Quittung für Klimaalarm: Mehrere Länder verweigern kürzlichem IPCC-Bericht die Anerkennung

Der IPCC ist dafür bekannt, abweichende Meinungen zu ignorieren. Aufgrund der politischen Kräfteverhältnisse fuhr der Weltklimarat bisher damit gut. Auf der COP24 UN-Klimakonerenz in Katowice beginnt die IPCC-Übermacht jedoch erste Risse zu bekommen. Die USA, Russland, Saudi Arabien und Kuwait haben sich geweigert, die dramatisierenden Schlussfolgerungen des kürzlichen IPCC Berichts zum 1,5-Gradziel in einer gemeinsamen COP24-Erklärung anzuerkennen. Gemäß den UN-Regularieren bleibt der IPCC-Bericht damit unerwähnt. Aktivisten und am Bericht beteiligte Autoren zeigten sich entsetzt. Letztendlich ist dies aber eine logische Entwicklung, wenn Kritiker bei der Berichtserstellung systematisch ausgeschlossen werden und auch ihre Gutachterhinweise vollständig ignoriert werden.

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Im Februar 2019 wird es nochmal spannend, wenn der IPCC die detaillierten Gutachterkommentare mit den Antworten der IPCC-Berichtsautoren veröffentlichen will. Mittlerweile präsentiert der IPCC seine Webseite in einem neuen Layout. Dabei scheinen dann auch die Gutachterkommentare zu den früheren Berichten “verloren” gegangen zu sein, wie ein Blick in den AR5 von 2013 zeigt. Verschämt bietet man auch noch die alte Version der Webseite als “Archivversion” an, wo die Reviewkommentare zum Glück noch vorhanden sind.

Der kürzliche Eklat in Katowice sollte Anlass auf eine Kurskorrektur des IPCC sein. Die IPCC-Vertreter der harten, rechten Klimalinie sollten ihren konfrontativen Kurs überdenken und die ihnen entgegengebrachte Kritik annehmen. Wo sind die Konferenzen und Workshops auf denen die Gegensätze der Klimadebatte öffentlich und ergebnisoffen diskutiert werden? Wann hat das stumpfe Skeptikermobbing endlich ein Ende, so dass endlich ein fruchtbarer wissenschaftlicher Dialog einsetzen kann? Ein wenig erinnert die Situation an die letzten Tage der DDR, in denen sich das Regime krampfhaft an der Macht hält und den Dialog mit dem Volk schon lange aufgegeben hat.

Abseits der alarmistischen Medienbeiträge zum 1,5-Grad-IPCC-Bericht, enthält der Bericht hochinteressante Aussagen. Klammheimlich hat der neue Bericht die “noch erlaubte” Ausstoßmenge bis zur Überschreitung der 1,5°C-Marke deutlich erhöht. Statt bisher 400 Gigtonnen dürfen nun mehr als das doppelte an CO2 emittiert werden. Zitat aus dem IPCC 1,5°C-Bericht (via Nic Lewis auf Climate Etc.):

This assessment finds a larger remaining budget from the 2006-2015 base period than the 1.5°C and 2°C remaining budgets inferred from AR5 from the start of 2011, [which were] approximately 1000 GtCO2 for the 2°C (66% of model simulations) and approximately 400 GtCO2 for the 1.5°C budget (66% of model simulations). [xi] In contrast, this assessment finds approximately 1600 GtCO2 for the 2°C (66th TCRE percentile) and approximately 860 GtCO2 for the 1.5°C budget (66th TCRE percentile) from 2011.

Hatten Sie das schon gewusst? In den Pressemitteilungen zum Bericht wird dies gerne verschwiegen. Bereits 2010 hatte eine Untersuchungkommission festgestellt, dass der IPCC dazu neigt, die Klimagefahr zu überzeichnen. Selbst Al Gore musste jetzt einräumen, dass der IPCC bewusst dramatisierende Sprache verwendet, um in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erheischen. Vielleicht entschieden sich im Herbst 2018 auch deshalb viele britische Zeitungen, den Bericht nicht auf der Titelseite ihrer Ausgaben zu erwähnen. Prominente Forscher, wie der amerikanische Wissenschaftsastronaut Harrison Schmitt, sprechen sich entschieden gegen den Klimaalarm des IPCC aus. Wundert es, dass drei der noch vier lebenden NASA-Astronauten, die den Mond betraten, Klimaskeptiker sind?

Und schließlich noch dies: Ein indisches Gericht hat im September 2018 entschieden, dass sich der ehemalige IPCC-Chef Rajendra Pachauri wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung von Mitarbeitern vor Gericht verantworten muss. Die Vorgänge werfen nicht nur auf Pachauri, sondern auc auf den IPCC ein schlechtes Licht.

 

Probleme beim Klimaproblem

Von Eike Roth

KURZFASSUNG
Weltweit sind Ziele für den „Klimaschutz“ festgelegt worden, insbesondere im Pariser Klima-Abkommen. In diesem Beitrag wird untersucht, wie weit diese Ziele sachlich begründet sind und wie sie optimiert werden können. Der Verlauf der global gemittelten Temperatur wird mit dem der CO2-Konzentration verglichen, Übereinstimmung und Unterschiede werden herausgearbeitet und es wird versucht, diese zu begründen und zu erklären. Die Zuverlässigkeit und Aussagekraft von Klimamodellen wird untersucht und bewertet. Mögliche Beiträge anderer Ursachen zur Klimaentwicklung werden diskutiert. Die in Deutschland beschlossenen Maßnahmen zum Klimaschutz werden hinsichtlich ihrer Erfolgschancen überprüft. Als Ergebnis werden viele offene Fragen identifiziert.

ABSTRACT
Goals for climate protection have been established globally, particularly in the Paris Climate Agreement. This paper analyzes the reasons behind and how to optimize the goals. The development of global temperatures is checked against the concentration of carbon dioxide, matches and discrepancies are identified and reasons and explanations are discussed. Reliability and validity of climate models are examined and assessed. Possible contributions of other causations to global warming are examined. Climate protection measures Germany has decided on are checked regarding their chances of success. As a result, a lot of open questions are identified.

Über den Autor:
Eike Roth, Jahrgang 1941, studierte Experimentalphysik an der Uni Wien, Promotion 1967. Berufliche Tätigkeit im Kernenergiegebiet, zuletzt als Technischer Leiter des Kernkraftwerkes Mülheim Kärlich in der Nähe von Bonn. 2001 pensioniert. Seit 40 Jahren intensive Beschäftigung mit Energie- und Umweltfragen und dem Klimaproblem, einschlägige Vorlesungen, Fachveröffentlichungen und populärwissenschaftliche Bücher.

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Vorbemerkungen

Beim Klima ist die Welt gespaltener denn je. Auf der einen Seite werden die Warnungen vor anthropogenen Klimaänderungen immer drastischer. Wir müssten sofort und durchgreifend handeln, auch wenn das schwer fällt. Darüber sei sich die Wissenschaft einig. Wir müssten unsere Anstrengungen sogar verdreifachen. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Skepsis. Trump hat den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen beschlossen, der neu gewählte Präsident Bolsonaro in Brasilien hat ihn angekündigt und andere Länder könnten folgen. Fast überall wächst der Widerstand gegen teure Klimaschutzmaßnahmen. In Frankreich hat er bereits zu gewalttätigen Protesten geführt. Viele Menschen sehen andere Probleme als wichtiger an.

