Fragwürdige Temperaturdaten stellen Ergebnisse einer Insektenalarmstudie in Frage

Eine typische Alarmgeschichte: Die Insekten sterben, weil es immer heißer wird! Lister & Garcia 2018 in PNAS:

Climate-driven declines in arthropod abundance restructure a rainforest food web
A number of studies indicate that tropical arthropods should be particularly vulnerable to climate warming. If these predictions are realized, climate warming may have a more profound impact on the functioning and diversity of tropical forests than currently anticipated. Although arthropods comprise over two-thirds of terrestrial species, information on their abundance and extinction rates in tropical habitats is severely limited. Here we analyze data on arthropod and insectivore abundances taken between 1976 and 2012 at two midelevation habitats in Puerto Rico’s Luquillo rainforest. During this time, mean maximum temperatures have risen by 2.0 °C. Using the same study area and methods employed by Lister in the 1970s, we discovered that the dry weight biomass of arthropods captured in sweep samples had declined 4 to 8 times, and 30 to 60 times in sticky traps. Analysis of long-term data on canopy arthropods and walking sticks taken as part of the Luquillo Long-Term Ecological Research program revealed sustained declines in abundance over two decades, as well as negative regressions of abundance on mean maximum temperatures. We also document parallel decreases in Luquillo’s insectivorous lizards, frogs, and birds. While El Niño/Southern Oscillation influences the abundance of forest arthropods, climate warming is the major driver of reductions in arthropod abundance, indirectly precipitating a bottom-up trophic cascade and consequent collapse of the forest food web.

Siehe auch Bericht in der Washington Post. Passt alles bestens ins klimaalarmistische Konzept. Leider scheint die Studie komplett danebenzuliegen. Auf WUWT zeigte Bob Vislocky, dass die maximalen Temperaturen im puertoricanischen Studiengebiet wohl gar nicht angestiegen sind:

The problem is that the data from those two stations should never have ever been used in this research study. For example, Bisley only started reporting in 1994, which means that the temperature record only covered the second half of the 38-year time period used to study the insects. Unless the authors had temperature data going back to the start of their study period in 1976 how in the world can they claim that the insect decline from their first expedition in 1976-77 to the second one in 2012-13 was due to climate change?

The situation for the observing station in El Verde is outright comical. This station has had a checkered history beginning with its odd choice of thermometer location (on top of a concrete roof). Roughly 25% of the data between 1976 and 2013 is reported as missing with no values provided. From 1976-1978 and 1987-1989 the daily observations were not real, but rather long-term average values were substituted. Moreover, prior to 1992 many of the max temperature observations were extrapolated from surrounding locations. Additionally, from 1989-1992 the temperatures reported were often that of the current reading at observation time instead of the maximum temperature, so adjustments had to be applied to correct those values. To top all of that there were instrument issues cited in the early 1990s that prompted replacement of the thermometer in September of 1992. The amount of corrupt data was so extensive prior to 1992 that the caretakers of the data set specifically state that this data is suspect and not valuable for interpreting long-term trends as it would pollute the later data record after 1992. Here are the links to the historical El Verde max temperature spreadsheets and more importantly the description of the data where the issues regarding the data sets are exposed.

https://luq.lter.network/data/luqmetadata181

https://luq.lter.network/data/luqmetadata16

But wait, there’s more! After the instrument change in September 1992, recorded maximum temperatures increased substantially at the station! As a result, a correction factor was applied to the data beginning in September of 1992 to make it compatible to previous data record; however the exact nature of the correction was not documented. Unfortunately, the correction factor ceased to be applied starting in 1997, so who knows what impact this had on the temperature trend. Lastly, even after the instrument change in 1992, over 35% of the daily readings are still reported as missing.

Ganzen Beitrag auf WUWT lesen

 

Sind die Wetterstationen auf Spitzbergen richtig geeicht?

Von Bruno Hublitz

Bei dem physikalischen Kolloquium an der FAU in Erlangen am 09. Januar 2019 erläuterte der ARD-Wettermoderator Karsten Schwanke wie und warum sich der Jetstream abschwächt. Auszug aus seinem Vortrag, der hier mitverfolgt werden kann:

“…….d. h., wenn wir sagen, dieser sehr trockene, sehr lange und vor allem sehr lange Sommer den wir in diesem Jahr hatten, der hatte mit der Abschwächung des Jetstreams zu tun.   …….

….. Und warum wird nun dieser Jetstream deutlich schwächer, und warum wird er vor allem noch schneller sich abschwächen als wir es bisher gedacht haben? Das hat mit der Klimaerwärmung zu tun. In den letzten Jahrzehnten, in etwa seit den 70-er und 80-er-Jahren hat sich die Erde komplett unterschiedlich erwärmt!

Ich war für eine ARTE-Reportage im Frühjahr auf Spitzbergen. Dort gibt es verschiedene Wetterstationen. Die messen das Wetter dort. Lassen Wetter-Ballons aufsteigen und die haben mir ihre Daten gezeigt. Dort steigt die Temperatur zur Zeit in 10 Jahren um 1,6 °C, also pro Jahrzehnt im Mittel steigt die Temperatur dort um 1,6°C. Das ist enorm! Und im großen Rest der Welt steigt im Mittel die Temperaturen pro Jahrzehnt um 0,1 °C, d. h, wir erleben in einigen Regionen der Arktis eine Erwärmung um den Faktor 15! Ungefähr 15 mal so stark wie im Rest der Welt. Und diese stärkere Erwärmung der Arktis, die führt dazu, dass der Temperaturunterschied zwischen Nordpol und Äquator – auch im Winter – abnimmt und der Jetstream deshalb schwächer wird.”

