Einige Wüstentiere können dem Klimawandel besser trotzen als erwartet

Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) vom 24. Mai 2018:

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Manche mögen’’s heiß:
Einige Wüstentiere können dem Klimawandel besser trotzen als erwartet

Ökologen haben keinen Zweifel daran, dass der Klimawandel die Tiere und Pflanzen auf der Erde beeinflussen wird. Nur wie genau? Das ist oft schwer vorauszusagen. Es gibt bereits Hinweise darauf, dass manche Arten ihr Verbreitungsgebiet verschieben. Viel weniger ist dagegen darüber bekannt, wie einzelne Tiere und Populationen auf die Veränderungen reagieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des UFZ in Leipzig haben das nun bei nachtaktiven Wüstengeckos untersucht. Im Fachjournal Ecological Monographs kommen sie zu ermutigenden Erkenntnissen. Mit der Hitze allein werden die Tiere demnach wohl nicht so schnell Probleme bekommen. Und die negativen Folgen der zunehmenden Trockenheit können sie bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Ähnliches könnte auch für andere Wüstenreptilien gelten.

In der Welt der Reptilien gibt es sicher spektakulärere Arten als Gehyra variegata. Und doch ist es diesem kleinen, nachtaktiven Gecko gelungen, die Diskussion um die ökologischen Folgen des Klimawandels um ein paar ganz neue Facetten zu bereichern. Die etwa fünf Zentimeter großen Tiere mit der grauen oder bräunlichen Haut leben in den Wüsten Australiens. Für sie sind die hohlen Stämme von Eukalyptusbäumen die perfekten Refugien. Nachdem sie die Nacht über auf Insektenjagd gegangen sind, verbringen sie dort die heißen Tage, an denen die Temperaturen leicht auf mehr als 40 Grad Celsius klettern können.

Gerade in solchen heißen Wüsten aber erwarten Klimaforscher in Zukunft noch extremere Bedingungen. Weltweit soll es dort noch heißer und trockener werden. Wie aber wird die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt dieser Ökosysteme auf diese neuen Herausforderungen reagieren? Am Beispiel des kleinen Geckos, der stellvertretend für andere nachtaktive Wüstenbewohner steht, sind die Forscher dieser Frage nachgegangen.

Prof. Klaus Henle, der am UFZ das Department Naturschutzforschung leitet, hat schon in den 1980er Jahren begonnen, Daten über Gehyra variegata zusammenzutragen. Im Kinchega Nationalpark im Osten Australiens haben er und seine Kollegen über 30 Jahre lang immer wieder Reptilien gefangen, vermessen, zu Identifikationszwecken fotografiert und – dann mit einer Markierung versehen – wieder freigelassen. Diese Informationen haben die UFZ-Forscherinnen und -Forscher nun in Beziehung zu den Witterungsverhältnissen vor Ort, aber auch zu globalen Klimaphänomenen gesetzt – und sind dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen. “Wir hatten erwartet, dass sich sowohl höhere Temperaturen als auch größere Trockenheit negativ auf die Tiere und ihre Bestände auswirken würden”, sagt Biologin Annegret Grimm-Seyfarth. Schließlich brauchen Reptilien ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, damit zum Beispiel die Eientwicklung und die Häutung richtig funktionieren. Wenn die Tiere austrocknen, wird es für sie lebensgefährlich. Und das Gleiche gilt auch, wenn sie infolge zu hoher Temperaturen überhitzen.

“Bei unseren Geckos haben wir aber festgestellt, dass sie gerade in heißen Jahren besonders gut wachsen und überleben”, sagt die Forscherin. “Sie sind dann also in besserer Verfassung und der Bestand nimmt eher zu als ab.” Woran aber kann das liegen? Um das herauszufinden, hat Annegret Grimm-Seyfarth das Verhalten der Reptilien beobachtet und ihre Körpertemperatur gemessen. Nachts hat sie die jagenden Tiere dazu mit einem Infrarot-Thermometer angepeilt, das aus der Entfernung die Temperatur bestimmen kann. Um die Geckos auch in ihren Tages-Ruheplätzen aufspüren zu können, kamen zudem kleine Passivsender zum Einsatz, wie sie zum Beispiel auch als Identifikations-Chips für Hunde verwendet werden. Normalerweise werden diese unter die Haut implantiert. Doch ein fünf Zentimeter langer Reptilien-Zwerg ist dafür einfach nicht groß genug. Also haben die Forscher den Tieren kleine Rucksäcke gebastelt, in denen der Chip nahe am Körper lag. Mit einer Radiofrequenzantenne ließ er sich dann anpeilen. Dabei verriet er nicht nur den Aufenthaltsort, sondern auch die Temperatur des jeweiligen Kandidaten.

Dabei zeigte sich, dass Geckos trotz der Wüstenhitze nicht etwa besonders kühle Stellen wählen. 30 bis 35 Grad Celsius sollte das Refugium schon haben. “Diese hohen Temperaturen brauchen die Tiere, um ihre Nahrung richtig verdauen zu können”, erklärt die Forscherin. Also krabbeln sie mitunter gezielt in besonders sonnenexponierte Äste. In einem eher kühlen Jahr hat die UFZ-Mitarbeiterin zu ihrer Verblüffung sogar beobachtet, dass die Geckos ihren Baum verließen und Sonnenbäder nahmen. Diese Suche nach genügend Wärme aber kostet Energie. Und wenn sie nicht erfolgreich ist, funktioniert die Verdauung nicht optimal. Das könnte der Grund dafür sein, dass sich kühle Jahre eher negativ auf die Geckos auswirken.

Auch die angenehmsten Temperaturen nützen allerdings nichts, wenn es dabei zu trocken ist. Denn dann bekommen die Tiere nicht nur körperliche Probleme. Es gibt in solchen Phasen auch weniger Insekten, die sie fressen könnten. Wie erwartet erleben die Geckos in Dürrephasen daher tatsächlich harte Zeiten. Entscheidend sind dabei allerdings nicht nur die Niederschläge vor Ort. Alle paar Jahre beschert die Klima-Anomalie La Niña der australischen Ostküste sintflutartige Regenfälle. Über die Flüsse erreicht dieses Wasser Monate später auch die Wüste – und sorgt dort für eine höhere Luftfeuchtigkeit und reichlich Insekten. “Neben den lokalen Verhältnissen spielen für die Tiere also auch globale Klimaphänomene eine Rolle”, betont die Forscherin. Man müsse also über den Tellerrand des jeweiligen Gebietes hinaus schauen, wenn man die Zukunftschancen seiner Bewohner richtig einschätzen wolle.