In der veröffentlichten Meinung wird die Einigkeit der Wissenschaft immer wieder betont. Hält das einer Überprüfung stand? In diesem Beitrag möchte ich auf 4 Problembereiche näher eingehen, bei denen meiner Meinung nach noch ganz erheblicher Diskussionsbedarf besteht. Vielleicht könnte die Klärung dieser Punkte die Diskrepanz zwischen den beiden Seiten verkleinern.

  1. Klimaoptimum: Wo liegt dieses tatsächlich? Wie weit dürfen wir es überschreiten?
  2. Gegenrechnung: CO2 ist auch nützlich (erhöht das Pflanzenwachstum) und zu viel Klimaschutz ist auch schädlich (erschwert die Lösung anderer Probleme). Wo liegt das Gesamt-Optimum?
  3. Klimamodelle: Wie gut sind die und wie belastbar sind ihre Ergebnisse?
  4. Gegenmaßnahmen: Wie wirksam sind die beschlossenen? Können sie überhaupt Erfolg haben?

 

Als Ergebnis wird sich zeigen, dass tatsächlich vielfach noch weitere Überlegungen und Forschungen notwendig sind, um dann mit mehr Klarheit zielgerichtet die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Anderenfalls sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Misserfolge zu erwarten. Allem Anschein nach befinden wir uns auf geradem Weg dorthin.

 

1        Wo liegt das Klimaoptimum tatsächlich?

Klimageschichte

„Klima“ ist der langjährige (meist 30 Jahre) Mittelwert von Wetterdaten. Sein Wesensmerkmal ist der Wandel. Geändert hat es sich schon immer, es ändert sich jetzt und es wird sich auch in der Zukunft ändern. Bekannt sind vor allem die Wechsel zwischen Warm- und Eiszeiten in etwa 100000-jährigem Rhythmus (wobei – wenn man die Geschichte fortschreiben darf – der nächste Wechsel langsam fällig wird, denn die Warmzeiten waren immer viel kürzer als die Kaltzeiten).

Aber auch in der jetzigen Warmzeit gab es erhebliche Klimaschwankungen. Abb. 1 zeigt die Temperaturentwicklung. Man sieht insbesondere viererlei:

  • Erstens ein dauerndes Auf und Ab.
  • Zweitens nichts Besonderes am Ende des Betrachtungszeitraumes (hierzu später mehr mit verbesserter Auflösung).
  • Drittens in den letzten ca. 4000 Jahren einen deutlich ausgeprägten Zyklus mit einer Warmperiode etwa alle 1000 Jahre ohne insgesamt steigende oder sinkende Tendenz.
  • Viertens noch etwas wärmere Phasen vor ca. 4500 und 7000 Jahren.

 

Als Ursache für diese Veränderungen kommen wohl nur Schwankungen der Intensität der Sonne und der Parameter der Erdumlaufbahn um die Sonne in Frage, unterstützt vielleicht noch durch langfristige Änderungen der Meeresströmungen und der Vulkanaktivität. Der Mensch hatte in dieser Zeit sicher noch keinen Einfluss auf das (globale) Klima.

 

Abb. 1.: Entwicklung der global und jahreszeitlich gemittelten, bodennahen Lufttemperatur der Erde seit dem Ende der letzten Eiszeit. Quelle: Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning: „Die Kalte Sonne“, ISBN 978-3-455-50250-3, nach Kehl, H. (2008) „Das zyklische Auftreten von Optima und Pessima im Holozän“, http://lv-twk.oekosys.tu-berlin.de/project/lv-twk/002-holozaene-optima-und-pessima.htm.

 

Prinzipiell ist dieser Temperaturverlauf seit langem bekannt. Aus der Geschichte weiß  man auch, dass es der Menschheit insgesamt in den warmen Zeiten immer besser gegangen ist als in den kalten. So hat z. B.

  • das „Römische Klimaoptimum“ die kulturelle Blüte und den Aufstieg des Römischen Weltreiches begünstigt
  • die Kaltzeit danach vermutlich wesentlich die Völkerwanderung mit verursacht und dadurch zum Untergang dieses Reiches beigetragen
  • das mittelalterliche Klimaoptimum einen Aufschwung in Europa, die Besiedelung von Island und Grönland und die ersten Fahrten nach Amerika (als “Vinland“ bezeichnet) mit sich gebracht und
  • die „Kleine Eiszeit“ danach zu weit verbreitetem Hunger und Elend in Europa (und damit ganz wesentlich zur Auswanderung nach Amerika) beigetragen.

 

Folgerichtig hat man die wärmeren Zeiten immer schon als „Klimaoptimum“ bezeichnet. Dabei wissen wir gar nicht, ob diese Bezeichnung überhaupt berechtigt ist. Es waren zwar die warmen Zeiten immer besser als die kalten, ob aber „noch etwas wärmere Zeiten“ nicht „noch bessere Zeiten“ gewesen wären, wissen wir nicht, da fehlt uns ganz einfach die Erfahrung. Bei Rückschlüssen aus den beiden „holozänen Klimaoptima“ (Abb. 1) mit tatsächlich höheren Temperaturen ist Vorsicht geboten, weil die Informationen aus so alter Zeit spärlich sind. Aber immerhin hatte sich die Menschheit damals gewaltig weiterentwickelt und die Sahara war damals fruchtbares Grünland. „Noch besser“ bei „noch wärmer“ ist daher keineswegs abwegig.

Zwischenergebnis: Wo das Klimaoptimum liegt, wissen wir nicht. In den 400 Jahren seit dem Höhepunkt der Kleinen Eiszeit ist es zweifelsfrei wärmer geworden. Der Rückgang der Gletscher in den letzten 150 Jahren macht das für Jedermann ersichtlich. Aber die Erfahrung sagt uns, dass das gar nicht so schlecht ist. Der Menschheit insgesamt ist es immer umso besser gegangen, je wärmer es war. Ob das auch über das heutige Niveau hinaus noch so weiter geht, wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, wie rasch es bei Überschreiten des Optimums wieder schlechter wird. Hier besteht dringender Forschungsbedarf. (weiterlesen …)

Guinea schickt 406 Delegierte auf Klimakonferenz in Katowice

Die Klimakonferenz in Katowice ist in vollem Gange. Eine Vielzahl von CO2-sparenden Initiativen wird diskutiert: Weniger Fleisch essen, weniger Heizen und weniger Flugreisen. Bei letzterem führt sich die Konferenz natürlich selbst ad absurdum. Es wäre leicht gewesen, die Konferenz in ein Internet-Treffen mit Livestreaming und Online-Kommentarfunktion umzuwandeln. Aber dann wäre ja die schöne und ziemlich lange “Dienstreise” futsch, samt allen Empfängen, Tagegeldern und vorweihnachtlichen Kollegentreffen. Diesmal sollen sich im Zuge der Klimaschonung mehr als 22.000 Teilnehmer auf den Weg nach Polen gemacht haben, die meisten bequem per Flugzeug.