 

Abb1.:  Screenshot der Projektion vom Vortrag von Herrn Schwanke

 

Die gleiche Aussage findet man auch in der ARD-Programm-Beschreibung unter https://programm.ard.de/TV :

 

Die vom emeritierten Professor Ole Humlum an der Universität Oslo initiierte  Plattform “climate4you” bietet dem interessierten Laien eine gut Möglichkeit sich über aktuelle Klimaentwicklungen sachgerecht zu informieren (Dank an Sebastian Lüning für den Hinweis). So kann man sich auch von Temperaturentwicklungen in der Arktis ein gutes Bild verschaffen. Daraus die Abb. 2 der Temperaturen in der Arktis (65N-90) “händisch” ergänzt mit der Angabe von Herrn Schwanke.

Abb. 2:  Arktische Temperaturen, Quelle: climate4you; ergänzt mit “händischer” Anstiegsrate und 1,6°C/Dekade-Gradient aus Vortrag K. Schwanke am 09. Jan. 2019 an der FAU

 

Aus climate4you ergibt sich für die Arktis vereinfacht “händisch” geglättet dabei in 40 Jahren ein Anstieg von ca. 1°C (man kann auch einen etwas größeren Wert ablesen). Unbestritten ist der Gradient in der Arktis ausgeprägter als in anderen Regionen der Welt. Datenbanken von Cowtan & Way oder GISS liefern 0,6 – 0,7 °C/Dec (Hinweis von Frank Bosse, mit Dank verbunden).

Auf Nachfrage über wetter@DasErste.de  habe ich leider von Herrn Schwanke keine Antwort erhalten, wie der auf Spitzbergen gemessene Temperaturanstieg von 1,6°C in 10 Jahren zustande kommt. Trägt man den bei einem physikalischem Kolloquium an einer deutschen Universität genannten Wert vereinfacht (wohlwissend wissenschaftlich nicht exakt) in das climate4you-Diagramm ein, ergibt sich das oben gezeigte Bild. Möge sich der verehrte Leser selbst seine eigene Meinung bilden, über vermutlich reißerische Aussagen in einem Klima-Vortrag.

 

NACHTRAG:
Die Daten sprechen eine klare Sprache. Bei NASA GISS findet man die Spitzbergen-Station “Svalbard Luft”. Nach dem Interpolieren von einigen Lücken ergibt sich für jährliche Mittelwerte ein Trend von 0,93°C/Dekande. Zum Vergleich sind die von Karsten Schwanke erwähnten 1,6 °C rot vermerkt. Er unterstellt fälschlicherweise eine Erwärmung von 173% gegenüber dem in GHCN ermittelten Trend.

 

Abb. 3: Temperaturentwicklung auf Spitzbergen auf Basis der Station ‘Svalbard Luft’ (GISS).

 

 

IPCC in Erklärungsnot: Gutachterprotokolle des Sonderberichts zum 1,5-Grad-Ziel noch immer unveröffentlicht

Beitrag von Rainer Zitelmann vom 3. März 2019 auf Tichys Einblick:

Meinungsklima in Deutschland: Die lauten und die stummen Jugendlichen

Die Medien werden beherrscht von den Klima-Protesten einiger Tausend Schüler. Sie werden gehört. Aber immer mehr Jugendliche schweigen – aus Angst, wegen kritischer Meinungen als „rechts“ abgestempelt zu werden. Eine aktuelle Umfrage.

Nach einer Erhebung des Forsa-Instituts findet etwa jeder zweite Jugendliche und junge Erwachsene (16 bis 25 Jahre), man könne in Deutschland zu Themen wie Zuwanderung oder Islam bestimmte Meinungen nicht offen vertreten, ohne als rechts oder rechtsradikal abgestempelt zu werden. Die Befragung wurde im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung durchgeführt.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Anfang Oktober 2018 stellte der IPCC seinen neuen Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel vor, der in den Medien ausführlich referiert und zelebriert wurde. Allerdings gab es auch viel Kritik. Die Global Warming Policy Foundation (GWPF) gab hierzu am 20. Dezember 2018 ein Briefing Paper heraus, in dem Ray Bates vom University College Dublin die Schwächen des Berichts erläutert. Hier die dazugehörige Pressemitteilung der GWPF. Das pdf der GWPF-Analyse gibt es hier.

New Paper Documents Main Reasons For International Controversy About The IPCC’s SR1.5 Report
One of Europe’s most eminent climate scientists has documented the main scientific reasons why the recent UN climate summit failed to welcome the IPCC’s report on global warming of 1.5°C. In a paper published today by the Global Warming Policy Foundation Professor Ray Bates of University College Dublin explains the main reasons for the significant controversy about the latest IPCC report within the international community. The IPCC’s Special Report on a Global Warming of 1.5°C (SR1.5) was released by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in advance of the recent COP24 meeting in Katowice, Poland, but was not adopted by the meeting due to objections by a number of governments. Professor Bates examines some key aspects of the SR1.5 report. He assesses if the IPCC report exhibits a level of scientific rigour commensurate with the scale of its extremely costly and highly disruptive recommendation that carbon emissions be reduced to zero by mid-century. The paper concludes that such a level of scientific rigour is not present in the report. Specifically, SR1.5 is deficient in scientific rigour in the following respects:

–It departs from the IPCC’s Fifth Assessment Report in conveying an increased sense of planetary emergency without giving rigorous scientific reasons for doing so.

It fails to communicate to policymakers a considerable body of important observationally-based research evidence that has accumulated since the Fifth Assessment which reduces the sense of a looming emergency.

It fails to communicate important information made public by climate modellers since the Fifth Assessment regarding the empirical tuning of models to achieve desired results.

