis 2004. Danach schrumpfte der Unterschied wieder, auch wenn man den tropischen ElNino in 2016 berücksichtigt. Die blaue Kurve zeigt klar abwärts in dem Zeitraum, den M17 als den bezeichnen, in der das „Signal“ des Blockings durch den „mäandernden Jetstream“ sich zeigen soll.  Auch hier mehr Fragen als Antworten, wenn man freundlich formuliert. Man könnte die Schlussfolgerungen auch als inkonsistent mit den Daten bezeichnen.

So ist es kein Wunder, dass andere Arbeiten zu völlig anderen Schlussfolgerungen kommen. In M17 werden CMIP5- Modelle verwendet um etwas über das Blocking auszusagen. Hier wird betont, dass man solche dynamischen Prozesse wie den Jetstream nur mit neuen, verbesserten Modellen abbilden können wird. CMIP5 – Modelle fallen also aus. Die jedoch benutzte M17. Die Modell-Defizite stellt auch diese Arbeit fest, sie billigt CMIP5 genau null skill bei Blocking- Lagen zu. Was über Grönland nicht funktioniert, wird auch über Europa nicht von Erfolg gekrönt sein.

Diese Studie ermittelt  sogar einen entgegen gesetzten Sachverhalt, Kennedy et al. staunen nicht schlecht:

„One unexpected result is that the response to Arctic warming is a decrease in blocking over Eurasia,…”.

Wir hatten darüber ja damals zeitnah informiert. In einer aktuellen Arbeit stellen  Woolings et.al fest:

„Considering the century-timescale projections, there remains a general agreement between models on an overall decline in mid-latitude blocking occurrence, at least in the hemispherical mean.“

Auch hier widersprechen also Modelle dem in C14 und M17 behaupteten Trend, und der Grund wird auch gleich geliefert:

„One of the less recognised challenges associated with blocking is its strong natural variability…”

Natürliche Variabilität also? Das bestätigt diese Studie in der Barnes et al. formulieren:

„No clear hemispheric increase in blocking is found for any blocking index, and while seasonal increases and decreases are found for specific isolated regions and time periods, there is no instance where all three methods agree on a robust trend. Blocking is shown to exhibit large interannual and decadal variability…”

Es ist also wohl nichts als Wetterrauschen was da in zwei Arbeiten mit völlig unklarer Methodik und zweifelhaften Daten (vgl. Abb. 2 und 3) zusammenfabuliert wurde.

Aber die Propagandawelle rollte, man verkaufte uns den heißen Sommer als zweifelsohne menschgemacht mit wichtiger Miene. Es gab in den letzten Tagen dazu eine rege Twitter-Diskussion, als Axel Bojanowski auf die Ungereimtheiten in der Berichterstattung aufmerksam wurde. Wir berichteten hier bereits. Unser Wetterfrosch Karsten Schwanke antwortete auf den Vorwurf, er habe Unschärfen in der Sachlage (was noch sehr milde ausgedrückt ist angesichts der gezeigten Probleme der beiden PIK- Arbeiten) nicht genug dargestellt, sondern den „erlahmenden Jetstream“ als klar durch uns verschuldet kommuniziert, so:

„Ihr Ansatz, den Sie einfordern, ist schwierig. Immer zu sagen – es ist alles mit großen Unsicherheiten behaftet – wird uns auch in 100 Jahren nicht weiterbringen. Die Temperatur steigt weiter.“  Quelle.

Vorher berichtete er stolz über die Verwendung von M17 für seine Schlussfolgerungen. Er hätte die Arbeit lesen sollen, vielleicht hätte das genügt, sie einzuordnen als das was sie ist: Ziemlich spekulativ und durch Beobachtungen nicht gestützt. Im Falle von Karsten S. sind wir uns da allerdings nicht sicher.

