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Reto Knutti fühlt sich politisch und gesellschaftlich schubladisiert

Im September 2018 verlor Tennis-As Roger Federer im Achtelfinale gegen einen unbekannten Australier. Schuld hatte aber nicht Federer, sondern er wurde ein Opfer des Klimawandel. Der Tennisspieler empfand das Wetter als zu heiß und zu feucht. Unter Normalbedingungen hätte er den Konkurenten sicher bezwungen. Ob Federer angesichts des entgangenen Preisgeldes nun Ausgleichszahlungen aus dem 100 Milliarden Dollar schweren Klimafonds zustehen? Vorgeschlagene Klimawandelausgleichszahlung: 50.000 Euro.

Auch in Paderborn ist es jetzt zu einem schwerwiegenden Klimawandel-Schaden gekommen. In einem Getränkemark fiel ein Stapel Mineralwasserkisten um. Durch die Hitze hätte der Baumarkt mehr Getränke nachbestellen müssen, wobei die Mitarbeiter überarbeitet und unachtsam stapelten. Vorgeschlagene Klimawandelausgleichszahlung: 300 Euro.

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Klimaforscher Reto Knutti hat einen mit 200.000 Franken ­dotierten Preis der Stiftung Dr. J. E. Brandenberger erhalten. In einem Interview mit der Zeitung ‘Der Bund’ am 3. September 2018 stellt er sich als unpolitisch und unparteiischen Forscher dar. Das überrascht, da wir uns hier im Blog bereits mehrfach mit Knuttis ideologisch eingefärberter Sichtweise beschäftigt haben:

Kurioses Sonntagsblick-Interview von IPCC-Autor Reto Knutti: IPCC-Modelle sind alle super und alternativlos

Reto Knutti mag keine Skeptiker

Klimaalarm im Pendler-Zug: Reto Knutti mit einem Propaganda-Meisterstück

Auszüge aus dem Interview:

«Mein Name wurde missbraucht»
ETH-Klimaforscher Reto Knutti über den ungewöhnlichen Sommer und die Gefahr, als links-grün abgestempelt zu werden. [...]

BUND: Sie sind in der Experten­kommission der neu lancierten Gletscher-Initiative, die in der Schweiz die Emissionen auf null senken will. Ist das kein politisches Statement?
KNUTTI: Bei der Gletscher-Initiative habe ich Ja gesagt unter der Voraussetzung, dass die Mitarbeit nichts mit dem Initiativkomitee zu tun hat. Ich finde es sinnvoll, zu helfen, dass die Fakten zum Thema stimmen. Hier gehe ich weniger ein Risiko ein, politisch und gesellschaftlich schubladisiert zu werden.

Der Bund hat Knutti an dieser Stelle kalt erwischt. Der Forscher unternimmt hier eine unzulässige Vermischung von ergbebnisoffener Forschung und der politischen Forderung zur vollständigen Dekarbonisierung. Dies schränkt seinen Spielraum bei der Bewertung wissenschaftlicher Ergebnisse enorm ein. Umso putziger sein Protest, dass seine politische Arbeit mißverstanden wird.

BUND: Welche Schublade meinen Sie?
KNUTTI: Klimaforscher werden schnell einmal als links-grün taxiert, vor allem in Kreisen, wo immer noch Skepsis vorherrscht, ob der Mensch tatsächlich die Hauptursache für den Klimawandel ist. Mit politischen Statements wird diese Meinung noch zementiert. Grundsätzlich wird in der Öffentlichkeitsarbeit keine Abgrenzung zwischen Wissenschaftler und Staatsbürger gemacht, und es ist schwierig, sich zu erklären. So verliert die Wissenschaft ihre Glaubwürdigkeit, zumal in Teilen der Öffentlichkeit ohnehin schon eine gewisse Wissenschaftsfeindlichkeit spürbar ist.

BUND: Das müssen Sie erklären.
KNUTTI: Heute sind Experten einmal grundsätzlich verdächtig. Das gilt nicht nur für die Klimaforscher, das gilt für alle Forschungszweige, die sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Das hat vielleicht damit zu tun, dass heute über das Internet jeder ein «Experte» sein kann, sich so seine eigene Meinung macht, aber vielfach auch Fake News aufsitzt. Ist eine Meinung einmal gemacht, braucht es viel Überzeugungsarbeit, um sie zu revidieren.

Die richtige Einordung dieser Statements ist: Unterste Schublade. Knutti zieht die Expertenkarte. Nur er wisse bescheid, anderen stehe gar keine Meinung zu, da sie dazu nicht befugt seien. Das Internet bereitet ihm Kopfschmerzen. Denn die Printmedien sind aller gut kontrolliert. Zeitungen und Fachzeitschriften sind gut “bewacht”, so dass hier keine unbequeme Kritik platziert werden kann. Im Internet ist dies anders. Dort können die Kritiker noch durchdringen, auch dank Blogs. Knuttis pauschale Verteufelung von Kritik aus Blogs ist hochbedenklich. Unserer Kritik an Knutti haben wir stets mit Argumenten begründet. Kein einziges Mal ist Knutti auf diese Kritik fachlich eingegangen. Dies ist das wahre Problem, dass sich IPCC-nahe Wissenschaftler dem Fachdialog verweigern.

BUND: Haben Sie ein Beispiel?
KNUTTI: Ich wurde erst kürzlich selbst als Instrument missbraucht. Es gibt russische Websites, die Berichte und ein Interview mit mir veröffentlichten, das ich nie gegeben hatte. Ich gebe darin Pilzsporen die Schuld am Klimawandel, an Erdbeben und Tornados. Und die Welt habe nur noch drei ruhige Jahre bis zum Klimakollaps. Ich erhielt darauf Hunderte E-Mails von Leuten, vielfach aus der Ukraine, die irritiert waren.

In Kommentaren auf Onlineplattformen sind Klimaforscher oft auch im Visier.
Die Redaktion von «20 Minuten» bat mich, Stellung zu sechs Kommentaren zum Einfluss der Kurzstreckenfliegerei auf das Klima zu nehmen. Darauf folgten weitere 350 Kommentare. Darin agieren Klimaforscher unter anderem aus Selbstinteresse, oder sie müssen ihr Salär rechtfertigen. Es gibt aber auch gute Reaktionen, von Leuten, die mir ­direkt Fragen stellen und interessiert sind. Dafür nehme ich mir Zeit.

Das Angebot nehmen wir gerne wahr. In Kürze werden wir Prof. Knutti einige wichtige Fragen zum Thema stellen. Hoffen wir, dass er uns antworten kann und einer Veröfentlichung im Blog zustimmt…

 

Schwerer Verdacht: Schanzen sich Klimaaktivisten gegenseitig Wissenschaftspreise zu?

Oft wird zur Rechtfertigung von Klimaalarm darauf hingewiesen, dass tausende von Klimawissenschaftlern nicht irren können. Schaut man jedoch etwas näher hin, so wird schnell klar, dass die öffentliche Klimadarstellung von einigen wenigen Akteuren dominiert wird. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Mojib Latif, Stefan Rahmstorf und Hans-Joachim-Schellnhuber irgendwo in den Medien auftauchen. Sie sind die Erste Liga in den Adressbüchern der Journalisten. Die Öffentlichkeit kennt sie, also müssen die Journalisten immer dieselben VIPs liefern. Das ist so ähnlich wie bei den Prominenten aus dem Showbusiness. Auch hier will die Öffentlichkeit alles über die Stars wissen. Mit wem wurde die Schauspielerin in New York in der Bar gesehen, welche Frisur hat sich der Fußballspieler zugelegt, was ist im Einkaufswagen der VIP-Familie?

Shub Niggurath hat kürzlich auf WUWT ein weiteres Beispiel dafür geliefert, wie sehr der Klimaalarm zu einer Familienveranstaltung geworden ist, bei der “Die Familie” die Zügel fest in der Hand hält. Alljährlich vergibt die American Geophysical Union Preise an Klimawissenschaftler für besonders gute Klimakommunikation, also die öffentliche Darstellung der Klimawissenschaften. Zu den Preisträgern gehören einige der schrillsten Klimaalarmisten: Michael Mann (2018), Stefan Rahmstorf (2017), Kevin Trenberth (2013) und Gavin Schmidt (2011). Wie kamen die umstrittenen Preisträger zu dieser Ehre? Im aktuellen Nominierungskommittee sitzen seltsamerweise gleich vier der Preisträger der letzten 8 Jahre. Ein Schelm, der behaupten würde, dass sich hier die Preisträger abwechselnd selber nominert haben. Auch interssant: Schmidt, Rahmstorf und Mann auch noch im Klimaaktivistenblog realclimate.org zusammen.

 

Abbildung: Screenshot der AGU Webseite zum Klimakommunikationspreis. Übernommen von WUWT.  

 

Noch mehr Preise. Obwohl der Klimaforscher Peter Gleick per Email Identitätsdiebstahl beging, bekam er jetzt den Carl Sagan Science Popularization Award. Zu den Gratulanten gehörte wenig überraschend wieder ein “Familienmitglied”: Michael Mann.

 

Klimawandel als Hauptauslöser des Syrischen Bürgerkriegs weiterhin unbestätigt

Immer wieder behaupten aktivistisch veranlagte Klimawissenschaftler, dass der Syrienkrieg und die damit verbundene Fluchtwelle eine Folge des Klimawandels sei. Beweise liefern sie nicht, es bleibt bei der Behauptung. Tobias Ide vom Brauschweiger Georg Eckert Institute for International Textbook Research hat die Argumente gesichtet und kommt zum Schluss, dass der Klimawandel als Hauptursache noch immer unbestätigt ist. Insofern stehen alle anderslautenden Behauptungen auf wackeliger Grundlage. Hier der Abstract:

Climate War in the Middle East? Drought, the Syrian Civil War and the State of Climate-Conflict Research
This article reviews existing evidence for a climate-conflict link in Syria and examines how the respective debate reproduces three important shortcomings of climate-conflict research. The potential climate-conflict link for Syria can be conceived of as a four-stage process, with various levels of scientific evidence and consensus existing for each stage: (1) climate change inducing the heavy 2006–2009 drought (plausible, but not proven); (2) massive loss of agricultural livelihoods, significantly attributable to the drought (supported by a majority of studies, but contested); (3) massive rural-to-urban migration triggered by livelihood loss in combination with other factors (supported by a majority of studies, but contested); and (4) migration intensifying existing grievances and facilitating the onset of protests and the subsequent civil war (possible, but little knowledge exists). The debate about the Syrian case reproduces three important shortcomings of climate-conflict research: limited dialogue between different methods, an overstatement of differences, and a lack of theoretical engagement. These shortcomings also have adverse impacts in terms of policy advice.

In den Schlußfolgerungen des Papers heißt es:

This article firstly reviewed the available literature on climate change and the onset of civil war in Syria in 2011 while considering
four stages of a purported causal link: climate change to drought, drought to livelihood loss, livelihood loss to migration,
and migration to conflict. Although Syria faced a multi-decadal drying trend and the 2006–2009 drought was
unusually severe, comprehensive evidence through attribution studies of a (probabilistic) link to climate change is still lacking. Whether the drought was a relevant cause of rural livelihood loss and whether this livelihood loss facilitated a significant
migration to urban areas remains contested, although the majority of studies support these claims. Currently, we know
little about whether, and if so how, this migration contributed to the onset of the anti-regime protests in 2011 and the associated
civil war.

Schön wäre es zudem gewesen, wenn Ide die natürliche Klimavariabilität der letzten 2000 Jahre mit berücksichtigt hätte. Denn selbst wenn die Dürrejahre 2006-2009 ein Mitauslöser gewesen wären, handelt es sich dabei im klimahistorischen Kontext um ein durch und durch wiederkehrendes Phänomen. Schauen Sie auf die Spalte ganz rechts in der untenstehenden Abbildung. Dort ist die Veränderung der Regenfälle für die vergangenen 4000 Jahre im Östlichen Mittelmeerraum aufgezeichnet. Ausschläge nach links markieren Dürrephasen.

 

 

Abbildung: Die rechte Spalte gibt die Veränderung der Regenfälle für die vergangenen 4000 Jahre im Östlichen Mittelmeerraum (offshore Israel) wieder. Quelle: Martin-Puertas et al. 2010. Daten Israel: Schilman et al 2001 (Geology, Palaeo3).   