The paper concludes that, in view of these deficiencies, the SR1.5 report does not merit being regarded by policymakers as a scientifically rigorous document. “There is much recent observational and scientific evidence that the IPCC report has failed to include and which supports a more considered mitigation strategy than the extreme and unrealistic measures called for in the SR1.5 report,” said Prof Bates. In the foreword, Dr. Edward Walsh, the Founding President of the University of Limerick and former chairman of Ireland’s National Council for Science, Technology and Innovation said: “The importance of adherence to the highest scientific standards on the part of the IPCC in its periodic reports can hardly be overemphasised. Governments rely on the scientific objectivity of these reports to make crucial decisions related to the economies of their countries and the wellbeing of their people. Policymakers should carefully reflect on the significant deficiencies identified in the report before considering implementing its recommendations.”

Der IPCC-Sonderbericht selber kann auf der IPCC-Webseite heruntergeladen werden. Die harsche Kritik von Prof. Bates verwundert auf den ersten Blick, da die IPCC-Berichtsinhalte doch einen aufwendigen zweistufigen Begutachtungsprozess durchlaufen haben. Die Reviewer müssten doch eigentlich alle größeren Fehler und Auslassungen identifiziert und deren Behebung gefordert haben. Allerdings leidet der Begutachtungsprozess unter einigen eklatanten Schwächen, was seine Wirksamkeit grundsätzlich in Frage stellt.

Zwar ist der IPCC bei der Zulassung der Reviewer relativ großzügig. Jeder der drei Publikationen zum Klimathema nachweisen kann, darf als Gutachter tätig werden. Das Problem: Die Gutachterkritik kann von den handverlesenen IPCC-Autoren relativ leicht ignoriert werden. Während der beiden Gutachterrunden müssen die Autoren zunächst nicht auf die Hinweise der Reviewer antworten. So müssen die Gutachter im zweiten Berichtsentwurf mühsam per Hand überprüfen, inwieweit die eigenen Hinweise berücksichtigt oder ignoriert wurden. Der IPCC verspricht zwar, dass auf alle Gutachterkommentare geantwortet wird und die Gutachterprotokolle im Sinne der Transparenz später veröffentlicht werden. Im Fall des 1,5-Grad-Spezialberichts entwickelte sich der Gutachterprozess jedoch zu einer Farce.

Ein der Redaktion bekannter Gutachter erklärte, der allergrößte Teil seiner Hinweise wurde schlichtweg ignoriert, zunächst ohne jede Rechtfertigung. Trotzdem wurde der Bericht im Oktober 2018 mit großen Presserummel veröffentlicht. Auch fünf Monate später – Mitte März 2019 – gibt es von den Gutachterprotokollen noch immer keine Spur.  Auf der Webseite des IPCC prangt derzeit (19.3.2019) der peinliche Hinweis, dass wohl erst im April 2019 mit dem Feedback zur Gutachterkritik gerechnet werden kann. Wenn die Reviewprotokolle wirklich irgendwann veröffentlicht werden, sind die politischen Entscheidungen auf Basis des Berichts bereits lange getroffen. Die viel zu späte Offenlegung des Reviewprozesses erst Monate nach der großen Veröffentlichung des Berichts lässt ein großes Defizit an Transparenz und fehlende wissenschaftliche Ernsthaftigkeit erkennen. Falls die von den Autoren gelieferten Begründungen fachlich nicht überzeugen, muss die Robustheit des Berichts insgesamt hinterfragt werden. Dies wiegt umso schwerer, da gleichzeitig allen Reviewern per schriftlichem Erlass strikt verboten wurde, ihre Kritik eigenständig öffentlich zu machen. Es gibt gute Gründe, das IPCC-Begutachtungssystem einer sorgfältigen Begutachtung zu unterziehen.

 

Screenshot vom 19.3.2019, https://www.ipcc.ch/sr15/about/reviews/

 

 

Gute Nachrichten für Skifahrer: Winter auf der Ischgler Idalpe sind in den vergangenen 30 Jahren kälter geworden

Das österreichische Paznaun ist eine Talung im äußersten Westen von Nordtirol mit einer Höhe von 900-1800 m über dem Meeresspiegel. Die Region lebt vom Tourismus, insbesondere vom Skitourismus, der jährlich mehr als 2 Millionen Übernachtungen einbringt. Aus diesem Grund haben Gastgeber und Besucher ein besonderes Interesse an den Auswirkungen des Klimawandels in Paznaun. Wie sehen die Trends aktuell aus? Der Skitourismusforscher Günther Aigner legte im November 2018 eine Studie vor, in der er die Winterentwicklung anhand offizieller Messreihen genau unter die Lupe nahm. Das pdf der Arbeit kann kostenlos auf der Webplattform Zukunft Skisport heruntergeladen werden, wo auch weitere Studien verfügbar sind. Hier die Kurzfassung:

Die Winter im Paznaunseit 1895: Eine Analyse amtlicher Wintertemperatur-und Schneemessreihen
Die Winter auf der Ischgler Idalpe sind in den vergangenen 30 Jahren kälter geworden. An der ZAMG-Station (Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) sanken die Wintertemperaturen im linearen Trend von minus 4,8 auf minus 6,1 Grad Celsius –das heißt: um 1,3 Grad. Sieben der letzten zehn Winter waren kälter als das 30-jährige Mittel. Seit den letzten 50 Jahren sind auf den Bergen des Paznaunsjedoch keine signifikanten winterlichen Temperaturveränderungen feststellbar. Bei Diskussionen über den Verlauf der Temperaturen in Bezug auf den Wintersport in Tirol ist also die Wahl der Zeitachse von großer Bedeutung. Die Schneemesswerte an der ZAMG-Station Galtürzeigen über die letzten 123 Jahre keine statistisch signifikanten Trends. Die jährliche Anzahl der Tage mit natürlicher Schneebedeckung liegt seit 1895/96 statistisch unverändert bei im Mittel 173 Tagen. Die jährlich größten Schneehöhen zeigen seit 1895/96 ebenso keine statistische Veränderung und liegen im Mittel bei 114 cm. IhreVariabilität ist beachtlich, denn die Spannweite reicht von lediglich 38cm im Winter 2016/17bis hin zu 210cm im Winter 1998/99. Im Skigebiet „Silvretta Arena“ in Ischglkonnte man im Mittel der letzten 32 Jahre an 155 Tagen Ski fahren. Der lineare Trend steigt an. Betrachtet man die in dieser Studie ausgewerteten amtlichen Messdaten, so sind im Paznaundie klimatologischen Rahmenbedingungen für das Betreiben von Wintersport über die letzten 30 Jahre unverändert günstig geblieben. Aus den hier veröffentlichten Auswertungen können keinerlei Prognosen für die Zukunft abgeleitet werden

Ganze Studie hier lesen (pdf).

