Die 190. Bremer Eiswette

Es gibt Bräuche, die werden seit langer Zeit gepflegt. Oft ist damit ein zünftiges Essen und gesellschaftliches Beisammensein verbunden. Dazu gehört auch die Bremer Eiswette. Wikipedia schreibt dazu:

Die Eiswette (Plattdeutsch Ieswett) ist ein in Bremen jährlich am 6. Januar, dem Dreikönigstag, Schlag 12 Uhr am Punkendeich (Osterdeich in der Nähe vom Sielwall) stattfindender Brauch, der auf das Jahr 1829 zurückgeht. Es geht um die Wette, of de Werser geiht or steiht (Plattdeutsch für ‚ob die Weser geht oder steht‘). Diese öffentliche Eiswettprobe sowie ein internes Eiswettfest, das jeweils am dritten Samstag im Januar stattfindet, werden vom (nicht eingetragenen) Verein Eiswette von 1829 veranstaltet.

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Über die Statistik des Ausgangs der Wette findet man dort jedoch leider nichts. In welchen Jahren war die Weser zugefroren, in welchen war sie offen? Wäre dies nicht eine schöne historische Klimareihe? Auch dieses Jahr wird der “Schneider” die Fluss-Passage wohl nicht zu Fuß auf dem Eis antreten können. Eine Folge des Klimawandels? Dazu muss man zunächst bedenken, dass die Eiswette 1829 während der Kleinen Eiszeit ins Leben gerufen wurde, der kältesten Phase der gesamten letzten 10.000 Jahre. Da war zunächst für Abwechslung gesorgt, denn in vielen kalten Wintern fror die Weser zu. Im Zuge der Wiedererwärmung nach Ende der Kleinen Eiszeit hat sich das natürlich grundlegend geändert und das Wesereis ist eher eine Seltenheit geworden.

Als Bischofsstadt und Kaufmannssiedlung reicht Bremens Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurück. Eigentlich schade, dass die Bremer Eiswette nicht schon damals existierte, denn zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmephase war das Wesereis sich genauso selten wie heute. Auch auf der offiziellen Seite der Eiswette gibt es offenbar keine Statistik zum Ausgang der Wette. Das verwundert etwas. Der Weser Kurier weist auf eine frühe Weserbegradigung hin, die jetzt das Zufrieren erschwert:

Aus heutiger Sicht ist die Frage kein geeigneter Gegenstand für eine Wette. Denn wie sollte das schnelle, teilweise salzhaltige Wasser zufrieren? Schon die vom Bremer Oberbaudirektor Ludwig Franzius (1832 bis 1903) eingeleitete Weserkorrektion, also die Begradigung, hatte ab Ende der 1880er-Jahre das Zufrieren erschwert. Die große Bedeutung, die die Weser als Transportweg gehabt hat, schwingt in der Wette jedoch mit. Ein zeitweise zugefrorener Schifffahrts- und Handelsweg war eine existenzielle Bedrohung für Bremer Kaufleute. Nahezu sämtliche Güter wurden über die Weser in Richtung Meer oder von dort über Bremen ins Binnenland transportiert und dann verteilt. Die Landwege spielten noch eine untergeordnete Rolle.

Eine Eis-Statistik für die Zeit 1843-1904 zeigt Arndt Frommann in seinem Internetbuch “Die Geschichte der Bremer Eiswette” (Bild 10 hier). Die Jahre mit zugefrorener Weser waren: 1845, 1847-1850, 1854, 1856, 1858-1861, 1863-1865, 1871, 1873, 1875, 1880, 1889, 1891, 1893-1894, 1900-1901, 1903. Insgesamt war die Weser während dieser Zeit 25 Mal zugefroren, während sie 37 Mal offen war. Anders ausgedrückt: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Eiswette in 40% aller Fälle geglückt und die vereiste Weser konnte zu Fuß überquert werden. Frommanns spannende historische Übersicht können Sie hier kostenlos lesen (bitte Geduld beim Laden mitbringen, eventuell sogar 1x Reload, danach funktioniert alles einwandfrei).