 

 

Science not settled: Klimawirkung der Sonne wird von internationalen Forschungsinitiativen neu aufgerollt

Als wir vor 6 Jahren unser Buch “Die kalte Sonne” veröffentlichten, wiesen wir auf einen möglichen Einfuss solarer Aktivitätsschwankungen auf das Erdklima hin. Das Klima-Establishment lehnte die Idee einhellig ab, denn der IPCC hatte in seinen Klimamodellen eine nur vernachlässigende Rolle der Sonne vorgesehen. Heute hat sich der Wind jedoch gedreht. So ganz sicher sind sich die Experten dann doch nicht, dass die Sonne weitgehend wirkungslos ist. Aus der Paläoklimatologie werden immer neue Fallstudien publiziert, die eine viel stärkere Beteiligung der Sonne am Klimageschehen dokumentiert. Nun ist der Punkt gekommen, an dem die Zusammenhänge nicht mehr ignoriert werden können. Die American Geophysical Union (AGU) hat am 4. September 2018 in Eos die aktuellen Bemühungen der Klimaforschung geschildert, um endlich Licht in das solare Klimadunkel zu bringen:

Better Data for Modeling the Sun’s Influence on Climate
Several international initiatives are working to stitch together data describing solar forcing of Earth’s climate. Their objective is to improve understanding of climate response to solar variability.

Compared to other stars, our Sun is a remarkably steady source of light and heat, but its output does vary. Solar light, heat, and particle streams drive weather and atmospheric chemistry, but how (and how much) does the Sun’s variability affect the climate here on Earth? The role of solar variability in recent global warming is not just a bone of contention; it is also a question of overriding importance for the scientific understanding of our Sun and of climate change.

Scientists simulate historical and future climates by setting up a suite of initial conditions and seeing how these conditions change when various factors, called forcings, are applied. For example, how does Earth’s surface temperature change if it receives more or less heat from the Sun? How do the streams of ionized particles that make up the solar wind affect certain weather patterns on Earth? Data sets compiled from historical records provide the necessary information for model forcing, so ensuring that these data sets provide accurate, relevant information is key to producing realistic climate model scenarios. Recently, a series of initiatives brought together scientists working on different aspects of this highly multidisciplinary issue. These efforts shared several common objectives, including better estimates of solar forcing and identifying and quantifying the uncertainties in these estimates.

Weiterlesen in Eos

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Wie können wir den Planeten besser machen? Hierzu gibt es viele Ideen. Wie wäre es mit sauberem Trinkwasser für alle, Beendigung von kulturell motivierten Genitalverstümmelungen von Frauen, oder bessere Maßnahmen gegen Korruption und schlechte Staatsführung? Alles schwierige Themen. Viel einfacher erscheint vielen daher der Universalschurke CO2 zu sein. Durch die Reduktion der CO2-Emissionen würden eine Vielzahl von anderen Problemen automatisch behoben, denken einige Aktivisten. Bloß nicht selber die Hände dreckig machen und reale Probleme von heute angehen. Stattdessen liebt man es, Druck auf andere auszüben, um ein noch immer schlecht quantifizierbares Problem aus der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts zu adressieren.

Ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördertes Onlinespiel will jetzt die jugendlichen Zocker an Heim-PC, IPad und Handy für die CO2-Jagd interessieren, wie Lizzynet jetzt meldete:

KEEP COOL: Mobiles Planspiel zur Klimapolitik
Ihr interessiert euch für Politik und Umwelt und möchtet euch für den Klimawandel engagieren? Mit KEEP COOL mobil, dem mobilen Planspiel zur Klimapolitik, verhandelt ihr auf der weltpolitischen Bühne und entwickelt Strategien, um den Klimawandel aufzuhalten. [...] Worum geht es in KEEP COOL mobil?
KEEP COOL mobil ist ein mobiles Planspiel zum Klimawandel und zur internationalen Klimapolitik für Spielerinnen und Spieler ab 14 Jahren. Hier entscheiden Jugendliche über den Pfad der Wirtschaft, entwickeln gemeinsam Strategien zum Klimaschutz und nehmen politisch Einfluss auf der internationalen Bühne! Geschickte Diplomatie, Verantwortungsgefühl und eine engagierte Kommunikation sind gefragt und entscheiden über den Sieg – und über die Zukunft des Weltklimas.
Als Bürgermeister_innen einer großen Metropole bestimmt ihr die Strategie für wirtschaftliches Wachstum und sammelt dabei Siegpunkte. Vor großen Klimakonferenzen nehmt ihr Einfluss auf die Regierungen und somit auf die internationale Klimapolitik. Doch Vorsicht: Egal wie erfolgreich die individuelle Wirtschaft ist – den Klimawandel müssen alle gemeinsam im Blick behalten. Steigt die Erderwärmung um 2°C an, haben alle verloren!

Jede Wette, dass der Begriff “CO2-Klimasensitivität” im Spiel mit keiner Silbe auftaucht. Wäre es nicht toll, wenn es verschiedene Entscheidungspfade für verschiedene Szenarien der vom IPCC genannten Spanne von 1,5 bis 4,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung gäbe?

 

Bundesrechnungshof: Bei der Energiewende droht Deutschland der endgültige Kontrollverlust

Riffreporter am 15. August 2018:

Ökokrieger gegen Seeadler?
Energiewende gegen Naturschutz: Greenpeace energy will gegen den erbitterten Widerstand von Naturschützern einen Windpark im Revier des einzigen Seeadler-Brutpaares im norddeutschen Mittelgebirge durchsetzen. Helfen soll ein fragwürdiges Gutachten. Der Fall wird zum Lehrstück über den Konflikt zwischen Klimaschutz, Wirtschaftsinteressen und Naturschutz in einem Land, in dem durch den massiven Ausbau der Windenergie der Konflikt um die verbliebenen Flächen immer stärker eskaliert und der Naturschutz auf der Strecke zu bleiben droht.

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Welt.de am 28. September 2018:

Bundesrechnungshof: Bei der Energiewende droht Deutschland der endgültige Kontrollverlust

„Viel hilft nicht unbedingt viel“: Der Bundesrechnungshof wirft der Politik ein katastrophales Management vor. Eine Steuerung des Generationenprojekts findet praktisch nicht statt. Der Ressourcenverbrauch sei „beispiellos“.

Der Bundesrechnungshof hat der Bundesregierung ein weitgehendes Versagen bei der Steuerung der Energiewende vorgeworfen. Der Aufwand für den ökologischen Umbau der Energieversorgung stehe in einem „krassen Missverhältnis zu dem bisher dürftigen Ertrag“, sagte Rechnungshofpräsident Kay Scheller in Berlin: „Die Bundesregierung droht mit ihrem Generationenprojekt der Energiewende zu scheitern.“

Etwas mehr als ein Jahr vor dem klimapolitischen „Meilenstein 2020“ zog das Kontrollgremium eine geradezu katastrophale Bilanz der Energiepolitik. Bei der angestrebten Reduktion der Treibhausgasemissionen und des Primärenergieverbrauchs werde Deutschland seine Ziele ebenso verfehlen wie bei der Steigerung der Energieproduktivität und der Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien im Verkehr. Gleichwohl habe die Politik enorme Kosten produziert.

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Euronews am 3. September 2018:

Schweden: Schuleschwänzen gegen Klimawandel
Schuleschwänzen gegen den Klimawandel. Die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg demonstriert seit zwei Wochen vor dem Parlament in Stockholm. [...] Durch ihren Streik hoffe sie, Medien und Wähler auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Thunberg forderte, das Thema Klimawandel müsse die Parlamentswahl beherrschen.

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Strom kommt aus der Steckdose und Holzpellets zur Not von Amazon

Die Volatilität des Ökostroms belastet die Stromnetzstabilität enorm. Mal weht der Wind besonders stark, mal herrscht Flaute. Trotzdem muss immer genug Strom da sein und das Netz stabil bleiben. Ein schwieriges Unterfangen. Diese Kritik hören radikale Ökoenergie-Anhänger natürlich nicht gerne. Sie haben jetzt zurückgeschlagen und behaupten keck, dass die Stabilitätsprobleme des Netzes eine Folge des Klimawandels sei. Willkommen in Absurdistan! Netzwoche.ch am 5. September 2018:

Klimawandel führt zu mehr Netzausfällen
Der Klimawandel verursacht mehr Netzausfälle in Europa. Telkos und Internet-Provider hadern vor allem deswegen mit naturbedingten Netzstörungen, weil sie die längsten Ausfallzeiten nach sich ziehen.

Weiterlesen in der Netzwoche.ch

Zwei Tage zuvor hatte auch Heise über das Thema berichtet:

Europäische Sicherheitsagentur ENISA: Klimawandel verursacht mehr Netzausfälle
Extremwetterlagen verursachten 2017 fast ein Fünftel der Netzausfälle in Europa, heißt es im ENISA-Jahresbericht über Ausfälle in der Telekommunikationsbranche.

Weiterlesen bei Heise

Ok. Netz ist nicht gleich Netz. Hier geht es um Daten- und Handynetze, nicht um Stromnetze. Trotzdem eine schöne Retourkutsche.

Der Pariser Klimavertrag bringt alles in Ordnung. Alle ziehen an einem Strang, helfen sich gegenseitig wo sie nur können. Allerdings haben nur die Wenigsten in den Vertrag reingeschaut. Indien plant, seine CO2-Emissionen bis 2030 zu verdoppeln, was der Pariser Vertrag ausdrücklich erlaubt. Viele Industrienationen müssen ihren Ausstoß drastisch reduzieren, während Spätentwickler wie Indien und China noch einmal kräftig aufdrehen können. Wiederum andere Nationen sollen mit 100 Milliarden Dollar pro Jahr “klimatisch” unterstützt werden. Eine tolle Pariser Klimafreundschaft…

In China werden derzeit hunderte von neuen Kohlekraftwerken gebaut, wie Auswertungen von Satellitenbildern zeigen. Dort lachte man sich kräftig ins Fäustchen, als die Deutschen wieder einmal über Fledermauskolonien an Braunkohlegruben stritten. Wie soll es weitergehen in Deutschland. Atomkraft wird als zu unsicher angesehen, da jederzeit ein Tsunami die Anlagen schädigen könnte. Die Kohle soll weg, das Öl soll weg, und langfristig soll auch das Gas weg. Findige Aktivisten und Ökostromaktivisten haben die Lösung: Wir importieren einfach den Strom aus dem Ausland! Uns ist völlig egal, wie der produziert wurde, solange er unsere Ökostromlöcher füllt.

Außerdem haben wir ja auch ganz viel Holz. Das verbennen wir in den kalten Wintern einfach in unseren Pelletöfen. Wo die Pellets herkommen? Ist uns egal. Zur Not bestellen wir bei Amazon. Hauptsache immer genug Holz vor der Hütte. Wäre da nicht die quengelnde Princeton University, die am 12. September 2018 nörgelte, dass dadurch die Wälder kaputtgehen:

Europe’s policy to treat wood as low-carbon fuel poised to harm global forests

Europe’s decision to promote the use of wood as a “renewable fuel” will likely greatly increase Europe’s greenhouse gas emissions and cause severe harm to the world’s forests, according to a new comment paper published in Nature Communications.

European officials agreed on final language for a renewable energy directive earlier this summer that will almost double Europe’s use of renewable energy by 2030. Against the advice of 800 scientists, the directive now treats wood as a low-carbon fuel, meaning that whole trees or large portions of trees can be cut down deliberately to burn. Such uses go beyond papermaking wastes and other wood wastes, which have long been used for bioenergy.

The paper, co-authored by eight scientists from the United States and Europe, estimates that this bioenergy provision in the Renewable Energy Directive will lead to vast new cutting of the world’s forests. This is because additional wood equal to all of Europe’s existing wood harvests will be needed just to supply 5 percent of Europe’s energy.

The paper also estimates that using wood for energy will likely result in an increase of 10 to 15 percent in emissions from Europe’s energy use by 2050. This could occur by turning a 5 percent decrease in emissions required under the directive using solar energy or wind energy into a 5 to 10 percent increase by using wood.

Europe’s increased wood demand will require additional cutting in forests around the world, but the researchers explain the global impact is likely to be even greater by encouraging other countries to do the same. Already, tropical forest countries like Brazil and Indonesia have announced they, too, will try to reduce the effect of climate change by increasing their use of wood for bioenergy.

“Globally, if the world were to supply only an additional 2 percent of its energy from wood, it would need to double commercial wood harvests around the world with harsh effects on forests,” said study lead author Tim Searchinger, a research scholar at Princeton University’s Woodrow Wilson School of Public and International Affairs and a lecturer in the Princeton Environmental Institute.

Although wood is renewable, cutting down and burning wood for energy increases carbon in the atmosphere for decades to hundreds of years depending on a number of factors, the researchers explained. Bioenergy use in this form takes carbon that would otherwise remain stored in a forest and puts it into the atmosphere. Because of various inefficiencies in both the harvesting and burning process, the result is that far more carbon is emitted up smokestacks and into the air per kilowatt hour of electricity or heat than burning fossil fuels, the authors explained.

While regrowing trees can eventually reabsorb the carbon, they do so slowly and, for years, may not absorb more carbon than the original forests would have continued to absorb. This results in long periods of time before bioenergy pays off the “carbon debt” of burning wood compared to fossil fuels.

The paper also explains why the European directive’s sustainability conditions would have little consequence. Even if trees are cut down “sustainably,” that does not make the wood carbon free or low carbon because of added carbon in the atmosphere for such long periods of time.