Die größten Delegationen zur Klimakonferenz stammen dabei aus afrikanischen Ländern. Guinea schickt dieses Jahr 406 Delegierte ins Rennen, die Demokratische Republik Congo ist mit 237 Teilnehmern dabei, und die Elfenbeinküste schickt 191 Landsleute nach Polen. Die Teilnehmerliste gibt es auf der Homepage der Konferenz als pdf und ist 1084 Seiten lang. Die Auflistung der Delegierten aus Guinea beginnt auf Seite 239 und reicht bis Seite 273. Darauf finden sich 406 Namen. Im Vorjahr in Bonn war die Gruppe aus Guinea sogar noch um 86 Teilnehmer größer, mit einer Delegationsstärke von fast 500 Personen. Auch die Elfenbeinküste hat sich dieses Jahr “stark eingeschränkt”. Bei der COP23 in Bonn war das Land mit 492 Teilnehmern dabei. War Bonn velleicht ein attraktiveres Reiseziel als Katowice? Eco-business.com hat die Teilnehmerzahlen der Klimakonferenzen der letzten Jahre in einer Exceltabelle zusammengestellt, die hier verfügbar ist.

Die offensichtlichen Frage: Welche Aufgabe haben all diese Delegierten? Und wer kommt für die Reisekosten auf? Beginnen wir mit Teilfrage 1, die Rollenverteilung. Hier können wir eigentlich nur raten, da wir das individuelle Tagesprogramm der Teilnehmer nicht kennen. Ein Blick in die Zugehörigkeit (“affiliation”) der Teilnehmer gibt eine erste Idee. Unter anderem tauchen dort mehrere Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Guinea auf. Außerdem gibt es Journalisten, eine Vielzahl von NGO-Mitarbeitern, Vertreter der Wasserbehörde etc. Es bleibt unklar, wer hier wirklich Mehrwert liefert und wer nur als Tourist bzw. Tagegeldbezieher mitreist. Das gilt übrigens nicht nur für Guinea, sondern für alle Delegationen.

Teilfrage 2 ist vielleicht einfacher zu beantworten? Wer zahlt Reise und Tagegelder? Auf der Webseite der Bonner COP23 werden wir fündig:

Daily subsistence allowance disbursement and travel
Delegates from Parties eligible for funding are kindly requested to contact the daily subsistence allowance (DSA) office located in the temporary structure in the foyer of the main building of the World Conference Center Bonn as of Monday, 30 April 2018. Delegates attending the pre-sessional meetings of the regional groups are invited to come to the DSA office in room H-030 in the Altes Abgeordnetenhochhaus building on the United Nations Campus from Tuesday, 24 April to Friday, 27 April. Please bring your passport, electronic flight ticket confirmation and boarding pass(es). After receiving clearance from the DSA office, delegates can proceed to the bank to collect their DSA.

Es gibt also Teilnehmergruppen, denen eine Förderung von Flug, Unterkunft und Tagegeld zusteht. Man muss mit seinem Pass und den Flugtickets nur zu einem Stand auf der Konferenz gehen, dann gibt es Cash von der Bank. Es ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer der meisten afrikanischen Länder von der UN vollfinanziert werden. Angesichts der schönen Tagegelder und Reisegelegenheit ist das Interesse an einer Teilnahme an den Klimakonferenzen groß. Die COP24 hat eine eigene Webseite für ‘Funded Delegates Accomodation“. Der Mindestaufenthalt in Katowice beträgt 12 Tage. Wie hoch ist das übliche UNO-Tagegeld? Laut ICSC-Webseite erhält man in Polen pro Tag außerhalb Warschaus 194 US$. Bei einem Aufenthalt von 12 Tagen sind das 2328 US$ pro Person. In Bonn waren es im Vorjahr noch 272 US$ pro Tag. Das erklärt vielleicht auch den leichten Rückgang der Interessenten dieses Jahr…

Geht es bei der COP24 wirklich vor allem um das Klima?

 

WWF schickt den Eisbär in Rente: Jetzt muss das Rentier als Spendeneintreiber ran

Unser täglichen Klimaalarm gib uns heute… Die Tageschau fährt weiter Klimadauerberieselung. Am 8. Dezember 2018 legte uns die Tagesschau-Redaktion nahe, in möglichst engen und unbequemen Flugzeugen zu reisen, da diese klimafreundlicher seinen. Alternativ könnte man durch Ablasszahlung an Atmosfair aber auch etwas komfortabler reisen:

Ranking von Atmosfair TUI Airways schont Klima am meisten

Zwei deutsche Fluglinien gehören laut einer Studie zu den zehn am wenigsten klimaschädlichen Airlines der Welt: TUIfly und Condor. Als Siegerin ermittelte die Umweltorganisation Atmosfair die britische TUI Airways.

[...] In die Bewertung fließen insbesondere der CO2-Ausstoß pro Nutzlastkilometer und dessen Vergleich mit dem bestmöglichen Flug ein. Vergeben werden dabei “Effizienzpunkte”. Die besten Werte erreichen Airlines mit modernen Flugzeugen und vielen Sitzen darin, die zusätzlich sowohl die Sitze als auch den Frachtraum gut auslasten. [...] Oft gewinnen diese Airlines Punkte durch eine überdurchschnittliche Bestuhlung und Auslastung. Atmosfair bietet Fluggästen ebenso wie auch Nutzern anderer Verkehrsmittel an, den durch ihre Mobilität verursachten CO2-Ausstoß durch Zahlungen zu kompensieren, die dann in Klimaschutzprojekte fließen.

Ganzen Artikel auf Tagesschau.de lesen.

Die Effektivität etlicher durch CO2-Ablassbriefe finanzierter Klimaschutzprojekte ist allerdings fraglich. Siehe unseren Beitrag “University of Washington: Holzkocher der CO2-Kompensationsprojekte bringen keinen Nutzen für Klima und Umwelt“.

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Kurios auch die Vielfliegerei des höchsten UN-Umweltschützers. Anstatt mit gutem Vorbild voranzugehen, hat Erik Solheim tief in die UNO-Reisekasse gegriffen und sein jährliches CO2-Budget deutlich überzogen. Die Deutsche Welle fand am 22. November 2018 deutliche Worte:

Kommentar: Erik Solheims Klimaheuchelei
Der Leiter des UN-Umweltprogramms ist zurückgetreten, weil er eine halbe Million Dollar für Flüge in alle Welt ausgegeben hat. Aber fatal ist nicht nur der gigantische CO2-Ausstoß des UNEP-Chefs, meint Sonya Diehn.

Der Grund für den Rücktritt des Leiters des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) ist ein kleiner Schock. In nur 22 Monaten gab er fast eine halbe Million Dollar für Jet-Setting auf der ganzen Welt aus. Das war das Letzte, was man von Erik Solheim erwartet hätte, einem Mann, der stets über die Dramatik von Umweltproblemen wie dem Artensterben, dem Plastikmüll in den Weltmeeren sowie dem Klimawandel sprach.

Doch eine UN-interne Untersuchung zwang ihn nun genau deshalb zum Rückzug. Sicher, Führungskräfte müssen reisen, um ihren Job zu erledigen. Aber Solheim hat offenbar alle Regeln und Vorschriften der UN für Dienstreisen missachtet. Und nachdem deswegen einige Länder damit gedroht haben, kein Geld mehr an die UNEP zu zahlen, stand eine Haushaltskrise unmittelbar bevor. Doch in Zeiten schwindenden Vertrauens in öffentliche Einrichtungen ist es wichtig, die Legitimität einer solch bedeutenden Umweltinstitution zu erhalten.