 

Weshalb die Vermischung von Wissenschaft und Politik vermieden werden sollte

Die Vermischung von Wissenschaft und Politik ist eines der größten Probleme der Klimadebatte. Es wäre wichtig, dass Wissenschaftler sich zur Wissenschaft äußern, während Politiker die politischen Schlüsse daraus ziehen. Im November 2018 erschien im Australian Journal of Politcal Science ein Paper von Peter Tangney, in dem er die Wissenschaftler darauf hinweist, sich in Anhörungen und Expertenberatungen auf die Wissenschaft zu konzentrieren, ansonsten würde die Akzeptanz der Klimawissenschaften leiden. Hier der Abstract:

Between conflation and denial – the politics of climate expertise in Australia
Scientific warnings about impending climate disaster and experts’ advocacy for more and better climate science have been largely unsuccessful for advancing evidence-based policy in Australia. Continuing expectations to the contrary stem from a reliance on the supposed ability of science to prime political understandings of climate change. This paper shows how scientists undermine this ‘deficit model’ ideal by conflating types and uses of evidence and expertise in policymaking. These tactics are unconvincing for conservative opponents, for whom climate science is far from the last word on what climate change means. This paper examines experts’ rhetorical tactics through the eyes of conservative policymakers and, thereby, proposes a strategy more likely to effect resilient climate adaptation and mitigation policies in Australia.

Judith Curry bespricht den Inhalt der Studie auf Ihrer Webseite Climate Etc. im Detail.

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Roger Köppel am 21. Februar 2019 in der Weltwoche:

Müssen wir das Klima retten?

Eine neue Sonnenreligion verdunkelt die Hirne von Politikern und Gelehrten.

Um es gleich von Beginn weg klarzustellen. Ich bin ein Befürworter der Aufklärung und bewundere viele Wissenschaftler; allerdings habe ich meine Bedenken, was die Wissenschaftlichkeit der staatlich kontrollierten «Wissenschaft» angeht. Ich bin einverstanden, dass sich die weltweite Durchschnittstemperatur seit dem Ende der Kleinen Eiszeit vor etwa 200 Jahren um rund ein Grad Celsius erhöht hat. Es ist für mich erwiesen, dass CO2 eine Treibhaussubstanz ist und dass es davon immer mehr in unserer Atmosphäre gibt. Ich bin überzeugt, dass das Verbrennen von fossilen Energien zu mehr CO2 in der Atmosphäre geführt hat und immer noch führt.

Und ja: Ich halte es für möglich, dass der Mensch durch den Verbrauch dieser Brennstoffe ungefähr die Hälfte des globalen Temperaturanstiegs der letzten fünfzig Jahre, rund 0,2 Grad Celsius, verursacht haben könnte. Ich stehe also auf dem Boden des wissenschaftlichen Konsenses, sofern es ihn zu Fragen des Weltklimas gibt. Gleichzeitig verfolge ich mit wachsender Fassungslosigkeit, was die Politik aus diesen weithin unbestrittenen wissenschaftlichen Erkenntnissen macht.

«Selbstmord der industriellen Gesellschaft»

Was hier abgeht, hat ein anerkannter amerikanischer Klimaforscher kürzlich als den «organisierten Selbstmord der industriellen Gesellschaft» bezeichnet. Er meinte damit den politisch diktierten Zwangsausstieg aus den fossilen Energieträgern mit dem Ziel, die Erderwärmung zu beeinflussen.

Weiterlesen bei der Weltwoche.

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Alfred Brandenberger mit einer Zusammenstellung zu Greta und ihrem Kinderkreuzzug:

 

Unethisch: Emeritierter ETH-Forscher Fischlin argumentiert als Aktivist, nicht als Wissenschaftler

Darfs noch eine Scheibe Klimaalarm dazu sein? Die schweizerische Supermarktkette Migros beglückte am 29. November 2018 seine Kunden mit einer vollen Ladung Klimaaalarm. Im kostenlosen Migros-Magazin durfte der ETH-Forscher Andreas Fischlin ausführlich Klimapanik verbreiten. Fischlin? Genau, der attackerte früher einmal Fred Singer. Beim Faktencheck zeigte sich jedoch, dass viele seiner Argumente einfach nicht stichhaltig waren. Im Migros-Interview darf Fischlin trotzdem 2 Millionen Lesern weiter den Klimawandel erklären:

Klimawandel: Das Wohlergehen der Menschheit steht auf dem Spiel
Die Botschaft des ETH-Klimaforschers Andreas Fischlin ist unmissverständlich: Wir müssen den CO₂-Ausstoss sofort und drastisch reduzieren, wenn wir nicht den Untergang unserer Zivilisation riskieren wollen. Auch die Schweiz ist stark gefährdet – und könnte durchaus mehr machen.

Doomsday, Weltuntergang, Ende der Zivilisation. Hätte es nicht auch ein bisschen weniger getan? Erinnerungen an das Mittelalter werden wach…

MIGROS: Sind unsere demokratischen Prozesse zu kompliziert für schnelles Handeln?