The directive also misapplies accounting rules for bioenergy originally created for the U.N. Framework Convention Climate Change (UNFCCC). Under the rules of that treaty, countries that burn wood for energy can ignore emissions, but countries where the trees were chopped must count the carbon lost from the forest. Although this rule allows countries switching from coal to wood to ignore true emissions figures, it balances out global accounting, which is the sole purpose of those rules, and does not make bioenergy carbon free.

The system does not work for national energy laws, which will be required by the directive. If power plants have strong incentives to switch from coal to carbon-neutral wood, they will burn wood regardless of any real environmental consequences. Even if countries supplying the wood report emissions through UNFCCC, those emissions are not the power plants’ problem.

Finally, the paper highlights how the policy undermines years of efforts to save trees by recycling used paper instead of burning it for energy. Also, as the prices companies are required to pay for emitting carbon dioxide increases over time, the incorrect accounting of forest biomass Europe has adopted will make it more profitable to cut down trees to burn. 

The paper’s warning that the use of wood will likely increase global warming for decades to centuries was also expressed by the European Academies Science Advisory Council in a commentary released June 15.

The paper, “Europe’s renewable energy directive poised to harm global forests,” appeared online Sept. 12 in Nature Communications.

Statements by the study’s co-authors:

Tim Beringer, Humboldt-Universität zu Berlin
“The directive reverses the global strategy of trying to subsidize countries to protect their forests and their carbon. Instead of rewarding countries and landowners to preserve forests and the carbon they store, this directive encourages companies to pay them for the carbon in their forests, but only on the condition that they cut the trees down and ship them to Europe to be burned.” 

Bjart Holtsmark, Statistics Norway
“Although the directive encourages countries to harvest wood to burn, it does not require that they do. Countries should follow alternative strategies, focusing on solar in meeting European requirements for more renewable energy.”

Dan Kammen, University of California-Berkeley
“Compared with the vast majority of what counts as ‘bioenergy by harvesting wood,’ solar and wind have large advantages in land-use efficiency and lower and lower and lower costs. The focus on wood is not only counterproductive for climate change but unnecessary.” 

Eric Lambin, Stanford University and Université catholique de Louvain
“Treating wood as a carbon-neutral fuel is a simple policy decision with complex cascading effects on forest use, energy systems, wood trade and biodiversity worldwide. Clearly, many of these effects have not received due attention.”

Wolfgang Lucht, Potsdam Institute for Climate Impact Research and Humboldt-Universität zu Berlin
“It makes no sense at all to save trees through recycling and then turn around to burn them for energy. There is nothing green, renewable, or environmentally friendly about that. Global forests are not disposable. The European Union should wake up and limit the role of bioenergy in the transition to renewable energies.”

Peter Raven, Missouri Botanical Society
“Any increased demand for wood as fuel will have huge negative impacts on global biodiversity because many kinds of forests throughout the world, including the most biodiverse, will also end up being cut to satisfy the endless demand locally and to send to rich countries as they exhaust their own managed forests.”

Jean-Pascal van Ypersele, Université catholique de Louvain
“European citizens once more experienced the harsh effects of global warming this summer. In the name of reversing climate change, this counterproductive policy will increase deforestation and carbon emissions rather than contribute to decreasing them. More emissions will only make the summers even hotter for decades to centuries.”

 

Windkraft ja, aber bitte nicht in meinem Hintergarten

Windkraft ist klasse. Der Wind weht sowieso, wir müssen die kostenlose Energie nur einfangen und nutzen. Das Ganze aber bitte nicht in meinem Hintergarten, not in my backyard (NIMBY). Göttinger Tageblatt vom 6. September 2018:

Mehrere Regionskommunen klagen gegen Windräder
Barsinghausen, Pattensen, Springe und Wennigsen sind mit den von der Region vorgesehenen Flächen nicht einverstanden. Unter anderem gibt es Befürchtungen um das Grundwasser.

Weiterlesen im Göttinger Tageblatt

Am selben Tag erschien in der FAZ ein ähnlicher Beitrag:

Kampf gegen Windkraft : „Das ist eine scheußliche Belastung“

Zerstörte Landschaften, geschredderte Vögel, krank machender Lärm: Die Front gegen Windräder wird größer. Ein Projekt im Weserbergland zeigt das ganze Ausmaß der Kontroverse. Doch nicht nur dort brodelt es.

Dem Schlossherrn fehlt die Hoffnung. „Ich fühle mich alleingelassen und habe resigniert“, sagt Lippold von Klencke. Alle seine Bedenken seien von den Behörden abgetan worden. Auf dem Tisch vor ihm liegen Briefe, die er geschrieben hat. Ernsthaft befasst habe sich niemand mit seinen Argumenten. Auch die für den Denkmalschutz zuständigen Stellen hätten ihn nicht unterstützt. Und so hadert von Klencke mit dem, was kommen wird. Hinter einer bewaldeten Höhe werden gerade acht riesige Windkraftanlagen montiert. Jede hat eine Höhe von 217 Metern. Das Projekt sorgt auch aufgrund der speziellen Lage an einem…

Weiterlesen in der FAZ

Gute Nachrichten auf Umweltruf.de:

Kein Dauerblinken von Windenergieanlagen in der Süd-Uckermark / Brandenburg: Reduzierung der Phasen nächtlichen Blinkens um mehr als 90%

„Die Nacht in der südlichen Uckermark um Angermünde herum soll frei von dauerblinkenden Windenergieanlagen sein!“ Mit diesem Anspruch nimmt die brandenburgische Unternehmensgruppe Teut eine Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung (BNK) in die Planung ihrer jüngsten Windpark-Projekte nahe der Oder an der deutsch/polnischen Grenze auf und erklärt, dass der Vorsatz, Neue Energie möglichst emissionsarm zu erzeugen, auch die Lichtemission einbeziehen muss. Das Blinken der Hindernisbefeuerung ist nur dann erforderlich, wenn sich Flugobjekte dem überwachten Bereich rund um die Windenergieanlagen nähern. Folglich  gibt das BNK-System nur in diesem Fall das Signal zum Einschalten der nächtlichen Kennzeichnung. Das Ergebnis: eine Reduzierung der Phasen nächtlichen Blinkens um mehr als 90%. „Das ist ein bedeutender Aspekt für mehr Akzeptanz der Windenergie, und dafür machen wir uns als Unternehmensgruppe Teut stark“, so der zuständige Projektingenieur Christian Häfner.

Das Planungsunternehmen suchte bereits Ende 2015 Kontakt zu einschlägigen Unternehmen und fand in der Quantec Sensors einen Partner, der schon zu diesem Zeitpunkt, als BNK noch relativ neu für die Branche war, über eine enorme Kompetenztiefe verfügte. Zudem konnte Quantec als Pionier auf diesem Gebiet ein technisch ausgereiftes und AVV-konformes Detektions-System vorweisen, das alle Anerkennungsverfahren der Deutschen Flugsicherung bestanden hatte.

Weiterlesen auf Umweltruf.de

Die einstmals so enthusiastisch aufgebaute deutsche Windkraftindustrie geht langsam die Luft aus. Immer mehr Jobs gehen verloren, da die Branche in das kostengünstigere Ausland abwandert. Bloomberg am 6. September 2018:

Climate changed: Sunset for Jobs in Germany’s Wind Industry as Companies Shift Abroad
Turbine makers are shifting production closer to new markets, and industry groups are pressing Angela Merkel to act

For Heiner Kleen, Germany’s renewable energy revolution looks like it will end in redundancy.

After almost two decades building concrete towers for wind turbines at a unit of market leader Enercon GmbH on Germany’s North Sea coast, he will probably lose his job in the latest wave of cuts hitting the industry. The 40-year-old may join thousands of European engineers and workers that in the past few years have become victims of the globalization and maturing of a sector Germany led for decades.

Weiterlesen auf Bloomberg

 

Wolf im Schafspelz: Windparks und Fotovoltaikanlagen heizen die Klimaerwärmung an

Au weia. Neuesten Erkenntnissen zufolge, befeuern die vormals als Heilsbringer gefeierten Windparks und Fotovoltaikanlagen die Klimaerwärmung. Der Standard berichtete am 6. September 2018:

Windparks und große Fotovoltaikanlagen haben einen nicht zu unterschätzenden Effekt auf die Umgebung, in der sie stehen – so viel war bisher schon bekannt. So lieferten etwa frühere Studien Hinweise darauf, dass sich derartige Ökostromkraftwerke auf lokale Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerte auswirken können. Ob man dies gutheißen kann oder durch die Veränderungen regionale Schwierigkeiten zu erwarten sind, war bisher allerdings weitgehend unklar – eine Wissenslücke, die nach Meinung vieler Experten nicht unproblematisch ist: Immerhin tüftelt man rund um den Globus bereits an mehreren entsprechenden Megaprojekten.

Aber ganz so schnell gibt man die Anlagen dann doch nicht auf. Zwar heizen die Installationen die Atmosphäre auf, aber dafür bringen sie in der Sahara auch mehr Regen. Anders ausgedrückt: Zwar macht die Creme unschöne Pickel im Gesicht, dafür glänzt das Haar aber viel schöner:

Einen wichtigen Baustein zur Beantwortung dieser Fragen haben nun Forscher um Yan Li von der University of Illinois beigetragen. Ihre aktuelle Studie zeichnet erstmals ein detailliertes Bild davon, was massive Wind- und Solarinstallationen in einer Wüste wie der Sahara bewirken würden – und die positiven Effekte dürften tatsächlich überwiegen: Die Klimamodellierungen lassen lokal zwar auf leicht erhöhte Temperaturen schließen, gleichzeitig nehmen demnach aber auch die Niederschläge zu, was frisches Grün sprießen lässt, wo zuvor noch Ödland vorherrschte.

Weiterlesen im im Standard.

Bereits 2015 titelte Donnerwetter:

Immer weniger Wind durch immer mehr Windräder?

In Deutschland wird der Wind immer schwächer – mit erheblichen Auswirkungen. Meteorologen haben die ständig zunehmende Zahl von Windrädern als Ursache im Verdacht.

Durch Deutschland weht ein immer schwächerer Wind. Wurden beispielsweise in Osnabrück in den 1960er-Jahren noch im Jahresmittel Windgeschwindigkeiten von 3,7 Meter pro Sekunde gemessen, sind es inzwischen nur noch 3,2 m/s. Ein Rückgang von über 13 Prozent. An fast allen Wetterstationen im Binnenland, die die Meteorologen des Bonner Wetterdienstes Donnerwetter.de analysiert haben, sieht der Trend ähnlich aus. „An den meisten Orten hat die mittlere Windgeschwindigkeit sehr deutlich abgenommen“, berichtet Dr. Karsten Brandt. Und er hat einen Verdacht: „Wir glauben, dass die in den letzten 15 Jahren immer massiver ausgebauten Windkraftanlagen die Windgeschwindigkeit beeinflusst haben.“

Weiterlesen bei Donnerwetter

Pressemitteilung der University of Illinois at Urbana-Champaign vom 6. September 2018 (via Science Daily):

Large wind and solar farms in the Sahara would increase heat, rain, vegetation

Wind and solar farms are known to have local effects on heat, humidity and other factors that may be beneficial — or detrimental — to the regions in which they are situated. A new climate-modeling study finds that a massive wind and solar installation in the Sahara Desert and neighboring Sahel would increase local temperature, precipitation and vegetation. Overall, the researchers report, the effects would likely benefit the region.

The study, reported in the journal Science, is among the first to model the climate effects of wind and solar installations while taking into account how vegetation responds to changes in heat and precipitation, said lead author Yan Li, a postdoctoral researcher in natural resources and environmental sciences at the University of Illinois. “Previous modeling studies have shown that large-scale wind and solar farms can produce significant climate change at continental scales,” Li said. “But the lack of vegetation feedbacks could make the modeled climate impacts very different from their actual behavior.

The new study, co-led with Eugenia Kalnay and Safa Motesharrei at the University of Maryland, focused on the Sahara for several reasons, Li said. “We chose it because it is the largest desert in the world; it is sparsely inhabited; it is highly sensitive to land changes; and it is in Africa and close to Europe and the Middle East, all of which have large and growing energy demands,” he said. The wind and solar farms simulated in the study would cover more than 9 million square kilometers and generate, on average, about 3 terawatts and 79 terawatts of electrical power, respectively.

“In 2017, the global energy demand was only 18 terawatts, so this is obviously much more energy than is currently needed worldwide,” Li said. The model revealed that wind farms caused regional warming of near-surface air temperature, with greater changes in minimum temperatures than maximum temperatures. “The greater nighttime warming takes place because wind turbines can enhance the vertical mixing and bring down warmer air from above,” the authors wrote. Precipitation also increased as much as 0.25 millimeters per day on average in regions with wind farm installations.