Und die Propaganda? Die Temperaturen steigen und da ist jedes Mittel recht. Auch die Verdummung des Publikums, wie er implizit zugibt. Der ganze Hype um den Jetstream ist wohl nichts als aufgeblasene heiße Luft, um den Konsumenten der Nachrichten in die Irre zu führen.

„Der heiße Sommer 2018 ist menschgemacht!“ 

In jedem Sommermärchen ist ja wohl auch ein wenig Wahrheit, hier müsste man schon sehr tief graben um das Körnchen zu finden. Uns jedenfalls gelang es nicht. Wir halten es schlicht für eine Lüge.

 

Universität Exeter: Rolle natürlicher Klimafaktoren wird unterschätzt

Einer der Hauptkritikpunkte an der IPCC-Klimasichtweise ist die Marginalisierung von natürlichen Klimaantrieben. Indrani Roy von der University of Exeter veröffentlichte nun in Frontiers ein Paper, in dem für eine stärkere Berücksichtigung natürlicher Faktoren am modernen Klimwandel geworben wird. Pressemitteilung der Uni Exeter vom 10. Oktober 2018:

Role of “natural factors” on recent climate change underestimated, research shows

Pioneering new research has given a new perspective on the crucial role that ‘natural factors’ play in global warming. The study, by Dr Indrani Roy at the University of Exeter, suggests that the natural phenomena such as solar eleven-year cycles and strong volcanic explosions play important roles in recent climate change which has been ‘underestimated’.

All existing studies focus on the rise in Co2 in the atmosphere as being the main driver of global temperature rises. However, Dr Roy suggests that the role natural factors plays in climate change should be given more prominence. This study explores various possible areas where models miss important contributions due to these natural drivers. The research is published in leading journal Frontiers. Although CO2 has risen significantly since 1998, global temperature did not show any significant increase. Models however suggested a significant rise.

Dr Roy said: “So what factors are missing?  It is a puzzle of recent slowdown of global warming trend or Hiatus and this study addresses that issue.” For the study, Dr Roy looked specifically at data between 1976-96, which not only covered two full strong solar cycles and two explosive volcanic eruptions during active phases of those cycles, but which also matched a period of abrupt global warming. These data were compared with other periods.

The research highlighted the important role that a dominant Central Pacific (CP) El Nino, and its associated water vapour feedback, played in global warming within the chosen period. Dr Roy suggests that the explosive volcanoes seen during this phase, which changed the sea level pressure around the North Atlantic, kick-started a ‘chain mechanism’ that played a crucial role. Dr Roy added that the change in Indian Summer Monsoons and El Nino connection during that abrupt warming period, and a subsequent recovery thereafter, can also be explained by this ‘chain mechanism’.

Addressing on Abrupt Global Warming, Warming Trend Slowdown and Related Features in Recent Decades by Dr Indrani Roy is published in Frontiers in Earth Science (https://doi.org/10.3389/feart.2018.00136)

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Ein weiterer Kritikpunkt am IPCC ist, dass wichtige verbleibende Unsicherheiten der Öffentlichkeit rigoros verschwiegen werden. Judith Curry hat diesen Punkt in einem kürzlichen Vortrag schön herausgearbeitet:

Climate uncertainty monster: What’s the worst case?
On possibilities, known neglecteds, and the vicious positive feedback loop between scientific assessment and policy making that has created a climate Frankenstein. I have prepared a new talk that I presented yesterday at Rand Corp. My contact at Rand is Rob Lempert, of deepuncertainty.org fame.  Very nice visit and interesting discussion. My complete presentation can be downloaded [Rand uncertainty].  This post focuses on the new material.

Ganzen Artikel mit Illustration der Vortragsfolien auf Climate Etc.