Bisher spricht alles dafür, dass die Geckos wohl kein Hitze-, sondern eher ein Dürreproblem bekommen werden. Auch das aber können sie offenbar bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Die Studie zeigt nämlich auch, dass die Tiere in trockenen Jahren zwar abgemagert sind. Ihre Bestände aber schrumpfen trotzdem nicht. “Das liegt daran, dass sie in schlechten Zeiten ihr Wachstum und ihre Vermehrung zurückfahren”, erläutert Annegret Grimm-Seyfarth. Dann konzentrieren sie sich ganz darauf, bis ins nächste Jahr zu überleben. Da diese Reptilien mit bis zu 28 Jahren ungewöhnlich alt werden, können sie sich die eine oder andere verlorene Fortpflanzungssaison problemlos leisten. Und wenn die Zeiten wieder besser sind, holen sie das Versäumte nach.

Auch wenn der Klimawandel die Lebensbedingungen für die Geckos verschlechtert, werden sie also wohl kaum gleich aussterben. Und diese optimistische Botschaft dürfte nach Einschätzung der UFZ-Forscher durchaus auch für andere langlebige Wüstentiere gelten. Ein Freibrief, den Klimawandel einfach laufen zu lassen, ist das aber trotzdem nicht. “Wenn mehrere sehr trockene Jahre aufeinander folgen, können die Tiere das nicht mehr abpuffern”, sagt Annegret Grimm-Seyfarth. Irgendwann ist dann auch der hartgesottenste Überlebenskünstler am Ende.

Publikation:
Annegret Grimm-Seyfarth, Jean-Baptiste Mihoub, Bernd Gruber, Klaus Henle (2018): Some like it hot: from individual to population responses of an arboreal arid-zone gecko to local and distant climate; Ecological Monographs https://doi.org/10.1002/ecm.1301

 

Klimaerwärmung: Täuschend ähnliche Temperaturkurven aus ziemlich verschiedenen Zeiten

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Dr Philipp Lengsfeld hielt kürzlich im House of Lords in London einen Vortrag zum Themenkomplex Klimawandel, Energiewende und Politik. Die GWPF zitierte aus einem Bericht in Natural Gas World zur Veranstaltung:

His solution to the heavily polarised argument was for the three spheres of life to co-operate in an arms-length and mutually respectful relationship. Scientific data should be robust and reproducible but never treated as Gospel. It must be checked, challenged and criticised, he said, rather than a self-fulfilling prophecy: “We have policy-driven evidence-finding.”

The event was organised by the Global Warming Policy Foundation, whose director, Benny Peiser, introduced Lengsfeld by quoting approvingly the remarks from Germany’s economy and energy minister Peter Altmaier. Altmaier had told an energy conference in Berlin April 17 that Germany would not phase out coal soon; that subsidies for renewable energy had to stop; and the Energiewende would fail unless it were global. Peiser said the CDU politician was repeating the arguments of Lengsfeld, presented in a paper a year ago.

Ganzen Beitrag hier lesen.

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Willis Eschenbach brachte auf WUWT ein tolles Klimaquiz. Zwei knapp 50 Jahre umfassende globale Temperaturkurven. Eine stammt aus der Frühphase der Industrialisierung, als CO2 noch kaum wärmetreibend war, die andere Kurve zeigt die letzten Jahrzehnte. Welche ist welche? Beide Kurven ähneln sich stark. Bitte mitraten!

Auflösung hier.

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Das New Yorker GISS-Institut wird seit langem von Klimaaktivisten geleitet. Der ehemalige Chef James Hansen verglich einmal Kohletransporte mit den Todeszügen des Holocaust. Auch der jetzige Leiter, Gavin Schmidt, ist der Aktivistenecke zuzurechnen. Zusammen mit Stefan Rahmstorf gründete er das Hardliner-Blog RealClimate.com. Das GISS-Institut verantwortet eine wichtige globale Temperaturrreihe, wobei ständig an den Daten hermungedoktort wird.

Es war allen klar, dass der Zustand unhaltbar war. Aktivisten sollten gleichzeitig als unabhängige Klimaschiedsrichter agieren. Ein Ding der Unmöglichkeit. Ob sich hier demnächst etwas ändert? Das GISS-Institut gehört zur NASA, und die hat gerade einen neuen Chef bekommen. James Bridenstine gilt als Klimarealist und wird den New Yorker Kollegen ab nun sicher verstärkt auf die Finger schauen.

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Hannoversche Allgemeine am 27. April 2018:

Reduzierte Sonneneinstrahlung: Steht uns eine „kleine Eiszeit“ bevor?
Die Sonne wird schwächer werden – wann genau, ist derzeit noch unklar. Das könnte Auswirkungen auf das Klima haben, meinen Forscher. Wäre da nicht inzwischen ein anderer, weit stärkerer Effekt. [...] Während des sogenannten Maunder-Minimums, einer ausgedehnten Phase niedriger Sonnenaktivität in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, sanken in Europa die Temperaturen, so dass die Londoner, bei denen heutzutage nur ausnahmsweise mal Schnee fällt, im Winter sogar regelmäßig auf der Themse Schlittschuh laufen konnten. Und die schwedische Armee marschierte 1658 zum Feldzug gegen Dänemark einfach über die gefrorene Ostsee.

Ganzen Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen lesen.

 

Mangelnde Transparenz bei Klimaaktivistengruppe 350.org: Woher genau stammen die US$ 9 Millionen?

Spiegel Online am 18. Mai 2018:

Frage eines US-Politikers Lassen abstürzende Steine den Meeresspiegel steigen?
Erhöhen sich die Pegel der Ozeane, weil Steilküsten einstürzen und Flüsse Sedimente ins Meer spülen? Das wollte ein US-Politiker von einem Klimaforscher wissen. Die Antwort fiel knapp aus.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Aktivisten wollen jetzt die Finanzmärkte kapern, um an das große Geld zu kommen. Die Neue Zürcher Zeitung berichtete am 23. April 2018:

Frankreich verpflichtet bereits heute Vermögensverwalter, Versicherungen und Banken, darüber zu informieren, wie sie dem Klimawandel Rechnung tragen. Auf dieser internationalen Welle will nun auch die Klima-Allianz Schweiz reiten, um Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB) aufzubauen. Anlässlich der SNB-Generalversammlung vom Freitag hat die Allianz, der 73 Organisationen von Greenpeace über den Konsumentenschutz bis hin zu Hilfswerken angehören, mehrere Empfehlungen an die SNB gerichtet.