“This was a doubling of precipitation over that seen in the control experiments,” Li said. In the Sahel, average rainfall increased 1.12 millimeters per day where wind farms were present. “This increase in precipitation, in turn, leads to an increase in vegetation cover, creating a positive feedback loop,” Li said.

Solar farms had a similar positive effect on temperature and precipitation, the team found. Unlike the wind farms, the solar arrays had very little effect on wind speed. “We found that the large-scale installation of solar and wind farms can bring more rainfall and promote vegetation growth in these regions,” Kalnay said. “The rainfall increase is a consequence of complex land-atmosphere interactions that occur because solar panels and wind turbines create rougher and darker land surfaces. “The increase in rainfall and vegetation, combined with clean electricity as a result of solar and wind energy, could help agriculture, economic development and social well-being in the Sahara, Sahel, Middle East and other nearby regions,” Motesharrei said.

Paper: Yan Li, Eugenia Kalnay, Safa Motesharrei, Jorge Rivas, Fred Kucharski, Daniel Kirk-Davidoff, Eviatar Bach, Ning Zeng. Climate model shows large-scale wind and solar farms in the Sahara increase rain and vegetation. Science, 2018; 361 (6406): 1019 DOI: 10.1126/science.aar5629

Mit zweierlei Maß messen, ein psychologisches Phänomen, dem auch Ökoaktivisten verfallen sind. Bäume an einer industriellen Braunkohlegrube sind unbedings schützenswert, während man die Bäume auf einsamen Bergrücken gerne für den Bau von Windkraftanlagen opfert. Die ruheliebende Fledermaus im Braunkohlewald wird lautlärmend mit 10.000 Demonstranten zu schützen gesucht, während man hohe Vogel-Opferzahlen an Windkraftanlagen als notwendiges Übel durchwinkt. Bernd Matthies ist der Sache im Tagesspiegel am 15. September 2018 nachgegangen:

Die einen und die anderen Bäume
Jeder Baum, der im Hambacher Forst gefällt wird, tut weh. Andererseits fällt jährlich deutlich mehr, um Platz für Windkraftanlagen zu machen. [...] Die mehrheitliche Meinung im Land scheint ziemlich eindeutig: Wer da gegen die eindeutige Rechtslage anrennt, tut das quasi, um die Welt zu retten, da darf man nicht so zimperlich sein in Sachen Gewalt. Andererseits fällt in Deutschland jedes Jahr nach überschlägigen Schätzungen deutlich mehr als ein Hambacher Forst, um im Wald Platz für Windkraftanlagen zu machen, und kein Mensch wirft deshalb mit Fäkalien und Steinen oder verbarrikadiert sich in Baumhäusern; allenfalls tritt mal ein Gemeinderat zurück. Und während sich die Hambacher Aktivisten erbost vor jedes geschützte Insekt stellen und die rare Bechsteinfledermaus – vorher nie gehört – zum Symbol ihres Kampfes erheben, lassen sie die zahllosen bekannteren Vögel, die von den Windkraftanlagen getötet werden, links liegen; die sterben für den gerade mal höheren Zweck, das ist halt Pech für sie, Kollateralschaden der Energiewende. [...]

Ganzen Kommentar im Tagesspiegel lesen.

Pressemitteilung der Deutschen Wildtierstiftung vom 12. September 2018:

Die schwarz-grüne Axt am Märchenwald
Deutsche Wildtier Stiftung: Rettet die Wälder in Hessen vor der Windkraft

Es war einmal: Die Gebrüder Grimm schickten Rotkäppchen und Hänsel & Gretel in den Deutschen Wald und machten Hessen damit weltbekannt. Doch die Jahre vergingen. Heute legt die Landesregierung ihre schwarz-grüne Axt an die Märchenwälder Hessens, um mit viel Wind den Wald in Energie zu verzaubern…

Das ist keine Märchenstunde! Gegenwärtig wird von Seiten des Landes mit einer Zielgröße von 2.300 bis 2.800 Anlagen auf den hessischen Windvorrangflächen, von denen etwa 80 Prozent im Wald stehen, gerechnet. So steht es in einem Faktenpapier der Landesregierung. Man geht von einer “verfügbaren Waldfläche von 550.000 bis 600.000 Hektar” aus.

“Windkraftanlagen auf die Höhenzüge deutscher Mittelgebirge zu bauen, bedeutet nicht nur Rodung von Bäumen. Intakte Ökosysteme werden zerschnitten, Böden versiegelt und Fundamente errichtet, um Windfabriken von der Höhe des Kölner Doms in den Wald zu stellen”, sagt Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. “Der Verlust gewachsener Wälder für die Wildtiere ist unersetzbar.”

In Hessen können die Bürger längst nicht mehr ruhig schlafen. Sie kämpfen in rund 200 Bürgerinitiativen um ihre Wälder, die als Naherholungsgebiete der Allgemeinheit gehören. Doch in Hessen sollen bis 2019 insgesamt 25 Prozent des Stromverbrauchs mithilfe von Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Das geht nur mit einem weiteren gigantischen Ausbau der Windkraft. “Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden von zehn genehmigten Windenergieanlagen neun im Wald gebaut”, kritisiert Prof. Vahrenholt. Der Wald und seine Tierwelt dürfen nicht zum Opfer der Energiewende werden. Im Bundesvergleich steht das kleine Bundesland bei der Windkraft im Wald mit 372 Windenergieanlagen hinter Rheinland-Pfalz (424 WEA) auf Platz zwei.

Sehen Sie hier den Windkraft-Filmspot der Deutschen Wildtier Stiftung, der ab 13. September in den hessischen Kinos läuft: https://youtu.be/ODFeuXZNifg

 

 

Niederländischer Filmemacher erhielt wegen klimakritischem Film anonyme Drohungen

Kürzlich erhielten wir Leserpost:

Guten Tag,

Im Zusammenhang mit Ihrem Blogartikel “Warme 1940er Jahre ließen Wein in Portugal früher reifen als heute” möchte ich auf einen Öko-Winzer und seinen Bericht über die diesjährige Weinlese aufmerksam machen. Seine Zufriedenheit über das diesjährige Wetter (zu heiß, zu trocken), müsste eigentlich jeden davon überzeugen, dass unsere derzeitige Witterung (für alle) besser ist, als während der kleinen Eiszeit vor nunmehr etwa 150 Jahren, die ja gern von den Klimafolgenforschern als Bezugspunkt für die Klimaerwärmung genommen und ausgeschlachtet wird. Mein Fazit: Ich freue mich auf den diesjährigen Riesling von der Mosel.
Mit freundlichen Grüßen

Schauen wir doch mal auf die Webseite des besagten Winzers:

Weinernte 2018: Winzerwunschwetter
[...] So warm, dass die mitgenommenen Gummibärchen für die Frühstückspause zu schmelzen beginnen und eine einheitliche Masse werden. Bisher haben wir noch nie eine solche Weinernte erlebt. Es herrscht bester Altweibersommer ohne jeglichen Regen, morgendlich angenehme, kühle Temperaturen und mittags hat, hitzebedingt, fast keiner Lust zum Arbeiten. Die Rieslingtrauben erfreuen sich noch nie da gewesener Gesundheit, dazu beste Qualität und es ist auch die bisher größte Weinernte, die wir ernten durften.

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Sie erinnern sich vielleicht an die letztjährige (2017) Doku Der Bauer und sein Klima. Dem Filmemacher Marijn Poels verweigerte das PIK damals ein Interview, weil man seine kritische und hinterfragende Art nicht schätzte. Im Dezember 2017 gab Poels ein hochinteressantes Interview, in dem er über die unerwartete Medienreaktion auf seinen Film sprach. Die Mainstream-Medien schwiegen beharrlich zum Film, während Poels von Aktivisten sogar anonyme Drohungen erhielt.

 

 

Siehe auch: Neuer Film von Marijn Poels: Weshalb Häretiker in einer freiheitlichen Gesellschaft dringend gebraucht werden

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Das Kalte-Sonne-Blog ist auch eine Art Nachschlagewerk, wenn man für Diskussionen Fakten braucht. Die thematische Übersicht zu den Blogartikeln wurde jetzt auf den neuesten Stand gebracht und kann auf www.klimaargumente.de eingesehen werden. Wer sich zum Klimawandel in Deutschland informieren möchte, kann dies auf www.klimawandel-in-deutschland.de tun.

 

Panne beim Weltklimarat: Neuer IPCC-Spezialbericht zum 1,5°C-Ziel blendet natürlichen Klimawandel komplett aus

Von Dr. Dietrich E. Koelle

Der neue  „Special Report“ des IPCC (Intergovernmental Panel for Climate Change) wurde offenbar vor allem publiziert, um die schwindende Klima-Hysterie am Laufen zu halten mit der unglaublichen Feststelllung, dass die gesamte globale Erwärmung der letzten Hundert Jahre von ca. 1°C “menschengemacht“ sei.

A1. Human activities are estimated to have caused approximately 1.0°C of global warming above pre-industrial levels, with a likely range of 0.8°C to 1.2°C. Global warming is likely to reach 1.5°C between 2030 and 2052 if it continues to increase at the current rate. (high confidence)

Die Begründung ist wieder einmal “confidence“, d.h. Glauben oder Vertrauen, aber keine Fakten, die normalerweise eine Hypothese bestätigen müssen. Andererseits bleibt die Hypothese ein Hirngespinst. Bisher war der, die oder das IPCC (je nach Übersetzung als Ausschuss, die Arbeitsgruppe  oder das Komitee, aber auf keinen Fall die hochstaplerische Bezeichnung „Klimarat“) nicht in der Lage, einen konkreten Beweis für die alleinige Verantwortung des CO2 für die beobachtete Erwärmung der letzten 150 Jahre zu liefern. Der fundamentale und immer noch nicht korrigierte Fehler der IPCC-Berichte ist die komplette Ignoranz der natürlichen Klima-Entwicklung, die es tatsächlich auch schon vor Existenz der Menschheit, ja seit Bestehen der Erde gibt. Dabei hatte die übergeordnete UN-Organisation UN-FCCC (The United Nations Framework Convention on Climate Change) schon 1992 offiziell festgestellt, dass Klimawandel aus zwei verschiedenen Elementen besteht:

(1) change of climate which is attributed directly or indirectly to human activity that alters the composition of the global atmosphere, which is addition to

(2) natural climate variability observed over comparable time periods.

Der entscheidende 2. Teil, der beschreibt, wie die globale Temperaturentwicklung ohne anthropogene Einflüsse verlaufen wäre, fehlt beim IPCC komplett. Dabei gibt es für die letzten 10.000 Jahre (seit dem Ende der letzten Eiszeit, bzw. für das Holozän als aktuelle Zwischeneiszeit) relativ gute und zahlreiche Klima-Daten. Dabei geht es nicht um die “natural variability“ (wie ENSO-Ereignisse oder Vulkanausbrüche), sondern um die nachgewiesenen regelmäßigen natürlichen Klimazyklen von 1000, 230 und 65 Jahren. Es gibt natürlich gute Gründe für den IPCC, dies besser nicht darzustellen. Fakt ist: Noch immer bewegt sich das Klima innerhalb der bekannten natürlichen Schwankungsbreite. Es ist kein Unterschied zu erkennen zwischen der heutigen Klimaentwicklung der letzten 150 Jahre und den 10.000 Jahren davor.

Vermutlich ist der CO2-Effekt sehr viel geringer als angenommen. Mutige Äußerungen in diese Richtung sind jedoch nur von Wissenschaftlern möglich, die keine berufliche Funktion mehr erfüllen. Ansonsten müssten sie mit harschen und persönlichen Angriffen ihrer Kollegen rechnen, die dem Klima-Dogma ihrer Regierungen und damit den IPCC-Behauptungen folgen müssen. Und auch Journalisten schreiben lieber vom „offiziellen“ IPCC-Bericht ab, als der Empfehlung von Immanuel Kant zu folgen („Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“)

Wer willens und imstande ist, sich mit der historischen Klima-Entwicklung unseres Planeten zu befassen, macht eine überraschende Entdeckung: sie ist beherrscht von einer Reihe langfristiger, mittelfristiger und kurzfristiger Klimazyklen. Für die letzten 8000 Jahre sind dies insbesondere die Zyklen mit einer Frequenz von 1000 bis 1070 Jahren (Eddy-Zyklus), 230 Jahren (Suess/deFries-Zyklus) und der sogenannte Ozean-Zyklus mit 60-65 Jahren. Diese Zyklen haben solare und astrophysikalische Ursachen, die kein Mensch beeinflussen kann.

Die Erforschung der Klima-Historie (Klima-Paläontologie) ist bei den Klima-Instituten stark unterentwickelt, aus verschiedenen Gründen. Einer ist sicher, dass der hochgespielte „anthropogene Klimawandel“ attraktiver und finanziell einträglicher ist. Mit alarmistischen Klima-Warnungen ist man in den Medien hochwillkommen. Dagegen ist die Klima-Historie natürlich langweilig. Wen interessiert es schon, dass es vor 1000 Jahren wärmer war als heute, dies aber bei einem CO2-Anteil von nur 230 ppm (heute 400 ppm). Auch nicht gerade ein Argument für einen CO2-Einfluss.