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Leipziger Volkszeitung am 10. Oktober 2018:

Super-Sommer wirbelt Leipzigs Meteorologie-Geschichte durcheinander
Der Super-Sommer hat Leipzig keinen neuen Hitze-Rekord beschert, aber die heißen Tage über 25 Grad Celsius waren so zahlreich wie noch nie seit 1830, hat Hobby-Meteorologe Peter Noack herausgefunden. [...] Historische Aufzeichnungen belegen, dass es auch 1911 in Leipzig ähnlich heiß war. Damals wurden 66 „Sommertage“ und 24 „heiße Tage“ gezählt. Auch im Jahr 1947 mussten die Leipziger besonders häufig schwitzen; damals wurden 66 „Sommertage“ und 27 „heiße Tage“ gezählt. Ähnlich war es 1992 (66 „Sommertage“, 16 „heiße Tage“), 1983 (64 „Sommertage“, 15 „heiße Tage“), 2006 (62 „Sommertage“, 20 „heiße Tage“), und 1917 (61 „Sommertage“ und 10 „heiße Tage“). „Das zeigt, dass heiße Sommer in Leipzig keine Seltenheit sind“, sagt Noack. „Es war alles schon einmal da.“

Ganzen Artikel in der Leipziger Volkszeitung lesen.

 

Globale Temperaturentwicklung der letzten 5 Jahre

 

Abbildung: Globale Temperaturentwicklung der letzten 5 Jahre. Daten: UAH. Graphik: Woodfortrees. Letzter Wert: Oktober 2018

 

Germany’s green transition in a blind alley

By Oddvar Lundseng, Hans Konrad Johnsen and Stein Storlie Bergsmark

More and more people are about to realize, that supplying the world with stable energy from sun and wind only, will be impossible. Germany took on the challenge to show the world how to build a society based on green energy. They have now hit the wall. Germany has not reduced CO2 emissions over the last 10 years despite huge investments in green energy production capacity.

Germany has installed solar and wind power to such an extent that they should be able to satisfy the power requirement on any day with sufficient sunshine and wind. However, since sun and wind are often lacking, they only manage to produce around 27 percent of the annual power needs. When solar and wind production are at their maximum, this often lead to overproduction and major problems in equalizing production and consumption. To keep the frequency of the electric power within tight limits around 50Hz, it is no longer possible to increase the amount of solar and wind production in Germany, without additional, costly measures.

Production is often too high to keep the network frequency stable without disconnecting some solar and wind farms. This leads to major energy losses, forced power exports to neighboring countries and negative electricity prices. In 2017 about half the wind production in Germany was exported. Neighboring countries do not want this often unexpected power, and the German power companies must therefore pay to get rid of it. German customers have to pick up the bill.

If solar and wind power plants are disconnected like this, owners are paid as if they produced 90 percent of rated output. The bill is sent to the customers. Germany also have to disconnect large power consumers from time to time. They also want compensation and the bill goes to the customers. Power production from sun and wind is often quite low and sometimes even absent. This might take place over periods from one day to 10 days, especially during the winter months. The conventional power plants (fossil and nuclear) must then step in and deliver according to customer needs, except for the power from hydro and bio power, which are able to deliver about 10 percent of the demand. Alternatively, Germany may import nuclear power from France, oil-fired power from Austria or coal power from Poland.

In practice, this means that Germany can never shut down the conventional power plants as planned. These power plants must be ready and able to meet the total power requirements at any time, and without them, a stable network frequency is unobtainable. If the AC frequency is allowed to drift, the risk of extensive blackouts is imminent, as demonstrated by South Australia, also having a lot of solar and wind power.

The dream of supplying Germany with mainly green energy from sun and wind turns out to be nothing but a fading illusion. Solar and wind power today covers only 27 percent of electricity consumption and only 5 percent of Germany’s total energy needs. However, the Germans are not yet planning to end this. They want to change the entire energy system and include both electricity, heat and transport sectors in their plans. This will require a dramatic increase in electrical energy and much more renewable energy, primarily wind.  To fulfill the German target of 60 percent of their total energy consumption from renewables by 2050, they must multiply the current power production from solar and wind by a factor of 15. And, in addition, they must equally expand their output from conventional power plants in order to balance the intermittent renewable energy. Germany might import some of this balancing power, but even then the scale of this endeavor is enormous.