Weiterlesen auf dw.com.

In der Welt kann man weitere pikante Details lesen:

Das Blatt „The Guardian“ hatte im September berichtet, dass Solheim laut einem UN-internen Rechnungsprüfungsentwurf in nur 22 Monaten rund 424.000 Euro für Flugtickets und Hotelübernachtungen ausgegeben habe. Zu 80 Prozent seiner Arbeitszeit sei er zudem nicht am Hauptquartier des UN-Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi anzutreffen.

Seinen Dienstsitz Nairobi mochte der Norweger offenbar nicht, vermied die kenianische Stadt so oft er nur konnte. Von insgesamt 668 Diensttagen, verbrachte Solheim satte 529 Tage auf Reisen. Die Reisen wurden Solheim von einem seiner eigenen, ihm unterstellten Mitarbeiter “genehmigt”. Wie oft die “Dienstreisen” den Norweger in seine norwegische Heimat führten, ist unklar.

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Lukasz Dziubyna versuchte auf Kickstarter die Summe von 13.000 US$ für ein klimaskeptisches Filmprojekt einzuwerben. Allerdings kamen bis zum Ende der Spendenaktion nur knapp 500 US$ zusammen, so dass die Finanzierung scheiterte.

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Sie erinnern sich vielleicht an die eindrucksvollen Bilder von im Polarmeer schwimmenden Eisbären. Aktivisten suggerierten mit diesen Bildern, dass der Klimawandel die Eisbären töten würde. Allerdings wurde es in letzter Zeit recht still um die Eisbären. Das überrascht nicht, denn offizielle Zählungen zeigen, dass die Eisbärepopulation viel stabiler ist als von den Klimaaktivisten behauptet.

Erfinderische Aktivisten fackelten nicht lange und tauschten den Eisbären einfach gegen ein Rentier. Auf der Webseite des WWF schwimmt ab jetzt ein Rentier um sein Leben (Bild hier) und wirbt um WWF-Spenden:

Klimawandel und Wilderei: Rentiere schwimmen um ihr Leben
Eine Rentierherde durchschwimmt die Chatanga, ein Fluss im Norden Sibiriens. Der Strom ist breit und eisig. Die Tiere sind erschöpft, es ist bereits ihr dritter Anlauf. Besonders die frisch geborenen Kälber kämpfen gegen das Ertrinken. Früher überquerten die Rentiere nach der Kalbung die zugefrorenen Flüsse zu Fuß auf ihren langen Wanderungen von den Winter- zu den Sommerweiden in der Russischen Arktis. Doch nun schmilzt das Eis eher. „Es ist ein ganz neues Problem und niemand weiß bislang, ob und wann die Art sich anpassen kann.“ WWF-Arktisexpertin Eva Klebelsberg ist besorgt. Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für die Rentiere und öffnet auch Wilderern Tür und Tor.

Früher wäre doch alles so perfekt gewesen, und nun habe der Mensch alles kaputt gemacht. Das meint jedenfalls der WWF. Weit gefehlt. Ein einziger Blick in die Klimageschichte hätte den WWF-Aktivisten ihren Denkfehler schnell aufgezeigt. In Wirklichkeit war das vorindustrielle Klima im Norden Sibiriens viel variabler als vom WWF vorgegaukelt. Naurzbaev et al. 2002 rekonstruierten die Temperaturgeschichte der Eastern Taimyr Peninsula und fanden mehrere vorindustrielle Warmphasen, zu deren die Rentiere genau die gleichen Herausforderungen zu meistern hatten:

Summer temperatures in eastern Taimyr inferred from a 2427-year late-Holocene tree-ring chronology and earlier floating series
A brief review is presented of the progress, to date, in constructing a long, continuous ring-width chronology from living and subfossil Siberian larch (Larix gmelinii) in the eastern part of the Taimyr peninsula. A near 2500-year chronology running up to the present has been assembled and several shorter, earlier series have been produced that are dated approximately on the basis of radiocarbon dates. A description is given of the production of separate early summer and annual mean temperature histories based on the recent chronology, spanning more than 2000 years. These two reconstructions are based on alternative methods of statistical processing of the measured tree-ring data. The early summer and annual reconstructions agree well in the long-term components of their variability, providing evidence for anomalous warmth in the third, tenth to twelfth, and twentieth centuries, and a prolonged cool period throughout the sixteenth and seventeenth, and in the early nineteenth centuries. The mean growth and other statistical parameters of the earlier chronologies also suggest that conditions for tree growth were very favourable in the earlier Holocene, particularly in the fourth millen nium bc. This is strongly indicative of an early Holocene Climatic Optimum in Taimyr at that time. Other material in hand, and earlier published radiocarbon dates, demonstrate the feasibility of constructing continuous ring-width chronologies and temperature estimates extending throughout all of the last 8000 years.

 

Guter Klimarealismus braucht Förderer: Unterstützer für das Kalte-Sonne-Blog gesucht

UPDATE 05.12.2018:
Allen Spendern der letzten Tage ein ganz herzliches Dankeschön! Mit Ihrem Beitrag helfen Sie, den Betrieb des Kalte-Sonne-Blogs aufrecht zu erhalten. Falls Sie noch nicht die Gelegenheit hatten sich zu beteiligen: Wir freuen uns weiterhin über alle Spenden zur Förderung einer fairen Klimadebatte.

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Liebe Leser,

Seit Februar 2012 berichten wir hier im Kalte-Sonne-Blog täglich über aktuelle Klimathemen aus einer klimarealistischen Sichtweise, die in anderen Medien oft zu kurz kommt. Wir kommentieren, kritisieren oder loben, ohne durch eine übergeordnete Institution eingeschränkt zu sein. Dabei erlauben wir uns, allein der wissenschaftlichen Logik und dem Common Sense zu folgen. Diese Freiheit bedeutet jedoch auch, dass uns keine staatlichen oder anderweitigen Fördergelder zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz zu anderen Blogs wie etwa dem aktivistischen Klimareporter° werden unsere Autoren auch in Zukunft ehrenamtlich für Sie tätig sein. Allerdings gibt es andere Kosten, wie etwa den Webseitensupport, mobilen Internetzugang, Bildrechte oder Fachliteratur, für die wir bei Ihnen um Unterstützung werben wollen. Falls Sie unsere Arbeit fördern möchten, freuen wir uns über Ihre Spende – egal ob klein oder groß.

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Wer lieber per Bankkonto überweisen möchte: Kontoinformationen gibt es über das Kontaktformular.

Vielen Dank für Ihre Hilfe im voraus!

Mit den besten Grüßen
Ihr Kalte-Sonne-Team

 

Faktencheck beim Umweltministerium

Wenn eine Bundesbehörde oder ein Ministerium etwas sagt, hat das Gewicht. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass auch dort “nur” ganz normale Menschen aus Fleisch und Blut arbeiten. Und wenn der Chef eine ganz bestimmte politische Meinung zu einem Thema hat, dann werden sich alle Mitarbeiter größte Mühe geben, um den Chef glücklich zu machen und damit automatisch die eigene Karriere und den Jahresendbonus zu fördern. Auf Salonkolumnisten hat Anna Veronika Wendland am 2. November 2018 einen Faktencheck von Aussagen des deutschen Umweltministeriums vorgenommen. Dabei stieß sie auf erschreckende Ungereimtheiten:

Faktencheck beim Umweltministerium

Was passiert, wenn die Regierung mit dem Volk diskutieren will, aber ihren Job nicht ernst nimmt? Das Volk checkt die Fakten selbst. Unsere Autorin hat sich angesehen, wie das Umweltministerium Energiepolitik darstellt.