Aber nochmals konkret zur IPCC-Behauptung „der Anstieg von 1°C in den letzten 100 Jahren sei komplett durch anthropogene Treibhausgase (CO2) verursacht“. Man könnte hierzu die Anti-These aufstellen, dass dieser Anstieg komplett auf den natürlichen Klimazyklen beruhe, die schon seit 8000 Jahren zu beobachten sind:

–Der Ozean-Zyklus war die nachgewiesene Ursache des globalen Temperaturrückganges um 0,4°C zwischen 1940 und 1975. Anschließend ist die Temperatur zwischen 1975 und 2007/2010 wieder um 0,3 bis 0,4° gestiegen und hat jetzt wieder seinen neuen Abwärtstrend begonnen. Erste Anzeichen sind zu erkennen (2018 keine NW-Passage mehr möglich, zuviel Eis; neuer Minustemperatur-Rekord in der Antarktis mit -89,6°C).

–Der 230-Jahreszyklus hatte sein Minimum zwischen 1880 und 1900  und erreichte sein neues Maximum zwischen  2000 und 2015 mit einem Temperatur-Anstieg von ca.0,4°C.

–Der 1000-Jahre-Zyklus hatte sein letztes Minimum zwischen den Jahren 1500-1700, auch „Little Ice Age“ genannt und erreichte sein aktuelles Maximum zwischen den Jahren 2000 und 2020. Rechnet man den Anteil des Anstieges in den letzten 100 Jahren, ergeben sich ca. 0,3°C. In den nächsten 400 Jahren wird wieder ein Abfall um ca.2°C erfolgen.

Zusammengenommen, könnte der Temperaturanstieg von ca. 1° in den letzten 100 Jahren durch den gleichzeitigen Anstieg der drei natürlichen Zyklen mit einem kombinierten Effekt von 1 bis 1,1°C weitgehend erklärt werden. Der Einfluss des CO2-Antieges geht ensprechend zurück. Es ist sehr seltsam und nicht verständlich, wie es möglich ist, dass der IPCC diese simplen Fakten schlicht ignoriert, um seine ideologische Hypothese mit allen Mitteln und Tricks zu verteidigen.

 

Trotz Meeresspiegelanstieg: Fläche der Tuvaluinseln hat sich in den letzten Jahrzehnten um 3% vergrößert

Die Südseeinseln gehen unter. Schickt uns schnell Geld und Visa für Australien und die USA! Viele Medienberichte verkürzen die Problematik des Meeresspiegelanstiegs und ihren Effekt auf die pazifischen Koralleninseln auf diese Kernbotschaften. Dabei bleibt die Wissenschaft auf der Strecke. Da Koralleninseln aus lebendigen Organismen bestehen, die seit jeher dem Meeresspiegel hinterherwachsen, “schwimmen” die Inseln wie Schiffe an der Meeresoberfläche. Wenn der Meeresspiegel hochgeht, wachsen auch die Korallen mit. Das lernt man bereits im Geographieunterricht in der Schule.

Paul Kench und Kollegen haben nun die Küstenlinien sämtlicher 101 Inseln von Tuvalu für die letzten 40 Jahre anhand von Satellitenbildern vermessen. Das Resultat: Die Landfläche ist in diesem Zeitraum um knapp 3% gewachsen, und das trotz eines recht starken regionalen Meeresspiegelanstiegs von 4 mm pro Jahr. Hier der Abstract der Arbeit, die im Febuar 2018 in Nature Communications erschien:

Patterns of island change and persistence offer alternate adaptation pathways for atoll nations
Sea-level rise and climatic change threaten the existence of atoll nations. Inundation and erosion are expected to render islands uninhabitable over the next century, forcing human migration. Here we present analysis of shoreline change in all 101 islands in the Pacific atoll nation of Tuvalu. Using remotely sensed data, change is analysed over the past four decades, a period when local sea level has risen at twice the global average (~3.90 ± 0.4 mm.yr−1). Results highlight a net increase in land area in Tuvalu of 73.5 ha (2.9%), despite sea-level rise, and land area increase in eight of nine atolls. Island change has lacked uniformity with 74% increasing and 27% decreasing in size. Results challenge perceptions of island loss, showing islands are dynamic features that will persist as sites for habitation over the next century, presenting alternate opportunities for adaptation that embrace the heterogeneity of island types and their dynamics.

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Plumper Klimaalarm in den OÖ-Nachrichten am 30. August 2018:

Klimawandel: “Alle Fichten im Wald werden sterben”

Bauer Jürgen Hutsteiner sieht nur kranke Nadelbäume. “Wir müssen handeln”, sagt er.

“Aus heutiger Sicht hat er eine riesige Dummheit begangen”, sagt Jürgen Hutsteiner. Als Bub ist der Landwirt aus Steyr neben seinem Vater im Wald gestanden, als dieser den Kahlschlag wieder mit Fichtensetzlingen aufforstete. Nach 30 Jahren ragen die Bäume, deren von der Möbelindustrie gefragtes Holz sich profitabel an die Sägen verkaufen lässt, hoch auf. Die Wipfel aber sind kahl, auf Angsttrieben baumeln noch grüne Zapfen. “Das ist das letzte Kapitel”, sagt Hutsteiner, “die fortwährende Trockenheit und Erwärmung der vergangenen Jahre setzt den Bäumen zu, sie sind zu sehr geschwächt, wenn sie dann der Borkenkäfer befällt.” Was der Käfer nicht schafft, das erledigt der nächste Orkan mit Windwürfen. Hutsteiner hat den Fichtenbestand in seinem Forst bereits abgehakt: “Es wird diese Baumart bald hier nicht mehr geben.”

Weiterlesen in den OÖ-Nachrichten

Kurzer Faktencheck:

1) Erwärmung der letzten Jahre: Richtig, es ist wärmer geworden. Aber in den letzten Jahrtausenden war es immer wieder so warm wie heute.

2) Trockenheit: Klimawandel in Österreich: Dürren ohne Langzeittrend

3) Orkane: Die ZAMG schreibt dazu:

Der Mythos der stürmischen Gegenwart

Um 1990 herum gaben eine Reihe von Sturmereignissen Anlass zur Sorge, das Sturmklima würde sich aufgrund der steigenden Temperaturen generell turbulenter gestalten. Seither ist die Sturmtätigkeit aber wieder zurückgegangen und um 1900 – also vor dem Einsetzen des vom Menschen verstärkten Treibhauseffekts – waren die Zeiten stürmischer.

Messreihen der Windgeschwindigkeit sind mit großer Vorsicht zu genießen: Die exakte Messung von Böen ist schwierig, lange Zeitreihe sind selten und aufgrund der starken kleinräumigen Unterschiede ist eine Homogenisierung nicht möglich. Erst seit den 1980er-Jahren wird die Windgeschwindigkeit allmählich automatisch registriert, es verwundert also nicht, dass oft vom stärksten, je an einer gewissen Station gemessenen Sturm die Rede ist – die Messreihen sind zu kurz.

Fazit: Bauer Jürgen Hutsteiner mangelt es an Kenntnissen und muss zur Klimawandel-Nachschulung

 

Premierminister von Samoa: Klimaleugner in Irrenanstalten einweisen

In Österreich gab es dieses Jahr (2018) einen heißen Sommer, wie die OÖ-Nachrichten am 31. August 2018 meldeten:

In Oberösterreich war es in diesem Jahr am heißesten

Es war der viertwärmste Sommer der 252-jährigen Messgeschichte: Um 2,0 Grad lagen die Tagesmittelwerte bundesweit über jenen der Jahre 1981 bis 2010, meldete gestern die ZAMG. Nur 2003, 2015 und 2017 waren noch heißer. In den meisten Regionen gab es bis zu dreimal so viele Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad. Und der Hotspot des Klimawandels war heuer Oberösterreich.

Nicht zum ersten Mal, “denn schon 2015 lagen wir im Hitze-Ranking vorn”, sagt Andreas Drack, Klimaschutzbeauftragter des Landes OÖ. Allein der August war heuer um 4,2 Grad zu warm. Das Jahresmittel übertraf den “Normalwert” in Oberösterreich um 2,4 Grad, gleichauf mit Wien und mehr als in allen übrigen Bundesländern.

Weiterlesen in den OÖ-Nachrichten

Unerwähnt bleibt, dass es in den letzten Jahrtausenden in Österreich bereits mehrfach so warm wie heute war. Siehe unseren Beitrag “Klimawandel in Österreich: So veränderte sich die Temperatur

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Verrückte Klimadebatte. Der IPCC gab kürzlich Sprechanweisungen für seine angeschlossenen Wissenschaftler heraus (siehe “Handbuch mit 28 Seiten: Sprechanweisungen des IPCC für Wissenschaftler“). Nun hat auch die klimaskeptische Seite nachgelegt. Das Video “How to debate a climate alarmist” warnt vor den schlimmsten Fallen:

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Der Premierminister von Samoa, Tuilaepa Sailele, will endlich Klimaausgleichzahlungen sehen. Da die Gelder noch nicht so üppig sprudeln, macht sich nun Nervosität breit. In einem Video schlägt Sailele vor, alle Klimaleugner in Irrenanstalten unterzubringen.

Details bei WUWT

Siehe auch unsere Beiträge “Marschallinseln im Pazifik besonders vom Klimawandel betroffen? In den letzten 2000 Jahren fiel dort der Meeresspiegel um anderthalb Meter” und “Südseeinseln trotzen dem Meeresspiegelanstieg: UNO weist Klimaschadensersatzansprüche der pazifischen Inselstaaten ab“.

 

Wissenschaft im Selbsttest: Wenn Forscher falsch liegen

Es ist leider eine weit verbreitete Marotte in den Medien, alle Naturkatastrophen augenblicklich als Folge des Klimawandels zu stellen. Was die Wenigsten wissen: Den Zusammenhang zwischen Extremwetter und Klimawandel sieht nicht einmal der IPCC, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Ein neues Buch von Roger Pielke Jr. befasst sich mit der Thematik in kritischer Weise. Bereits seit Jahren schaut Pielke den Versicherungskonzernen und Alarmwissenschaftlern auf die Finger. Lesetipp!

The Rightful Place of Science: Disasters & Climate Change

 

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Skandal im EU-Parlament. Ein Parlamentarier hat doch tatsächlich behauptet, Schwankungen der Sonnenaktivität und damit verbundene Änderungen der kosmischen Strahlung könnten das Erdklima beeinflussen. Auch wenn dies die Erkenntnisse von hunderten von begutachteten Fachpublikationen widerspiegelt,  hätte der Parlamentarier wissen sollen, dass es nicht gestattet ist, diese Ergebnisse im Parlament zu erwähnen.

Siehe auch “Durchbruch in der Klimaforschung: So lässt die Sonne die Wolken tanzen

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Alfred Brandenberger zu Nachhaltigkeit und Stromversorgung in Norwegen. Viel Spaß beim Stöbern.

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Deutschlandfunk (DLF) am 21. August 2018:

Climate Attribution: Den Klimawandel greifbar machen
Ob Hitzewelle, plötzlich auftretender Hagel oder Starkregen: Mittlerweile gibt es sogar ein eigenes Forschungsfeld, das untersucht, ob und inwieweit diese Wetterextreme durch den Klimawandel bedingt sind. Es nennt sich „Climate Attribution“.

Weiterlesen beim Deutschlandfunk

Klima-Alarmisten ärgern sich sehr darüber, dass man beim Extremwetter keine klaren Tendenzen erkennen kann und haben jetzt ihre einzige “Wunderwaffe” gegen diese “unbequeme Wahrheit” in Stellung gebracht: Klima-Computermodellierungen! Statt sich mit den real existierenden Wetterdaten begnügen zu müssen, berechnet man nach dem guten alten GIGO-Prinzip von Computermodellierungen, wie viel weniger extrem das Wetter wäre, wenn nur das “böse anthropogene CO2″ nicht in der Atmosphäre gekommen wäre… Allerdings ist der Ansatz offensichtlich ein krasser Zirkelschluss. Es ist überaus praktisch, dass man ganz grundsätzlich niemals beweisen können wird, ob sich das Klima und das Extremwetter in einer realen Welt ohne fossiles CO2, wirklich so verhalten hätte, wie in der Computermodell-Welt  berechnet. Derartige Ansätze sind auf keine Weise falsifizierbar und damit beliebig.

Passend dazu ein zweiter DLF-Beitrag, diesmal vom 28. August 2018:

Wissenschaft im Selbsttest: Wenn Forscher falsch liegen
Eine neue wissenschaftliche Studie weckt Zweifel an der Aussagekraft wissenschaftlicher Studien. Forscher des Center for Open Science haben die Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Studien überprüft, die in renommierten Fachmagazinen publiziert wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Oft war der behauptete Effekt nicht nachweisbar.

