News und Termine

Der Tag des klimatischen Weltuntergangs ist gekommen, zumindest auf Netzfrauen.org : “Die schlimmsten Vorhersagen treffen ein – der Klimawandel ist da”

Erfrischende Klimavernunft in der Leipziger Volkszeitung am 18. Juli 2015:

Hitzewellen, Überschwemmungen, Eiszeit – wird das Wetter auf der Welt immer extremer? Meteorologe Gudd warnt vor Panikmache
Das ganz normale Wetterchaos Derzeit ein vertrautes Bild: Ein Blitz zuckt am Himmel und sorgt für teils große Schäden. Wetterexperte Martin Gudd. Hannover. Ständig neue Hitzerekorde, Hochwasser, Tornados und jetzt droht 2030 auch noch eine Eiszeit – das Wetter schlägt scheinbar immer neue Kapriolen. Müssen wir uns also an die ständigen Extreme gewöhnen? Meteorologe Dr. Martin Gudd mahnt zur Gelassenheit. “Das Wetterchaos, das wir erleben, ist vollkommen normal.”

Weiterlesen in der Leipziger Volkszeitung (für Abonnenten).

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Netzfrauen.org machten sich am 12. August 2015 gleich zweisprachig große Klimasorgen:

Die schlimmsten Vorhersagen treffen ein- der Klimawandel ist da – The Point of No Return: Climate Change Nightmares Are Already Here
Es führt kein Weg zurück: Der Albtraum Klimawandel ist schon da. Historiker werden das Jahr 2015 als das Jahr sehen, in dem die Situation eskalierte.

Im 17 Jahr der Erwärmungspause verwundert der Titel dann doch schon ein wenig. Was könnten die Netzfrauen da entdeckt haben, was dem Rest der Bevölkerung möglicherweise verborgen geblieben ist? Die Webseite führt weiter aus:

Einige Momentaufnahmen:
In den letzten paar Monaten töteten rekordbrechende Hitzewellen in Pakistan und Indien mehr als 1000 Menschen.

Hitzewelle in Pakistan und Indien. Schlimm, aber nicht richtig neu. Es ist davon auszugehen, dass vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode bereits ähnlich starke Hitzewellen auftraten.

Der Regenwald des Olympic National Park in Washingtion fing das erste Mal seit Menschengedenken Feuer.

Haben die Netzfrauen da nicht eine Kleinigkeit außer acht gelassen? Siehe “Eine unbequeme Wahrheit: In vorindustrieller Zeit gab es in Nordamerika mehr Waldbrände als heute

Im heißesten Juli Großbritanniens seit Wetterberichterstattung wurden in London bis zu 36,6° erreicht. The Guardian musste kurzzeitig seinen life blog zur Hitzewelle einstellen, da die Computerserver überhitzt waren.

Die Wahrheit: Vor knapp 500 Jahren war es schonmal schlimmer: “Überraschung in Westeuropa: Hitzesommer aus dem Jahr 1540 deutlich wärmer als vermeintlicher Rekordinhaber 2003“.

In Kalifornien, das an der schlimmsten Dürre seit tausend Jahren leidet, weitete sich ein Buschfeuer, das auf einer Fläche von 50 Morgen begann, innerhalb weniger Stunden um das 70fache aus, übersprang dabei den I-15 Freeway während des Berufsverkehrs.

Ozeanzyklen verstärken momentan die Dürren in Kalifornien: “NASA- und NOAA-Forscher: Kalifornische Dürre Anfang 2014 durch Ozeanzyklen augelöst. Kein langfristiger Austrocknungstrend in den vergangenen 100 Jahren erkennbar“. Der Blick zurück in die Klimageschichte bringt auch hier Entwarnung: Alles schon einmal dagewesen: “Kleine Dürregeschichte der USA der vergangenen 10.000 Jahre: Schon die Indianer mussten immer wieder unter Trockenheit leiden“.

Wenige Tage später prasselten heftige, so noch nie erlebte Sommerregen auf die Region nieder. (weiterlesen …)

Stefan Rahmstorfs Albtraum

Kürzlich wurde die 25. Ausgabe der “Coastline Reports – Aktuelle Küstenforschung an der Nordsee” veröffentlicht. Das pdf ist im Internet frei verfügbar. Auf den Seiten 45-58 (pdf-Seiten 53-66) findet sich ein Artikel einer Forschergruppe um Helga Wiederhold vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover mit dem Titel “Nordseeinseln im Klimawandel – die Nordfriesische Insel Föhr und die Ostfriesische Insel Borkum“. In der Einführung schreiben die Autoren:

Über die Tendenzen der künftigen Klimaentwicklung der Nordseeregion herrscht weitgehende Übereinstimmung: ein allgemeiner Anstieg der Temperaturen, vermehrtes Aufkommen von Extremwetterlagen und eine Verlagerung der Hauptniederschlagsperiode in das Winterhalbjahr.

Im Literaturverzeichnis findet man den mittlerweile veralteten IPCC-Bericht von 2007 sowie eine Arbeit von Stefan Rahmstorf zitert. Aber herrscht in diesen Punkten wirklich Übereinstimmung? Beim Wetterdienst der Nordsee-Nation Großbritannien gibt es – anders als behauptet – offenbar keinen Konsens: “Klimaprognose des Britischen Wetterdienstes: Temperaturen werden bis 2019 entweder steigen, sinken oder so bleiben wie sie sind“. Im Gegenteil, dem nordatlantischen Raum steht wohl eher eine Abkühlung ins Haus: “Neue Geomar-Studie: Nordatlantik wird sich im kommenden Jahrzehnt leicht abkühlen“. Das sieht auch diese Arbeit so: “Neue Arbeit in den Geophysical Research Letters: Ozeanzyklen führen in den kommenden 15 Jahren auf der Nordhalbkugel zu leichter Abkühlung“. Und im neuen IPCC-Bericht steht, dass man bei den Extremwetterlagen noch immer keine robuste Zunahme nachweisen kann. Die Autoren um Helga Wiederhold sollten dringend über ein Korrigendum ihres Artikel nachdenken.

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Wenn Fakten und Argumente nicht überzeugen können, dann muss man halt über die emotionale Schiene argumentieren. Klimaaktivisten haben nun eine Webseite ins Leben gerufen, auf der IPCC-nahe Wissenschaftler in handgeschriebenen Briefen ihre Klimasorgen ausbreiten. Einer der Schreiber ist Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Er berichtet über einen schlimmen Albtraum:

Quelle: isthishowyoufeel.weebly.com

 

Nicht schön. Aber das kann passieren, wenn man unzähige Male die Feuerwehr umsonst gerufen hat. Irgendwann ist das Vertrauen vollständig zerstört, und die Feuerwehr bleibt lieber auf der Wache und spielt Karten. Panikmache schadet der Glaubwürdigkeit des Vorsorgeprinzips.

Siehe z.B.:

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Gerhard Stenkamp hat in seinem Blog ‘Gedanken und Gefühle’ einen offenen Brief an Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning veröffentlicht. Darin äußert er Kritik an unserem Buch “Die kalte Sonne”. Er bat uns, auf die Kritik einzugehen. Unsere Antworten veröffentlichte er hier und hier. Hierauf verfasste er wiederum eine Antwort, Teil 1 und Teil 2. Viel Spaß beim Schmökern.

 

Niederrheiner Aprikosen profitieren vom Klimawandel

Lange hatte man angenommen, dass das vorindustrielle Klima der letzten 10.000 Jahre relativ stabil gewesen wäre. Dies entpuppte sich jedoch schließlich als nicht korrekt. Heute weiß man, dass das holozäne Klima durch starke natürlichen Schwankungen geprägt war. Vieles deutet daraufhin, dass ein nicht unbedeutender Teil der Klimaerwärmung der letzten 150 Jahre nach Beendigung der Kleinen Eiszeit Teil dieser natürlichen Klimadnamik darstellt. Hierzu passt auch, dass die aktuellen Temperaturen nach 1000 Jahren nun wieder das Niveau der Mittelalterlichen Wärmeperiode erreicht haben.

Forscher schauen vermehrt nun auch in die letzte Zwischeneiszeit bzw. Warmzeit, das sogenannte Eem vor 120.000 Jahren. Im Juni 2014 erschien in den Geophysical Research Letters eine Arbeit von Pol et al., die auch hier außerordentlich starke natürliche Klimaschwankungen nachwiesen:

Climate variability features of the last interglacial in the East Antarctic EPICA Dome C ice core
Whereas millennial to submillennial climate variability has been identified during the current interglacial period, past interglacial variability features remain poorly explored because of lacking data at sufficient temporal resolutions. Here we present new deuterium data from the EPICA Dome C ice core, documenting at decadal resolution temperature changes occurring over the East Antarctic plateau during the warmer-than-today last interglacial. Expanding previous evidence of instabilities during the last interglacial, multicentennial subevents are identified and labeled for the first time in a past interglacial context. A variance analysis further reveals two major climatic features. First, an increase in variability is detected prior to the glacial inception, as already observed at the end of Marine Isotopic Stage 11 in the same core. Second, the overall variance level is systematically higher during the last interglacial than during the current one, suggesting that a warmer East Antarctic climate may also be more variable.

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Ein prominentes Mitglied hat den Naturschutzverein BUND verlassen, wie der Klimaretter am 22. Juli 2015 meldete:

Hans-Josef Fell verlässt den BUND
Mit “sofortiger Wirkung” hat Hans-Josef Fell seine Mitgliedschaft beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gekündigt. Der bayerische Landesverband der Umweltorganisation gefährde den Atomausstieg und behindere Klimaschutz, begründet Fell in einem fünfseitigen Schreiben seine Entscheidung. Der Schritt falle ihm nicht leicht, da er “die Naturschutzarbeit der vielen ehrenamtlichen Mitglieder des BUND sehr schätze”, so der bündnisgrüne Politiker. Allerdings wolle er “die zunehmend kontraproduktive energiepolitische Arbeit” des Verbandes “nicht mehr mittragen”. Fell saß für seine Partei 15 Jahre im Bundestag, verpasste aber 2013 den Wiedereinzug ins Parlament. Er ist einer der vier Urheber des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Weiterlesen beim Klimaretter.

Was war denn so kontraproduktiv, dass Fell unzufrieden wurde? Im Artikel erfährt man, dass der BUND das Biosphärenreservat Rhön schützen möchte. Fell würde offenbar gerne die windreichen Bergkuppen abholzen lassen und dort Windkraftanlagen installieren. Weiterhin ist der Grünen-Politiker sehr daran interessiert, Schneisen durch Süddeutschland zu schlagen, um dort riesige Stromtrassen zu verlegen. Bayern solle doch bitte Norddeutschland große Mengen an Ökostrom abkaufen. Desweiteren stößt es Fell bitter auf, dass der BUND vom weiteren Ausbau der Biokraftstoffe abrät. Neue Forschungsarbeiten konnten zeigen, dass Biosprit kaum CO2 einspart (siehe auch “Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt den Ausbau der Bioenergie zu stoppen“). Weshalb will Fell an der fragwürdigen Technologie weiter festhalten? Auch außerhalb Deutschlands sind die Biokraftstoffe mittlerweile in Verruf geraten (“Biosprit – Tödlicher Feind der Orang-Utans“).

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Tolle Aussichten für Obstbauern. Am 27. Juli 2015 meldete die WAZ:

Niederrheiner Aprikosen profitieren vom Klimawandel
Die Obstsaison in der Region läuft: Ausgerechnet bei den empfindlichen Steinfrüchten ist die Ernte üppig. Sie könnten vom Klimawandel profitieren.

Weiterlesen in der WAZ

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Do as I say and not as I do: Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton stellte kürzlich in einer Rede in Des Moines, Iowa, ihren Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung des Klimawandels vor. Kurz darauf fuhr sie mit ihrer schweren Limousine zum Flughafen und bestieg ihren 19-sitzigen Privatjet. Klimaschutz aktiv gelebt.

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Der Klimaaktivist James Hansen gab kürzlich eine Pressemitteilung zu seinem extremen Meeresspiegelalarm-Manuskript heraus, bevor der wissenschaftliche Begutachtungsprozess den Inhalt überhaupt geprüft hatte. Hierfür erntete er harte Kritik unter Fachkollegen. Judith Curry beschäftigte sich in ihrem Blog Climate Etc mit der Problematik. Hier geht es zum Artikel.