Es kommt wieder etwas Bewegung in die klima- und energiepolitische Diskussion. Im Westen tobt die Braunkohlen-Kontroverse, und der Bundesrechnungshof nörgelt über Geldverschwendung bei der Energiewende-Förderung. Nach Jahren des Schweigens und Desinteresses wagen sich neuerdings einige Nuklear-Ketzer hervor und sagen, man solle doch noch einmal kritisch über das 2011 beschlossene deutsche Kernenergie-Verbot nachdenken. Und wie es der Teufel will, kündigt ausgerechnet jetzt die Klima- und Atomausstiegs-Kanzlerin ihr persönliches Laufzeitende an. Ironischerweise wird sie‘s nicht länger machen als das letzte deutsche Kernkraftwerk.

Diskutieren à la BMU

Das ist gefährlich, dachte sich offenbar das SPD-geführte Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Damit niemand auf falsche Gedanken kommt, verbreitete es am vergangenen Dienstag auf den sozialen Netzwerken einen hausgemachten „Faktencheck“ über die Kernenergie und kündigte an, dass das Volk darüber auch mit dem zuständigen Staatssekretär Jochen Flasbarth diskutieren dürfe, allerdings nur auf Twitter, und nicht ohne klarzustellen, dass es eigentlich gar nichts zum Diskutieren gebe:

„Mit Atomkraft gegen den Klimawandel? Höchste Zeit, diese und weitere gängige Behauptungen einem Faktencheck zu unterziehen. Und es bleibt dabei: Bis spätestens 2022 wird in Deutschland das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet.“

Was dann kam, ließ einen daran zweifeln, ob wir es hier mit einer Bundesbehörde zu tun haben, der unter anderem auch die Oberaufsicht über unsere Kernkraftwerke obliegt, oder nicht vielmehr mit einem Fall von Urkundenfälschung. Denn es sah eher so aus, als betreibe Greenpeace unter missbräuchlicher Verwendung staatlicher Hoheitszeichen in einer Bundesliegenschaft eine Anti-Atom-Flugblatt-Druckerei.

Grüne Häkchen, rote Kreuzchen

Garniert mit grünen Häkchen, präsentierte uns das Ministerium, was wir zu denken haben:„Atomstrom ist keineswegs CO2-neutral“, „Unsere Stromversorgung ist sicher“, „Deutschland produziert Strom im Überfluss“. Und es versah mit einem fetten roten Kreuz, was man besser nicht denken sollte: „Atomkraft hilft beim Klimaschutz“, „Ohne AKWs gehen die Lichter aus“. Dabei bediente sich das BMU des beliebten Tricks, Aussagen zu falsifizieren, die in dieser Form gar nicht gemacht wurden.

Weiterlesen bei Salonkolumnisten

 

Die perfekte Klimaangst-Maschine: Ein Klüngel aus Tagesschau, Germanwatch, MunichRe und Brot für die Welt

Klimakonferenz in Katowice, da schieben Redakteure der Tagesschau Überstunden und beglücken das Volk mit einer Klimaalarm-Dauerberieselung. Am 4. Dezember 2018 war das Extremwetter dran. Die Klimaaktivisten-Organisation Germanwatch hat einen Gruselreport herausgegegen – und die Tagesschau bewirbt ihn munter auf ihrer Webseite:

Klima-Risiko-Index 2017: Extremwetter so heftig wie lange nicht

Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre: Laut Klima-Risiko-Index waren Entwicklungsländer 2017 am härtesten von extremen Wetterlagen betroffen. Auch die Industriestaaten spüren die Folgen des Klimawandels immer heftiger.

Das vergangene Jahr war weltweit das verheerendste Extremwetterjahr der jüngeren Geschichte. Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre forderten mehr als 11.500 Todesopfer und verursachten Schäden in Höhe von mehr als 375 Milliarden US-Dollar (umgerechnet mehr als 331 Milliarden Euro). Das geht aus dem Klima-Risiko-Index der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch hervor.

[...]

Die beiden Karibikstaaten Puerto Rico und Dominica wurden im Herbst 2017 von Hurrikan “Maria” verwüstet. “Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft”, sagte Germanwatch-Experte David Eckstein. Mit fast 3000 Toten traf es Puerto Rico so schwer, dass das Land auch in der Betrachtung der vergangenen 20 Jahre ganz nach oben rückte.

Weiterlesen auf tagesschau.de

Natürlich richten Hurrikane viel menschliches Leid und große finanzielle Schäden an. Da die Weltbevölkerung stetig steigt, ebenso wie die versicherten Werte, ist die Schadenssumme wenig aussagekräftig. Selbst wenn die Hurrikanaktivität unverändert bliebe, würde man eine generell Steigerung der Schadenssumme erwarten. Aus diesem Grund muss eine weitere Normierung über das Bruttoinlandsprodukt stattfinden, die Germanwatch zwar für einige Werte vornimmt. Den langjährigen Verlauf der normierten Werte zeigt die Aktivistengruppe jedoch nicht. Und das hat einen guten Grund: In Wirklichkeit sind die wetterbedingten Schäden seit 1990 nämlich sogar gesunken, wie Roger Pielke in einer neuen Studie zeigt, die im Oktober 2018 in Environmental Hazards erschien (Graphiken auf WUWT hier):

Tracking progress on the economic costs of disasters under the indicators of the sustainable development goals
The Sustainable Development Goals indicator framework identifies as an indicator of progress the objective of reducing disaster losses as a proportion of global gross domestic product. This short analysis presents data on this indicator from 1990. In constant 2017 US dollars, both weather-related and non-weather related catastrophe losses have increased, with a 74% increase in the former and 182% increase in the latter since 1990. However, since 1990 both overall and weather/climate losses have decreased as proportion of global GDP, indicating progress with respect to the SDG indicator. Extending this trend into the future will require vigilance to exposure, vulnerability and resilience in the face of uncertainty about the future frequency and magnitude of extreme events.

Siehe auch unseren Beitrag “Neue Arbeit von Roger Pielke Jr.: Anstieg der globalen Extremwetterversicherungsschäden basiert fast vollständig auf sozioökonomischen Gründen“. Ein großer Schadenstreiber sind die zerstörerischen Hurrikane bzw. Taifune. Ryan Maue hat den Verlauf der Hurrikanaktivität in einer Reihe von Graphiken auf policlimate.com dargestellt:

 

Abbildung: Häufigkeit von tropischen Stürmen und Hurrikanen seit 1970. Quelle: Ryan Maue.

 

Man erkennt: Die Jahre 2017/2018 passen sich nahtlos in die natürliche Variabilität der Hurrikanaktivität der letzten fünf Jahrzehnte ein. Germanwatch lässt es dagegen so aussehen, als wenn die Stürme ein noch nie gekanntes Häufigkeitsniveau erreicht hätten. Wer sind die Autoren dieses Machwerkes? Genannt werden David Eckstein, Marie-Lena Hutfils und Maik Winges. Wir schauen auf der Germanwatch-Mitarbeiterseiter nach und werden fündig:

David Eckstein schaut auf seinem Foto grimmig. Er wird alsReferent für Klimafinanzierung und Investitionen geführt. Er hat ein Studium der Volkswirtschaftslehre in Bonn und Sevilla absolviert. Mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen kennt er sich offenbar eher weniger aus.