Weiterlesen beim DLF

 

“Phlogiston”: Geschichte eines wissenschaftlichen Irrtums

Stöbern Sie doch mal auf Klaus Alpens Webseite Fragen und Antworten zum Klimawandel, dort hat der Autor eine Vielzahl interessanter Beobachtungen zusammengestellt.

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Der Green Climate Fund soll viele Milliarden an Klimaausgleichszahlungen in der Welt verteilen, insbesondere in den ärmeren Ländern. Aber ganz so rund läuft es offenbar nicht. Im Sommer 2018 trat der Exekutivdirektor des Funds plötzlich zurück. Offizieller Grund: “Unaufschiebbare persönliche Gründe”. Was ist da los? Willis Eschenbach rechnete auf WUWT vor, dass alle Projekte des Green Climate Fund zusammen die globale Erwärmung voraussichtlich um 0.0015°C bremsen werden, wenn man die aktuelle vom IPCC angesetzte CO2-Erwärmungswirkung ansetzt.

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Vor einem Jahr schockten Aktivisten die Welt mit Bildern eines sterbenden Eisbären, ein angebliches Klimawandelopfer. Schnell wurde jedoch klar, dass dies eine fabrizierte Geschichte war, ein Lügenmärchen zur Förderung der “guten Sache”. Im Lauf der Zeit kamen immer mehr Verfehlungen der Autoren ans Licht, wie Susan Crockford am 29. August 2018 in der Financial Post erläutert:

The real story behind the famous starving polar-bear video reveals more manipulation

Opinion: New facts have emerged from the filmmaker behind the cruel and deliberate exploitation of a dying bear in quest to advance climate change agenda

Weiterlesen in der Financial Post.

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In der Wissenschaft hat es stets auch Irrwege gegeben. Eine dieser Sackgassen ist das “Phlogiston”. In Wikipedia lesen wir:

Phlogiston (von griech. φλογιστός phlogistós ,verbrannt‘) ist eine von Georg Ernst Stahl eingeführte hypothetische Substanz, von der man im späten 17. und im 18. Jahrhundert vermutete, dass sie allen brennbaren Körpern bei der Verbrennung entweicht sowie bei Erwärmung in sie eindringt. Die Phlogistontheorie war bei der Deutung von Reduktions- und Oxidationsvorgängen und dem unterschiedlichen Potenzial verschiedener Verbindungen (in moderner Sichtweise ihr Redoxpotential) hierfür von Bedeutung und aus Sicht der Zeitgenossen erfolgreich. In den 1770er Jahren erschienen erste Widerlegungen, und man begann, die Rolle des Sauerstoffs bei Verbrennungsvorgängen näher zu beschreiben und zu quantifizieren. Die Phlogistontheorie, die von etwa 1700 bis 1775 die vorherrschende chemische Lehre war, wird daher seit langem zu den wissenschaftlichen Irrtümern gezählt[1] und als überholtes wissenschaftliches Paradigma[2] ihrer Zeit gesehen.

Weiterlesen in Wikipedia

Als der berühmte französische Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier den Verfechtern des Phlogiston widersprach, wurde er vom “Establishment” dafür heftig bekämpft. Dieses “wissenschaftliche” Verteidigungsmuster findet auch in der heutigen Zeit noch häufige Verwendung.

Oszillierendes Klima: Bond-Zyklen in Marokko entdeckt

Sein Name war Bond, Gerard Bond. Im Jahr 2001 veröffentlichte er zusammen mit Kollegen in Science ein Paper, dessen enormer Wert wohl erst mit einigen Jahrzehnten Verspätung von der Fachwelt voll realisiert werden wird:

Persistent Solar Influence on North Atlantic Climate During the Holocene
Surface winds and surface ocean hydrography in the subpolar North Atlantic appear to have been influenced by variations in solar output through the entire Holocene. The evidence comes from a close correlation between inferred changes in production rates of the cosmogenic nuclides carbon-14 and beryllium-10 and centennial to millennial time scale changes in proxies of drift ice measured in deep-sea sediment cores. A solar forcing mechanism therefore may underlie at least the Holocene segment of the North Atlantic’s “1500-year” cycle. The surface hydrographic changes may have affected production of North Atlantic Deep Water, potentially providing an additional mechanism for amplifying the solar signals and transmitting them globally.

Lüning & Vahrenholt (2016) haben die Literatur intensiv nach den Bond-Zyklen durchforstet und ihren Klimaeffekt auf allen sieben Erdteilen entdecken können:

The Sun’s Role in Climate

Millennial-scale climate variability is a globally well-established Holocene phenomenon described for all oceans and continents. Cycles are known from upper, middle, and lower latitudes, encompassing all climate zones from the Arctic to the tropics. The amplitude of the observed temperature fluctuations is often more than 1°C and thus has a similar or even greater range than the warming that has occurred since the Little Ice Age. Furthermore, many of these Holocene, natural climate fluctuations show the same level of abruptness as the 20th-century warming.

A common characteristic of many of the documented millennial climate fluctuations is their good match with solar activity changes, as well as a North Atlantic climate record by Bond et al. (2001). Besides solar activity changes, internal millennial ocean cycles may have contributed to the observed climate oscillations. Both solar and internal climate system autocyclical drivers are not yet fully implemented in the current climate models, which still do not manage to reproduce the variable Holocene climate development. Yet successful hindcast capability is generally considered a prerequisite that qualifies models to be used for modeling of future climate.

This chapter reviews Holocene millennial-scale climate fluctuations as reported in 64 papers worldwide. Future research needs to attempt a detailed correlation of the existing Holocene climate curves, complemented by additional data sets filling gaps in currently poorly documented regions. A good understanding of global Holocene millennial- and centennial scale climate variability and its possible solar forcing is required as a calibration basis for a new generation of climate models that should have the objective to reliably reproduce past climate change before attempting detailed future simulations.

Im August 2018 berichteten nun Zielhofer und Kollegen über eine Bond-Zyklik im Hydroklima Marokkos:

Western Mediterranean hydro-climatic consequences of Holocene iceberg advances (Bond events)
Gerald C. Bond established a Holocene series of North Atlantic ice rafted debris events based on quartz and hematite stained grains recovered from subpolar North Atlantic marine cores. These so-called ‘Bond events’ document nine large-scale and multi-centennial North-Atlantic cooling phases that might be linked to a reduced thermohaline circulation. Regardless of the high prominence of the Holocene North Atlantic ice rafted debris record, there are critical scientific comments on the study: the Holocene Bond curve has not yet been replicated in other marine archives of the North Atlantic and there exist only very few palaeo-climatic studies that indicate all individual Bond events in their own record. Therefore, evidence for consistent hydro-climatic teleconnections between the subpolar North Atlantic and distant regions is not clear. In this context, the Western Mediterranean region reveals key hydro-climatic sites for the reconstruction of a teleconnection with the subpolar North Atlantic. In particular, variability of Western Mediterranean winter precipitation might be the result of atmosphere-ocean coupled processes in the outer-tropical North Atlantic realm.

Based on an improved Holocene δ18O record from Lake Sidi Ali (Middle Atlas, Morocco) we correlate Western Mediterranean precipitation anomalies with North Atlantic Bond events to identify a probable teleconnection between Western Mediterranean winter rains and subpolar North Atlantic cooling phases. Our data show a noticeable positive correlation between Western Mediterranean winter rain minima and Bond events during the Early Holocene and an opposite pattern during the Late Holocene. There is evidence for an enduring hydro-climatic change in the overall Atlantic atmosphere-ocean system and the response to external forcing during the Mid-Holocene. Regarding a potential climatic anomaly around 4.2ka (Bond event 3) in the Western Mediterranean, a centennial-scale winter rain maximum is generally in phase with the overall pattern of alternating ‘wet and cool’ and ‘dry and warm’ intervals during the last 5,000 years.

Bonds Entdeckung hat vermutlich eine ähnliche Bedeutung für die Klimawissenschaften, wie die Plattentektonik in der Geologie. Erst lange nach Alfred Wegeners Tod war die Fachwelt bereit, das Konzet der wandernden Kontinente anzuerkennen. Leider wird auch Gerard Bond den Durchbruch seiner Theorie nicht mehr erleben. Er starb viel zu früh im Jahr 2005 in New York.

Siehe auch unsere Beiträge “Die Plattentektonik setzt sich durch: Lehren für die Klimadebatte” und “Kontinentalverschiebung und Klimawandel: Die wundersame Wiederholung der Wissenschaftsgeschichte“.

 

Schottland-Klima der letzten 800 Jahre: Vorindustrielle Wärmephasen geben Rätsel auf

Wie ordnen sich die heutigen Temperaturen in den klimahistorischen Kontext ein? Dies ist eine der Hauptaufgaben der heutigen Klimaforschung. Eine Forschergruppe um Milos Rydval legte nun eine Rekonstruktion der Sommertemperaturen in Schottland für die vergangenen 800 Jahre vor. Grundlage hierfür waren Baumringuntersuchungen. Überraschenderweise fanden die Wissenschaftler, dass das heutge Wärmeniveau in Schottland bereits mehrfach in der Vergangenheit erreicht und sogar teilweise überschritten wurde. Diese Hitzeperioden ereigneten sich im 14., 16. und 18. Jahrhundert und erstreckten sich über jeweils über mehrere Jahrzehnte (Abb. 1). Dazwischen lagen Kältephasen, die gut in den Kontext der Kleinen Eiszeit passen. Hier der Abstract der Arbeit die im November 2017 im Fachblatt Climate Dynamics erschien:

Reconstructing 800 years of summer temperatures in Scotland from tree rings
This study presents a summer temperature reconstruction using Scots pine tree-ring chronologies for Scotland allowing the placement of current regional temperature changes in a longer-term context. ‘Living-tree’ chronologies were extended using ‘subfossil’ samples extracted from nearshore lake sediments resulting in a composite chronology >800 years in length. The North Cairngorms (NCAIRN) reconstruction was developed from a set of composite blue intensity high-pass and ring-width low-pass filtered chronologies with a range of detrending and disturbance correction procedures. Calibration against July–August mean temperature explains 56.4% of the instrumental data variance over 1866–2009 and is well verified. Spatial correlations reveal strong coherence with temperatures over the British Isles, parts of western Europe, southern Scandinavia and northern parts of the Iberian Peninsula. NCAIRN suggests that the recent summer-time warming in Scotland is likely not unique when compared to multi-decadal warm periods observed in the 1300s, 1500s, and 1730s, although trends before the mid-sixteenth century should be interpreted with some caution due to greater uncertainty. Prominent cold periods were identified from the sixteenth century until the early 1800s—agreeing with the so-called Little Ice Age observed in other tree-ring reconstructions from Europe—with the 1690s identified as the coldest decade in the record. The reconstruction shows a significant cooling response 1 year following volcanic eruptions although this result is sensitive to the datasets used to identify such events. In fact, the extreme cold (and warm) years observed in NCAIRN appear more related to internal forcing of the summer North Atlantic Oscillation.

 

Abbildung 1: Rekonstrution der Juli-August-Temperaturen in Schottland für die vergangenen 800 Jahre auf Basis von Baumringen. Quelle: Rydval et al. 2017.

 

Warme 1940er Jahre ließen Wein in Portugal früher reifen als heute

Portugal hat eine lange Weintradition. Der Wein braucht viel Sonne und warme Temperaturen, um zu reifen. Dabei schwankt der Erntezeitpunkt von Jahr zu Jahr. Je wärmer es während der Wachstumsperiode ist, desto früher kann geerntet werden. Diesen statistisch robusten Zusammenhang hat sich nun portugiesisch-US-amerikanisches Forscherteam zunutze gemacht. Sie haben sich durch die Erntebücher in Nordwestportugal gearbeitet und die Schwankungen in der Erntezeit akribisch bis 1836 erfasst. Auf Basis des Temperaturzusammenhangs konnten sie die mittleren Maximaltemperaturen für den Zeitraum März bis August rekonstruieren.