FISCHLIN: Ich glaube an die Demokratie. Aber einige Experten zweifeln, dass unsere westlichen Demokratien dieser Herausforderung gewachsen sind. Während China diskussionslos Tausende von Windrädern und auf riesigen Flächen Sonnenkollektoren installiert, verhandeln wir hier noch immer, wie genau wir das CO₂-Gesetz ausgestalten sollen.

Oder anders gesagt: Wenn ich nicht meinen Ökowillen bekomme, dann müssen wir die Demokratie abschaffen und eine Ökodiktatur einrichten. Natürlich zum Wohl der Menschen.

MIGROS: Die Schweizer Demokratie ist also doch zu langsam?

FISCHLIN: Ich finde, dass der Bundesrat sein Bestes tut. Er versucht, die Übereinkunft von Paris umzusetzen, die das Parlament nun auch ratifiziert hat. Leider sind sich noch nicht alle Parteien der Dringlichkeit der Lage bewusst: Es gibt Stimmen, besonders unter den bürgerlichen Parteien, die sie herunterspielen. Doch wer das tut – und das gilt auch für die Erdölvereinigung und andere Teile der Wirtschaft –, handelt unethisch. Wir können uns heutzutage nicht mehr herausreden, denn dank der Wissenschaft wissen wir, was wir mit dem Treibhausgasausstoss anrichten.

Das ist Fischlins Problem: Er argumentiert nicht als Wissenschaftler, sondern als Aktivist. Gerade das ist unethisch, denn er wird als Wissenshaftler vorgestellt, ist aber im Grunde nur ein privater Aktvist. Weshalb verschweigt er die noch immer bestehenden Unsicherheiten in z.B. der CO2-Klimasensitivität? Ein Hamburger Kollege macht es besser (siehe “Klimamodellierer Jochem Marotzke: Mehr Zeit zur Dekarbonisierung, frühere Klimamodelle waren zu empfindlich“).

MIGROS: Wie schlimm kann es werden?

FISXHLIN: Der steigende Meeresspiegel wird viele Küsten unbewohnbar machen und Millionenstädte gefährden. Schon jetzt will keine Versicherung mehr Londons Innenstadt versichern, die nur ein Meter über dem Meeresspiegel liegt. Es wird mehr Unwetter geben, mehr Wassermangel, ganze Landstriche werden unbewohnbar sein. Selbst im Wasserschloss Schweiz werden wir Probleme bekommen, wenn wir nicht rechtzeitig neue Stauseen anlegen, welche die Funktion der Gletscher übernehmen. [...]

Apokalypse pur. Ob das Meer bald sogar die Schweiz flutet?  Der Interviewer scheint etwas zu merken und hakt nach.

MIGROS: Übertreiben Sie da nicht ein bisschen?

FISCHLIN: Nein, wenn es uns nicht gelingt, den Klimawandel zu stoppen, dann sehe ich schwarz.

Bei Visionen und Albträumen sollte man zum Arzt gehen.

FISCHLIN: [...] bisher ist die Temperatur gegenüber der vorindustriellen Zeit erst um ein Grad gestiegen. Bis zum Jahrhundertende werden es gegen fünf Grad sein, wenn wir so wenig unternehmen wie bisher.

Dass es sich dabei um das extremste und damit unwahrscheinlichste IPCC-Szenario handelt, wird im Text nirgendwo ehrlich deklariert, was unwissenschaftliche Panikmache ist. Kurz vor dem MIGROS-Interview war Fischlin bereits mit einer anderen Aktion negativ aufgefallen. Rainer Hoffmann berichtete über den Vorfall auf klimamanifest-von-heiligenroth.de bzw. EIKE detailliert:

Am 08.10.2018 in der Schweizer Nachrichten Sendung „10vor10“ (vergleichbar mit „HEUTE-JOURNAL“, ZDF oder „TAGESTHEMEN“, ARD oder ZIB2, ORF) interviewte Susanne Wille zum aktuellen IPCC-Sonderbericht ihren Schwager(!) Andreas Fischlin, den bekannten Klimaforscher von der ETH-Zürich und aktuellen Co-Vorsitzenden des IPCC, ohne dass aber der TV-Zuschauer etwas davon merkte, dass dort vor der Kamera in Wirklichkeit ein „familiäres Gespräch“ geführt worden ist. Der TV-Zuschauer ging vielmehr davon aus, dass in dem Gespräch zwischen S. Wille und A. Fischlin kritischer, unabhängiger Journalismus mit der nötigen Distanz praktiziert wird. Aber dem war eben nicht so, wenn man sich die Familien-Verhältnisse der Familie Wille-Fischlin in diesem Gespräch klarmacht: Das Siezen und die Anrede mit „Herr Fischlin“ durch Susanne Wille in diesem Gespräch war nur gestellt und damit definitiv unehrlich.

 

Wenn uns PIK-Jungaktivisten die Klimawelt erklären…

TRAVELBOOK meldet am 06. März 2019:

Das „Tor zur Unterwelt“ wächst immer weiter: Kündigt dieser Riesenkrater eine Katastrophe an?
Mitten in der sibirischen Taiga klafft seit den 60er-Jahren ein riesiger Krater in der Erde, der immer weiter wächst. Einheimische nennen ihn deshalb ehrfürchtig das „Tor zur Unterwelt“ – und Wissenschaftler fürchten, dass seine Ausbreitung katastrophale Folgen haben könnte.

Weiterlesen auf TRAVELBOOK

Man beruft sich dort auf einen uns bereits bekannten WELT-Artikel vom 03.03.2017. Denn das hatten wir ja schon mal aufgegriffen. Siehe Uli Webers Artikel “Batagaika-Krater als Klimawandelschaden? 2:0 für Murton et al. gegen WELT-N24 und das Alfred-Wegener-Institut“.