Marie-Lena Hutfils ist Referentin für Klima-Risikomanagement bei Germanwatch. Bei ihr stehen keine Informationen zur Ausbildung. Also schauen wir auf LinkedIn, wo ein Master-Abschluss in Internationalen Beziehungen gennant ist. Wieder keine naturwissenschaftliche Expertise im Bereich Extremwetter.

Und schließlich noch Dr. Maik Winges, Referent für Anpassung an den Klimawandel und Menschenrechte. Wieder fehlt auf der Germanwatch-Seite der Hinweis zur Expertise. Nich einmal ein Foto gibt es. Auf Researchgate findet man ihn aber. Offenbar ein Politologe.

Fazit: Das Autorentrio hat keinerlei Erfahrung auf der naturwissenschaftlichen Seite des Themas Extremwetter. Entsprechend vorsichtig sollte man mit den Ergebnissen ihres Berichts umgehen. Unterstützt wurde Germanwatch in diesem Projekt – wie sollte es anders sein – von der Munich Re:

Germanwatch thanks Munich RE (in particular Petra Löw) for their support (especially the provision of the core data which are the basis for the Global Climate Risk Index).

Zur Erinnerung: Die Munich Re macht Geschäfte mit Extremwetterversicherungen. Je größer die Klimaangst in der Bevölkerung, desto mehr Versicherungsabschlüsse. Somit besteht die Seilschaft bereits aus drei Komponenten: Aktivisten, Versicherung und Medienanstalt. Das perfekte Trio. Über allem thront noch die Politik, die den Klimagrusel tatkräftig unterstützt und damit ihre Macht durch Verbreitung von Klimaangst zu festigen sucht.

Aber halt, es wird noch besser. Mitfinanziert hat das Ganze die Hilfsorganisation “Brot für die Welt”:

This publication is financially supported by Bread for the World – Protestant Development Service. Germanwatch is responsi-ble for the content of this publication.

Denken Sie daran, wenn Ihnen Brot für die Welt das nächste mal eine Klingelbüchse vor die Nase hält.

 

ZUSAMMENFASSUNG: So funktioniert das vollintegrierte Klimaalarm-System:

1) Die Tagesschau übernimmt ungeprüft einen offensithlichen Aktivistenbericht und bezeichnet die Aktivisten-Gruppierung verniedlichend als “Umwelt- und Entwicklungsorganisation”.

2) Germanwatch surft auf der Klimakrawall-Welle und versäumt es bewusst, einen Verlauf der BIP-normierten wetterbedingten Schäden zu zeigen, wie es seitens von Fachexperten gefordert wird. Wichtige Fachliteratur zum Thema wird verschwiegen.

3) Ein Versicherungskonzern nutzt die Gelegenheit und arbeitet mit der Aktivistengruppe offen zusammen, trotz offensichtlichem Interessenkonflikt

4) Eine Hilfsorganisation, die eigentlich vorgibt den Hunger auf der Welt zu bekämpfen, co-finanziert das fragwürdige Aktivistenprojekt

5) Die Autoren des Aktivistenberichts haben keinerlei naturwissenschaftliche Erfahrung im Bereich des Extremwetters bzw. Klimawandels, was aber die Tagesschau nicht davin abhält, den Bericht trotzdem als Beleg dafür zu nehmen, dass die Folgen des Klimawandels immer heftiger würden.

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Spenden Sie hier an Germanwatch, um die Klimaalarm-Maschine weiter zu ölen. Oder spenden Sie lieber an das Kalte-Sonne-Blog, so dass wir die Herrschaften weiter im Auge behalten und hier im Blog darüber aktuell berichten können.

 

Unsinn: Otto Wöhrbach und seine 5 Trugschlüsse

Es war wohl mal wieder Zeit für Die Zeit: Zeit für Klimamobbing. Diesmal von Otto Wöhrbach, erschienen am 20. Oktober 2018:

Die Erderwärmung? Hat’s doch schon immer gegeben!
Mit diesem Argument wird gern beschwichtigt: So schlimm könne der Klimawandel dann ja nicht sein. Doch wissenschaftlich ist das Unsinn.

Herrlich dieses Spiel mit der Rhetorik: Skeptikerausspruch zitieren und dann als minderwertig, hirnrissig hinstellen. Lupenreines Klimaskeptikermobbing. Bevor wir in die Argumentation von Herrn Wöhrbach schauen, wollen wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Aus dem Autorenprofil lernen wir, dass es sich um einen freien Autor der Zeit handelt:

Der Autor studierte Physik, Mathematik und Philosophie in Tübingen und leitete bis 2016 das Planetarium Freiburg. Seither schreibt er als freier Autor über Astronomie und Planetenforschung, vor allem für den “Tagesspiegel” und die “Badische Zeitung”.

Immerhin ein wissenschaftlicher Hintergrund. Aber leider zu sehr in der physikalischen Modellierungsecke zu verorten. Ob Otto Wöhrbach die Klimageschichte und die geowissenschaftliche Sichtweise beherrscht? Das Thema Astronomie erinnert an Harald Lesch, der unsere liebe Sonne und ihre Schwankungen klimatisch für komplett nutzlos hält. Schauen wir mal in Wöhrbachs Artikel hinein:

So schlimm könne es ja alles nicht sein – schließlich hat sich das Klima der Erde schon oft geändert im Verlauf ihrer 4,6 Milliarden Jahre langen Geschichte. Dieser Gedanke erscheint naheliegend, aber er ist in gleich mehrfacher Hinsicht falsch. Und er führt leicht zu folgenden fünf Trugschlüssen:

So lieben wir es: Mathematisch streng gegliedert. Fünf Trugschlüsse der doofen Skeptiker. Hier Nummer 1:

Trugschluss 1: Zeiten des Klimawandels sind harmlos

Au weia. Wöhrbach fabuliert über ein Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze und will daraus ablesen, dass Wärme für das Leben schlecht ist. Thema verfehlt. Das Mesozoikum (Trias, Jura, Kreide) war sehr warm und voller Leben. Dinosaurier und Korallen liebten die Zeit. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre war vielfach höher als heute. Wöhrbachs Argument geht nach hinten los. Schwach. Es gibt eine Vielzahl von Theorien für das Aussterbeereignis an der Perm-Trias-Grenze, darunter auch Vulkanausbruchsserien und Meteoriteneinschläge. Wöhrbach pickt sich eine einzige heraus, den angeblichen ‘Runaway Greenhouse Effect’. Das ist Rosinenpickerei, haarscharf an der Grenze zur Fehlinformation.