Construction of solar- and wind farms has already caused massive devastation to German nature. Even today, the northern part of Germany looks like a single big wind farm. Multiplying today’s wind power capacity with a factor 10, implies that a 200-meter-high turbine must be installed every 1.5 km across the country, within cities, on land, on mountains or in water. It is virtually impossible to increase production by a factor of 15 as indicated by the plans.

The cost of “Die Energiewende” is enormous, about 200 billion € up to 2015 and with minimal reduction in CO2 emission. CO2 emissions and coal consumption have been stable the last 7 to 10 years. In the absence of a miracle, Germany will not be able to fulfill their self-imposed climate commitments, not by 2020, nor by 2030.

What applies to Germany also applies to other countries mainly producing their power in fossil- or nuclear power plants. With a development comparable to that of Germany, such countries will only be able to replace about one quarter of the energy from fossil and nuclear power, because these power plants must remain in operation for the sake of frequency regulation, balance- and back-up power. Back-up power plants will have to run idle during periods of high output of renewable energy, while still consuming fuel almost like during normal operation. They always have to be able to step up to full power because in the next few hours solar or wind power might fail. The prospects for reductions in CO2 emissions are thus nearly non-existent!

There is no indication that the world consumption of coal will decline in the next decades. Large countries in Asia and Africa continue to build coal-fired power plants, and more than 1,500 coal-fired power plants are under planning and/or construction. This will provide affordable electricity 24/7 to 1.3 billion people not having access to electricity today. Electricity is an essential commodity for the development these people are expecting and are entitled to.

 

Oddvar Lundseng
Senior Engineer
43 years of experience within the energy business

Hans Konrad Johnsen, PhD.
Former R&D manager, Det norske oljeselskap asa

Stein Storlie Bergsmark
Degree in Physics
Former Senior researcher within the Energy sector
Former manager of renewable energy education. University of Agder

 

Fehlende Distanz bei sensiblem Thema: Schweizerische SRF-Journalistin interviewt eigenen Schwager zum IPCC-Bericht

Es ist kalt geworden in Deutschland. Wäre es doch bloß wieder Sommer. Aber nein, lieber nicht, denn dann kommen sicher wieder Miesepeter und machen uns ein schlechtes Klimagewissen. Olaf Majer blickte am 24. September 2018 in der Leipziger Volkszeitung zurück auf den Supersommer 2018. Dabei zeigt er historische Weitsicht und nimmt uns mit in ein anderes Supersommerjahr, nämlich 1540. Nachzulesen hier.

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Ein neues Buch könnte Sie interessieren: Green Tyranny: Exposing the Totalitarian Roots of the Climate Industrial Complex

Aus der Amazon-Buchbeschreibung:

Climate change was political long before Al Gore first started talking about it. In the 1970s, the Swedish Social Democrats used global warming to get political support for building a string of nuclear power stations. It was the second phase of their war on coal, which began with the acid rain scare and the first big UN environment conference in Stockholm in 1969.

Acid rain swept all before it. America held out for as long as Ronald Reagan was in the White House, but capitulated under his successor. Like global warming, acid rain had the vocal support of the scientific establishment, but the consensus science collapsed just as Congress was passing acid rain cap-and-trade legislation. Rather than tell legislators and the nation the truth, the EPA attacked a lead scientist and suppressed the federal report showing that the scientific case for action on curbing power station emissions was baseless.

Ostensibly neutral in the Cold War, Sweden had a secret military alliance with Washington. A hero of the international Left, Sweden’s Olof Palme used environmentalism to maintain a precarious balance between East and West. Thus Stockholm was the conduit for the KGB-inspired nuclear winter scare. The bait was taken by Carl Sagan and leading scientists, who tried to undermine Ronald Reagan’s nuclear strategy and acted as propaganda tools to end the Cold War on Moscow’s terms.