 

Für einen verbesserten Klimadialog: Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes

Eines der Ziele des Kalte Sonne-Blogs ist es, den Dialog zwischen den beiden Seiten der Klimadiskussion zu fördern. Eine faktenbasierte Diskussion sollte stets möglich sein, auch wenn die Ansichten der Diskutanten voneinander abweichen. Im Rahmen unserer Reihe “Um Antwort wird gebeten” haben wir bereits viele Fragen erörtern können. Leider gibt es jedoch auch Institutionen, die sich dem Dialog verweigern. Dies ist insbesondere bedenklich, da sich hierunter auch mit staatlichen Steuergeldern geförderte Institutionen befinden. Wie kann man solche Verweigerer dazu bewegen, in den Dialog einzutreten und auf berechtigte Fragen zu antworten? In den USA ist man da schon etwas weiter. Dort kann im Rahmen eines “Freedom of Information Act” (FOIA) jede staatliche Stelle zu einer Stellungnahme bzw. Datenausgabe aufgefordert werden. Wikipedia schreibt hierzu:

Der Freedom of Information Act (FOIA) ist ein 1967 in Kraft getretenes Gesetz zur Informationsfreiheit und gibt jedem das Recht, Zugang zu Dokumenten von staatlichen Behörden zu verlangen. [...] Der Freedom of Information Act bildet das amerikanische Leitbild einer offenen Regierung eines freiheitlichen Staates ab. Ziel ist die Förderung der Transparenz von staatlichen Einrichtungen. Dafür soll der Öffentlichkeit umfassender Zugang zu Informations- und Datensammlungen gegeben werden. Prinzipiell geht die Aktenöffentlichkeit vor die Ausnahme der Geheimhaltung. Den Personen, denen der Zugang zu den Aufzeichnungen verweigert wird, stehen administrative und richterliche Rechtsmittel zur Verfügung. [...]

Gibt es dieses Verfahren vielleicht auch in anderen Ländern, z.B. in Deutschland? Auch hier hilft Wikipedia weiter:

Umsetzung in andere Länder
Neben den Vereinigten Staaten hat im Jahre 2000 auch die Regierung Britanniens einen Freedom of Information Act verabschiedet. Deutschland unternahm im Jahre 2002 mit einem Entwurf erste Versuche ein deutsches Informationsfreiheitsgesetz zu artikulieren, welches im September 2005 erlassen wurde und seit dem 1. Januar 2006 in Kraft trat.

Die entsprechende Webplattform in Großbritannien gibt es hier. Uns interessiert jedoch natürlich besonders das “deutsche Informationsfreiheitsgesetz”. Auch hierzu gibt es eine Wikipedia-Seite:

Informationsfreiheitsgesetz
Das Informationsfreiheitsgesetz, auch IFG oder vollständig Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes, ist ein deutsches Gesetz zur Informationsfreiheit. Bisher haben elf Bundesländer für ihren Zuständigkeitsbereich jeweils eigene ähnliche Gesetze erlassen. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Sachsen existiert hingegen kein Landes-Informationsfreiheitsgesetz. In allen Ländern gilt ersatzweise mindestens das Petitionsrecht.

Das Gesetz gewährt jeder Person einen voraussetzungslosen Rechtsanspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen von Bundesbehörden. Eine Begründung durch Interesse rechtlicher, wirtschaftlicher oder sonstiger Art ist nicht erforderlich. „Amtliche Information“ ist jede amtlichen Zwecken dienende Aufzeichnung, unabhängig von der Art ihrer Speicherung, also beispielsweise Schriftstücke in herkömmlichen Akten, elektronisch gespeicherte Informationen, Zeichnungen, Grafiken, Pläne, Ton- und Videoaufzeichnungen.

Der Anspruch richtet sich gegen Bundesbehörden im Sinne des Verwaltungsverfahrensgesetzes. Bedient sich eine Bundesbehörde zur Erfüllung ihrer Aufgaben einer juristischen oder natürlichen Person des Privatrechts, so ist sie auch dann auskunftspflichtig, wenn die begehrten Informationen bei der privatrechtlichen Person vorliegen.

Der Begriff der Informationsfreiheit ist jedoch mehrdeutig und deshalb potentiell missverständlich. Die Informationsfreiheit beschreibt in Zusammenhang mit dem vorliegenden Gesetz nämlich nicht die Verwirklichung der mit der grundgesetzlichen Meinungsfreiheit einhergehenden Freiheit, sich aus allgemein zugänglichen Quellen zu informieren (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Grundgesetz), sondern stellt die Voraussetzung hierfür dar. Präziser wären deshalb die Begriffe „Informationszugang“, „Transparenz“ (z. B. in Hamburg) oder „Akteneinsicht“ (so in Brandenburg).

Wie kann man seinen Antrag im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes stellen? Wikipedia:

Die Behörde gewährt den Informationszugang grundsätzlich nur auf Antrag, und zwar „unverzüglich“ durch Auskunftserteilung, Gewährung von Akteneinsicht oder „auf sonstige Weise“, z. B. durch Abhörenlassen einer Tonaufzeichnung oder Recherche in einer Datenbank. Der Antrag hierfür kann mit einem formlosen Schreiben, aber auch mündlich oder telefonisch erfolgen. Die Behörde kann Gebühren und Auslagen in Höhe bis zu 500 € erheben.[3] Für die Erfüllung des Antrags gelten die Regeln des Verwaltungsverfahrensgesetzes. Die Ablehnung des Antrags ist ein Verwaltungsakt, der mit Widerspruch und Verpflichtungsklage angefochten werden kann.

Bis zu 500 Euro, uff. Naja, wenn sich alle Kalte-Sonne-Blogleser zusammentun, kann man sich das vielleicht ab und zu leisten, wenn es der Transparenz in der Klimafrage dient. Falls sich einmal eine Behörde doch einmal standhaft weigern sollte, gibt es noch eine letzte Anlaufstelle, wie wir auf Wikipedia erfahren:

Bundesbeauftragter für die Informationsfreiheit
Jeder kann den Bundesbeauftragten für die Informationsfreiheit anrufen, wenn er sein Recht auf Informationszugang nach diesem Gesetz als verletzt ansieht. Die Aufgabe des Informationsfreiheitsbeauftragten wird von dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz wahrgenommen. Die Befugnisse des Bundesbeauftragten für die Informationsfreiheit entsprechen denjenigen des Bundesbeauftragten für den Datenschutz nach dem Bundesdatenschutzgesetz.

Leitfäden zur Antragsstellung finden sich hier und hier.

 

Klimawandel hilft bedrohten Pinguinen auf den Galapagosinseln

Gute Nachrichten aus der Tierwelt in Spektrum der Wissenschaft am 5. August 2015:

Klimawandel hilft bedrohten Pinguinen
Veränderte Strömungen liefern Galápagos-Pinguinen mehr Nahrung. Setzt sich der Trend fort?
Die seltendste Pinguinart von allen, der Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus), könnte eine der Tierarten werden, die der Klimawandel vor dem Aussterben bewahrt. In den letzten 30 Jahren haben sich durch eine Kombination aus Klimawandel und natürlichen Schwankungen Winde und Strömungen in der Region um die Inselgruppe verändert, schreibt eine Arbeitsgruppe um Kristopher Karnauskas von der Woods Hole Oceanographic Institution. Dadurch habe sich ein Gebiet mit aufsteigendem, kaltem Tiefenwasser an den westlichen Inseln vergrößert. Dieser sehr nährstoffreiche Wasserkörper ist die Lebensgrundlage der Pinguine, und dank des verbesserten Nahrungsangebots hat sich laut der Untersuchung die Zahl der Pinguine auf deutlich mehr als 1000 verdoppelt.

Weiterlesen in Spektrum der Wissenschaft. Die Originalarbeit erschien in den Geophysical Research Letters.

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Immer wieder erklärt uns der IPCC-Freundeskreis, es gäbe gar keinen Erwärmungsstopp, der Temperaturanstieg ginge ungebremst weiter. Weshalb steht der Hiatus dann sogar in Titeln begutachteter Arbeiten? Am 13. August 2015 erschien zum Beispiel in den Geophysical Research Letters ein Paper von Ying und Kollegen:

The recent hiatus in global warming of the land surface: Scale-dependent breakpoint occurrences in space and time
[...] Our study examined the recent global warming hiatus on the land surface using an area-weighted summary of a scale-dependent phenomenon with substantial spatiotemporal heterogeneity and revealed the winter cooling in the Northern Hemisphere low-middle latitudes in 1999–2008 as the major contributor to the global warming hiatus on land surface in 2005. [...] 

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Was früher die klassische Entwicklungshilfe war, wird heute als Klimareparationszahlung getarnt. Schönes Beispiel ist Benin, am 21. Juli 2015 in einem Video auf zeit.de. Die Ölfelder des Landes versiegen langsam und man möchte nun eine Erneuerbare Energieversorgung aufbauen. Das ist sinnvoll und verständlich. Das Ganze kostet aber eine Stange Geld, das das arme Land nicht hat. Weshalb kann die Finanzierung nicht über die klassische Entwicklungshilfe bereitgestellt werden? Nicht vermittelbar? Lieber schwingt man die Klimakeule: Der reiche Westen hat das Klima zerstört und nun trocknet der Norden des Landes aus, der bis knapp an die Sahelzone reicht. Die Sahelzone trocknet immer mehr aus? Das ist Unsinn. Wissenschaftler haben das genaue Gegenteil herausgefunden, die Sahelzone ist in den letzten Jahrzehnten deutlich feuchter geworden. Siehe: “Neue Arbeit in Nature Climate Change: Regenmengen im Sahel nehmen seit den 1980er Jahren wieder zu“.

Und wie sieht es mit dem angeblich galoppierenden Meeresspiegelanstieg aus? Laut Satellitenmessungen ist der Meeresspiegel an der Küste Benins in den letzten 20 Jahren um 6 cm angestiegen, was 3 mm pro Jahr ergibt. Dies ist wahrlich keine Katastrophe, zumal die saisonalen Änderungen viel dramatischer sind.

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Der Klimawandel ist überall. Nun wird er verdächtigt, dass er auch auf Seiten des Islamischen Staats mitkämpft, sagt jedenfalls ein US-Präsidentschaftskandidat. Spiegel Online untersuchte den Fall am 22. Juli 2015:

Der Klimawandel habe den “Islamischen Staat” hervorgebracht, sagt Martin O’Malley, Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten. Was ist dran an der Behauptung?
[...] Eine Megadürre habe die Region heimgesucht, sie habe die Ernte vernichtet und Menschen in die Städte gezwungen. Die Dürre habe “die humanitäre Krise geschaffen, die Bedingungen für extreme Armut, die jetzt zum Aufstieg des IS und der extremen Gewalt geführt haben”. Was plausibel klingen mag, haben Wissenschaftler jüngst zurückgewiesen: Die Sicherheit Afrikas hänge nicht am Klima, sondern an der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung, erklären Experten. Der Verweis auf den Klimawandel verschleiere die wahren Ursachen.

Ganzen Artikel auf Spiegel Online lesen. Oder in der Bildzeitung.

 

Studie der University of Bournemouth zum Artensterben in den Anden: “Klimawandel ist nur ein Faktor unter vielen”

Der Klimawandel wird gerne für alles Übel in der Welt verantwortlich gemacht. Dazu gehören auch Warnungen vor einem katastrophalen Artensterben. Wissenschaftler der Bournemouth University haben die Sachlage nun am Beispiel von Bäumen in den tropischen Anden etwas differenzierter untersucht. Ihr “erstaunliches” Fazit: Der Klimawandel ist nur ein Faktor unter vielen in der Frage des Artensterbens. Im Folgenden die Pressemitteilung der Bournemouth University vom 16. Juli 2015:

Climate change just one of many risks to trees in the tropical Andes   

Scientists have provided the first robust assessment of climate change impacts on extinction risk in the tropical Andes, an area of global importance for biodiversity. Bournemouth University experts have analysed the potential impact of changing climate conditions on the tree species that occur in the tropical Andes, along with other factors.

The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) has estimated that 20–30% of the world’s species are likely to be at increased risk of extinction as a result of climate change. Other estimates have suggested that 15–37% of species could be ‘committed to extinction’ owing to climate change by 2050. However, such estimates have been controversial, owing to doubts about the extent of climate change that might occur, and how species may respond to such changes.

The study focused on trees that are restricted to the highest elevations in these mountains, occurring in upper montane forest and cloud forest ecosystems. “Species living at the top of tropical mountains are thought to be among those most at risk of climate change”, said Natalia Tejedor-Garavito, who led the investigation. “While species in lowland areas can potentially migrate as the climate changes, those that live on the mountain tops literally have nowhere else to go”.

Some 129 species of tree that are endemic to this region were assessed as a part of the study. Results indicated that climate change increased the risk of extinction of 18-20% of these species, depending on the climate scenario adopted. The researchers also used a new metric that enables quantification of this risk, relative to other pressures affecting biodiversity. Based on the IUCN (International Union for Conservation of Nature) Red List of Endangered Species, the Red List Index indicated that climate change accounts for about a 15% increase in extinction risk for this group of species.

“This research shows that while climate change is certainly an important threat to species, there are many other factors that are currently increasing the extinction risk of species in montane tropical forests,” said Professor Adrian Newton of Bournemouth University, one of the researchers involved in the study. These factors include clearance of forest for agriculture and over-harvesting of tree species, as well as the effects of fire and grazing associated with agricultural activity.

The study’s conclusion suggests that conservation efforts need to address the multiple factors currently affecting biodiversity, rather than focusing exclusively on climate change. “Tropical montane forests are special places, with high numbers of species that are found nowhere else”, said Tejedor-Garavito. “Our concern is that if efforts to conserve them are not strengthened as a matter of urgency, then many species may be lost before longer-term threats such as climate change really begin to take effect”.