Und etwas später:

Dazu wird am Dienstag eine Studie des im Klimabereich aktiven Vereins Artisans de la Transition in Zusammenarbeit mit der Bewegung Fossil Free veröffentlicht. Laut Markus Keller von Fossil Free kommt sie unter anderem zum Schluss, dass die SNB mit ihren Anlagen einen CO2-Ausstoss mitverantwortet, der grösser ist als jener der Schweiz im Jahr 2016, und damit eine Klimaerwärmung von 4 bis 6 Grad befördert.

Fossil Free ist eine internationale Aktivistenorganisation. Geht es wirklich um das Klima oder vor allem um Einfluss und Geld? Auf der Fossil Free Webseite lernen wir, dass dies ein Projekt von 350.org ist. Im letzten Jahr (2017) nahm 350.org laut eigenem Finanzbericht knapp 17 Millionen Dollar ein. Dort können wir dann auch die Liste der unterstützenden Stiftungen einsehen. Es scheint fast, als wenn sämtliche Stiftungen der USA hier eingezahlt haben. Mehr als die Hälfte der Summe kommt aber von Einzelspendern, die nicht namentlich genannt werden. Mysteriös. Sind hier auch finanzielle Profiteure der Kampagnen gegen die traditionellen Energieträger dabei? Es mangelt offensichtlich an Transparenz, wenn mehr als 9 Millionen US$ aus nicht identifizierbaren Quellen stammt.

 

Die Sonne im April 2018 und eine Nachlese der Diskussion um die Klimaempfindlichkeit gegenüber CO2

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unser Fixstern war auch im vergangenen April sehr wenig aktiv. Wir sind im Minimum zwischen dem Zyklus 24, der im  Dezember  2008 begann, und dem kommenden Zyklus 25. Die festgestellte durchschnittliche SSN (SunSpotNumber) des Monats betrug 8,9, das  sind 28% dessen, was für den Zyklusmonat 113 üblich ist. An 16 Tagen im April war die Sonne gänzlich fleckenlos. Etwas mehr Aktivität sahen wir zwischen dem 21. und 27.4.2018, als immerhin 2-3 Gebiete mit Störungen auf der Nordhemisphäre der Sonnenoberfläche ausgemacht wurden. Der Graph der monatlichen Zyklusaktivität:

Abb.1: Der Vergleich des aktuellen Zyklus 24 ( rot) mit einem mittleren Zyklus, gebildet aus den monatlichen Mittelwerten der bisherigen Zyklen 1.23, ( blau) und dem seit Jahren recht ähnlichen Zyklus 5 ( schwarz).

 

Was hier aufgezeichnet wurde, ist die Fleckenaktivität der Sonne. Mit mehr Flecken steigt auch die Leistung unseres „Fusionskraftwerkes“, wie Aufzeichnungen eines Sonnenbeobachtungssatelliten zeigen:

Abb. 2: Die Gesamtstrahlungsleistung TSI (für „Total Solar Irradience“) unsers Zentralgestirnes in mittlerer Erdentfernung seit 2004. (Quelle).  Der Hub von ca. 1,5 W/m² zwischen Minimum und Maximum der Aktivität ist deutlich zu sehen, er übersetzt sich durch die Kugelform und die Drehung unserer Erde auf ca. 0,4W/m² atmosphärenwirksamer Schwankung.

 

Das Bild zeigt sehr schön die Zusammenhänge. Einzelne heftige Ausbrüche nach unten um mehr als 3 W/m² zeugen vom kurzen Auftreten großer Flecken, die die Oberfläche messbar verdunkeln im visuellen Bereich des Spektrums. Die naheliegende Frage:“ Warum geht die Gesamtleistung mit mehr dunklen Flecken aufwärts?“ ist nur zu beantworten, wenn man die spektralen Anteile im ultravioletten Bereich des Spektrum berücksichtigt. Parallel zum Auftauchen von dunkleren Flecken kommt es auch zu mehr Quellen an UV- Licht ( „Faculae“), die das „Dimmen“ des sichtbaren Lichtes durch Flecken überkompensieren in der Summe. Auch Abbildung 2 zeigt uns, dass wir wohl seit Beginn des Jahres 2018 im Minimum angekommen sind. Es sollte sich noch 1 bis 2 Jahre lang hinziehen wenn wir das letzte Minimum 2008 bis 2010 als Vorbild nehmen. Der längere Vergleich der Aktivität über alle systematisch beobachteten Zyklen seit 1755:

Abb.3: Die jeweils bis zum Zyklusmonat 113 monatlich aufsummierten Abweichungen vom Mittel der Aktivität der einzelnen Zyklen.

 

Unser aktueller Zyklus 24 nimmt den drittletzten Platz aller bisherigen Zyklen ein. Er ist insgesamt deutlich schwächer als die in der letzten längeren solaren Schwächephase 1878…1933 (Zyklus 12-16). Man muss schon zurück schauen auf die Zyklen 5 und 6 ( 1798-1823) im Dalton- Minimum, um eindeutig schwächere Zyklen in der Geschichte zu finden. Und diese Geschichte beginnt für uns erst 1755, wir wissen jedoch noch von weniger aktiven Phasen davor, etwa 1650-1700 im Maunder Minimum. Nach allen Voraussagen wird auch der nächste Zyklus Nummer 25 deutlich unternormal aktiv werden, was uns nicht überrascht: starke und schwache Zyklen, dies zeigt auch Abb.3, kommen meist in „Clustern“ vor. Die letzte Phase starker Aktivität dauerte von 1935 bis 2006.

 

Eine Nachlese der Diskussion um die Klimasensitivität gegenüber CO2

Wir hatten im Vormonats-  Beitrag über eine neue Arbeit von Nicholas Lewis und Judith Curry  ( im folgenden LC18 bezeichnet) berichtet, und zwar an ihrem Erscheinungstage im „Journal of Climate“. Sie folgert aus Beobachtungen in einem einfachen Modell, dass die Empfindlichkeit gegenüber CO2 sehr wahrscheinlich um 1,3 °C/Verdopplung des CO2- Gehaltes  während der Erwärmung (TCR für Transient Climate Response) liegt und nur etwa 1,7 °C nach Einstellen eines neuen Gleichgewichtes (ECS  für Equilibrium Climate Sensitivity) durch  Ausgleich der Ozeane (was mehrere Jahrhunderte dauern wird) beträgt.  Bemerkenswert sind beide Zahlen: am unteren Rand des IPCC-Korridors, vor allem der sehr kleine Wert für ECS sagt, dass bei weitem nicht so viel Wärme bereits in der „Pipeline“ ist, wie von Modellen (deren bester angenommener Wert hierfür ca. 3,2 °C ist) berechnet wird.