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Michael Lindner und Antonia Schuster am 3. Dezember 2018 auf Zeit Online:

10 Fakten zum Klimawandel, die man sich merken kann
Mythen aufdecken? Je öfter Klimaforscher das versuchen, desto eher merken sich Leute Falschinformationen. Deshalb lesen Sie hier nur, was Sie sich merken sollten.

Das hört sich gut an. Denn auch wir mögen keine Falschinformationen. Was empfehlen uns die beiden Autoren konkret? Beide Jungforscher waren mit dem Potsdamer PIK-Institut assoziiert, so dass man hier etwas genauer hinschauen sollte.

1) 97 % der Fachleute sind sicher: Der Klimawandel ist auch menschengemacht.

Der Verweis auf diese lupenreine Aktivistenstudie ist kein guter Einstieg für die beiden Ex-PIKler. Die Untersuchung wurde von Cook et al. 2013 durchgeführt. In die Tabelle 2 der Arbeit von Cook et al 2013, sieht man schnell, dass zu den 97% auch die meisten Klimaskeptiker zählen, die einen anthropogenen Anteil von bis zur Hälfte der Erwärmung für möglich halten. Unser Buch “Die kalte Sonne” wäre Teil des 97-Prozent-Konsens. Die “Reject AGW-Kategorie” umfasst nur jene extremen Meinungen, die eine Klimawirkung des CO2 komplett ausschließen bzw. eine äußerst geringe CO2-Klimasensitivität annehmen. Spiegel Online hatte dies bereits erkannt. Im Übrigen wurde die Studie von Richard Tol genau analysiert und für methodisch unzureichend befunden. Tol ist ein immerhin ehemaliger IPCC-Autor. Insofern kann diese Studie nicht als Argumentationsgrundlage verwendet werden, sie ist nicht robust und kommt eindeutig aus der Aktivistenecke. Den dazugehörigen “Game Plan” findet man hier.

2) Die globalen jährlichen CO2-Emissionen steigen nach wie vor.

3) Mehr CO2 in der Atmosphäre führt zu höheren Temperaturen – und umgekehrt.

Stimmt. Aber der wirklich relevante Punkt ist hier die enorme Unsicherheit in der CO2-Klimasensitivität, die von 1,5 – 4,5°C pro CO2-Verdopplung reicht. Das ist ein Unsicherheitsbereich mit Faktor 3! Dazu kein Wort von den beiden Autoren.

4) Die Erde darf sich nicht mehr als 1,5 Grad Celsius erwärmen.

Wirklich? Vor 6000 Jahren war es an vielen Stellen der Erde schon einige Grad wärmer als heute. Der Planet hat es überlebt. Stichwort “mittelholozänes Klimamaximum”.

5) Die realen Auswirkungen sind oft gravierender als die Vorhersagen.

Falsch: Die abgebremste Erwärmung seit 2000 hat die Klimaforscher kalt erwischt. Erst der El Nino 2015/16 ließ die Temperaturen wieder nach oben schnellen. Seit 2015 kühlt sich die Erde jedoch wieder ab. Auch in vielen anderen Bereichen sind die Klimatrends weniger dramatisch als lange befürchtet.

6) Das Klima verändert sich so schnell, dass dies das sechste Massenaussterben mit auslösen könnte.

Großer Unsinn. Siehe z.B. “Europas Torfmoore mit erstaunlicher Fähigkeit zur Anpassung an Klimaschwankungen” und “Klimawandel weniger destruktiv als gedacht: Zukünftige Diversität der Arten offenbar unterschätzt ” und “Artenvielfalt vor allem durch schlechte Staatsführung, Korruption und Krieg gefährdet“.

7) Der Hitzesommer 2018 ist auch durch den Klimawandel entstanden.

Ein heißer Sommer als Beweis für die Klimakatastrophe? Arm. Genauso arm wie der Versuch, einen kalten Winter als Gegenbeweis für die Klimaerwärmung anzuführen.

8) In Deutschland arbeiten fast 340.000 Menschen im Sektor erneuerbare Energien

Stimmt. Und fast alle sind von Subventionen abhängig. Das ist nicht nachhaltig. Die Folge: Viele Firmen im Sektor sind schon wieder pleite. Ein Rückfall in die Planwirtschaft der DDR.

9) Auch Elektroautos können eine schlechte CO2-Bilanz haben.

Aufgrund der Herstellung müssen einige E-Auto erst 200.000 Kilometer fahren, bis sie ökologische Vorteile bringen.

10) Jeder einzelne kann etwas ändern bis zu 49 % könnte die Welt an durch Ernährung verursachten CO2-Emissionen einsparen, wenn alle vegan essen würden.

Wollen wir den Menschen wirklich das Essen vorschreiben? Wieder kommt die heimliche Sehnsucht nach einem ökodiktatorisch durchgeplanten Leben durch. Können die jungen Menschen mit der Freiheit und ihren Privilegien nicht umgehen? Irgendetwas scheint hier schon in der Schule schiefzulaufen, wo offenbar Gruppendecken und Ökoscham gelehrt werden, anstatt die Schüler zum Gebrauch des eigenen Gehirns anzuregen.

Unterm Strich handelt es sich bei dem Artikel der beiden Jungaktivisten um eine versteckte Bewerbung für Jobs am PIK-Klimaalarm-Institut. Das Nachsehen haben die Zeit-Leser, die dafür jede Menge Unsinn lesen müssen, der fachlich einfach nicht robust, dafür aber aktivistisch eingefärbt ist.