Das Ergebnis war überraschend: In Abweichung zur allgemeinen globalen Klimaerwärmung, gibt es in Nordwestportugal keinen Trend  bei den mittleren Maximaltemperaturen. Allerdings treten langspannige Temperatur-Oszillationen auf, die die Autoren mit Ozeanzyklen und Änderungen der Sonnenaktivität in Verbindung bringen. Hier der Abstract der Arbeit von Moreno et al. 2016:

Grape harvest dates as indicator of spring-summer mean maxima temperature variations in the Minho region (NW of Portugal) since the 19th century

This paper reports a climatic reconstruction approach for the Minho region (NW of Portugal) using grape harvest dates (GHD) as proxy of surface air temperature. This new GHD series was built based on the records from a set of local and regional newspapers (1854–1978) and the annuals of a Wine Producers Cooperative (1978–2010). The strong inverse correlation between Minho GHD and the mean maxima temperatures of the preceding March to August months (GSTmax), registered at the Braga weather station for the overlap period 1941–2009, allowed a reconstruction, with associated statistical uncertainties, of the regional GSTmax back to 1856. These were then used to characterize the main climatic episodes in the region during the last 154 years. The most noticeable feature that emerges from the comparison of the Minho GSTmax with the global annual average temperatures of Jones et al. (2013) is that these regional temperatures, in clear contrast with the global warming observed from around 1990 onwards, show no noteworthy increasing trend. The influence of climatic variability was examined also in terms of the relations between GSTmax (1950–2009) and the main meteorological teleconnection patterns affecting the North Atlantic European sector where the Minho region is included. Data support the hypothesis that persistent positive modes of spring-summer Scandinavian (SCA) and summer East Atlantic/Western Russia patterns triggered lower GSTmax, especially in the 60s–80s. The search for solar imprints in the Minho region climate identified the SCA mode as a promising connection between the two, since it is significantly inversely correlated with both, the TSI and the GSTmax. Like in other traditional European viticultural regions, the Minho GHD have shown to be a valuable tool for understanding the interactions between large-scale circulation modes and regional/local climatic conditions. Besides it will deliver a reliable assessment of climatic proxies from geological record, like tidal marsh benthic foraminifera assemblages.

Hier die Temperaturrekonstruktion aus dem Paper:

Abbildung: Rekonstruktion der Entwicklung der mittleren Maximaltemperatur (März-August) in Nordwestportugal auf Basis von Weinernte-Zeitpunkten. Aus: Moreno et al. 2016.

Hat Napoleon die Schlacht in Waterloo wegen eines indonesischen Vulkanausbruchs verloren?

Am 16. August 2018 starb die Soul-Sängerin Aretha Franklin an Krebs. Ihr Künstlerkollege Stevie Wonder geht davon aus, dass letztendlich der Klimawandel die Krebskrankheit von Aretha Franklin hervorgerufen hat. Noise 11 berichtete am 19. August 2018:

Wonder drew a line between the increase of cancer and the ignorance of global warming. “I just feel that all these various diseases that we have and all that is happening in the world in part is because there are those who don’t believe in global warming, don’t believe that what we do affects the world,” he said. “Heat affects the world and affects us. I just hope that people will grow up out of the foolishness and know that we all, by how we think, how we view, how we treat others, we will never unlock the key until we truly let go of the hatred, the bigotry, the evilness, the selfishness. We do that and we can unlock some of those things that keep us in this place”.

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Einmal mehr haben die Klimamodelle versagt. Diesmal haben sie ein großes Eisloch in der Arktis übersehen, wie Spiegel Online am 24. August 2018 meldete:

Polarforschung Was ist los in der “Region des letzten Eises”?
Laut Klimamodellen gilt der Ozean nördlich von Grönland als Rückzugsort des letzten Arktiseises. Doch derzeit klafft dort ein großes Loch. Forscher sind irritiert.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Im Sommer 1815 erlebte Napoleon sein Waterloo. Seine Armee blieb im Schlamm stecken. Klimaforscher des Imperial College London wollen jetzt herausbekommen haben, wehalb es damals so regnerisch war: Schuld soll der indonesische Vulkan Tambora haben, der damals ausbrach. Das College gab am 22. August 2018 per Pressemitteilung die aufsehenerregnden Forschungsergebnisse bekannt:

Napoleon’s defeat at Waterloo caused in part by Indonesian volcanic eruption

Electrically charged volcanic ash short-circuited Earth’s atmosphere in 1815, causing global poor weather and Napoleon’s defeat, says new research.

Historians know that rainy and muddy conditions helped the Allied army defeat the French Emperor Napoleon Bonaparte at the Battle of Waterloo. The June 1815 event changed the course of European history. Two months prior, a volcano named Mount Tambora erupted on the Indonesian island of Sumbawa, killing 100,000 people and plunging the Earth into a ‘year without a summer’ in 1816. Now, Dr Matthew Genge from Imperial College London has discovered that electrified volcanic ash from eruptions can ‘short-circuit’ the electrical current of the ionosphere — the upper level of the atmosphere that is responsible for cloud formation.

The findings, published today in Geology, could confirm the suggested link between the eruption and Napoleon’s defeat. Dr Genge, from Imperial’s Department of Earth Science and Engineering, suggests that the Tambora eruption short-circuited the ionosphere, ultimately leading to a pulse of cloud formation. This brought heavy rain across Europe that contributed to Napoleon Bonaparte’s defeat. The paper shows that eruptions can hurl ash much higher than previously thought into the atmosphere — up to 100 kilometres above ground.

Dr Genge said: “Previously, geologists thought that volcanic ash gets trapped in the lower atmosphere, because volcanic plumes rise buoyantly. My research, however, shows that ash can be shot into the upper atmosphere by electrical forces.” A series of experiments showed that that electrostatic forces could lift ash far higher than by buoyancy alone. Dr Genge created a model to calculate how far charged volcanic ash could levitate, and found that particles smaller than 0.2 millionths of a metre in diameter could reach the ionosphere during large eruptions.

He said: “Volcanic plumes and ash both can have negative electrical charges and thus the plume repels the ash, propelling it high in the atmosphere. The effect works very much like the way two magnets are pushed away from each other if their poles match.” The experimental results are consistent with historical records from other eruptions.

Weather records are sparse for 1815, so to test his theory, Dr Genge examined weather records following the 1883 eruption of another Indonesian volcano, Krakatau. The data showed lower average temperatures and reduced rainfall almost immediately after the eruption began, and global rainfall was lower during the eruption than either period before or after. He also found reports of ionosphere disturbance after the 1991 eruption of Mount Pinatubo, Philippines, which could have been caused by charged ash in the ionosphere from the volcano plume.

In addition, a special cloud type appeared more frequently than usual following the Krakatau eruption. Noctilucent clouds are rare and luminous, and form in the ionosphere. Dr Genge suggests these clouds therefore provide evidence for the electrostatic levitation of ash from large volcanic eruptions. Dr Genge said: “Victor Hugo in the novel Les Miserables said of the Battle of Waterloo: ‘an unseasonably clouded sky sufficed to bring about the collapse of a World.’ Now we are a step closer to understanding Tambora’s part in the Battle from half a world away.”

 

Ideologische Übernahme: Deutsche Wikipedia droht im Desaster zu enden

Offener Brief von Michael Klein und Arne Hoffmannan an Jimmy Wales, Mitbegründer von Wikipedia:

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Feindliche, ideologische Übernahme: Deutsche Wikipedia droht im Desaster zu enden

Lieber Jimmy Wales,

wir schreiben Ihnen diesen offenen Brief, weil wir besorgt sind: Die deutsche Wikipedia ist in großer Gefahr. Die deutsche Wikipedia steht in der Gefahr, ein kompletter Fehlschlag zu werden, denn eine relativ große Anzahl ausschließlich ideologisch motivierter Personen, denen es nicht um die Verbreitung von korrekten Informationen geht, sondern darum, die eigene Ideologie als Information verpackt zu verbreiten, hat sich bei der deutschen Wikipedia eingenistet und droht die Wikipedia zu übernehmen. Die Folgen sind bereits jetzt katastrophal: Die deutsche Wikipedia ist immer weniger eine Informationsquelle, die korrekte und verlässliche Informationen bereitstellt. Die deutsche Wikipedia ist eine Quelle für ideologisch verbrämte Fehlinformationen.

Wir schreiben diesen offenen Brief gemeinsam und bringen entsprechend unsere je unterschiedlichen Erfahrungen in diesen offenen Brief ein. Das ist einmal die Erfahrung eines Wissenschaftlers, der sich täglich mit Fragen wissenschaftlicher Korrektheit und der Bewertung wissenschaftlicher Arbeiten beschäftigt, es ist einmal die Erfahrung eines Journalisten, der zum Ziel einer Kampagne aus Hass und Verleumdung auf Wikipedia geworden ist, deren Ziel darin besteht, seine Reputation zu zerstören.

Wir haben die deutsche Wikipedia über den Zeitraum einiger Monate hinweg beobachtet. Die Analyse, die die Grundlage dieses Offenen Briefes bildet, basiert entsprechend auf einer ausreichend großen Anzahl von Beobachtungen, sie ist daher geeignet, Ihnen einen sehr guten Einblick in die Verhältnisse, wie sie derzeit bei Wikipedia Deutschland herrschen, zu geben. Unsere Datenbasis erlaubt es uns, Ihnen sehr genau aufzuzeigen, was bei Wikipedia in Deutschland in höchsten Maße “faul” ist, und sie ist ausreichend um die im Folgenden gezogenen Schlußfolgerungen zu stützen. Wir sind jederzeit bereit, Ihnen die Belege für unsere Aussagen in vollem Umfang zur Verfügung zu stellen, verzichten aber an dieser Stelle darauf, da dies ein Offener Brief und kein Offenes Buch werden soll.

Wo die erheblichen Probleme der deutschen Wikipedia liegen, kann am Beispiel von vier gegenseitig verschränkten und sich gegenseitig verstärkenden Prozessen deutlich gemacht werden, aus wiederum eine sich selbst verstärkende Schleife resultiert, die, wenn sie nicht angehaltet wird, letztlich das Ende der deutschen Wikipedia bedeuten wird: Denn wird sie nicht angehalten, dann wird die Wikipedia zu einer Geheimgesellschaft, zu einem Kult degenerieren, in dem eine kleine Clique von die selbe Ideologie teilenden Administratoren darüber wacht, dass die Realität, wie sie nur außerhalb der ideologisch verklärten Sichtweise vorkommt, nicht Einzug in Wikipedia-Artikel hält. Diese Dystopie, ist leider zu real, denn eine Vielzahl von Personen, denen nichts ferner ist als der Geist, in dem Sie die Wikipedia gegründet haben, der Geist, der zum Ziel hatte, eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten an einem gemeinsamen Projekt arbeiten zu lassen, hat sich bereits in der Wikipedia eingenistet. Diese Ideologen wollen keine breite Informationsbasis, sondern eine Basis zur Verbreitung ihrer höchst eigenen Ideologie. Nichts könnte weiter vom Geist, in dem die Wikipedia gegründet wurde, entfernt sein.

Die vier gegenseitig verschränkten und sich gegenseitig verstärkenden Prozesse, die letztlich zum Ende der Wikipedia führen werden, sind die folgenden:

  • Das Fehlen jeglicher Form von Kriterien, die das Auffinden von Information und das Schreiben von Artikeln strukturieren.
  • Die daraus resultierende Selektivität vieler, wenn nicht der meisten Artikel in Wikipedia.
  • Die feindliche Übernahme der Wikipedia durch Ideologen, die durch die zuvor beschriebenen Prozesse erleichtert wird.
  • Die negativen Anreize für bzw. das Abschrecken von fähigen, potentielle/n Autoren, die zur Wikipedia beitragen wollten, darauf aber aufgrund der ideologischen Infizierung der Wikipedia verzichten, sowie die Verschwendung von Humanressourcen und die Lähmung von Ressourcen in so genannten Editier-Schlachten.

Das Fehlen eines kohärenten Sets von Kriterien

Die Erstellung einer Enzyklopädie ist in erster Linie eine Aufgabe, die eine ausgereifte und verlässliche Methode benötigt, die es ermöglicht, korrekte, verlässliche und repräsentative Informationen zu finden. In anderen Worten: Die Erstellung einer Enzyklopädie erfordert Menschen, die fähig und – wichtiger nocht – bereit sind, Informationen auszuwählen, die ein korrektes Bild vom im Artikel bearbeiteten Gegenstand vermitteln. Um Informationen aufzuspüren, die korrekt, verlässlich und repräsentativ sind, ist es notwendig, dann, wenn man alleine an einem Artikels arbeitet, etwas vom Gegenstand des Artikels zu verstehen. Sind mehrere Autoren an der Erstellung eines Artikels beteiligt, dann ist es notwendig, dass sich alle Autoren auf einen Katalog gemeinsamer Kriterien verpflichten, die es gewährleisten, dass das ausgewählte Material im Hinblick auf seine Korrektheit, Verlässlichkeit und Repräsentativität geprüft werden kann, ein Katalog, der die Basis dafür bereitstellt, eine Übereinkunft über den Inhalt eines Artikels zu erzielen. Im Moment gibt es in der deutschen Wikipedia keinerlei Kriterien, die diese Leistung erbringen könnten. Dies ist nirgends so deutlich wie bei den regelmäßig stattfindenden Editier-Schlachten.