Das Vorgehen in  LC18 ist völlig klar und nachvollziehbar: Es werden die berechneten Antriebe („Forcings“)mit den aktuellsten und besten Werten aus der Literatur berücksichtigt ebenso wie die globalen Temperaturen (GMST für Global Mean Surface Temperature) zu definierten Zeiträumen ausgewertet. Hinzu kommen die besten verfügbaren Daten zum Wärmeinhalt der Ozeane für die Größe ECS. Das ergibt die oben zitierten Werte, und die bedeuten auf absehbare Zeiträume keine Klimakatstrophe, selbst wenn man dem IPCC hier folgt und nahezu sämtliche aufgetretene Erwärmung seit den 1870ern dem Wirken des Menschen zuschreibt und das ist sicherlich zweifelhaft. Die heute benutzten Klimamodelle (CMIP5) kommen zu völlig anderen Ergebnissen. In der Diskussion zur Arbeit (sie war sehr intensiv geführt, vgl. hier, hierhier) wurde von Verfechtern dieser Modelle folgende Kritikpunkte ins Feld geführt:

Woher sollen wir wissen, dass sich das irdische Klimasystem in Zukunft nicht ganz anders („natürlich“ sich viel stärker durch den CO2- Antrieb erwärmend) reagieren würde als bisher beobachtet? Es könnte doch sein, dass die bisher festgestellte vergleichsweise geringe Erwärmung durch CO2 nur eine Laune der Natur war und es viel schlimmer kommt?  Es wurde weiter in den Raum gestellt, dass ein so striktes Energiebilanzmodell, wie es benutzt wurde, die Verhältnisse gar nicht so gut abbilden kann wie  die viel komplizierteren GCM (für General Circulation Model).

An diesem Einwand sind mehrere Folgerungen interessant.

  1. Die Beobachtung einer recht niedrigen TCR, ECS wird bestätigt. Die Mittel, Methoden und Schlussfolgerungen in LC18 werden nicht angezweifelt. Das weitere Einengen der möglichen Bandbreite der Ergebnisse seit der letzten vergleichbaren Arbeit im Jahre 2014 deutet darauf hin, dass sich das Klimasystem so und nicht anders verhält, selbst wenn man das weidlich medial ausgeschlachtete  ElNino- Ereignis ab 2015 einkalkuliert.
  2. Die Diskrepanz zwischen Modellen und beobachteter Wirklichkeit in den letzten 160 Jahren wird akzeptiert. Modelle rechnen die Welt bedeutend (um 30-45%) empfindlicher gegenüber dem CO2- Antrieb als es beobachtet wurde.
  3. Man verlegt das „modellgerechte“ Verhalten des realen Klimasystems immer in die Zukunft. Tenor: „Ihr werdet schon sehen…“ was für einen Naturwissenschaftler immer wenig glaubwürdig erscheinen muss.
  4. Je komplizierter ein Modell, desto besser muss es arbeiten: ein weit verbreiteter Irrtum.

Wie genau sind die Einwände gestrickt und warum werden sie benutzt? Eine Arbeit von Andrew Dessler und seinen Hamburger Kollegen versucht nachzuweisen, dass die natürliche Variabilität unseres Klimas ein GCM so beeinflussen kann, dass es auch über große Zeiträume hinweg trotz eigentlich höherer Sensitivität  eine geringere beobachtete Empfindlichkeit „vorgaukeln“  kann. Es könnte also sein, so die Arbeit, dass uns die Natur einen Streich spielt und die Variabilität viel höher ist als bisher angenommen und die Beobachtungen mehr oder weniger wertlos für die Zukunft sind, ebenso wie die Schlussfolgerungen  in LC18. So jedenfalls las es sich bei Twitter. Dem trat Nic Lewis mit einem Artikel entgegen und wies nach, dass die in der Dessler-Arbeit angesetzte Variabilität sich praktisch nicht von der beobachteten unterscheidet. Es ist am Ende doch nur das Modell, was die hohe Empfindlichkeit vorgibt.

Das nun gezogene Gegenargument: Die beobachtete  räumliche Verteilung der Erwärmung ( die „spatiale Struktur“) auf der Erde muss nicht so bleiben wie beobachtet und dann wird es „natürlich“ schlimmer, es wird der „Mann mit dem Wärmehammer“  erscheinen, wenn sich die Erwärmung endlich so verhält wie es Modelle ( natürlich richtig!) vorhersagen. Auch hier wie anderswo wurde bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die spatiale Struktur der Temperaturentwicklung in Modellen mit den Beobachtungen nur sehr schlecht  übereinstimmt und die Korrelation im Mittel kaum 0,5 ist. „Kein Modell zeigt gut die regionalen Erwärmungen“.   Die Folgerung der Empirie ist: „Die Modelle gehen fehl“.  Sie haben auch in der Literatur bekannte Schwächen ( zu geringe Amplituden und Zeitdauern von Meeresströmungen, eine „doppelte“ innertropische Konvergenzzone,  tropische ostpazifische Abweichungen etc. ) die es diesen oft mühsam „anthropogen“ parametrisierten „Kunstwerken“ nicht erlauben, ihre Erwärmungsmuster mit den beobachteten in Einklang zu bringen.

Das abenteuerliche Argument, das jetzt benutzt wurde, geht  genau anders herum: Die Modelle haben recht mit ihren Mustern und in Zukunft wird sich auch die Natur daran halten müssen. Da fehlen einem wissenschaftlich denkenden Menschen  schon die Worte, nicht wahr? Warum macht man so etwas? Ein prominenter Diskutant zu den Arbeiten auf einem Blog und Modellverfechter  brachte es politisierend auf den Punkt als es doch eigentlich um die wissenschaftlichen Aussagen von LC 18 ging:

„Das Risiko des Ignorierens von möglicherweise wirklich schlechten Konsequenzen des Ansteigens von Treibhausgasen ist nicht akzeptabel“

Wenn die Beobachtungen nicht zu den Schreckensszenarien passen dann sind sie nicht akzeptabel! Dieser Satz sagt so viel aus über die Instrumentalisierung von Wissenschaft für politische Ziele, wir müssen nicht viel hinzusetzen. Aber Wissenschaft ist ein mächtiges Instrument, es korrigiert sich selbst, auch wenn es manchmal dauert. Eine neue  Arbeit beschäftigt sich genau mit der Frage, ob jetzt  vorhandene Modelle die zukünftige spatiale Struktur der Temperaturentwicklung besser antizipieren werden als sie es  gegenwärtig vermögen. Die Antwort ist nein, verlasst Euch besser auf das, was beobachtet wurde. Warum? Modelle rechnen einfach die erwiesenermaßen falschen Strukturen der Gegenwart auf die Zukunft  hoch, es ändert sich über die Jahre praktisch nichts. Was heute bereits falsch ist wird auch in Zukunft nicht anders.