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Wetterhorror am 16. Juli 2015 in der FAZ:

Weltklima: Neues Chaos zwischen Himmel und Meer
El Nino dreht derzeit mächtig auf, der Klimawandel setzt eins obendrauf. Mehr Wetterextreme drohen, eine Inflation der Katastrophen. Und Erleichterung wird es in den nächsten Monaten kaum geben.

Es ist richtig, dass wohl ein El Nino aufzieht. Das tut er übrigens alle 2-7 Jahre, daher hält sich die Überraschung in Grenzen. Autor Joachim Müller-Jung geht dann auf die typischen Folgen eines El Nino ein. Das kann er gerne tun. Allerdings hätte er dazu die Überschrift in “Weltwetter: Neues Chaos…” umändern müssen. Was hat das mit dem arg strapazierten Klima zu tun? Wir lesen in der FAZ:

Viel populärer, aber auch stärker diskutiert wird inzwischen die unter Klimaforschern favorisierte Warnung: Der Klimawandel facht den Energieaustausch zwischen der Atmosphäre und den Ozeanen an, bringt lange Zeit stabile Gleichgewichte und Strömungen aus der Balance.

Dabei versäumt es Müller-Jung leider zu erwähnen, dass die Wissenschaft die Idee von Dauer-El Ninos bereits verworfen hat (siehe “Kein Trend in der El Nino-Entwicklung der letzten 150 Jahre: Klimamodelle mit zukünftigem Dauer-El Nino können die Vergangenheit nicht reproduzieren“). In der Folge geht es im FAZ-Artikel noch um neue Starkregen-Papers, die jedoch stark von früheren Ergebnissen abweichen und daher relativ fragwürdig sind (siehe “Überraschung: Globale Niederschläge sind in den letzten 70 Jahren weniger extrem geworden“).

 

Stefan Rahmstorf und die Milankovich-Zyklen

Wenn uns Psychologen schon den Klimawandel erklären müssen, wissen wir, dass etwas schief läuft. So geschehen in der Huffington Post am 16. Juli 2015, als “Nachhaltigkeitsexpertin und Wirtschaftspsychologin” Dr. Alexandra Hildebrandt erklärt:

Klimawandel: Warum wir die Wahrheit leugnen
Wenn es um den Klimawandel geht, schauen wir zwar hin, haben aber meistens scheinbar Wichtigeres zu tun, als uns um so ein abstraktes Thema zu kümmern. Wir nehmen Dürren, Hungersnöte, Überschwemmungen und Artensterben zur Kenntnis, aber all das bleibt nicht lange im Bewusstsein und lässt uns emotional abstumpfen. Auch die Medien tun sich schwer, ein solches Thema durchgehend präsent zu halten. Einige sprechen sogar von „Mitleidsmüdigkeit”. Die kanadische Journalistin, Autorin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein hält uns in ihrem akribisch recherchierten und packenden Buch „Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima (S. Fischer, 2015) einen Spiegel vor, denn wir neigen wohl alle dazu, die Wahrheit zu leugnen, wenn sie zu viel kostet.

Weiterlesen in der Huffington Post.

Frau Hildebrandt vermischt hier wirklich alles und jedes: Dürren, Hungersnöte, Überschwemmungen und Artensterben. Alles soll ein Indiz für den Klimawandel sein, obwohl der IPCC hier viel vorsichtiger argumentiert als Hildebrandt es denkt. Es führt kein Weg daran vorbei, man muss sich wirklich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen beschäftigen, bevor man “Wahrheit” erkennen und mögliche Leugnung derselbigen erkennen bzw. kritisieren könnte. Auch ist Naomi Klein nicht gerade eine verlässliche Fachwissenschaftlerin, die Aufklärung in den Klimadschungel bringen könnte, sondern zuallererst eine lupenreine Aktivistin, auf die die Nachhaltigkeitsexpertin und Wirtschaftspsychologin nachhaltig hereingefallen ist. Schade.

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Stefan Rahmstorf ist ein wenig aus der Tagespresse verschwunden. Seinen Platz als Autor hat er im IPCC eingebüßt. Ist er der Presse vielleicht zu extrem geworden? Oder hat er seine Warner-Rolle clever an PIK-Institutsangehörigen delegiert, die allmonatlich mit einer neuen Klimaalarmgeschichte an die Öffentlichkeit treten? Viel spricht für Letzteres. Auf Rahmstorfs Institutswebseite findet sich aus dem Jahr 1999 noch immer ein Schmankerl, das Kopfschütteln verursacht. Unter der Rubrik “Häufige Mißverständnisse zum Thema Golfstrom – eine kleine Hilfestellung für Journalisten und verwirrte Zeitungsleser” schreibt er:

Nach dem jetzigen Kenntnisstand spricht nichts für eine kommende Eiszeit; nach den Milankovich-Zyklen ist erst in ca. 30,000-50,000 Jahren mit einer neuen Vereisung zu rechnen. 

30.000 bis 50.000 Jahre sind ein Vielfaches der üblichen Interglazialdauer in der jüngeren geologischen Vergangenheit. Was erzählt der gelernte theoretische Physiker Rahmstorf da eigentlich seinen Klima-Gläubigen? Genügend Zeit für eine „paläoklimatische“ Learning-Curve anhand von bekannter Literatur (beispielsweise W. Köppen und A. Wegener: Die Klimate der geologischen Vorzeit, Borntraeger 1924) oder modernen Klimaproxies (beispielsweise die Vostok-Eisproxies) hätte er doch seit 1999 ausreichend gehabt. In Uli Webers Buch “Klimahysterie ist keine Lösung” kann man auf den Seiten 78/79 nachlesen:

„… In [der] Abbildung [unten] ist ein Vergleich zwischen Temperaturdaten aus den Vostok-Eis­bohr­kernen [...] dargestellt. Das Klima unserer Erde steht demnach tatsächlich in einem Temperaturmaximum. Unser gegenwärtiges Temperaturoptimum besteht schon seit etwa 12.000 Jahren und aus dem natürlichen Verlauf der Milanković-Zyklen geht hervor, dass es bei einer durchschnittlichen Gesamtdauer von etwa 10.000 bis 15.000 Jahren bereits in sehr naher geologischer Zukunft zu Ende gehen wird. Allerdings ergibt sich aus der natürlichen Entwicklung des Paläoklimas heraus vorher auch noch die Möglichkeit für einen kurzfristigen Temperaturanstieg von weiteren 2 Grad Celsius gegenüber heute, bevor dann für etwa 50.000 Jahre ein Temperaturabfall zwischen -4 und -6 Grad Celsius und danach für weitere 50.000 Jahre von -6 bis -8 Grad gegenüber der aktuellen Durchschnittstemperatur eintreten wird…“

Interessant ist auch ein aktuelles Rahmstorf-Zitat von Wetter.de (dortige Angabe zur letzten Aktualisierung: 24.03.2015 – 08:18 Uhr):

„… Beobachtungen weisen darauf hin, dass die Umwälzung [der 'Atlantic Meridional Overturning Circulation', der gravitative Antrieb des Golfstroms] in den letzten Jahrzehnten langsamer war als jemals zuvor im vergangenen Jahrhundert, wahrscheinlich sogar im vergangenen Jahrtausend. Zu dieser Abschwächung hat offenbar die zunehmende Eisschmelze auf Grönland beigetragen, die durch den mensch-gemachten Klimawandel verursacht wird. Eine weitere Verlangsamung der Strömung könnte nicht nur Folgen haben für marine Ökosysteme, sondern auch für den Meeresspiegel und das Wetter in den USA und Europa. ‚Verblüffenderweise hat sich trotz fortschreitender globaler Erwärmung ein Teil des nördlichen Atlantik in den letzten hundert Jahren abgekühlt‘, sagt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Frühere Forschung hatte bereits Hinweise darauf gegeben, dass eine Abschwächung der großen Umwälzströmung im Atlantik, die so genannte ‘Atlantic Meridional Overturning Circulation’, hierfür verantwortlich sein könnte. ‚Jetzt haben wir starke Belege dafür gefunden, dass dieses atlantische Förderband sich in den vergangenen hundert Jahren tatsächlich verlangsamt hat, besonders seit 1970‘, so Rahmstorf…“

War nicht gerade wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass der Golfstrom stabil ist? Aber die Argumentation von Rahmstorf mag den Alarmisten helfen, gleich mal präventiv die klimatischen Auswirkungen der sinkenden Sonnenfleckenaktivität vom Tisch zu wischen…

 

Internationale Umfrage zur Klimagefahr: Nur ein Drittel der befragten Deutschen sieht den Klimawandel als bedeutendes Problem an

Baumringe sind so eine Sache. Manchmal sind sie ausgezeichnete Temperatur- und Klimaindikatoren, und manchmal halt auch nicht. Dies musste auch das legendäre Hockeystick-Team auf die harte Tour lernen. Erst “rekonstruierten” sie die Temperaturen der letzten 1000 Jahre mithilfe von (u.a.) Baumringen, dann jedoch versagten die Ringe in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Baumdaten weigerten sich standhaft, die per Thermometer gemessene Erwärmung zu reproduzieren. Peinlich.

Auf der Iberischen Halbinsel ist nun eine weitere interessante Fallstudie zum Thema dazugekommen. In Spanien machte man sich Sorgen, da die Wachstumsraten der Pinien zurückgegangen sind. Ist vielleicht der Klimawandel Schuld? Das Team der Universidad Politécnica de Madrid um Agustin Rubio Sánchez untersuchte Baumringe und ihr Verhältnis zu anderen Parametern wie etwa Dürren. Das Fazit fällt eindeutig aus: Es war nicht der Klimawandel, der den Pinien so zusetzte. Vielmehr steht ein Wechsel in der Waldbewirtschaftung in Verdacht. Im Zuge der allgemeinen Landflucht wird der Wald heute viel weniger genutzt als noch vor etlichen Jahrzehnten.

Zur Pressemitteilung (Titel: “Dendroecology: not everything is caused by climate change“) geht es hier, das Paper finden Sie hier.

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Eigentlich lohnt es sich nicht, auf Umfragen zum Klimawandel einzugehen. Wissenschaft wird nicht auf der Straße im Rahmen von Umfragen betrieben, sondern von naturwissenschaftlich ausgebildeten Fachleuten, wobei die Wahrheit nicht unbedingt durch einen Konsens erlangt werden kann. Trotzdem wollen wir auf eine recht detaillierte Umfrage des Pew Research Centers hinweisen, die am 14. Juli 2015 veröffentlicht wurde. Dort gibt es unter anderem eine Weltkarte, auf der die von der jeweiligen Bevölkerung am stärksten gefürchtete Gefahr aufgetragen ist. Auffällig: Klimaangst hat man vor allem auf der Südhalbkugel, während auf der Nordhalbkugel die Angst vor dem Islamischen Staat (IS), Russland sowie wirtschaftlicher Instabilität vorherrschen. Hier gehts es zur Graphik.

Weiter interessant ist die Bewertung der Klimagefahr in Deutschland. Nur ein Drittel der befragten Deutschen sieht den Klimawandel als bedeutendes Problem an. Dies ist einer der geringsten Werte aller 40 Staaten, die in der Befragung ausgewertet wurden. Nur in Polen, Russland, Ukraine, Israel, Palästina, China und Pakistan stufte man das Klima noch niedriger in der Dringlichkeitsstufe ein. Der Klimadaueralarm von PIK & Co. wirkt offenbar nicht. Ist das Vertrauen in die Klimawarner durch übertriebene Darstellungen in der Vergangenheit nachhaltig beschädigt? Sind die Menschen vielmehr an fachlich ausgewogenen Informationen und Diskussionen interessiert, wie wir sie hier im Kalte-Sonne-Blog anzubieten versuchen? Wir möchten alle Interessierten weiterhin ermutigen, sich selbst ein Bild zu machen und sich vielseitig zu informieren, anstatt nur den IPCC-Erzählstrang gelten zu lassen.

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Im niederländischen Blog Klimaatverandering hat sich Jos Hagelaars Mitte Juli 2015 mit Temperaturprognosen und ihrem Vergleich mit den Messwerten beschäftigt. Dabei wird klar, dass die realen Temperaturen allmählich aus dem vom IPCC genannten Unsicherheitsbereich nach unten herauslaufen und die Überschätzung der Klimaerwärmung immer deutlicher wird. Hagelaar hat dankenswerterweise auch die Prognose aus unserem Buch “Die Kalte Sonne” (KS) in den Vergleich aufgenommen. Wenn man ähnlich großzügige Unsicherheitsbereiche anwendet wie der IPCC (plus-minus 0,2°C), befindet sich die aktuelle Temperatur auch in unserer Prognose noch im vorhergesagten Bereich. In den kommenden Jahren wird sich dann jedoch zeigen, wer wirklich Recht hat: Die IPCC-Prognose weist nach oben, die KS-Prognose nach unten. Die Ozeanzyklen treten in ihre kühlende Phase ein (“University of Southampton: Kühlender Ozeanzyklus lässt Atlantik in den kommenden Jahrzehnten um ein halbes Grad abkühlen, globaler Erwärmungshiatus setzt sich fort und Hurrikane werden seltener“). Und auch die Sonne weist in Richtung Abkühlung (“Nationales Astronomisches Observatorium von Japan sagt Abkühlung voraus“).