 

Angebot Projektmitarbeit

In eigener Sache: Momentan formiert sich eine wissenschaftliche Gruppe, welche die globale Temperaturentwicklung der vergangenen 10.000 Jahre auf Basis publizierter Fallstudien erforscht. Wem fällt das Lesen englischsprachiger palaäoklimatischer Literatur leicht und kann beim Zusammensuchen von Basisdaten helfen, die in Formularen zu erfassen sind? Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, meldet sich bitte bei Sebastian Lüning. Bezahlung können wir leider keine anbieten, dafür aber eine Erwähnung in der Danksagung bzw. für ganz eifrige Mitstreiter eine Coautorenschaft bei geplanten Publikationen.

 

Wie unabhängig ist die “unabhängige Denkfabrik” adelphi wirklich?

Der ehemalige Grünen-Abgerodnete Oswald Metzger forderte am 28. Februar 2019 auf Tichys Einblick mehr Sachdiskussion und weniger Emotionen in der Klimadebatte:

Appell: Mehr Nüchternheit in der Klimawandel-Debatte!
Missionarisches Eiferertum beherrscht die Debatte nicht nur im Grünen Spektrum, sondern auch bei denen, die die den Klimawandel bestreiten oder seinen Folgen anders begegnen wollen.

Grundsätzlich eine ausgezeichnete Idee. Dazu müssen aber nun auch endlich ernsthafte Foren geschaffen werden, wo Vertreter aller Klima-Denkrichtungen an einem Runden Tisch sitzen und Fachargumente ergebnisoffen diskutieren. Anstatt diese Idee zu unterstützen, teilt der linksgüne Metzger ersteinmal nach rechts aus. Kann so ein Dialog entstehen? Kurz darauf dann der nächste Aufreger. Metzger fabuliert über die verstaubte 97-Prozentstudie, eine Hülle ohne echten Inhalt. Siehe Uli Webers Beitrag “Das siebenundneunzig Prozent-Problem: Welcher Konsens?“. Metzger weiter:

Gerade hat die adelphi-Denkfabrik in Berlin die 21 stärksten, von ihr  rechtspopulistisch genannten  Parteien Europas und ihre Positionen sowie ihr Abstimmungsverhalten bei den Themen Klima- und Energiepolitik analysiert. Sieben dieser Parteien gehören zu einer Gruppe, die von den Autoren Alexander Carius und Stella Schaller zur Gruppe der Leugner oder Skeptiker des Klimawandels gerechnet werden.

Metzger benutzt das L-Wort und disqualifiziert sich damit vollends. Den Titel seiner Kolumne tritt er mit Füßen: Gerade Metzger scheint die Nüchternheit bei diesem Thema zu fehlen. Um eines klarzustellen: Der Begriff “Leugner” hat in einer wissenschaftlichen Diskussion nichts zu suchen. Auch wenn man andere Ansichten vertritt, sollte man die Formen wahren und mit Argumenten anstatt mit Beleidigungen überzeugen. Null Punkte für Metzger. Gleichzeitig zitiert der Grüne eine Studie der Berliner “adelphi-Denkfabrik“. Bevor wir die Studienergebnisse anschauen, sollten wir uns einen Überblick verschaffen, um wen es sich bei adelphi eigentlich handelt. Ist die Gruppe mit irgendwelchen Parteien oder Aktivistengruppen verbandelt, woher bekommt sie das Geld für das riesige Team? Adelphi beschreibt sich selbst wie folgt:

adelphi ist eine unabhängige Denkfabrik und führende Beratungseinrichtung für Klima, Umwelt und Entwicklung. Unser Auftrag ist die Stärkung von Global Governance durch Forschung, Beratung und Dialog. Unsere mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hochqualifizierte, interdisziplinäre Forschungsarbeit und bieten strategische Politikanalysen und -beratung sowie Beratungen für Unternehmen.

Alle lieben Wikipedia. Wir nicht. Trotzdem schauen wir dort, was es über die adelphi Denkfabrik zu berichten gibt. Ergebnis: Es gibt noch gar keinen Artikel über diese offenbar einflussreiche Gruppe. Es existiert lediglich ein Artikel-Rumpf ohne Inhalt. Lassen die meist im linksgrünen Spektrum angesiedelten Wikipedia-Schreiber die Hintergünde von adelphi bewusst im dunklen? Was ist hier los? Adelphi research wurde 2001 gegründet, wie man aus der Webseite der Organisation entnimmt:

adelphi research wurde 2001 in Berlin als gemeinnützige und unabhängige Institution für angewandte Umweltforschung und Politikanalyse gegründet.

Ein Consulting-Arm folgte 2002. Die Liste der Auftraggeber und Partner ist ellenlang. Darunter finden wir auch Greenpeace, WWF, Germanwatch, 350.org und PIK. Zur vierköpfigen aktuellen Geschäftsführung gehören die drei Gründer Alexander Carius,  Mikael Henzler und Walter Kahlenborn. Dazu kommt noch der CFO Ansgar Dietrich. Eine Aktivistenvergangenheit des Führungsgremiums ist zunächst nicht erkennbar. Aber weshalb bewirbt dann Greenpeace die adelphi-Studie zum Klimawandel in einer eigenen Pressemitteilung? Der Titel der adelphi-Studie lautet:

Convenient Truths – Mapping climate agendas of right-wing populist parties in Europe

Das pdf können Sie hier herunterladen. Aus dem Impressum entnehmen wir, dass die Studie von “adelphi consult GmbH” (nicht etwa adelphi reserach) erstellt wurde, was auf eine bezahlte Auftragsarbeit hindeutet. Aber wer war der Auftraggeber, wer hat die Studie finanziert? Eine Anfrage bei adelphi ergibt, dass die Studie aus Eigenmitteln erstellt wurde und es keinen Auftraggeber gäbe. Die Presseabteilung von adelphi teilt uns auf Anfrage mit:

adelphis Arbeit ist projektfinanziert, es gibt keine projektunabhängige Förderung durch externe Körperschaften. Die Studie „Convenient Truths – Mapping climate agendas of right-wing populist parties in Europe” wurde aus Eigenmitteln finanziert. Alle Auftraggeber und Partner von adelphi finden Sie auf unserer Website. Keiner von diesen steht im Zusammenhang mit der genannten Studie. Bitte beachten Sie bei Ihrem genannten Vergleich, dass Vereine und Stiftungen andere Berichtspflichten haben als eine GmbH.