Neben den Diskussionen in den arrivierten internationalen Foren erreichte uns auch Kritik von anderer Seite, auf die wir hier auch kurz eingehen wollen. Sie beziehen sich auf Abschätzungen einer bedeutend niedrigeren Empfindlichkeit unseres Klimas gegenüber Treibhausgasen (0,x °C/CO2 Verdopplung), oft gehen sie neuerdings auf diese Arbeit zurück. Diese wurde jedoch schon im Vorjahr widerlegt.

Was bleibt? Wer empirische Forschung für einen unverzichtbaren Teil auch von Klimawissenschaft hält, wird bis auf Weiteres von einer Klimasensitivität ausgehen müssen, die in LC 18 beschrieben ist. Sie passt auch zur Abschätzung des Unterschiedes in den GMST zwischen der letzten Eiszeit und heute. Es ist stets  die Hypothese anzuwenden, die die wenigsten Rahmenbedingungen braucht, um die Natur zu erklären. Wir folgen hier der Heuristik. Wer das nicht will muss an zukünftige Katastrophen glauben, mit empirischer Wissenschaft hat dies allerdings nichts zu tun.

 

Mehr Respekt vor dem Insekt!

Pressemitteilung der Deutschen Wildtierstiftung vom 20. April 2018:

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Artenschutz als Produktionsziel

Das Insektensterben ist in der Politik angekommen! “Schmetterlinge, Wildbienen & Co. – Ursachen für ihren Rückgang und Perspektiven für ihren Schutz” lautete das Thema des Parlamentarischen Abends, der gestern gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin stattfand.

In seinem Vortrag betonte Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, die Schlüsselrolle der Agrarpolitik. “Wir müssen endlich weg von Subventionen per Gießkanne. Der Artenschutz muss Produktionsziel werden, das den Landwirten über die Agrarpolitik vergütet wird”, lautete eine seiner Forderungen. Und weiter: “Das Wort Biogas ist eine schlimme Vertuschung: An Biogas ist wirklich nichts bio!” Für den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Wildtier Stiftung müssen jetzt agrarpolitisch die Weichen für die Förderperiode ab 2021 gestellt werden.

Lesen hier die Rede von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand Deutsche Wildtier Stiftung:

“Das Insektensterben ist in der Politik angekommen. Zumindest in der Koalitionsvereinbarung. Dort heißt es u.a.: “Wir werden das Insektensterben umfassend bekämpfen. Mit einem “Aktionsprogramm Insektenschutz” wollen wir die Lebensbedingungen für Insekten verbessern.” Und an anderer Stelle schon fast emotional: “Dabei liegt uns der Schutz der Bienen besonders am Herzen. Wir legen diese Strategien bis Mitte der Legislaturperiode vor.”

Dass ein Rückgang von Insekten weitreichende Folgen für ihre Funktion im gesamten Ökosystem hat, liegt auf der Hand. Insekten bestäuben Pflanzen und sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere. Noch wissen wir wenig über Art und Ausmaß des Rückgangs, es gibt wenig belastbare Zeitreihen. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat eine Studie bei Prof. Reichholf in Auftrag gegeben über den Rückgang der Schmetterlinge. Denn die Situation der Schmetterlinge ist über längere Zeitreihen als bedrohlich belegt. Über 50% der Tagfalterarten stehen heute auf der Roten Liste. Reichholf konnte den Rückgang der Arten als auch der Gesamtzahl der Schmetterlinge am Beispiel einer bayerischen Untersuchungsregion seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts dokumentieren. Besonders auffällig: Während im Wald und im urbanen Raum die Veränderungen gering sind, ist die Abnahme der Falter in der Feldflur dramatisch.

Bei der Ursachenfindung kam die Studie zu differenzierten Analysen, anders als bei politischen Wunschvorstellungen, wie etwa Insektizide seien vor allem Schuld oder aber der Klimawandel. Aber: der Aufwand an Insektiziden ist seit 20 Jahren nicht gestiegen und eine Erwärmung sollte den wärmeliebenden Schmetterlingen eher helfen.

Unstrittig ist, dass der Landwirtschaft eine Schlüsselrolle zukommt. Fast 50% des Ackerlandes werden heute mit zwei Kulturen bestellt: Winterweizen und Mais, im Jahr 2000 lag dieser Wert noch bei 36%. Eine dominante Rolle auf dem Acker nimmt der Mais ein. Sein Anteil stieg dramatisch mit dem Biogas-Boom. Über 1 Million ha Mais wandert heute in Biogasanlagen. Das Wort Bio-Gas ist eine schlimme Vertuschung. Nichts ist bio an Biogas. Diese Förderung muss beendet werden. Die Deckelung des Einsatz von Mais bei neueren Anlagen reicht nicht. Leider setzt die Koalitionsvereinbarung widersprüchliche Signale: “Den Bestand von Bioenergieanlagen wollen wir im Zuge der Ausschreibungen weiterentwickeln. Die Reststoffverwertung werden wir verstärken und den Einsatz von Blühpflanzen erhöhen”. Die Deutsche Wildtier Stiftung konnte in praktischen Großversuchen zeigen, dass mehrjährige Wildpflanzen sich als Biogassubstrat gut eignen. Schmetterlings- und Wildbienenfreundliche Blühflächen statt Mais. Nur mit Null Mais für Biogas sind solche Anlagen zu verantworten.

Der Hebel, um die Landwirtschaft insektenfreundlicher zu machen, ist die EU-Agrarpolitik. 5% ökologische Vorrangflächen sind heute im Ackerbau Pflicht. 5% Brachen oder Blühflächen wären prima – doch durch gezielte Lobbyarbeit des Bauernverbandes wurden auch Zwischenfrüchte und Leguminosen als ökologische Vorrangflächen zugelassen. Logisch, dass Landwirte auf diese Variante aufgesprungen sind. So ist die Idee der ökologischen Vorrangflächen ins Leere gelaufen. Nur noch rund 200 000 ha, das sind knapp 1,5% der Fläche, sind wirklich ökologische Flächen. Da muss man sich nicht wundern, wenn es Schmetterling und Co. schlechter geht.