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Kritischer Beitrag zur Energiewende im Manager Magazin am 9. Juli 2015 von Marc Oliver Bettzüge, Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI):

Die romantische Rhetorik der Energiewende: Bitte nicht mit Argumenten stören!

Ob August Heinrich von Fallersleben sich über das deutsche Projekt der sogenannten ‘Energiewende’ gefreut hätte? Immerhin hat Deutschland wieder eine Mission. Dieses Mal geht es um nichts weniger als die Rettung der Welt. Hehre Ziele für die Gestalt unseres Energiesystems sollen uns zu edler Tat begeistern. Und auch wenn wir nur ein Vierzigstel der globalen Energiewirtschaft sind, ist unsere Verantwortung gewaltig. Denn, so wird gesagt, “wenn es Deutschland nicht schafft, wer dann?” (Jeffrey D. Sachs). Kritischen Beobachtern wird getrotzt statt ihnen zugehört. Denn nun halten wir in guter deutscher Tradition auf dem einmal eingeschlagenen Weg brüderlich zusammen. Die Energiewende sei “ein nationaler Konsens” (Winfried Kretschmann) und daher müssten sie “alle Menschen in Deutschland gemeinsam stemmen” (Peter Altmaier). Die großspurige Rhetorik, zu der die “Energiewende” seit dem atomaren Raus-aus-den-Kartoffeln-Moment im März 2011 offensichtlich einlädt, hätte Herrn von Fallersleben sicherlich gut gefallen. Doch genau diese Grandiosität der Sprache steht einer aufgeklärten Debatte über die deutsche Energiepolitik im Wege.

Weiterlesen im Manager Magazin

 

Ungesunder Klimaalarm: Viele IPCC-nahe Wissenschaftler leiden unter prä-traumatischem Stress

Es ist wirklich ein anstrengendes Geschäft, dieser Klimaalarmismus. Ständig muss man an die “gute Sache” denken, darf Kritik an Kollegen oft nicht aussprechen, wenn diese mal wieder übertrieben haben. Die Klimaskeptiker könnten dies ja für ihre Seite ausschlachten. Die Produktion von schlechten Klimanachrichten geht natürlich nicht spurlos an den beteiligten Wissenschaftlern vorbei. Viele glauben sogar ihre eigenen Geschichten und können vor lauter Angst nachts nicht mehr schlafen. Dies ist übrigens kein Scherz. Judith Curry hat sich in Ihrem Blog der Sache einmal angenommen und lässt Betroffene und Psychologen zu Wort kommen. Letztere haben auch bereits eine Diagnose des Phänomens: Prä-traumatischer Stress.

Siehe auch Artikel in der Washington Post vom 14. Juli 2015:

What it’s like when your job is to predict the end of humanity
As recently as 2009, Camille Parmesan had a career that most scientists can only dream of. That year, the University of Texas professor was named one of Atlantic Monthly’s 27 “Brave Thinkers” for her efforts to save species whose habitats are threatened by climate change. The distinction — which placed Parmesan on a list alongside Steve Jobs, Mark Zuckerberg and Barack Obama — arrived two years after she shared a Nobel Peace Prize with Al Gore for serving as a lead author of the Third Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). But beneath the acclaim, Parmesan recalls, her work left her “professionally depressed” and panicked — so much so that she eventually abandoned her life in the United States for a new one on the other side of the Atlantic, according to the environmental news website Grist.

Weiterlesen in der Washington Post

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Die australische Regierung besitzt in Sachen Klimawandel durchaus eine realistische Sichtweise. Immer wieder werden aus der Politik Stimmen laut, die eine wissenschaftliche Überprüfung der IPCC-Klimahorrorszenarien fordern. Eine Gruppe prominenter australischer Klimawissennschaftler aus dem IPCC-Umfeld macht dieser Drang nach mehr Transparenz offenbar so starke Kopfshmerzen, dass sie nun einen Brief an die Regierung verfassten, in dem sie von einer solchen Überprüfung dringend abraten. ABC News berichtete am 7. Juli 2015:

A group of prominent Australian scientists has warned climate sceptic MPs against wasting time and parliamentary resources on an inquiry into the evidence of human influence on climate change. The scientists have sent a letter to West Australian MPs Dennis Jensen and Chris Back, offering to brief them on the latest science instead. The letter was sent by Professor Ove Hoegh-Guldberg from the University of Queensland’s Global Change Institute and co-signed by 12 others, including Professor Will Steffen from the Australian National University and Professor Lesley Hughes from Macquarie University.

Weiterlesen auf ABC News.

Was treibt die Briefschreiber an? Ist es die Angst vor Entdeckung?

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Es ist immer wieder interessant, einen Einblick in Strategiegedanken der Klimaalarmisten zu gewinnen. Am 9. Juli 2015 gelang dies wieder einmal, als die Taylor & Francis Group in einer Pressemitteilung erklärte, man müsse den Klimawandel viel stärker mit dem Thema Krankheiten verweben, um die Leute effektiv zu erreichen. Machen Sie sich also auf eine neue Welle von “Klimawandel fördert Schnupfen”-Zeitungsartikel in der nahen Zukunft bereit:

How to engage the population with climate change? Frame it as a public health issue.

Recent research in Environmental Communication examines the powerful influence of mass media portrayal of climate change and subsequent public identification with the issue.  Climate change is often reported as an environmental issue, this depiction arguably lacks personal relevance to individuals.  Weathers and Kendall study US reportage of climate change in a public health frame; a more powerful presentation for motivating public engagement and action against climate change?

The majority of the US public are known to largely gain their understanding of climate change from the mass media. Previous climate change communications have largely been from a scientific and environmental perspective, leaving audiences disaffected.  Little coverage has raised public health consequences of climate change such as higher incidence of asthma, allergies, disease and heat stroke amongst many.  Would US citizens alter consumer decisions and seek solutions to climate change if they realised the implications for human health in their own communities as well as the Arctic?  The authors conduct a multi-year content analysis of 270 US climate change news reports in a public health context to assess quantity and style of reporting delivered to Americans.  (weiterlesen …)

Neue GWPF-Broschüre: Ungewollte Folgen der Klimapolitik

Die Wissenschaft ist leider keine demokratische Veranstaltung. Selbst wenn tausende von Wissenschaftlern einen Konsens finden, kann das Modell trotzdem falsch sein und ein Außenseiter Recht haben. So geschehen zum Beispiel im Fall der Plattentektonik (siehe unsere Blogbeiträge “Kontinentalverschiebung und Klimawandel: Die wundersame Wiederholung der Wissenschaftsgeschichte” und “Die Plattentektonik setzt sich durch: Lehren für die Klimadebatte“).

Ein schönes Beispiel ist auch der Fall des Atmosphärenphysikers Heinz-Wolfram Kasemir. Der 1913 in Tilsit geborene und 2007 verstorbene Forscher entwickelte Theorien, die gegen den damaligen wissenschaftlichen Mainstream liefen, sich letztlich aber mehrfach als korrekt erwiesen. Als er seine entsprechenden Arbeiten publizieren wollte, schlug ihm oft Ablehnung entgegen. Zeitschriften-Gutachter erkannten oft den Wert der Arbeiten nicht und lehnten Kasemirs Manuskripte ab. Schön nachzulesen in einem Interview der AGU Mitgliederzeitschrift Eos (vol. 95, N. 17, 29. April 2014, p. 146) mit Vladislav Mazur, der zusammen mit Lothar Ruhnke kürzlich einen Sammelband mit Kasemirs Arbeiten herausgab.

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Die GWPF hat vor kurzem einen Bericht mit dem Titel “Ungewollte Folgen der Klimapolitik” herausgegeben, in dem es um sozioökologische Probleme geht, die durch Erneuerbare Energien und andere klimapolitische Maßnahmen verschuldet werden. Autor der Analyse ist Andrew Montford, der bereits in seiner Rückschau zum “Hockeytick” bewies, dass er unbequeme Themen seriös aufzubereiten weiß. Hier geht es zum Bericht.

Im Telegraph fragt sich Christopher Booker, weshalb den Klimaschützern der Umwelschutz so egal sein kann:

Why are greens so keen to destroy the world’s wildlife?
This pursuit of the dream of “carbon-free energy” is creating an ecological catastrophe

Weiterlesen in The Telegraph.

Wo ist der Aufschrei der deutschen Naturschutzgruppen, wenn Klimamaßnahmen in der Tierwelt massiven Schaden anrichten? Es herrscht eine unerklärliche Stille. Lieber kümmert man sich um CO2-Senkungen und schwer vorhersagbare Klimaveränderungen, als sich mit den realen Problemen im Hier und Jetzt zu belasten. Eine schlimme Schlappe für die Naturschutzbewegung, die vom CO2-Pendel hypnotisiert nur noch den Klimawandel sieht.

Zu den unbequemen wissenschaftlichen Erkenntnissen in Sachen “grünes Leben” gehört leider auch, dass der Anbau von Biogemüse offenbar deutlich höhere CO2-Emisssionen verursacht als konventionelle Landwirtschaft. Details hierzu in der Daily Mail vom 15. Juli 2015.

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Malaria ist eines der großen Probleme dieser Welt. Mithilfe von DDT hatte man das Problem vor einigen Jahrzehnten bereits ganz gut im Griff, allerdings erkannte man dann, dass DDT wohl auch für den Menschen schädlich ist und krebsfördernd wirkt. Zwischenzeitlich hatten Klimaaktivisten versucht, Malaria mit der Klimaerwärmung in Zusammenhang zu setzen, ein Zusammenhang der von Fachwissenschaftlern jedoch nicht geteilt wird. Siehe u.a. “Neue Studie der UCSB: Klimaerwärmung führt zur Abnahme der Malaria in aktuellen Problemgebieten“.

Nun hat die University of Leicester gute Nachrichten: Am 7. Juli 2015 teilte sie per Pressemtteilung mit, dass man Malaria zukünftig wohl auch ohne DDT bekämpfen kann (mit Dank an WUWT für die Info):

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Study identifies new way to kill the malaria parasite

Scientists have discovered new ways in which the malaria parasite survives in the blood stream of its victims, a discovery that could pave the way to new treatments for the disease. The researchers at the Medical Research Council’s (MRC) Toxicology Unit based at the University of Leicester and the London School of Hygiene & Tropical Medicine identified a key protein, called a protein kinase, that if targeted stops the disease. The study is published today (Tuesday) in Nature Communications.

Malaria is caused by a parasite that enters the body through the bite of an infected mosquito. Once inside the body, parasites use a complex process to enter red blood cells and survive within them. By identifying one of the key proteins needed for the parasite to survive in the red blood cells the team have prevented the protein from working and thereby kill the parasite – in this way they have taken the first step in developing a new drug that could treat malaria.

The scientists – funded by the Medical Research Council (MRC) and the Wellcome Trust – used state-of–the-art methods to dissect the biochemical pathways involved in keeping the malaria parasite alive. This included an approach called chemical genetics where synthetic chemicals are used in combination with introducing genetic changes to the DNA of the parasite.

The researchers found that one protein kinase plays a central role in various pathways that allow the parasite to survive in the blood. Understanding the pathways the parasite uses means that future drugs could be precisely designed to kill the parasite but with limited toxicity, making them safe enough to be used by children and pregnant women.

Co-lead author of the study Professor Andrew Tobin from the MRC Toxicology Unit which is located at the University of Leicester, said: “This is a real breakthrough in our understanding of how malaria survives in the blood stream and invades red blood cells. We’ve revealed a process that allows this to happen and if it can be targeted by drugs we could see something that stops malaria in its tracks without causing toxic side-effects.”

Professor David Baker, co-lead author from the London School of Hygiene & Tropical Medicine, said: “It is a great advantage in drug discovery research if you know the identity of the molecular target of a particular drug and the consequences of blocking its function. It helps in designing the most effective combination treatments and also helps to avoid drug resistance which is a major problem in the control of malaria worldwide.”

According to the World Health Organization malaria currently infects more than 200 million people worldwide and accounts for more than 500,000 deaths per year. Most deaths occur among children living in Africa where a child dies every minute of malaria and the disease accounts for approximately 20% of all childhood deaths.

Professor Patrick Maxwell, chair of the MRC’s Molecular and Cellular Medicine Board, said: “Tackling malaria is a global challenge, with the parasite continually working to find ways to survive our drug treatments. By combining a number of techniques to piece together how the malaria parasite survives, this study opens the door on potential new treatments that could find and exploit the disease’s weak spots but with limited side-effects for patients.”