Selektivität der Artikel

Das Fehlen von Kriterien, die die Auswahl von Informationen anleiten, schlägt sich in einer Vielzahl von Artikeln in der deutschen Wikipedia nieder, die nicht einmal rudimentäre Ansprüche an Verlässlichkeit, Fairness und Anstand erfüllen. Diese Artikel bestehen aus zusammengeklaubten Informationen, von denen nur der Autor weiß, warum er diese Informationen und keine anderen ausgewählt hat. In vielen Fällen sind diese Artikel ein Zerrbild der Realität, das bei denen, die es besser wissen, erst mit Lachen gutiert wird, bevor es der Anlass für Ärger über den Unsinn ist, der von der Wikipedia zugemutet wird. Diejenigen, die es nicht besser wissen, sind den Fehlinformationen in den entsprechenden Artikel schutzlos ausgeliefert und eine entsprechend leichte Beute für Ideologen aller Couleur. Was für die Reputation der Wikipedia schlecht ist, wenn z.B. in Beiträgen zu wissenschaftlichen Themen haarsträubende Falschdarstellungen enthalten sind, wird in seiner negativen Wirkung noch verstärkt, wenn im Text zitierte wissenschaftliche Autoren und deren Forschungsergebnisse oder deren theoretische Beiträge falsch dargestellt sind. Es wird fatal, wenn die Artikel Personen aus dem öffentlichen Leben zum Gegenstand haben. Dann wird die deutsche Wikipedia zum Boden, auf dem unfaire Behandlung, die an Hass grenzt oder die Grenze zur Gehäassigkeit längst überrschritten hat, dann wird die Wikipedia zum Schlachtfeld für ideologische Krieger.

Ideologische, feindliche Übernahme

Weil die Kriterien, die die Auswahl von Informationen anleiten, fehlen, ist es Ideologen ein Leichtes, Informationen, die ihre Weltsicht bestätigen, in einen Artikel einzufügen und andere Informationen, die der eigenen Weltsicht widersprechen, zu unterschlagen. Durch die Selektivität der Auswahl und Unterdrückung von Informationen machen diese Ideologen die deutsche Wikipedia zu einer Plattform der politischen Agitation und Propaganda. Um dabei möglichst erfolgreich zu sein, formen sie eine Art “geheime Gesellschaft”, die die Anonymität der Autorenschaft bei Wikipedia ausnutzt, um versteckt hinter Pseudonymen (z.B. “schwarze Feder” oder “Fiona Baine”) ideologische Kriegsführung zu betreiben und sich oftmals durch Nutzung multipler Pseudonyme gleich noch einen Startvorteil gegenüber Konkurrenten zu verschaffen.

Diese Ideologen nutzen Wikipedia als Plattform, um diejenigen, die sie als ideologische Feinde betrachten, mit Schmähungen, Beleidigungen und Verächtlichmachungen zu überziehen. Diese typische deutsche Form des Umgangs, ist für nicht-deutsche Beobachter schwer verständlich zu machen. Daher wollen wir Ihnen an dieser Stelle mit ein paar Beispielen aus Wikipedia-Artikeln einen “Gechmack” davon geben, was in der deutschen Wikipedia zwischenzeitlich normal ist. In Artikeln in der deutschen Wikipedia werden Menschen als “homophob” abgestempelt, ihre Arbeit wird als “Mist” diskreditiert, sie werden als Personen dargestellt, die ihre Großmutter verkaufen würden, wenn sie dadurch einen Vorteil erheischen könnten und vieles mehr, das die Grenze des Anstands und die Grenze des fairen Umgangs deutlich hinter sich lässt. Regelmäßig ist nicht die wissenschaftliche oder sonstige Lebensleistung von Autoren der Gegenstand von Artikeln in der Wikipedia, sondern deren politische Einstellung, die ebenso regelmäßig dann, wenn sie nicht der Einstellung des jeweiligen Wikipedia-Autoren entspricht, verächtlich gemacht wird. Mit andere Worten: Viele Wikipedia-Artikel sind recht gut darin ad-hominem Bewertungen abzugeben, aber ziemlich schlecht darin, dem Leser Informationen zu vermitteln.

Die beschriebene Behandlung von Menschen in Wikipedia-Artikeln ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Wir wissen, dass diese Form von Fehlverhalten für Menschen, die sich außerhalb des deutschen Kulturraumes befinden, nicht nachvollziehbar ist, aber es beschreibt dennoch die Verhältnisse, wie sie in der deutschen Wikipedia herrschen, Verhältnisse, die sich in schriftlichen Äußerungen niederschlagen, die hart an der Grenze zum Straftatbestand, wie er in den entsprechenden Paragraphen für Verleumdung und üble Nachrede niedergelegt ist, verlaufen.

Abschreckung fähiger Autoren und Editier-Schlachten

Das für die Wikipedia typische Mentoren-System, die Art, wie Wikipedia funktioniert, wie Artikel zu Stande kommen, die Arbeitsweise, die in der Frühphase der Wikipedia Garant schnellen Wachstums und Verantwortlicher für den Erfolg von Wikipedia war, dieses System ist heute zur größten Gefahr für den Fortbestand der Wikipedia geworden. Vor allem in Ländern wie Deutschland, in denen die Regeln von Fairness und Anstand nicht wie im angelsächsischen Raum für den Umgang miteinander vorausgesetzt werden können, führt das entsprechende System direkt in den Abgrund. Das Fehlen von Kriterien, eine daraus sich ergebende Selektivität der Artikel, die feindliche Übernahme der Editier-Funktionen durch Ideologen schreckt fähige und motivierte Personen von einer Mitarbeit in Wikipedia ab. Wir wissen von Wissenschaftlern, die sich großer internationaler Bekanntheit erfreuen, die führende Kapazität in ihrem Feld sind, im Marquis Who is Who in the World aufeführt sind, und die auf Einladung von Wikipedia-Autoren Beiträge für die Wikipedia erstellt haben. Die entsprechenden Beiträge haben es nie bis zur Veröffentlichung in der Wikipedia geschafft, denn ihr Inhalt hat die Wirklichkeit beschrieben, wie sie wirklich ist und nicht das ideologische Zerrbild dargestellt, dass die entsprechenden Wikipedia-Autoren erwartet haben. Dass die entsprechenden Wissenschaftler nach ihren Erfahrungen von einer Mitarbeit in Wikipedia absehen, dürfte keiner weiteren Erwähnung bedürfen.

Der ideologische Krieg in der Wikipedia ist mittlerweile so alltäglich, dass es ein Leichtes wäre, wenn man es denn wollte, die dadurch verloren gehende Zeit in Hunderten von Arbeitsstunden zu quantifizieren. Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, was in der deutschen Wikipedia mittlerweile normal geworden ist, genügt es, sich eines der gesellschaftspolitischen Themen vorzunehmen und entweder den Reiter “Diskussion” oder “Versionengeschichte” anzuwählen. Selbst für hartgesottene Leser sind die Schimpftiraden und der öffentliche Umgang der Wikipedia-Autoren miteinander und mit Kritik noch etwas, das sie schockieren kann. Zudem zeigt ein Blick in die Versionengeschichte, dass der Krieg zwischen Ideologen und denen, die mehr an der ursprünlichen Idee der Wikipedia ausgerichtet sind, in vollem Gange ist. Beide Lager sind in ihren Positionen eingegraben und freuen sich daran, die Änderungen der jeweils anderen Seite innerhalb kürzester Zeit rückgängig zu machen – wer mehr Zeit und Pseudonyme hat, nicht wer mehr Wissen und Kenntnisse hat, gewinnt diesen Krieg.

Gibt es wirklich jemanden, der denkt, dass Prozesse, wie die beschriebenen der deutschen Wikipedia keinen erheblichen und vielleicht auch irreparablen Schaden zufügen? Gibt es wirklich jemanden, der denkt, die Grabenkriege, die die Wikipedia zur Zeit auszeichnen, sind nicht dazu geeignet, willige und fähige Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit von einer Mitarbeit Abstand nehmen zu lassen? Gibt es wirklich jemanden, der nicht glaubt, dass die beschriebenen Prozesse über kurz oder lang das Ende der deutschen Wikipedia bedeuten werden?

Nein.

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, diesen Offenen Brief zu schreiben. Die deutsche Wikipedia steht in höchster Gefahr die fünfte Kolonne welcher Ideologie auch immer zu werden. Es ist an der Zeit, dem Treiben Einhalt zu gebieten, und der beste Weg dazu, die deutsche Wikipedia aus den Klauen von Ideologen zu befreien, besteht darin, nur noch namentlich bekannte und mit ihrem Namen Verantwortung übernehmende Autoren Artikel für die Wikipedia schreiben und bearbeiten zu lassen. Derzeit ist es für anonyme Autoren ein Leichtes, andere mit ihrem Hass zu überziehen. Wären die enstprechenden Autoren namentlich bekannt, müssten sie für das, was sie schreiben, mit ihrem Namen einstehen, die Anzahl der Beleidigungen und Verächtlichmachungen in den Artikeln der Wikipedia würde in dem Maße sinken, in dem die Qualität der Artikel steigt, denn nicht nur macht es vorsichtiger, wenn man mit seinem Namen für etwas steht, die Verantwortungsübernahme mit dem eigenen Namen sorgt auch dafür, dass die Artikel, für die man verantwortlich zeichnet, besser recherchiert und somit qualitativ besser sind.

Wir hoffen, Sie nehmen diesen Offenen Brief in der Weise auf, in der er gemeint ist, als eindringlicher Ruf nach einschneidenden Maßnahmen bei der deutschen Wikipedia, als Ruf von zwei besorgten Menschen, die große Sympathien für den Geist haben, in dem die Wikipedia einst gegründet wurde.

Michael Klein
Arne Hoffmann

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Zuerst erschienen auf ScienceFiles am 29.7.2012

 

Neuer Film von Marijn Poels: Weshalb Häretiker in einer freiheitlichen Gesellschaft dringend gebraucht werden

Spiegel Online am 10. August 2018:

Kommentar zum Klimawandel: Die Stunde der Apokalyptiker

Warum wir auf den Klimawandel nicht mit Panik reagieren sollten.

Von Olaf Stampf

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In Nordostchina ist etwas Ungewöhnliches passiert. Seit 20 Jahren wollen die Temeraturen einfach nicht mehr ansteigen. Ein Forscherteam um Xiubao Sun ist dem Phänomen nachgegangen. Hier der Abstract der Arbeit, die im Juli 2018 im Fachblatt Theoretical and Applied Climatology erschienen ist:

A remarkable climate warming hiatus over Northeast China since 1998
Characteristics and causes of global warming hiatus (GWH) phenomenon have received much attention in recent years. Monthly mean data of land surface air maximum temperature (Tmax), minimum temperature (Tmin), and mean temperature (Tmean) of 118 national stations since 1951 in Northeast China are used in this paper to analyze the changes of land surface air temperature in recent 64 years with an emphasis on the GWH period. The results show that (1) from 1951 to 2014, the warming trends of Tmax, Tmin, and Tmean are 0.20, 0.42, and 0.34 °C/decade respectively for the whole area, with the warming rate of Tmin about two times of Tmax, and the upward trend of Tmean obviously higher than mainland China and global averages; (2) in the period 1998–2014, the annual mean temperature consistently exhibits a cooling phenomenon in Northeast China, and the trends of Tmax, Tmin, and Tmean are −0.36, −0.14, and −0.28 °C/decade respectively; (3) in the GWH period, seasonal mean cooling mainly occurs in northern winter (DJF) and spring (MAM), but northern summer (JJA) and autumn (SON) still experience a warming, implying that the annual mean temperature decrease is controlled by the remarkable cooling of winter and spring; (4) compared to the global and mainland China averages, the hiatus phenomenon is more evident in Northeast China, and the cooling trends are more obvious in the cold season; (5) the Northeast China cooling trend occurs under the circulation background of the negative phase Arctic Oscillation (AO), and it is also closely related to strengthening of the Siberia High (SH) and the East Asian Trough (EAT), and the stronger East Asian winter monsoon (EAWM) over the GWH period.

Nach einer rasanten Erwärmung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sind die Temperaturen in den letzten 20 Jahren wieder deutlich gefallen. Die Autoren beobachten einen Zusammenhang mit der Arktischen Oszillation (AO), einem prominenten Ozeanzyklus.

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Marijn Poels (“Der Bauer und sein Klima“) hat einen neuen Film produziert: “Paradogma – a personal journey why true liberty needs heretics“. In gewisser Hinsicht ist dies eine logische Fortsetzung zu seinem ersten Film. In seinem neuen Werk erweitert Poels die Diskussion und greift mehrere gesellschaftlicheThemen auf. Er befürwortet eine offene Debatte, wobei gegensätzliche Ansichten frei diskutiert werden müssen. Der Film hatte seine Premiere am 19. September 2018 in Berlin, und wurde kurz darauf auch in Maastricht gezeigt. Eine Filmbesprechung gibt es hier (auf Niederländisch).

Die offizielle Webseite des Films ist hier. Dort schreibt der Filmemacher:

Director statement

“The confirmation of your own paradigm over and over again makes you stop thinking. Being skeptical about your view and open up to other worldviews or opinions can be confronting and even offended. But in any case it’s the only way in which we can learn, understand and grow up, together”.

– Marijn Poels