Aber auch der Verlust von Grünland schlägt zu Buche. 600 000 ha Grünland sind seit 1990 verlorengegangen. Und durch intensive Nutzung hat eine Verarmung der Gräservielfalt eingesetzt. Verlorengegangen sind die für den Naturschutz so wichtigen Magerrasen und Feuchtwiesen. Deutschland erstickt im Stickstoff, nicht der aus den Auspuffgasen – der geht deutlich zurück. Überdüngung führt immer noch zu einem Stickstoffüberschuss von rd. 90 kg/ ha. 62% trägt der Pflanzenbau, 33% die Tierproduktion und 5% Verkehr, Industrie und Haushalte bei. Schnell wachsendes, intensiv gedüngtes Grünland führt zu einem feuchten und kühlen Mikroklima. Schmetterlinge und Wildbienen bevorzugen aber trockene warme Bedingungen.

Die Agrarpolitik muss endlich weg von Subventionen per Gießkanne. Der Artenschutz muss Produktionsziel werden, das den Landwirten über die Agrarpolitik vergütet wird. Prämien für gesellschaftlich nachgefragte Leistungen statt Subventionen für eine aus Umweltsicht fragwürdige Landwirtschaft. Agrarpolitisch müssen jetzt die Weichen gestellt werden für die Förderperiode ab 2021.

Diese politischen Anstrengungen müssen flankiert werden von Forschung und technischem Fortschritt. Wenn Pestizideinsatz, dann müssen die Wirkstoffe zukünftig selektiver wirken; wenn Stickstoffdüngung, dann muss sie zukünftig gezielt auf Bodentyp und Pflanzenbedarf abgestimmt werden. Und wir brauchen mehr Wissen, über die komplexen Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Insektenwelt.

Zum Schluss noch ein Wort zum Ökologischen Landbau, den auch wir auf unserem Gut Klepelshagen in Mecklenburg-Vorpommern betreiben. Natürlich hilft der Ökologische Landbau den Insekten: Geringere Düngung, keine Pestizide, weite Fruchtfolgen, der hohe Kleegrasanteil, die Pflicht zur Weidehaltung – all dies erhöht die Qualität ökologisch bewirtschafteter Flächen für Insekten. Doch noch immer hat der ökologische Landbau nur rund 6,5% der landwirtschaftlich genutzten Fläche – das reicht nicht aus, den Artenschwund zu stoppen. 20% würde vielen gefährdeten Arten helfen.

In Klepelshagen bewirtschaften wir rund 1.300 ha Agrarfläche nicht nur nach ökologischen Kriterien, sondern darüber hinaus auch besonders wildtierfreundlich, was sich u.a. in einem späten Mahdtermin auf dem Grünland niederschlägt. 2016 haben wir die Wildbienenfauna in Klepelshagen erfassen lassen. Der Gutachter, Herr Dr. Schmidt-Egger ist hier heute auch unter uns. 109 Wildbienenarten konnte er nachweisen, davon 21 Rote Liste Arten. Für den, wegen seiner naturräumlichen und klimatischen Bedingungen eher artenärmeren Nordosten, ein für uns besonders erfreulicher Befund, der deutlich über Ergebnissen von konventionell bewirtschafteten Betrieben liegt. Sie sehen: die Wildbienen sind uns besonders an Herz gewachsen – nicht nur im ländlichen Raum, sondern auch in den Städten. In Hamburg und nun mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Umwelt auch hier in Berlin gestalten und schaffen wir Wildbienenlebensräume. Die Betonung liegt dabei auf WILDbienen, denn sie sind gefährdet, nicht die Honigbiene! Sie ist ein Nutztier des Menschen und kann sogar zur Konkurrenz für ihre wilden Verwandten werden.

Wir brauchen mehr wildtierfreundliche Landwirtschaft, wir brauchen mehr Vielfalt in unseren Landschaften durch Hecken, Raine, Tümpel und Feldgehölze, wir müssen Sonderbiotope wie Heiden, Magerrasen und Feuchtwiesen bewahren und wir brauchen mehr Naturerbeflächen und damit mehr Wildnis in Deutschland – all dies brauchen wir, um der faszinierenden und so bedeutsamen Welt der Insekten eine Zukunft zu geben.

Dass Sie, sehr verehrte Frau Bundesministerin Schulze zu diesem Abend gekommen sind, zeigt uns, dass wir eine Verbündete haben, eine, die den Naturschutz, die wildlebenden Tiere und Pflanzen, bis hin zu Schmetterlingen und Wildbienen, Libellen und Laufkäfern wieder zum Markenkern der Umweltpolitik in Deutschland werden lässt.

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Artikel am selben Tag Demo-Online.de:

Till Backhaus: „Mehr Respekt vor dem Insekt!“
Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, hat acht Forderungen vorgestellt, um das massive Insektensterben aufzuhalten und umzukehren. Er forderte, ein umfangreiches Monitoring zu etablieren, und Anreize für Landwirte zu schaffen, wobei ökologische Leistungen honoriert werden sollen.

Weiterlesen auf Demo-Online.de

 

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Gefahr durch Schwermetalle: Studie warnt vor Umweltrisiken durch Solarmodule

Die Welt am 13. Mai 2018:

Gefahr durch Schwermetalle: Studie warnt vor Umweltrisiken durch Solarmodule
Anders als angenommen, sind die in Solarmodulen enthaltenen Schadstoffe doch wasserlöslich. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums. Bei der Lösung des Problems ist die EU am Zug.

Weiterlesen in der Welt.

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Michael Krüger am 5. April 2018 im ScienceSkepticalBlog:

Die Solarwende in Deutschland steht vor dem Aus?!
Der Anteil der Photovaltaik an der Bruttostromerzeugung in Deutschland steigt seit 2015 nicht mehr, sondern fällt auf unter 6%. Der Zubau der Photovoltaik hat 2012 seinen Höchststand erreicht mit 7.500 MW neu installierter Anlagenleistung. 2016 ist dieser abgesunken auf 600 MW. Ein Einbruch auf unter 1/12. Die Neuinvestitionen in PV sinken mit der EEG-Förderung. 2010 wurden noch 19,5 Mrd. € in den Neubau von PV-Anlagen investiert. 2016 waren es nur noch 1,58 Mrd. €. Ein Einbruch auf unter 1/12.

Weiterlesen sowie Graphiken hier.