 

Palmöl-Plantagen bedrohen Zukunft der südostasiatischen Küstenzonen: Entwässerung und Landabsenkung öffnen Salzwasser Tür und Tor und führen zur Vernichtung des Lebensraumes

Der Klimawandel und der damit verbundene Meeresspiegelanstieg bedrohe ganz besonders Südostasien, schrieb das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einem Bericht für die Weltbank. Dabei hatte das PIK jedoch nicht nur die Ozeanzyklen übersehen, die den Meeresspiegel in der Region mal schneller und mal langsamer ansteigen lassen, sondern auch unbequeme Folgen der Palmölgewinnung. Die Energiewende und der damit verbundene hohe Bedarf an Palmöl gibt Grund zu großer Sorge: Küstennahe Sumpflandschaften in Südostasien werden unter einem grünen Deckmäntelchen im großen Maßstab entwässert, um lukrative Palmöl-Pflanzungen anzulegen. Dazu gibt es oft dann noch grüne, blaue und sonstwiefarbene Öko-Engel aufgestempelt, die die Maßnahmen im Ausland scheinheilig als nachhaltig ausgeben.

In Wahrheit lässt die massive Entwässerung das Land absinken, was bei Sturmfluten dem salzigen Meerwasser Tür und Tor öffnet. In den kommenden Jahrzehnten wird so der Lebensraum der Menschen versalzen und zerstört, die wirtschaftliche Grundlage der Region geraubt und die Biodiversität untergraben. Durch die Entwässerung gelangen zudem größere Mengen an zusätzlichem CO2 in die Atmosphäre, was den grünen Anstrich des Palmöls weiter abblättern lässt. Die Erkenntnisse wurden im Rahmen einer Studie gewonnen, die kürzlich von Deltares im Rajang-Delta in Malaysia im Auftrag von Wetlands International durchgeführt wurde.

Das Thema scheint die deutsche Presse jedoch nicht im Geringsten zu interessieren. Eine Google-News-Suche ergab, dass offenbar keine einzige Redaktion über die Studie berichtete. Wir wollen die Nachrichtenlücke zu diesem wichtigen Thema gerne füllen. Im Folgenden die Pressemitteilung von Wetlands International vom 6. Juli 2015:

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Peatlands of South East Asia are heading towards a socio-economic disaster

Agricultural production in vast regions of South East Asia will be lost in the coming decades as a result of flooding of extensive lowland landscapes due to unsustainable development and management of peat soils. About 82% of the Rajang Delta in Sarawak (East Malaysia) will be irreversibly flooded within 100 years and substantial areas are already experiencing drainage problems. This will increasingly impact local communities, the economy and biodiversity and will develop over time into disastrous proportions unless land-use on the region’s peatlands is radically changed. Therefore Wetlands International calls for conservation and sustainable management of peatlands in South East Asia.

A study commissioned by Wetlands International and executed by Deltares suggests that extensive drainage of peatlands for oil palm cultivation in the Rajang river delta results in such massive land subsidence that this will lead to extensive and devastating flooding incidents in the coming decades. The study analysed an area of 850,000 hectares of coastal peatlands in Sarawak, and produced a model which demonstrates that in 25 years 42% of the area will experience flooding problems. In 50 years the percentage affected will increase to 56% while the nature of flooding becomes more serious and permanent, and in 100 years 82% of the peatlands will be affected.

Such extensive flooding is due to massive conversion of peat swamp forests to agriculture, mainly oil palm plantations: currently only 16% of Sarawak’s natural peat forests remain. These valuable crops require drainage in order to be profitable. “The results of the model clearly shows the need for a radical change in peatland landuse not only in Sarawak but in all peat landscapes in the region”, said Lee Shin Shin, Senior Technical Officer of Wetlands International – Malaysia.“Current trends whereby vast areas of peatlands are opened up for drainage-based activities will render these areas unproductive and useless and this will adversely impact communities, industries and biodiversity that rely on such areas for their very survival and existence.”

Peat soils are made up of 10% accumulated organic material (carbon) and 90% water. When water is drained from the peat soil, the carbon in the peat soil is turned into CO2 and emitted into the atmosphere causing climate change. This carbon loss reduces the peat volume and thus causes the peat soil to subside. This process continues as long as drainage is continued and until the soil surface reaches sea or river levels constraining the outflow of water and thus leading to flooding. In tropical conditions, peat drainage causes the soil to subsidence at a rate of 1 to 2 metres in the first years of drainage, and 3 to 5 centimetres per year in subsequent years. This results in the subsidence of the soil by up to 1.5 metres within 5 years and 4 to 5 metres within 100 years.

“The study results are very relevant to Indonesia as well, where we observe the same patterns of peat swamp forest conversion, drainage and expansion of oil palm and Acacia for pulp wood plantations”, said Nyoman Suryadiputra, Director of Wetlands International – Indonesia. “Thousands of square kilometres in Sumatra and Kalimantan may become flooded in the same way as the Rajang delta, affecting millions of people who depend on these areas for their livelihoods”.

“Highly developed countries or regions in temperate areas, such as the Netherlands, cope with soil subsidence by building dykes and pump-operated drainage systems, but this is impossible in Malaysia or Indonesia”, explained Marcel Silvius, Programme Head for Climate Smart Land Use at Wetlands International. “The predominantly rural economy along thousands of kilometres of coastline and rivers, combined with the intense tropical rainfall makes it economically and practically impossible to implement such costly water management measures in the Southeast Asian region”.

Governments and industry should therefore immediately stop the conversion of remaining peat forests to agricultural or other use, and actively promote peatland conservation and restoration. Industry will need to phase out drainage-based plantations on peatlands, as these areas will be increasingly subject to flooding and eventually become unsuitable for any form of productive land-use. Effective policies should be drawn up, implemented and enforced to conserve and ensure the wise use of peatlands. There are many crops that can be cultivated on peatlands without drainage. Over 200 commercial local peat forest tree species have been identified, such as Tengkawang (Shorea spp.) which produces an edible oil and Jelutung (a latex producing species). These can provide alternative and sustainable livelihood opportunities for local communities but require piloting, improvement of varieties and up-scaling for industrial plantations.

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Eine weitere aktuelle Studie zeigt deutlich auf, dass die früher behauptete Klimabilanz des Palmöls viel schlechter ausfällt als lange gedacht. Die University of Minnesota gab am 9. Juli 2015 in einer Pressemitteilung bekannt, dass die CO2-Emissionen im Rahmen der Entwässerung der Palmölplantagen wohl knapp doppelt so hoch sind wie vom IPCC im letzten Klimabericht angenommen. Hier die Pressemitteilung in Vollversion (deutsche Zeitungen ignorierten auch die Studie bislang):

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Tropical peatland carbon losses from oil palm plantations may be underestimated (weiterlesen …)

Tierwelt des Amazonas-Regenwaldes durch Staudammprojekte akut gefährdet: Neue Studie der University of East Anglia ist der deutschen Presse keine Silbe wert

In den Kieler Nachrichten konnte man am 6. Juli 2015 schön sehen, dass der Klimawandel offiziell nur negative Folgen haben darf. Forscher hatten herausgefunden, dass die Pflanzen in der Arktis bei steigenden Temperaturen größer wachsen. Eigentlich braucht man dazu kein Riesenforschungsprogramm, das Ergebnis liegt irgendwie auf der Hand. Schön für die Pflanzen, möchte man meinen. Die Kälte hat lange Zeit ihr Wachstum eingeschränkt, nun dürfen sie endlich mal so richtig loslegen. Das ist jedoch nicht die Erzählrichtung der Kieler Nachrichten. Dort macht man sich Sorgen, dass die größeren Pflanzen den Permafrostboden auftauen lassen könnten:

Studie: Auch Pflanzen in arktischer Tundra erhöhen Klimawandel
Die arktische Tundra kann die Erderwärmung noch stärker beschleunigen als bislang gedacht. Zunehmende Temperaturen lassen nach Forscherangaben Pflanzen in bestimmten Gebieten der Tundra größer werden. Dadurch könnten diese das Auftauen der Permafrostboden und damit die Entstehung von Treibhausgasen indirekt beschleunigen. Am stärksten reagieren Büsche und Sträucher im Übergangsbereich der Tundra zur Hocharktis auf den Klimawandel, wie der Professor für Landschaftsökologie, Martin Wilmking, von der Universität Greifswald am Montag sagte.

Weiterlesen in den Kieler Nachrichten.

Eine schöne Klimaschauergeschichte. Leider ohne viel Substanz, denn andere Studien konnten zeigen, dass man die Permafrost-Gefahr wohl erheblich überschätzt hat. Siehe: “Spektrum der Wissenschaft: Klimagefahr durch auftauenden Permafrostboden wurde überschätzt“.

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Der Papst hat den 1. September zum Klimawandel-Gebetstag erklärt. Daher nicht vergessen, heute für oder gegen das Klima zu beten! Je nach Vorliebe. Weitere Informationen hierzu auf WUWT.

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Erneuerbare Energien sind zunächst einmal eine gute Sache. Energie frei Haus: Solarkraft, Wind, Wasserkraft und Biotreibstoffe – ohne die antreibende Kraft der Sonne gäbe es gar keine Erneuerbare Energien. Nun ist es sicher richtig, die Erneuerbaren zu fördern und auszubauen. Allerdings ist es hierbei wichtig, aus der initialen “Alles ist möglich und notwendig”-Pionierstimmung endlich in eine seriösere Planung einzusteigen. Stichwort Biotreibstoff-Monokulturen, Zerstörung des tropischen Regenwaldes für Palmöl, Überflutung riesiger Gebiete durch Staudämme, Verspargelung urtümlicher Landschaften durch Windkraftanlagen… Auch für die Erneuerbaren Energien müssen Grenzen gelten, wenn Natur in unverhältnismäßiger Weise zerstört wird oder andere schwerwiegende Nachteile drohen.

In Brasilien kann man den zerstörerischen Einfluss von Staudämmen auf das Ökosystem exemplarisch studieren. Der Balbina-Staudamm hat weite Teild des Amazonas-Urwalds überflutet. Forscher haben nun genauer nachgeschaut, welche Auswirkungen dies auf Flora und Fauna hatte. Sie fanden dabei Erschreckendes, wie National Geographic am 1. Juli 2015 berichtete. Eine wahrlich menschengemachte Katastrophe:

Amazon’s Wildlife Threatened By Hydropower Dams, Study Says
As countries build more hydropower projects, new research warns that massive dams pose an extinction threat to mammals, birds, and tortoises—at least in the Amazon. Brazil’s Balbina Dam has turned what was once undisturbed forest into an artificial archipelago of 3,546 islands where many vertebrates have disappeared, according to a study published Wednesday by England’s University of East Anglia. “We’re watching extinction unfold right in front of us,” says co-author Carlos Peres, a Brazilian professor at the university’s School of Environmental Sciences. “We uncovered astounding local extinction rates,” he says, even in areas that belong to a biological reserve and are protected from hunting.

Weiterlesen bei National Geographic.

Artensterben als Folge der Energiewende – ein unbequemes Thema im Jahr der Pariser Klimakonferenz. Die deutsche Presse ignorierte die wichtige Studie einfach. Eine Google-Nachrichten-Suche ergibt keinen einzigen Treffer. Anders hier im Kalte-Sonne-Blog, wo wir auch unangenehme Themen angehen. Im Folgenden die Pressemitteilung der University of East Anglia vom 6. Juli 2015 zur Amazonas-Studie:

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Hydroelectric dams drastically reduce tropical forest biodiversity

Widely hailed as ‘green’ sources of renewable energy, hydroelectric dams have been built worldwide at an unprecedented scale. But research from the University of East Anglia reveals that these major infrastructure projects are far from environmentally friendly.

A study published today in PLOS ONE reveals the drastic effects of the major Amazonian Balbina Dam on tropical rainforest biodiversity. The research reveals a loss of mammals, birds and tortoises from the vast majority of islands formed by the creation of the vast Balbina Lake, one of the world’s largest hydroelectric reservoirs. Lead author Dr Maíra Benchimol (pictured below), a former PhD student at UEA and now at Universidade Estadual de Santa Cruz, Bahia, Brazil, said: “Hydroelectric dams have been thought to be an environmentally friendly source of renewable power – and in recent years they have been built to supply the burgeoning energy demands of emergent tropical countries. “Previous studies have shown that large dams result in severe losses in fishery revenues, increases in greenhouse gas emissions, and socioeconomic costs to local communities. Our research adds evidence that forest biodiversity also pays a heavy price when large dams are built. (weiterlesen …)

Kurios: Schweizer Tagesschau macht aus “Zwei-Grad-Ziel” ein “Zwei-Prozent-Ziel”

Es ist Sommer. Es ist heiß. Das muss wohl der Klimawandel sein. Das sieht auch Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) so und meldete am 4. Juli 2015:

Bald jeder zweite Sommer ein Rekordsommer?
Es herrscht eine Gluthitze: Zur Freude von Wasserratten, Glacefreunden und Sonnenanbetern. Bisher blieben negative Folgen weitgehend aus. Das ist nicht selbstverständlich. Eine Risikoanalyse des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz zeigt: Eines der drei grössten nationalen Risiken ist eine Hitzewelle.