Wie passt das zusammen? Zunächst wird erklärt, es gäbe nur projektfinanzierte Arbeit, dann wiederum soll die Klimastudie aus (projektunabhängigen?) Eigenmitteln bestritten  worden sein. Es gibt Anzeichen für eine indirekte Verbandelung von adelphi mit dem Milliardär George Soros, der als Klimaaktivist bekannt ist. Hier ein Text von brandeins.de:

Der Sozialpsychologe Harald Welzer, Mitbegründer und Direktor der Futurzwei-Stiftung, ist dabei an seiner Seite. Im vergangenen Jahr hat er mit Andre Wilkens, einst Koordinator der Aktivitäten des Karl-Popper-Anhängers George Soros in Europa, und dem Geschäftsführer der Denk­fabrik Adelphi in Berlin, Alexander Carius, die Ini­tiative „Die Offene Gesellschaft“ gegründet (die-offene-gesellschaft.de).

Könnte Soros-Kapital bei adelphi eine Rolle gespielt haben? Bei den adelphi-Partnern taucht Soros jedenfalls nicht auf. Einen Jahresbericht der gemeinnützigen adelphi research gibt es nicht. Eine fragwürdige Klimastudie mit vielen ungeklärten Fragen…

 

Jugendliche Aktivisten sehnen sich nach Klimadiktatur

Umweltverschmutzung ist kein modernes Phänomen. Bereits die Römer verseuchten einige Seen so sehr mit Abwasser, dass der Sauerstoff knapp wurde und das Leben darin erstarb. Dies belegen Studien am schweizerischen Murtensee. Eos berichtete am 28. November 2018:.

Ancient Romans Polluted Their Lakes Just Like We Do Today
Sediments from a lake in Switzerland reveal that ancient Romans triggered dead zones caused by the runoff of nutrients. Sound familiar?

Weiterlesen auf Eos.

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Maren Urner und Felix Austen am 6. Dezember 2018 mit einer ungeheuerlichen Frage auf perspective-daily.de:

Sollen wir Klimaleugnern den Mund verbieten?

Der menschengemachte Klimawandel darf nicht zur Debatte stehen – denn die Zeit drängt.[...] Und das, obwohl dieser wissenschaftlich inzwischen so unumstritten ist wie die Tatsache, dass der Apfel vom Baum fällt. Wie kann es sein, dass es auch im Jahr 2018 noch salonfähig ist, den menschengemachten Klimawandel anzuzweifeln? [...] Die Motive der Leugner sind vielfältig: Sie reichen von einem falschen Verständnis wissenschaftlicher Skepsis über eine starke Angst, Privilegien im Hier und Jetzt zu verlieren, hin zu Lobbyismus, der wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgt. [...] Schulen könnten den Klimawandel auf dem Lehrplan nach oben schieben und die Parteien könnten ihn zum ständig wiederkehrenden Gesprächspunkt machen. Aber reicht das, um die Leugner zum Verstummen zu bringen und die Zweifel auszuräumen?

Ein gesetzliches Verbot der Klimaleugnung

Wahrscheinlich nicht – denn die Zeit drängt! Wie sähe es also aus, wenn wir das Leugnen des Klimawandels tatsächlich verbieten würden? Die freie Rede einzuschränken klingt erst mal nach George Orwell und sorgt vielleicht für ein beklemmendes Gefühl. Doch es gibt bereits einen Präzedenzfall für eine solche Einschränkung: Am 13. April 1994 entschied das deutsche Bundesverfassungsgericht, dass das Grundrecht der Meinungsfreiheit Grenzen hat.

Angeführt wird der Tatbestand der Leugnung des Holocaust. Weiter auf perspective-daily.de:

Wollen wir beim Klimawandel den gleichen Schritt wagen – und anders als beim Holocaust vor der kompletten Katastrophe eingreifen? Vielleicht. Vielleicht könnte ein Verbot das Schlimmste noch verhindern, wenn wir jetzt schnell handeln. Hier ist ein erster Entwurf: Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer den menschengemachten Klimawandel in einer Art, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung leugnet oder verharmlost.

So funktioniert also Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Die genaue CO2-Klimasensitivität ist noch immer ziemlich ungenau bekannt, da wird sie einfach per Gesetz unter Androhung von Haft festgelegt. Eine grandiose Idee. Die Zeit drängt. Das stimmt genau. Aber sie drängt vor allem, weil sich die Hinweise häufen, dass der IPCC jahrelang maßlos übertrieben hat. Erst kürzlich hat sich das verbleibende CO2-Restbudget bis zur Erreichung des 1,5-Grad-Limits “über Nacht” verdoppelt. Einfach so. Das stärkt nicht gerade das Vetrauen in unsere Klima-Führer.

Wieviel verstehen die beiden jungen Autoren von den Klimawissenschaften eigentlich? Maren Urner hat in Neurowissenschaften studiert. Felix Austen ist immerhin Physiker, ihm fehlt aber vermutlich das Verständnis für die bewegte vorindustrielle Klimageschichte. Beide sind der Ideologie des Klimakatastrophismus verfallen und wünschen sich die weiter bestehenden Unsicherheiten einfach per Zauberspruch weg. Sie träumen von der unbefleckten und todgefährlichen Klimaapokalypse, so wie es ihnen ihre Klima-Führer erzählt haben. Toleranz gegenüber wissenschaftlich Andersdenkenden – Fehlanzeige. Mit Volldampf in die Klimadikatatur.