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Die Welt am 14. Mai 2018:

Wirtschaftsweisen-Chef: Der große Konstruktionsfehler der Energiewende
Der Ausstoß von Treibhausgasen muss drastisch sinken. Doch die bisherige Subventionierung des Öko-Stroms ist unermesslich teuer und ineffizient. Es gibt einen Ausweg, schreibt der Chef der Wirtschaftsweisen in einem Gastbeitrag.

Weiterlesen in der Welt.

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Irland installiert nicht genug Erneuerbare Energien und muss jetzt wohl Strafe zahlen. Der irische Independent meldete am 20. Mai 2018:

Ireland faces annual EU energy fines of €600m
Ireland faces fines of €600m a year from the EU for failing to meet renewable energy targets and cutting carbon emissions by 2020. New, more ambitious targets for 2030 do not let Ireland off the hook for the 2020 measures, it has emerged. A report for the Dáil Public Accounts Committee, which calculated the potential fines within two years, said they will be a matter for the European Court of Justice to impose.

Weiterlesen im Independent

 

US-Forscher schlagen Alarm: Klimamodelle versagen kläglich bei der Simulation der Kleinen Eiszeit

Im letzten Jahr (2017) erschien das US-amerikanische Gegenstück zum IPCC-Bericht, das Fourth National Climate Assessment, kurz NCA4. Dieser Bericht fokussiert auf die USA, behandelt aber am Rande auch das Weltklima als Kontextinformation. Zunächst hatte man befürchtet, dass Präsident Trump das Erscheinen des Berichts verhindern könnte. Die Befürchtungen waren letztendlich unbegründet, so dass der Bericht Ende 2017 veröffentlicht werden konnte. Die Arbeit ist im Internet frei einsehbar und die Kapitel als pdf herunterladbar.

Die wenigsten Politiker, Aktivisten und Bürger werden sich die Mühe gemacht haben, und den Bericht gelesen haben, selbst auszugsweise. Wir möchten Sie ermutigen, es trotzdem zu tun. Denn dabei stößt man auf die eine oder andere wichtige Information der Wissenschaftler. Gehen wir z.B. in Kapitel 3. Im Abschnitt  3.2 “Detection and Attribution of Global Temperature Changes” geht es um die Kleine Eiszeit, eine natürliche Kältephase im 15.-19. Jahrhundert. Damals kühlten die Temperaturen so stark ab wie kaum zuvor in den letzten 10.000 Jahren. All dies geschah in vorindustrieller Zeit, als anthropogene Treibhausgase noch keine Rolle spielten. Was hat die Kälte der Kleinen Eiszeit verursacht? Wir lesen im NCA4:

Schurer et al. use detection and attribution fingerprinting methods along with paleoclimate reconstructions and millennial-scale climate model simulations from eight models to explore causes for temperature variations from 850 AD to the present, including the Medieval Climate Anomaly (MCA, around 900 to 1200 AD) and the Little Ice Age (LIA, around 1450 to 1800 AD). They conclude that solar variability and volcanic eruptions were the main causal factors for changes in Northern Hemisphere temperatures from 1400 to 1900, but that greenhouse gas changes of uncertain origin apparently contributed to the cool conditions during 1600–1800. Their study provides further support for previous IPCC report conclusions (e.g., IPCC 2007 ) that internal variability alone was extremely unlikely to have been the cause of the recent observed 50- and 100-year warming trends. Andres and Peltier also inferred from millennial-scale climate model simulations that volcanoes, solar variability, greenhouse gases, and orbital variations all contributed significantly to the transition from the MCA to the LIA.

Man räut ein, dass die schwache Sonne eine Hauptrolle spielt. Dazu gesellt man noch die Vulkanausbrüche, deren Ausbruchsmuster aber gar nicht zum detaillierten Temperaturverlauf passt. Dann schreiben die NCA4-Autoren etwas ganz Sonderbares: Eine Mitursache der Kleinen Eiszeit seien Änderungen bei den Treibhausgasen unbekannter Herkunft. Offenbar bekommen die Modelle das volle Ausmaß der Abkühlung der Kleinen Eiszeit nicht hin, so dass man einfach noch die Treibhausgase in den Simulationen reduzieren muss, um die Kälte zu reproduzieren. Ein ungeheuerlicher Trick, denn aus den Eiskernen wissen wir, dass die CO2-Konzentration in vorindustrieller Zeit während der letzten 10.00 Jahre kaum schwankte. Wenn man die Klimawirkung der Sonne in seiner Bedeutung hochschrauben würde, wäre das Problem vermutlich gelöst. Aber das möchte man nicht, denn dann würde die Sonne auch im 20. Jahrhundert eine viel wichtigere Rolle beim Klimageschehen einnehmen.

Der NCA4-Bericht räumt also unumwunden ein, dass die Modelle die Kleine Eiszeit nur mit unbekannten Zauberfaktoren simulieren können. Das Versagen der Modelle während der letzten Jahrhunderte müsste eigentlich ernste Konsequenzen haben: Sie dürften für Zukunftsmodellierungen gar nicht verwendet werden, da die Rückwärtkalibrierung nicht gelingt. Fahren ohne Führerschein. Wo ist die Klimapolizei?

 

Meerestiere folgen seit Jahrmillionen ihrem bevorzugten Klima

Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 8. Mai 2018:

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Meerestiere folgen seit Jahrmillionen ihrem bevorzugten Klima

Die gegenwärtige globale Erwärmung hat weitreichende ökologische Auswirkungen, auch auf die Weltmeere. Die Wanderung vieler Meeresorganismen in Richtung der Pole ist eine klare Antwort darauf. Wissenschaftler des Geozentrums Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben nun herausgefunden, dass die Tiere schon seit Jahrmillionen auf Wanderschaft gehen, wenn die Temperatur auf der Erde steigt oder sinkt.

Meerestiere folgen veränderten Temperaturzonen zu Polen oder Äquator

Die meisten Lebewesen auf der Erde haben sich in ökologischen Nischen eingerichtet und bevorzugen daher – neben anderen Faktoren – auch eine bestimmte Temperatur ihres Lebensraums. Meerestiere brauchen für ihren Stoffwechsel entweder wärmeres Wasser, wie tropische Arten, oder kälteres Wasser, wie Tiere, die von einem höheren Sauerstoffgehalt abhängig sind. Sie wandern deshalb in Richtung der Pole oder des Äquators, sobald sich die Temperatur ändert – und das schon seit Millionen von Jahren. „Die Geschwindkeit des Klimawandels war scheinbar noch nie so hoch wie heute, aber auch in der Vergangenheit gab es rapide Klimaveränderungen, auf die Organismen mit Migration reagieren mussten um nicht auszusterben – Anpassung war eher die Ausnahme“, betont Prof. Wolfgang Kießling, Inhaber des Lehrstuhls für Paläoumwelt.