Amüsant ist hierbei, dass die SRF-Redaktion eine noch ziemlich gewagte Voraussage für das Ende des Jahrhunderts im Titel als “Bald” klassifiziert… Ebenfalls Anfang Juli 2015 kam in den Schweizer Nachrichten aber auch ein überraschender Bericht, der zeigt, dass das Abschmelzen von Alpengletschern keineswegs ewig-öde Gesteinswüsten hinterlässt, sondern dass sich diese Flächen bald in blühende Gärten verwandeln. Eigentlich passen diese “Good News” ziemlich schlecht zur üblichen “Klimaerwärmung-ist-immer-ganz-schlimm”-Story, und daher ist es bemerkenswert, dass dieser Bericht – im Vorfeld von COP21 in Paris – in die Schweizer Nachrichten gelangte:

Bakterien verwandeln Steinwüsten in blühende Natur
Wo Gletscher verschwinden, bleiben karge Steinwüsten übrig. Bereits nach wenigen Jahren erobern verschiedenste Pflanzen und Tiere die scheinbar lebensfeindlichen Gebiete wieder. Wie, das hat nun ein Wissenschaftlerteam beim Urner Dammagletscher untersucht.

Weiterlesen beim SRF.

Nicht überraschend war hingegen, dass in der Deutschlandfunk-Reportage über den Klimabericht der Ostsee-Region die Begriffe “Kleine Eiszeit” und “Mittelalterliche Wärme Periode” nicht mit einer Silbe erwähnt wurden. Hätte ja auch schlecht zur obligaten Klima-Alarm-Botschaft gepasst:

Klimabericht für Ostsee-Raum: Im Norden weniger Eis, im Süden weniger Regen
Die Berichte des Weltklimarates IPCC gehören zu der Art Publikationen, über die unter Experten, in der Öffentlichkeit und in den Medien kontrovers diskutiert wird, die aber nur die wenigsten tatsächlich gelesen hat. Besser ergeht es hoffentlich dem “kleinen IPCC-Report” für den Ostsee-Raum. Dessen Fazit: Die Anrainerstaaten müssen sich auf spürbare Veränderungen gefasst machen.

Auch das beteiligte Helmholtz-Zentrum Geesthacht war diese Auslassung sichtlich peinlich, als es hierauf von uns angesprochen wurde (siehe “Um Antwort wird gebeten: Warum verschweigt das Geesthachter Institut für Küstenforschung die Mittelalterliche Wärmeperiode in seiner Pressemitteilung zum Zweiten Ostee-Klimazustandsbericht?“).

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Immer wieder herrlich: Alle reden über den Klimawandel, aber nur sehr wenige verstehen die Grundlagen. Bei der Schweizer Tagesschau wurde aus dem “Zwei-Grad-Ziel” kürzlich das “Zwei-Prozent-Ziel”. Amüsant.

Anstieg globaler Extrem-Regenfälle? Australische Forscher widersprechen den Ergebnissen einer neuen PIK-Studie

Die Sintflut wird in den mythologischen Erzählungen verschiedener antiker Kulturen als eine göttlich veranlasste Flutkatastrophe beschrieben, die die Vernichtung der Menschheit und der Landtiere zum Ziel hatte. Als Gründe für die Sintflut nennen die historischen Quellen zumeist Verfehlungen der Menschheit. Die Idee findet im Rahmen des aktuellen Klimakatastrophismus eine Rennaissance. Durch unser frevelhaftes Tun steige der Meeresspiegel und schlimme Regenfälle lassen die Flüsse über die Ufer treten und schwemmen alles Sündige hinfort.

Da passt es ganz gut, dass der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans-Joachim Schellnhuber kürzlich bei der päpstlichen Enzyklika als Ghostwriter mitgeschrieben hat. Am 8. Juli 2015 befeuerte sein Institut mit einer Pressemitteilung das Sintflut-Thema:

Klimawandel: Immer mehr Rekord-Regenfälle
Weltweit haben extreme Regenfälle in den vergangenen dreißig Jahren zu immer neuen Rekorden geführt. Bis 1980 lassen sich Schwankungen in der Häufigkeit von Starkregen mit natürlichen Faktoren erklären,– für die jüngste Zeit aber haben Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung einen klaren Aufwärtstrend solcher zuvor nie dagewesener Regenfälle entdeckt. Diese Zunahme passt zum Anstieg der globalen Mitteltemperatur, die verursacht wird von Treibhausgasen aus dem Verbrennen von Kohle und Öl. Sturzbachartige Regenfälle können zu folgeschweren Überschwemmungen führen.

Die These: Die Häufigkeit extremer Regenfälle hätte sich in den letzten 35 Jahren im globalen Maßstab so weit gesteigert, dass der Bereich der natürlichen Schwankungsbreite nun verlassen wurde. Das dazugehörige Paper stammt von einem PIK-Forschertrio um Jascha Lehmann und erschien in der Juli 2015-Ausgabe des Fachblatts Climatic Change. Das PIK beschreibt die wichtigsten Ergebnisse in seiner Pressemitteilung wie folgt:

Eine statistische Analyse von Regendaten aus den Jahren 1901-2010, gewonnen aus Tausenden von Wetterstationen weltweit, zeigt für den Zeitraum seit 1980 einen Anstieg solcher Rekord-Regen-Ereignisse um 12 Prozent verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel. „Weil der Trend nach oben weist, beträgt die Zunahme von Rekord-Regenfällen im letzten der untersuchten Jahre sogar 26 Prozent“, so Lehmann. Diese Rekorde brechende Abnormität ist auf den verschiedenen Kontinenten der Erde unterschiedlich ausgeprägt; feuchte Regionen erleben eine stärkere Zunahme, trockene eine weniger starke. In den Ländern Südost-Asiens wurde eine Zunahme von Rekord-Regenfällen um volle 56 Prozent verzeichnet, in Europa um 31 Prozent. Andere Regionen hingegen beobachten eine Abnahme von Rekord-Regen. Im Mittelmeer-Raum beträgt diese Abnahme 27 Prozent, im Westen der USA 21 Prozent. Beide Regionen sind von Trockenheit bedroht.

Die komplizierte Formulierung lässt aufhorchen: ein Anstieg “verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel”. Die Stationsdaten wurden offenbar nicht mit einer Referenzperiode der Vergangenheit verglichen, so wie es in der Meteorologie normalerweise üblich ist. Weshalb so kompliziert? Haben Lehmann und Kollegen die natürliche Variabilität extremer Regenfälle voll im Griff, die in das “Szenario ohne [anthropogenen] Klimawandel” zwingend einfließen müsste? Ergibt sich der proklamierte Anstieg von 12% vor allem aus dem Unterschied zwischen tatsächlicher Datenbasis und dem PIK-Klimamodell? Weshalb verwenden die Autoren nicht einfach die simplen, harten Messdaten und überprüfen, ob es einen Trend in der Häufigkeit extremer Regenfälle gibt?

Genau dies hatte ein australisches Team um Fubao Sun von der National University in Canberra getan und die Ergebnisse 2012 in den Geophysical Research Letters publiziert. Das Ergebnis: Trotz globaler Erwärmung  sind die globalen Niederschläge in den letzten 70 Jahren  weniger extrem geworden, und dies sowohl in zeitlicher wie auch räumlicher Hinsicht. Trockene Gebiete wurden feuchter, und feuchte Gebiete wurden trockener. Eine Temperaturabhängigkeit der Niederschlagsvariabilität war nicht festzustellen. Die Forscher vermuten, dass Aerosole eine viel wichtigere Rolle spielen.

Wundert es Sie auch ein bisschen, dass das PIK-Forschertrio diese wichtige Studie einfach ignoriert? In der Literaturliste der neuen Arbeit sucht man das Paper der Australier jedenfalls vergeblich. Weshalb haben die Reviewer nicht auf eine Diskussion der abweichenden Ergebnisse bestanden? Auch in anderen Fallstudien aus verschiedenen Teilen der Erde findet sich kein Hinweis auf eine Verschärfung der Extremregengefahr:

Deutschland:
Klimabericht des Umweltbundesamtes (UBA) zu Deutschland: Kein statistisch gesicherter Anstieg extremer Niederschläge oder von Trockenperioden

England & Wales:
Simpson & Jones 2013

Frankreich:
Extremregen war in den Französischen Alpen während der Kleinen Eiszeit häufiger als heute

Italien:
Kein Anstieg der extremen Niederschläge in Norditalien während der vergangenen 90 Jahre

Marokko:
Extreme Regenfälle in Marokko während der letzten 50 Jahre nicht häufiger geworden

USA:
Extremregen in den USA war Anfang des 20. Jahrhunderts häufiger als heute

Natürlich gibt es auch Gebiete, in denen eine Zunahme extremer Regenfälle zu verzeichnen ist. Der IPCC fasste in seinem letzten Klimabericht (AR5) die globale Situation wie folgt zusammen:

Precipitation extremes also appear to be increasing, but there is large spatial variability.

Man gibt sich beim IPCC also überaus vorsichtig. Aus gutem Grund, denn die Datenlage ist alles andere als eindeutig, wie auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Welt vom 9. Juli 2015 zu bedenken gibt:

Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) möchte man der Schlussfolgerung des PIK mit Blick auf Deutschland nicht komplett folgen. “Das stellt sich für uns noch nicht eindeutig dar und müsste durch weitere Arbeiten belegt werden”, sagt der Klima- und Extremwetter-Experte des DWD, Thomas Deutschländer. Anders als bei den steigenden Jahresmitteltemperaturen sei beim Starkregen ein Zusammenhang mit dem Klimawandel schwieriger herzustellen – und die bisherige Beobachtungsphase zu kurz. “Wir haben in Deutschland derzeit gewisse Indizien für eine Zunahme im Winter, jedoch nicht für Sommer oder Herbst”, sagt Deutschländer. “Das sind noch keine markanten Trends.” Zwischen 1980 und 2000 habe es in Deutschland eine Art Starkregen-Loch gegeben. “Seit 2000 zieht die Zahl der Ereignisse wieder an. Aber auch zwischen 1950 und 1980 hat es eine Phase mit relativ vielen Starkregen gegeben.”

 

Geschlechtsumwandlung durch Klimawandel: Wenn Dracheneidechsen-Männchen plötzlich zu Weibchen werden

Eigentlich sind wir ja eine jugendfreie Webseite, trotzdem wollen wir heute aus wissenschaftlichen Gründen eine Ausnahme machen und möchten über eine neue Studie der australischen University of Canberra berichten. Forscher fanden dort etwas Ungeheuerliches: Erstmals konnte man nachweisen, dass der Klimwandel zu Geschlechtsumwandlungen in der Natur führen kann. Die Wissenschaftler setzten Dracheneidechsen warmen Temperaturen aus, die daraufhin von männlich auf weiblich umschalteten. Hoffentlich passiert dies nicht auch bei den Menschen… Am 2. Juli 2015 gab die Universität die spektakulären Ergebnisse im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt:

Reptile sex goes wild in the outback, UC research finds

A climate-induced change of male dragons into females occurring in the wild has been confirmed for the first time, according to University of Canberra research published on the cover of prestigious international journal Nature today. The researchers, who have long studied Australia’s bearded dragon lizards, have been able to show that a reptile’s sex determination process can switch rapidly from one determined by chromosomes to one determined by temperature.

Lead author Dr Clare Holleley, a postdoctoral research fellow at the University of Canberra’s Institute for Applied Ecology, explained: “We had previously been able to demonstrate in the lab that when exposed to extreme temperatures, genetically male dragons turned into females.” “Now we have shown that these sex reversed individuals are fertile and that this is a natural occurring phenomenon.”

Using field data from 131 adult lizards and controlled breeding experiments, Dr Holleley and colleagues conducted molecular analyses which showed that some warmer lizards had male chromosomes but were actually female. “By breeding the sex reversed females with normal males, we could establish new breeding lines in which temperature alone determined sex. In doing so, we discovered that these lizards could trigger a rapid transition from a genetically-dependent system to a temperature-dependent system,” she said. “We also found that sex-reversed mothers – females who are genetic males – laid more eggs than normal mothers,” Dr Holleley said. “So in a way, one could actually argue that dad lizards make better mums.”

University of Canberra Distinguished Professor Arthur Georges, senior author of the paper, also highlighted the importance that these discoveries have in the broader context of sex determination evolution. “The mechanisms that determine sex have a profound impact on the evolution and persistence of all sexually reproducing species,” Professor Georges said. “The more we learn about them, the better-equipped we’ll be to predict evolutionary responses to climate change and the impact this can have on biodiversity globally.” The paper Sex reversal triggers the rapid transition from genetic to temperature-dependent sex.

Science Daily griff die Geschichte auf und titelte:

Climate change is turning male dragon lizards into females

Im folgenden Videoclip der University of Canberra kann man mehr über die Studie erfahren:

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz braucht dringend Klimakompetenzzentrum

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz sieht für sein Bundesland immer stärkere Anzeichen einer nahenden Klimakatastrophe. Am 3. Juli 2015 teilte das Ministerium mit:

Klimawandel auch in Niedersachsen immer deutlicher spürbar – Landesregierung richtet Klimakompetenzzentrum ein

Seit drei Monaten herrscht in Niedersachsen eine ungewöhnlich trockene und zunehmend wärmere oder sogar heiße Witterung. Nach Aussage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist damit im Langzeitvergleich der sechste zu trockene Frühling in den letzten sieben Jahren zu zählen. Besonders betroffen hiervon war und ist Niedersachsen.