Trugschluss 2: Klimawandel ist gleich Klimawandel

[...] Schon heute herrschen andere Klimaverhältnisse als während des gesamten zurückliegenden Quartärs, dem Zeitabschnitt der Erdgeschichte also, in dem sich die Menschheit seit knapp drei Millionen Jahren entwickelt. Die kleineren Schwankungen in diesem Zeitraum wurden dabei vermutlich von geringfügigen Änderungen der Helligkeit der Sonne verursacht. Zum Beispiel während der Kleinen Eiszeit, die je nach Quelle ungefähr im 13. Jahrhundert begann (Geophysical Research Letters: Miller et al., 2012) und spätestens im 19. Jahrhundert endete (Science: Oerlemans, 2005). Während dieser Periode war es durchschnittlich etwas kälter als heute. Den alten Römern dagegen spielte eine wärmere Phase in die Hände: Das römische Klimaoptimum befreite die Alpenpässe von Schnee und Eis und öffnete sie für die Eroberung Galliens und Germaniens.

Schlecht gemixtes Halbwissen gepaart mit Fake News. Den Wechsel zwischen Eiszeiten und den warmen dazwischenliegenden Interglazialen nennt Wöhrbach “kleinere Schwankungen”. Das soll er mal einem Schleswig Holsteiner erzählen, dessen Haus in der letzten Eiszeit unter einem Kilometer Eis begraben wurde. Das ist wirklich peinlich, Herr Wöhrbach.

Dann führt der Physiker die Kleine Eiszeit an und verniedlicht sie mit “…war es durchschnittlich etwas kälter als heute“. Eine krasse Fehlinterpretation aus der modernen schön gewärmten Lehnstuhlperspektive. Unsere Vorfahren in Deutschland werden das deutlich anders gesehen haben. Die Temperaturen waren in der Kleinen Eiszeit bis zu 2°C kälter, die Sommer kalt und verregnet, viele Ernten zerstört, Krankheiten breiteten sich aus, Gletscher wuchsen weltweit stark an. Die Kleine Eiszeit war eine der kältesten Phasen der gesamten letzten 10.000 Jahre. Wöhrbach wusste das offenbar nicht. Die Mittelalterliche Wärmeperidoe lässt Wöhrbach aus, dafür führt er immerhin die Römische Wärmeperiode an. Dann widmet er sich wieder dem Klima im Millionen-Jahre-Maßstab.

Das wilde Zusammengewürfele von Klimawandel verschiedener Zeitskalen ist wenig zielführend. Während die durch Erdbahnschwankungen hervorgerufene Milankovic-Zyklik für das Quartär sehr relevant ist, spielt sie für den mehrfachen warm-kalt-warm-Wechsel der letzten 2000 Jahre keine Rolle. Offenbar merkt Otto Wöhrbach gar nicht, dass sein Text zu “Trugschluss 2″ eher die Skeptikerseite stützt. Zunächst misrepräsentiert er den aktuellen Wissensstand der Paläoklimatologe, dann bleibt er auch noch Erklärungen für die starke natürliche Klimadynamik der letzten 2000 Jahre schuldig. Der Zeit möchte man zurufen: Weshalb hat hier niemand vor Veröffentlichung des Artikels probegelesen?

Trugschluss Nummer 3: Die Entwicklung ist jederzeit aufzuhalten

Wöhrbach fabuliert wild, ohne zu überzeugen. Sein Denken ist durch vermeintliche PIK-Kipppunkte kontaminiert. Zudem ignoriert er, dass es in der Kimageschichte der letzten Jahrzehnte bis Jahrtausende stets Entwicklungen in beide Richtungen, sowohl wärmer als auch kälter, gegeben hat. Nichts ist für immer. Es wäre falsch, jeden Kurzzeittrend in die weite Zukunft fortschreiben zu wollen. Fehlendes klimahistorisches Wissen führt Wöhrbach hier auf einen argumentativen Holzweg.

Trugschluss 4: Der Anstieg der Treibhausgase ist ein natürlicher Vorgang

Zur Info: Die Mehrheit der Skeptiker akzeptiert, dass der Anstieg des CO2 in der Atmosphäre durch die Nutzung fossiler Brennstoffe bedingt ist. Die Frage ist vielmehr: Wie stark erwärmend wirkt dieses zusätzliche CO2? Weshalb geht Wöhrbach nicht auf den großen Unsicherheitsbereich der CO2-Klimasensitivität ein? 1,5-4,5°C pro CO2-Verdopplung.

Trugschluss 5: Die Natur kann sich anpassen

Es ist unglaublich, wieviele Fehleinschätzngen man in einem so kurzen Artikel unterbringen kann. Wöhrbach behauptet fälschlicherweise, dass die Geschwindigkeit des Klimawandels heute viel höher als je zuvor war. Außerdem behauptet er, Extremwetter sei häufiger geworden. Beides ist falsch. Siehe z.B. hier und hier.

Unterm Strich haben wir einen zweiten Harald Lesch: Viel aktivistischer Drang, aber kaum belastbare Fachkennnisse. Die Zeit tut sich mit solch schlecht recherchierten Artikeln zum Thema Klimawandel keinen Gefallen, verspielt auch den letzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit in diesem politisch hochsensiblen Themenbereich, der stattdessen äußerste Sorgfalt erfordert.

 

Formel falsch: In Bäumen ist weniger Kohlenstoff enthalten als gedacht

Klimaklamauk von Eugene Chan im Journal of Environmental Psychology:

Climate change is the world’s greatest threat – In Celsius or Fahrenheit?
In two experiments, participants who were told that the Earth’s average temperature was −24 °C thought that it was more important to limit climate change than those who were told that it was −16 °C. However, participants who were told that the average temperature was −11 °F thought it was less important to reduce the carbon footprint than those who were told that it was 3 °F. The findings contradict each other since −24 °C is the same as −11 °F, and −16 °C is the same as 3 °F. We draw on research on numerosity and goal-pursuit from behavioral psychology to explain the intriguingly-opposite findings. We measure both the perceived influence of and actual behavior to help fight climate change. Thus, we offer the novel hypothesis that presenting climate change figures in Celsius or Fahrenheit—two primary units to communicate temperature—can influence people’s belief in or concern regarding climate change.

Große Zahlen beeindrucken halt. Das werden die Öffentlichkeitsstrategen im Potsdamer PIk sicher bald in ihrer tägliche Arbeit umsetzen. Dann heißt es nicht mehr: Der Meeresspiegel steigt pro Jahr um 3 Millimeter an, sondern um 3000 Mikrometer. Und Windgeschwindigkeiten werden dann nicht mehr in km/h angegeben, sondern in cm pro Tag. Da kommen dann schön hohe Werte und viel Klimagrusel heraus. Die Propagandamaschine wird immer perfekter.

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Wieviel Kohlenstoff passt in einen Baum? Seitdem der Planet auf CO2-Diät gesetzt wurde, zählt jetzt jedes Gramm. Das französische landwirtschaftliche Forschungszentrum CIRAD hat nun einen systematischen Rechenfehler gefunden, der alle CO2-Ausgleichmaßnahmen in den Wäldern der Erde beeinflussen wird. In den globalen Bäumen ist 5% weniger Kohlenstoff gebunden als lange angenommmen. CIRAD-Pressemitteilung vom 16. Oktober 2018:

Forest carbon stocks have been overestimated for 50 years

A formula used to calculate basic wood density has recently been corrected. Basic density is widely used to compute carbon storage by trees. Researchers estimate that the error in the initial formula resulted in an overestimation of forest carbon stocks, to the tune of almost 5%. These results were published in the scientific journal American Journal of Botany on 16 October.