Seine gemeinsamen Forschungen mit Dr. Carl Reddin, ebenfalls am Geozentrum Nordbayern, haben anhand von Fossilien gezeigt, dass zum Beispiel Korallen, Muscheln und Schwämme schon seit einer halben Milliarde Jahre ihrer bevorzugten Wärme- oder Kältelinie folgen. Denn sobald die globale Temperatur steigt oder sinkt, verschieben sich die Isotherme, also die geografische Linien für beispielsweise 20°C, Richtung Pole oder Äquator. In der heutigen Zeit sind die Isotherme wegen der Erderwärmung seit Jahren polwärts in Bewegung.

Tropische Tiere zeigen die Tendenz zur klimabedingten Migration am deutlichsten. Das mag daran liegen, dass viele von ihnen nahe am thermischen Maximum für komplexe Tiere von 35-45°C leben. Aktuelle Erwärmungstendenzen treiben tropische Tiere vermutlich polwärts, vorausgesetzt, es gibt für sie einen passenden Lebensraum, zu dem sie wandern können.

Wandel in der Verbreitung der Arten führt auf die Spur des Klimawandels

Doch wie kamen die Paläobiologen den vorzeitlichen Wanderungsbewegungen auf die Spur? Sie bestimmten zunächst die geografischen Koordinaten des Gebiets, wo die Fossilien damals lebend vorkamen: Mit einem Modell ermittelten sie die Bewegung der tektonischen Platten zurück in die Zeit, in der die Tiere lebten, und kombinierten die Ergebnisse mit den aktuellen Koordinaten des jeweiligen Fundorts der fossilen Proben. Nun konnten sie die Entwicklung der fossilen Artenzusammensetzung im Laufe von langen Zeiträumen nachvollziehen. Dabei griffen die Wissenschaftler auf eine weltweit vernetzte Datenbank mit allen jemals gefundenen Fossilien zurück, die sie selber mit aufgebaut haben.

Die Ergebnisse haben auch eine Bedeutung für die Gegenwart: So erwarten Wolfgang Kießling und Carl Reddin, dass die derzeitigen Verschiebungen vor allem tropische Arten betreffen, wo letztlich ein deutlicher Rückgang von Arten zu erwarten ist. Die bisherigen Beobachtungen sind weitgehend auf mittlere Breiten begrenzt, wo Migrationen bereits allgegenwärtig sind.

Das Paper ist online verfügbar: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/geb.12732

 

Unrühmliche Dieselstudie des Umweltbundesamtes bringt es zur “Unstatistik des Monats”

Deutsche Welle am 24. April 2018:

Klimawandel: Steht die Wasserkraft vor dem Aus?
Wasser ist die größte Quelle für erneuerbare Energie. Starke Dürreperioden sorgen aber immer wieder dafür, dass einigen Wasserkraftwerken das Wasser ausgeht. Welche Rolle spielt dabei der Klimawandel?

Weiterlesen bei der Deutschen Welle

Verdrängt wird offenbar, dass auch das Hydroklima zyklischen natürlichen Schwankungen unterliegt. Nicht jede beobachtete Änderung kann langfristig in die Zukunft extrapoliert werden.

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Die mittlerweile berühmt-berüchtigte Dieselstudie des Umweltbundesamtes hat es am 28. März 2018 zur “Unstatistik des Monats März” gebracht, die vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung herausgegeben wird. Autoren: Der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas K. Bauer:

Diesel, Stickstoff und 6000 Tote
Die Unstatistik März 2018 sind die 6000 angeblichen Stickstofftoten im Jahr 2014 in Deutschland. Eine Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde, will herausgefunden haben, dass 5996 Bundesbürger an Herz-Kreislauf-Krankheiten vorzeitig verstorben seien, die sie sich durch NO2-Belastung zugezogen hätten. Die methodischen und konzeptionellen Mängel dieser Studie wurden schon an anderer Stelle kritisiert, unter anderem bei „Spiegel online“ und welt.de, sowie kabarettistisch aufgespießt bei „Nuhr im Ersten“ in der ARD (ab Sendeminute 24:40). Die Zahl 6000 ist das Produkt einer reinen Modellrechnung; es gibt zwar die Vermutung, aber keinen Nachweis, dass NOx zum Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Kaum ein Arzt hat bisher die NOx-Belastung als Todesursache angegeben.

Weiterlesen beim RWI

Hierzu auch ein Interview mit Walter Krämer in der WAZ vom 13. März 2018:

„Es ist Panikmache, von Tausenden Abgas-Toten zu sprechen“
Auch in Essen drohen Diesel-Verbote. Statistik-Professor Walter Krämer über unseriöse Studien, willkürliche Grenzwerte und ideologische Kämpfe.

Der Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer ist seit vielen Jahren ein Streiter gegen die unsachgemäße, ideologisch geprägte Verwendung von Statistiken, wobei er neben Politik, Medien und Lobbygruppen auch interessegeleitete Wissenschaftler angreift. Besonders erbost ihn die derzeitige Debatte über fiktive Tote aufgrund von Diesel-Abgasen, die auch in Essen dazu führt, dass Fahrverbote bald möglich erscheinen.

Weiterlesen in der WAZ

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Die Klimarevolution frisst ihre Kinder. Nach Jahren des Alarmschlagens sind einige Klimakämpfer nun nahe am Zusammenbruch. Trauriges Beispiel Eric Holthaus. Er wollte ursprünglich gar keine Kinder, weil er damit dachte, das Klima am besten zu schützen. Dann bekam er doch welche. Dann trennte er sich offenbar von seiner Frau, was natürlich auch nicht gerade gut für das Klima ist, wenn man plötzlich wieder einen doppelten Haushalt führen muss. Jetzt wurde bekannt, dass er nachts wegen schlechter Klimagedanken nicht mehr schlafen könne und ärztliche Hilfe benötigt. Wie konnte es soweit kommen? Vielleicht sollte sich der beklagenswerte Mann einmal gründlich mit der vorindustriellen Klimageschichte beschäftigen. Danach ist er vielleicht geheilt. Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, woher wir das alles wissen. Plaudern wir Geheimnisse aus? Nein, kann man heutzutage alles auf Twitter und Co. lesen. Einige können einfach nicht ihre Finger vom Handy lassen. WUWT hat die Tweets aufgefangen, hier und hier.