Zwar lasse sich zwischen Wetterereignissen und Klimaveränderungen keine wissenschaftlich belastbare Kausalität im Einzelfall herstellen, gleichwohl gebe es immer mehr Grund anzunehmen, dass diese Veränderungen des Wettergeschehens deutliche Anzeichen des menschengemachen Klimawandels sind, so Umweltminister Stefan Wenzel am Freitag in Hannover. „Der Klimawandel und seine Folgen werden sich auch in Niedersachsen verschärfen.

Jetzt mal langsam. Erst wird im Titel der Meldung behauptet, die Anzeichen würden immer stärker werden, und dann räumt man ein, dass man noch keine wissenschaftlich belastbaren Erkenntnisse hätte? Das passt nicht zusammen. Der Umweltminister flüchtet sich daraufhin in Spekulationen über die Zukunft, die ebenfalls wenig belastbar sind. Wo sind die harten Fakten? Das Ministerium schreibt:

Die Zunahme von außergewöhnlichen Wetterereignissen sind hierfür Indiz und Warnung zugleich: In den Sommern 2013 und 2014, vor einem Jahr also, standen wir vor den Herausforderungen von Hochwasserlagen und Überschwemmungen, heute hingegen müssen wir mit Trockenheit und Hitzebelastungen umgehen – Für diese wachsenden Schwankungen und Verschärfungen von Wetter und Klima müssen wir Mensch und Natur in Niedersachsen also noch besser wappnen.”

Mal Hochwasser, mal Dürre, natürlich gibt es Schwankungen im Wettergeschehen. Behauptet wird, dass diese Schwankungen zugenommen hätten. Wie sieht die Statistik aus? Die Kollegen vom Umweltbundesamt (UBA) haben hier kürzlich eine klare Aussage getroffen: Im Klimabericht des UBA steht schwarz auf weiß: Es gibt keinen statistisch gesicherten Anstieg extremer Niederschläge oder von Trockenperioden in Deutschland. In Mitteldeutschland haben schwere sommerliche Regengüsse während der letzten 100 Jahre sogar abgenommen. Das Niedersächsisch Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz stochert im Dunkeln und lehnt sich weit aus dem Fenster. Wissenschaftlich ist dies überaus bedenklich. Wenn es doch jemanden gäbe, der hier fachlichzur Seite stehen könnte. Das Ministerium hat hier selber eine Idee:

Um der Herausforderung Klimaanpassung begegnen zu können, plant das Land Niedersachsen ein Klimakompetenzzentrum als zentrale Beratungs- und Unterstützungsstelle für den Klimawandel und seine vielfältigen Folgen. Hier wird eine umfassende Klimarisikoanalyse für das Land entwickelt, bei deren Erarbeitung neben der Landesverwaltung auch externe Fachleute eingebunden werden. Diese Klimarisikoanalyse soll die besonders akuten Handlungsfelder identifizieren und die bestehende Anpassungsstrategie ergänzen und fortentwickeln. Zudem soll in dem Klimakompetenzzentrum das gesamte Klimawissen für Niedersachsen gebündelt und zugänglich gemacht werden, damit zum Beispiel Landwirte, Naturschützer, Kommunen, Unternehmen und letztlich alle Bürgerinnen und Bürger einen zentralen Ansprechpartner haben, wenn sie Informationen und Unterstützung im Hinblick auf den Klimawandel und seine Folgen benötigen.

Die Landregierung befasst sich darüber hinaus auch mit der Umsetzung der niedersächsischen Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Diese erstreckt sich auf eine Vielzahl von Handlungsfeldern – vom Naturschutz über die Wasserwirtschaft und den Küstenschutz bis hin zur Katastrophenvorsorge und gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen. Insgesamt enthält die Strategie rund 120 Einzelmaßnahmen.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Trockenperiode sind insbesondere folgende Maßnahmen und Aktivitäten des Landes hervorzuheben:

Die Grundwasserstände sinken: Im Bereich Lüneburg beispielsweise liegen sie im Juni 2015 rund 55 cm unter den langjährigen Mittelwerten. Dennoch stellt die derzeit andauernde Niederschlagssituation noch kein ungewöhnliches Ereignis dar. Auch für die Trinkwasserversorgung, die zu rund 85 Prozent aus dem Grundwasser erfolgt, sind derzeit keine Engpässe zu erwarten. Allgemein ist die Grundwasserbewirtschaftung in Niedersachsen über einen Mengenbewirtschaftungserlass geregelt, der die Wasserbehörden bei der Vergabe von Wasserrechten bindet.

Wieder muss man einräumen, dass sich die Situation noch voll und ganz im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite bewegt.

Auch im Hinblick auf die Wasserqualität in Fließgewässern und Seen sind die Auswirkungen des zu erwartenden Klimawandels deutlich. Ein wesentliches Ziel des wasserwirtschaftlichen Handelns ist darauf ausgerichtet, die hier wirksamen Belastungsfaktoren wie z.B. Kühlwassereinleitungen oder Sauerstoffzehrung durch biochemische Belastungen zu minimieren.

Genial, erst gibt man zu, dass man den Klimawandel noch gar nicht nachweisen kann, und dann spricht man über “deutliche Auswirkungen”, wohlgemerkt wieder spekulativ in der Zukunft.

Zudem ist seit Wochen ein Rückgang der Wasserstände der Elbe zu beobachten. Hiervon ist auch der niedersächsische Streckenabschnitt von Schnackenburg bis Geesthacht betroffen. Der Wasserspiegel liegt derzeit deutlich unter dem, was in dieser Jahreszeit üblich ist. Die niedrigen Wasserstände haben Auswirkungen auf die Schifffahrt und die Gewässergüte. Die Gewässergüte der Elbe wird im Rahmen des sogenannten „Messprogramms Extremereignisse” regelmäßig überwacht.

Wasserspiegel tiefer als normal – das hat es schon vielfach in der Vergangenheit gegeben. Mal liegt der Spiegel höher, mal tiefer als normal. What’s new?

Die Pressemitteilung zeigt schön, wie hier mithilfe fragwürdiger Behauptungen Klimapolitik betrieben wird. Aus wissenschaftlicher Sicht hat man noch nichts in der Hand, trotzdem versucht man ein Schreckensgebäude aufzubauen, noch eine weitere staatliche Institution einzurichten und Stellen zu schaffen, um das geliebte Thema Klimakatastrophe zu beackern. Dabei hält man sich nicht lange mit den klimatischen und klimahistorischen Basisdaten auf, sondern geht lieber direkt zu unkalibrierten Zukunftsprognosen über. Auf diese Weise schafft man dann ein geeignetes Schreckensszanario, das die Akzeptanz in der Bevölkerung für weitreichende strukturelle Veränderungen erhöht. Ein schlauer Plan.

 

Klimaalarm im Programmkino: Neuer Dokumentarfilm ‘ThuleTuvalu’ fällt beim wissenschaftlichen Faktencheck glatt durch

Ein paar Monate vor der Pariser Klimakonferenz wird die Bevölkerung auf allen Kanälen medial auf die Klimakatastrophe vorbereitet. Hierzu gehört auch ein neuer Dokumentarfilm, der Anfang August 2015 in die Programmkinos gekommen ist und auch als DVD verfügbar ist: ThuleTuvalu. Hier der offizielle Trailer:

Im Prinzip bietet der Film nichts richtig Neues. Der Schweizer Filmregisseur Matthias von Gunten drückt kräftig auf die Tränendrüse mit zwei alten Klischees: Das Pazifikatoll Tuvalu drohe der Untergang und Tauwetter in Grönland zerstöre den dort lebenden Menschen die Lebensgrundlage. So richtig tief hat von Gunten offenbar nicht recherchiert, bevor er seinen Film gemacht hat. Denn Wissenschaftler lehnen die Südsee-Sintflutszenarien mittlerweile entschieden ab (siehe “Spektrum der Wissenschaft über angeblich vom Untergang bedrohte Südseeatolle: “Noch keine der betroffenen Inseln ist in nächster Zeit von Überflutung bedroht. Einige vergrößern sich sogar auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge”“). Weshalb hat von Gunten die Wissenschaft ignoriert? Vermutlich hätte die Realität die herzzerreißende Story beschädigt, womöglich unglaubwürdig gemacht.

Die ARD-Sendung Titel, Thesen, Temperamente (ttt) befasste sich in einem 6-minütigen Beitrag mit dem Dokumentarfilm. Darin wird behauptet, der Klimawandel hätte eine Dürre über Tuvalu gebracht, so dass das Trinkwasser nun mühsam aus Australien per Boot angeliefert werden müsse. Dabei wird übersehen, dass Dürren im Pazifik keineswegs ein ganz und gar neues Phänomen sind. Vielmehr existiert eine charakteristische Zyklik. Siehe „Überraschung: Feucht- und Trockenphasen wechselten im Südpazifik in vorindustrieller Zeit stets ab“ und „Tropfstein aus Tuvalu birgt Überraschung: Niederschläge im Südpazifik schwankten in vorindustrieller Zeit viel dramatischer als heute“.

ThuleTuvalu bzw. ttt behauptet, es würde jetzt in Tuvalu häufigere Wirbelstürme als früher geben. Auch dies ist falsch.  In den offiziellen Statistiken ist keine Zunahme von Stürmen im Pazifik erkennbar. Siehe “Schwerer Wirbelsturm verwüstet Vanuatu. Premierminister sieht es realistisch: “Stürme sind kein neues Phänomen, wir Insulaner leider darunter seit Besiedelung Vanuatus vor 5000 Jahren”“. Aus den kurzen Filmausschnitten im Internet wird vor allem eines klar: Regisseur Matthias von Gunten fehlinterpretiert Armut und Unterentwicklung in Tuvalu als Klimawandelfolge. Er denkt offenbar, jedes Übel der Welt müsse klimatische Ursachen haben, ein weitverbreiteter aber falscher Ansatz.

Natürlich darf im Film auch das photogene schmelzende Eis nicht fehlen. Dazu reist von Gunten nach Thule in Grönland. Die Jagdsaison würde jetzt 3 Monate früher beginnen als früher, sagt der einheimische Jäger. Na prächtig, eine schöne Verbesserung. Nein, das mildere Klima wird im Film sogleich verdammt, alles werde dadurch schlechter. Der Großteil der Grönländer sieht dies gänzlich anders (siehe “Gehirnwäsche bei Planet Schule: Grönländern steht aus Klimaschutzgründen keine wirtschaftliche Entwicklung zu“). Überhaupt scheint ThuleTuvalu kein gesteigertes Interesse an der Klimahistorie zu haben. Dabei gibt es hier Aufregendes zu berichten (siehe “Ein Thema das die Medien meiden wie der Teufel das Weihwasser: Vor 5000 Jahren war es in Grönland zwei bis drei Grad wärmer als heute“).

Kalte-Sonne-Chefredakteur Sebastian Lüning hat sich per Email an den Regiesseur gewandt und um Aufklärung dieser Sachverhalte gebeten. Matthias von Gunten antwortete schnell und erklärte überraschenderweise:

“In meinem Film wird nirgendwo etwas von anthropogenen Ursachen erwähnt. Von daher nehme ich an, dass Sie den Film nicht gesehen haben, weshalb sich eine Stellungnahme meinerseits erübrigt.”

Eine kleine Sensation. Da haben doch in der Tat sämtliche berichtende Medien von Guntens Film fehlinterpretiert. Es ging ihm offenbar gar nicht um den anthropogenen Klimawandel. Die Veröffentlichung des Films kurz vor der Pariser Klimakonferenz muss ein Zufall gewesen sein.

Den Schriftwechsel mit Herrn von Gunten können Sie hier finden.

 

 

 

Um Antwort wird gebeten: Weshalb ignoriert der Dokumentarfilm ‘ThuleTuvalu’ wichtige wissenschaftliche Fakten?

An: Matthias von Gunten, Regisseur des Dokumentarfilms ‘ThuleTuvalu
Von: Dr. habil. Sebastian Lüning

Gesendet: 21.8.2015

 

Sehr geehrter Herr von Gunten,

Mit Interesse habe ich die Berichterstattung zu Ihrem neuen Film ThuleTuvalu gesehen. Ich bin Geologe und beschäftige mich seit längerem mit dem Klimawandel. Hinsichtlich des Klimawandels in Tuvalu habe ich drei Anmerkungen:

1) Pazifische Koralleninseln erheben sich allgemein nur knapp über den Meeresspiegel. Grund hierfür ist, dass die Inseln aus Korallen bestehen, die auf einem meist vulkanischen Sockel aufsitzend exakt bis zur Meeresoberfläche wachsen. Eine wichtige Eigenschaft der Korallenriffe ist es, dem steigenden Meeresspiegel stets hinterherzuwachsen (“catch-up”). Dies hat zum Beispiel sehr gut funktioniert, als der Meeresspiegel vor 10.000 Jahren nach Beendigung der letzten Eiszeit etwa zehnmal schneller anstieg als heute. Insbesondere die aktuelle Anstiegsrate stellt für die Pazifikatolle kein Problem dar. Dies wurde in etlichen Studien nachgewiesen und erst kürzlich wieder in einem Beitrag in Spektrum der Wissenschaft populärwissenschaftlich zusammengefasst.

http://www.spektrum.de/magazin/sind-inselstaaten-akut-gefaehrdet/1343335

Aus diesem Grund wundere ich mich, dass Sie die Situation entgegen der wissenschaftlichen Sachlage im Film künstlich dramatisieren.