It may be a small correction, but it is far from negligible as far as forest ecologists and carbon cycle specialists are concerned. The error lay in a formula established almost 50 years ago (in 1971) for calculating basic wood density. Given that basic density is used to assess the amount of carbon stored in a tree, the fact that the formula had to be corrected meant that forest carbon stocks may have been overestimated by 4 to 5%. “This new formula should enable us to determine more accurately the role of forests in the carbon cycle and the impact of deforestation on climate change” , says Ghislain Vieilledent, an ecologist with CIRAD who was the corresponding author of the work published in the journal American Journal of Botany on 16 October.

For more than 70 years, CIRAD has had a database on 1300 wood species and almost 4500 trees. It was when they came to promote this resource that Ghislain Vieilledent and his colleagues at CIRAD and at Paul Sabatier University in Toulouse discovered an incoherence in a conversion factor: the one used to compute the basic density of a tree based on wood density at 12% moisture, which corresponds to the average wood moisture content in temperate regions. Since this technical characteristic is widely available in wood technology databases, ecologists only have to apply a conversion factor to it in order to establish the basic density of a tree species. However, it was precisely that conversion factor that did not tally with the researchers’ new calculations. “To start with, I thought we had made a mistake in our calculations or that there was some uncertainty surrounding measurement of the relevant data. It was not easy to cast doubt on a formula that had been widely accepted for years and quoted in several scientific articles.”

The researchers took a new look at the data in CIRAD’s historic database in order to determine a new formula for establishing basic density based on density at 12%. The new conversion factor will be used to calculate the basic density of woods in forest ecology databases. In particular, it will serve to update the global wood density database on which Jérôme Chave and Fabian Fischer are working at CNRS-Paul Sabatier University in Toulouse, who were co-authors of the publication. The correction will make it possible to estimate carbon forest stocks more accurately and understand more clearly the role played by forests in climate regulation.

 

Klimavariabilität war in der letzten Zwischeneiszeit größer als heute

In eigener Sache: Ab sofort ist der Newsletter-Service zum Blog wieder nutzbar. Am rechten Rand der Eingangsseite des Blogs finden Sie die Möglichkeit sich ein- und auszutragen. Sie erhalten dann eine automatische Email, die Sie noch einmal bestätigen müssen. Dies verhindert einen Mißbrauch der Ein- und Austragfunktion. Bei Problemen bitte umgehend bei der Kalte-Sonne-Redaktion melden. Alle die bereits in der Newsletterliste eingetragen waren, brauchen nichts zu tun. Wir hoffen, dass jetzt wieder alles reibungslos klappt. Danke auch allen Spendern, deren Unterstützung uns den entsprechenden Websupport ermöglicht.

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Bei politisch sensiblen Themen versagt die ansonsten so beliebte Online-Enzyklopädie Wikipedia. Aktivisten haben sich mit viel Aufwand an entscheidenden Stellen postiert und stellen sicher, dass allein ihre Sichtweise in den Wikipedia-Sachartikeln erscheint. Rubikon brachte am 10. Oktober 2018 einen guten Beitrag zum Problem:

Das Lexikon der Lügen

Stellen wir die Deutungshoheit der Wikipedia infrage!

Ältere hatten ihren Brockhaus, Jüngere konsultieren für alle Informationen automatisch Wikipedia. So verschieden diese Lexika sind, gemeinsam ist ihnen ein ehrfürchtig bestaunter Ruf absoluter Sachlichkeit und Neutralität. Im Schatten dieses lupenreinen Images gedeihen Manipulation und Desinformation umso besser. Es gibt mittlerweile unzählige Belege dafür, dass Wikipedia einseitig informiert, diffamiert und hetzt, z.B. gegen Kriegsgegner, gegen alternative Medizin und Wissenschaft. Wir sollten das Online-Lexikon vor diesem Hintergrund nur noch mit Vorsicht genießen. Langfristig hilft aber nur eines: Wir müssen selbst handeln und ein besseres Lexikon auf die Beine stellen.

Weiterlesen auf Rubikon.

Ein solcher Versuch ist z.B. FreeWiki.

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Die Klimavariabilität ist zu warmen Zeiten generell größer als zu kälteren. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des University College London (UCL). Pressemitteilung vom 12. Oktober 2018:

Does climate vary more from century to century when it is warmer?

Century-scale climate variability was enhanced when the Earth was warmer during the Last Interglacial period (129-116 thousand years ago) compared to the current interglacial (the last 11,700 years), according to a new UCL-led study.

The findings, published today in Nature Communications and funded by the Natural Environment Research Council (NERC) and the Australian Research Council (ARC), reveal that the Last Interglacial period was punctuated by a series of century-scale arid events in southern Europe and cold water-mass expansions in the North Atlantic.  Assessing natural climate variability under relatively warm conditions is crucial to inform projections under future carbon emission scenarios.  Professor Chronis Tzedakis (UCL Geography), study lead author, said: “The Last Interglacial is particularly relevant because it provides insights into climate processes during a period of excess warmth.”

The Last Interglacial period contained an interval of intense Arctic warming, with surface air temperatures estimated at 3-11°C above pre-industrial, comparable to high-latitude warming scenarios for the end of this century. Global sea-level during the Last Interglacial is estimated to have been ~6-9 m above present, with 0.6-3.5 m derived from melting of the Greenland Ice Sheet. 

Previously, several North Atlantic and European records have detected century-scale changes in temperature and precipitation within the Last Interglacial, but there has been considerable uncertainty over the timing, extent and origin of these climate oscillations. This new study by international researchers from twelve institutions used marine and terrestrial geological archives, coupled with climate model experiments, to create the most detailed timeline of ocean and atmosphere changes in the North Atlantic and southern Europe during the Last Interglacial.

To address the uncertainties in comparing records from different environments, researchers produced a “stratigraphic ‘rosetta stone’ by analysing different fossils from the same sediment samples in a marine core off Lisbon,” said Dr Luke Skinner (Cambridge University) who led the palaeoceanographic analyses.  “The marine core also contained pollen transported from the Tagus river into the deep sea, thus enabling a direct comparison of vegetation and North Atlantic ocean changes,” said Dr Vasiliki Margari (UCL Geography), who undertook the pollen analysis. 

Changes in vegetation, primarily caused by variations in the amount of rainfall, were then linked to changes in the chemical signature of rainfall recorded in stalagmites from Corchia Cave in northern Italy. “The Corchia record is particularly important because it is supported by very detailed radiometric dating using the decay of uranium isotopes, producing one of the best chronologies for this period available,” said Dr Russell Drysdale (University of Melbourne), who led the team studying the Italian cave. 

Climate model experiments, undertaken by Dr Laurie Menviel and Dr Andrea Taschetto of the University of New South Wales Sydney, revealed that the spatial fingerprint of these changes was consistent with disruptions of the Atlantic meridional overturning circulation. Greenland ice-melt and runoff as a result of strong high-latitude warming during the Last Interglacial may have contributed to the weakening of the Atlantic meridional overturning circulation and to the observed climate changes. “Although not a strict analogue for future anthropogenically-driven changes, the profile of the Last Interglacial that emerges is one of enhanced century-scale climate instability, with implications for ice-sheet and ocean dynamics,” said Professor Tzedakis. “Future research efforts should focus on constraining further the extent of melting and runoff from the Greenland ice-sheet and its effects on ocean circulation during the Last Interglacial.”