Nuclear energy was to have been the solution to global warming. It didn’t turn out that way, most of all thanks to Germany. Instead America and the world are following Germany’s lead in embracing wind and solar. German obsession with renewable energy originates deep within its culture. Few know today that the Nazis were the first political party to champion wind power, Hitler calling wind the energy of the future.

Post-1945 West Germany appeared normal, but anti-nuclear protests in the 1970s led to the fusion of extreme Left and Right and the birth of the Greens in 1980. Their rise changed Germany, then Europe and now the world. Radical environmentalism became mainstream. It demands more than the rejection of the abundant hydrocarbon energy that fuels American greatness. It requires the suppression of dissent.

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Eines der Hauptprobleme in der öffentlichen Klimadebatte sind Seilschaften. Aktivistische Forscher machen gemeinsame Sache mit katastophenhungrigen missionierenden Journalisten sowie Lobbyisten der Versicherungs- und Grünenergiebranche. Dazu kommen dann noch Politiker, die oben drauf noch Machtgier und Ökodiktatur setzen. Wichtige vom IPCC verwendete Publikationen stammen aus der Feder von Greenpeace-nahen Think Tanks – was aber offenbar niemanden richtig interessiert.

Im schweizerischen Fernsehen war kürzlich ein weiteres Beispiel für die enge Verbandelung der medialen Klimaakteure und damit verbundene Interessenskonflikte zu bestaunen. Rainer Hoffmann berichtete über den Vorfall auf klimamanifest-von-heiligenroth.de bzw. EIKE detailliert:

Am 08.10.2018 in der Schweizer Nachrichten Sendung „10vor10“ (vergleichbar mit „HEUTE-JOURNAL“, ZDF oder „TAGESTHEMEN“, ARD oder ZIB2, ORF) interviewte Susanne Wille zum aktuellen IPCC-Sonderbericht ihren Schwager(!) Andreas Fischlin, den bekannten Klimaforscher von der ETH-Zürich und aktuellen Co-Vorsitzenden des IPCC, ohne dass aber der TV-Zuschauer etwas davon merkte, dass dort vor der Kamera in Wirklichkeit ein „familiäres Gespräch“ geführt worden ist. Der TV-Zuschauer ging vielmehr davon aus, dass in dem Gespräch zwischen S. Wille und A. Fischlin kritischer, unabhängiger Journalismus mit der nötigen Distanz praktiziert wird. Aber dem war eben nicht so, wenn man sich die Familien-Verhältnisse der Familie Wille-Fischlin in diesem Gespräch klarmacht: Das Siezen und die Anrede mit „Herr Fischlin“ durch Susanne Wille in diesem Gespräch war nur gestellt und damit definitiv unehrlich.

Was für ein Spiel wird hier eigentlich gespielt? Anstatt kritisch journalistisch nachzuhaken, werden befangene Interviewer ausgewählt. Das gilt nicht nur für den aufgedeckten schweizerischen Klima-Familienfilz, sondern auch für handverlesene Journalisten, die felsenfest auf der IPCC-Seite verankert sind. Nur ideologisch gefestigte Medienschaffende dürfen überhaupt in die Nähe der IPCC-Kader. Nicht zu vergessen, dass Letztere natürlich auch handverlesen sind, nämlich von Politik und Klimaestablishment. Kritiker haben hier keine Chance, mit dem IPCC zu arbeiten. Das Nachsehen haben die Zuschauer, Leser, Hörer, Bürger. Die unheimliche Macht der Klimaclique…

 

Nahost-Expertin beklagt klimaalarmistische Instrumentalisierung des Arabischen Frühlings

Wir haben vor kurzem den kältesten September (2018) der letzten 10 Jahre erlebt, wie der Satellitendatenexperte Roy Spencer auf Basis der UAH-Messungen mitteilte. In der deutschsprachigen Presse war davon natürlich nichts zu lesen.