 

2) Im Film wird behauptet, die Wasserknappheit auf Tuvalu wäre eine Folge des Klimawandels. Hierbei übersehen Sie jedoch, dass es im Pazifik stets starke natürliche Schwankungen in den Niederschlagsmengen gegeben hat. Diese sind recht gut untersucht und die Dürrezyklen entsprechend publiziert. Siehe z.B. Studie der University of Texas
http://www.jsg.utexas.edu/news/2013/09/rainfall-in-south-pacific-was-more-variable-before-20th-century/

sowie Verweise auf weitere Fachpublikationen hier:
http://www.kaltesonne.de/uberraschung-feucht-und-trockenphasen-wechselten-im-sudpazifik-in-vorindustrieller-zeit-stets-ab/

Es ist mir daher schleierhaft, auf welcher Grundlage Sie die aktuelle Dürrephase auf Tuvalu als anthropogene Folge einstufen.

 

3) Im Beitrag der ARD-Sendung titel thesen temperamente zu Ihrem Film wird behauptet, Wirbelstürme hätten auf Tuvalu und im tropischen Pazifik zugenommen. Dies ist nicht richtig wie offizielle Statistiken zeigen:
http://www.kaltesonne.de/wer-hatte-das-gedacht-studien-konnen-keine-zunahme-der-tropischen-wirbelsturme-im-indischen-und-pazifischen-ozean-finden/

Wie kam es zu dieser Fehlinterpretation?

Ich würde mich freuen, wenn Sie zu diesen Punkten Stellung nehmen könnten. Ich würde Ihre Antwort gerne im Blog www.kaltesonne.de bekanntgeben. Vielen Dank im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Lüning

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An: Sebastian Lüning
Von: Matthias von Gunten

Gesendet: 23.8.2015

 

Sehr geehrter Herr Luening,

vielen Dank für Ihr Interesse an meinem Film. In meinem Film wird nirgendwo etwas von anthropogenen Ursachen erwähnt. Von daher nehme ich an, dass Sie den Film nicht gesehen haben, weshalb sich eine Stellungnahme meinerseits erübrigt. Falls Sie sich über Klimafragen informieren möchten (und da ich selbst kein Klimaexperte bin), kann ich Ihnen brillante Fachleute in Deutschland als Gesprächspartner empfehlen, zum Beispiel Prof. Mojib Latif oder Herrn Prof. Hartmut Graßl, bez.. die Lektüre deren Bücher ‚Das Ende der Ozeane‘, und ‚Wir Klimamacher‘. Ebenfalls empfehle ich Ihnen, sich im regelmässig im IPCC-Bericht der UNO über den Stand der Klimakenntnisse zu informieren.

Mit freundlichen Grüssen

Matthias von Gunten

 

 

Studie der University of Washington: Klimaerwärmung lässt sauerstoffarme Zonen schrumpfen und das Leben gedeihen

Kaum einer zelebriert den Klimaalarm so schön schaurig wie Michael Odenwald vom Focus. Am 2. Juli 2015 schlug er wieder zu:

Erderwärmung: Sauerstoffarmut im Meer drängt Tiere in andere Lebensräume

  • Durch die Erderwärmung sinkt der Sauerstoffgehalt im Meer.
  • Fische und andere Ozeanbewohner suchen nach neuen Lebensräumen.
  • Der Äquator wird bei weiter steigenden Temperaturen unbewohnbar.

Weiterlesen im Focus.

Es geht dabei um eine Studie einer Gruppe um Curtis Deutsch in Science, die dort im Juni 2015 erschienen war. Unbewohnbarer Äquator? Vor 100 Millionen Jahren, als die globale Temperatur sehr viel höher war als heute, blühte die Lebewelt am Äquator. Korallenriffe, bunte Fische und allerlei anderes Meeresgetier ließen es sich gutgehen. Die Idee einer äquatorialen Todeszone scheitert schnell im klimahistorischen Schnell-Check.

Interessant: Ein Jahr zuvor hatte das Forscherteam um Curtis Deutsch schon einmal einen Artikel in Science gehabt. Über diesen hatte Odenwald jedoch leider nicht berichtet. Das hat wohl gute Gründe, denn die Wissenschaftler erklärten damals in der Arbeit, dass die Klimaerwärmung zu einem Schrumpfen der sauerstoffarmen Zonen im Ozean führen wird, diese Meeresgebiete also lebensfreundlicher werden. Die University of Washington hatte hierzu am 7. Augst 2014 eigens eine Pressemitteilung herausgegeben, die der Focus offenbar als nicht berichtenswert einstufte, vermutlich weil zu wenig alarmistisch:

Ocean’s most oxygen-deprived zones to shrink under climate change

As the complex story of climate change unfolds, many of the endings are grim. But there are exceptions. Predictions that the lowest-oxygen environments in the ocean would get worse may not come to pass. Instead, University of Washington research shows climate change, as it weakens the trade winds, could shrink the size of these extreme low-oxygen waters. “The tropics should actually get better oxygenated as the climate warms up,” said Curtis Deutsch, a UW associate professor of oceanography. He is lead author of the study published Aug. 8 in Science. The low-oxygen zone is below the surface off the coasts of Mexico and Peru. Sediment cores were collected at the northern low-oxygen zone, near Santa Monica and Baja California.C. Deutsch / UW

Warmer water contains less gas, so climate change is expected to reduce oxygen levels. Observations show this is already taking place in many places around the world. Declines during the past 20 years in the tropical low-oxygen zones, the lowest-oxygen waters on the planet, had led to a 2008 study proposing that these zones would also get worse over time.

Tropical regions are usually associated with an abundance of life, but they have some of the most inhospitable places for ocean dwellers. The oxygen minimum zones off Mexico and Peru have oxygen levels already too low to support most animals (so, unlike in other low-oxygen zones, here there’s no risk of killing fish). But when those levels drop even further, a particular group of bacteria, which can use nitrogen instead of oxygen as a source of energy, thrive. Nitrogen is an essential and very scarce nutrient for marine plants. When oxygen levels get low enough for that particular group of bacteria to take over, significant amounts of the ocean’s fertilizer get deep-sixed to the bottom of the tropical ocean.

The new paper shows that water flowing into the tropics is indeed likely to get lower in oxygen, decreasing the initial oxygen supply. But demand will also shift under climate change. Specifically, as the trade winds weaken, the whole sequence of events that feeds this bacterial food chain will slow down, and the low-oxygen zone will shrink. “If we want to understand how biological and chemical aspects of the ocean will change in the future, we really have to pay a lot of attention to what happens with the winds,” Deutsch said. “The winds can lead to conclusions that are exactly the opposite of what you’d expect.”

Trade winds from the west cause deep water to percolate up along western coasts, bringing nutrients up from the deep sea. These nutrients feed marine plants, which feed marine animals, which decompose to feed bacteria that use up the remaining oxygen. As trade winds weaken, less nutrient-rich water percolates up from the deep. Fewer plants grow at the surface. Finally, fewer oxygen-gobbling bacteria can survive. Sediment records show nitrogen from bacteria that thrive without oxygen has been decreasing for most of the time that carbon dioxide has been increasing. The past 20 years shows a different trend, possibly related to changes in Pacific Ocean winds.

Deutsch is a climate modeler who studies tropical ocean circulation. He learned of sediment cores, collected off Mexico by co-authors William Berelson at the University of Southern California and Alexander van Geen at Columbia University, that showed a puzzling longer-term trend. The authors worked together to interpret the samples. Results show that for most of the time since 1850 the population of these nitrogen-eating bacteria has been going down, coincident with warming oceans and weakening trade winds. This implies that the local oxygen levels, for which few direct measurements exist, have been rising.

“I find it an interesting question for understanding the way the ocean functions on climatic or geologic timescales,” Deutsch said. Most climate models predict that trade winds will continue to weaken in the future, shrinking the oxygen-minimum zones in the Pacific Ocean off the coasts of Mexico, Chile and Peru, and in the Indian Ocean off western Australia. Decreasing oxygen in the wider ocean is still a major concern, Deutsch said, as are overfishing, ocean acidification and warming water temperatures. “This study shows that what happens to the winds, which is sometimes overlooked, is really important for predicting how the oceans will respond to climate change,” Deutsch said.

 

Kostenloser Online-Klimakurs von WWF und Deutschem Klimakonsortium: Stehen auch natürliche Klimaschwankungen auf dem Lehrplan?

Interessieren Sie sich für die IPCC-Sichtweise des Klimawandels? Falls ja, dann können Sie ab dem 9. November 2015 an einem kostenlosen fünfwöchigen Online-Klimakurs teilnehmen. Das Deutsche Klimakonsortium (DKK) hat die Einzelheiten:

Deutschlands Top-Klimawissenschaftler erklären den Klimawandel
Neue Online-Vorlesung zu Klimawandel und seinen Folgen

Erstmals beschäftigt sich eine deutsche, frei zugängliche Online-Vorlesung mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Entwickelt wurde sie gemeinsam vom WWF Deutschland und dem Deutschen Klima-Konsortium (DKK). Der interdisziplinäre Massive Open Online Course (MOOC) „Klimawandel und seine Folgen“ startet am 9. November [2015] auf der MOOC-Plattform Iversity online. Dort kann man sich seit heute dafür anmelden: https://iversity.org/de/courses/klimawandel. Der fünfwöchige Kurs ist kostenlos und steht jedermann offen. Insbesondere Studierende und Lehrkräfte können sich dort auf dem neuesten Stand der Klimawissenschaften informieren.

Weiterbildung ist immer gut, und das Klimathema ist überaus interessant. Schade nur, dass der Kurs mit den Klimaaktivisten des WWF zusammen erstellt wurde, die auch bereits den IPCC unterwandert haben. Trotzdem lohnt sich sicher eine Anmeldung, denn neben den üblichen strittigen Themen sollten 90% des Inhalts eigentlich unverfänglich sein. Das Kalte-Sonne-Team meldet sich daher auf jeden Fall an und wird berichten. In der DKK-Ankündigung heißt es weiter:

„Anfang Dezember trifft sich die internationale Staatengemeinschaft in Paris, um den Rahmenvertrag zum globalen Klimaschutz zu verhandeln. Der Klimawandel zählt zu den drängendsten Problemen der Menschheit. Mit unserem Online-Kurs können sich Teilnehmer von führenden Klimaexperten lebhaft und prägnant die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und der Folgen für Natur und Gesellschaft erklären lassen. Damit sind sie top informiert, um einschätzen zu können, was in Paris auf dem Spiel steht“, sagt Bettina Münch-Epple, Leiterin des Fachbereichs Umweltbildung beim WWF Deutschland.

„Wir möchten die Erkenntnisse der Klimawissenschaften in die Politik, die Wirtschaft und die breite Öffentlichkeit bringen. Dabei sind uns junge Menschen besonders wichtig – denn sie werden von den Folgen des Klimawandels deutlicher betroffen sein und sie sind es, die die Veränderungen in unserer Gesellschaft mittragen und vorantreiben müssen“, sagt Marie-Luise Beck, Geschäftsführerin des DKK. „Die wissenschaftlichen Hintergründe und Belege für den – überwiegend – menschgemachten Klimawandel werden in unserem MOOC von den besten Köpfen Deutschlands erklärt. Und die User bekommen einen systematischen Überblick über das, was zu tun ist: Klimaschutz, um den Klimawandel zu begrenzen, und Anpassung dort, wo die Klimaveränderung nicht mehr vermeidbar ist.“

Und was ist mit der wichtigen natürlichen Komponente des Klimawandels? Wird auch auf sie eingegangen? Hoffentlich werden sich die “besten Klimaköpfe Deutschlands” auch um diesen Themenbereich kümern. Ansonsten sind wir hier im Kalte-Sonne-Blog gerne bereit mitzuhelfen. Auch wir haben gute Köpfe anzubieten. Weiter beim DKK:

Die Liste der 19 Dozenten und ihrer Institute liest sich wie dem Who is Who der deutschen Klimawissenschaften entnommen. Für den Kurs konnten unter anderem Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg, Michael Schulz vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen, Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, und Anita Engels, Sprecherin eines Klimaforschungs-Exzellenzclusters an der Universität Hamburg, gewonnen werden. Außerdem tragen Dr. Christiane Textor, Leiterin der deutschen IPCC-Koordinierungsstelle in Bonn, Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, und viele andere mit ihren jeweiligen Spezialgebieten dazu bei, dass alle Facetten des Klimawandels und des menschlichen Umgangs damit zur Sprache kommen. Als Moderator wirkt ZDF-Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens („Terra X“) mit. Gefördert wird das Projekt von der Robert-Bosch-Stiftung.

Zur Einstimmung ein paar Hintergrundinformationen zu ausgewählten Dozenten:

Mojib Latif: (weiterlesen …)