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Sie kennen das auch: Gewisse Zeitgenossen schaffen es regelmäßig, das Thema einer Unterhaltung auf ihr Steckenpferd umzuleiten. Geht es etwa gerade um die Ergebnisse des letzten Tennisturniers, so leitet der besessene Briefmarkensammler schnell auf die neue Tennis-Edition der kubanischen Postbehörde um. Und wenn es um Rezepte zum Gulasch geht, gibt “unser Freund” einen beiläufigen Hinweis auf eine Sondermarke zum Welthungertag. Wir lieben diese Leute. Alles dreht sich immer nur um das eine. Ähnlich geht es den Klimabesessenen. Hinter jedem Übel steckt der Klimawandel. Und wenn es einmal kein Übel gibt, wird dies schleunigst als Vorbote eines drohenden Übels gedeutet. Im Prinzip muss man nur die Nachrichten schauen. Fast jede Nachricht hat einen Bezug zum Klimawandel. Ob Krimkrise, Koalitionskrise oder Kartoffelkrise: CO2 ist stets der Bösewicht.

Das hatte man auch für den Bürgerkrieg in Ägypten bzw. den Arabischen Frühling versucht. Wie schön wäre es, wenn man den Klimawandel da irgendwie in den Streit einbinden könnte. Die Geographin und Expertin für den Mittleren Osten, Jessica Barnes, hatte jetzt genug vom Klimagejammer und warnte vor einer fatalen Fehldeutung der Ereignisse. Auszug ihres Artikels auf Reliefweb vom 1. Oktober 2018:

Overstating Climate Change in Egypt’s Uprising

The possible link between climate change and political upheaval in the Middle East has attracted increasing media attention and is generating a new wave of academic research seeking to demonstrate the link. An influential study that put forward this thesis was the 2013 report The Arab Spring and Climate Change, published by the Center for American Progress in Washington DC. Featuring images of angry protestors, parched fields, and people carrying water, the report asserted that while climate change did not cause the Arab uprisings, it acted as a “threat multiplier,” which exacerbated “environmental, social, economic, and political drivers of unrest.” In other words, human-induced changes in climatic conditions, through their impact on water supplies and agricultural production, can interact with and even accelerate social and political causes of dissent and rebellion.

The case of the Syrian civil war features prominently among many proponents of the view that climate change is acting as a “threat multiplier” in regional unrest. A number of scholars have argued that the severe drought in northeastern Syria in 2007 through 2010, linked in part to climate change but also to natural variability, resulted in crop failures and mass rural-to-urban migration, which contributed to political instability and ultimately helped spark the civil war. In terms that mirror the “threat multiplier” discourse, the contention is that climate change acted as a catalyst, compounding deteriorating socioeconomic conditions and people’s dissatisfaction with the authoritarian state. Politicians such as President Barack Obama and Sen. Bernie Sanders, as well as attention-grabbing newspaper headlines, have reinforced and helped popularize the belief that climate change was consequential in the Syrian rebellion.

The alleged linkage between climate change and civil war in Syria, however, has been increasingly questioned by a number of scholars. Critics claim that there is no clear and compelling evidence to back up each step in the argument: that climate change was a major factor in the Syrian drought; that the drought actually caused large scale rural-to-urban migration; or that this migration contributed to civil war. Others have highlighted the depoliticizing effect of a narrow focus on the drought itself as the source of unrest rather than on the far more numerous political and economic grievances against the Assad regime articulated by its opponents. Moreover, this narrow focus draws attention away from the mismanagement of natural resources by the Assad regime in agricultural regions, which may have been more of a trigger of unrest than the drought itself. Nevertheless, the Syria case continues to be cited as a supposedly powerful example of the link between climate and conflict in the region.

Egypt is another case where climate change is alleged to have played an important and overlooked role in producing the political unrest of 2011. It is also another case where caution and more careful examination are needed regarding this linkage.

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