Aber was ist mit den anderen Jahren? Vielleicht gibt es unter den Bloglesern jemanden, der eine vollständige Quelle zur Eiswetten-Statistik kennt? Für Hinweise wären wir dankbar. Obwohl die offizielle Statistik fehlt, kann man aus Barfuß et al. 2008* etwas zur Eislage Mitte des 20. Jahrhunderts erfahren. Ein zweimaliges Zufrieren ereignete sich im Januar 1946, als Eisgang die im Bau befindlichen Behelfsbrücken bedrohte und vor allem im Winter 1946/1947 als die Weser Ende Januar 1947 21 Tage lang zugefroren war (längster Eisstand bis heute seit 130 Jahren). Das am 8. März einsetzende Tauwetter führte zur größten Eiskatastrophe in der Bremer Geschichte. Die Flutwelle der aufgetauten Weser, die am 15. März innerhalb von 30 Minuten um zwei Meter gestiegen war, trieb die Eisschollen durch die Stadt und vernichtete alle (!) Brückenverbindungen zur Neustadt, wie auch sämtliche Gas-, Wasser- Strom- und Telefonleitungen.

*Karl Marten Barfuß, Hartmut Müller, Daniel Tilgner (Hg.), Die Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von 1945 bis 2005. Band 1: von 1945 bis 1969. Edition Temmen. Bremen 2008, S.287.

 

CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages: „Zuerst müssen wir funktionierende Speichertechnologien und den Netzausbau voranbringen, bevor wir uns Gedanken über einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien machen”

Pressemitteilung der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages vom 14. November 2018:

„Weiterer Ausbau des Ökostroms ist ein eklatanter Fehler!“

Sonderausschreibungen für Wind- und Sonnenenergie machen Stromnetze kaputt

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben am vergangenen Freitag (9. November 2018) einen Gesetzentwurf zur Änderung energierechtlicher Vorschriften in den Deutschen Bundestag eingebracht. Gegenstand der erster Lesung des Energiesammlungsgesetzes waren geplante Änderungen u.a. beim Erneuerbare-Energien-Gesetz, Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und Energiewirtschaftsgesetz.

Dazu erklärt der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Lars Rohwer: „Mit diesen Änderungen haben sich die Koalitionäre im Bund auf einen stärkeren Ökostrom-Ausbau ab 2019 geeinigt. Das ist ein Rückschritt hin zu einer weiteren EEG-finanzierten Energiewende, zumal wir schon auf dem richtigen Weg zur marktwirtschaftlichen Steuerung waren. Ich halte diese Kehrtwende für einen eklatanten Fehler! Die Strompreise für Endnutzer werden nicht wieder günstiger werden, sondern weiter steigen.“

Der CDU-Energiepolitiker fordert: „Zuerst müssen wir funktionierende Speichertechnologien und den Netzausbau voranbringen, bevor wir uns Gedanken über einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien machen. So war es auch im Koalitionsvertrag auf Bundesebene vereinbart. Die aktuellen Pläne zum massiven Ausbau von Windkraftanlagen und Photovoltaik machen unsere Netze kaputt. Und nicht zuletzt führt dies zu einer europäischen Spaltung, die wir auch schon beim abrupten Rückzug Deutschlands aus der Kernenergie erlebt haben.“

„Ich bin überzeugt: Solidarität innerhalb der EU wird es nicht geben! Unsere Nachbarländer werden ihre eigenen Netze vor Überlastung schützen. So sind schon heute an der tschechischen Grenze sogenannte Strombremser installiert, die überschüssige Energie umleiten“, betont Rohwer.

Björn Peters am 17. November 2018 auf der Webseite des Deutschen Arbeitgeberverbandes:

Naturschutz als Staatziel – mit unerwarteten Folgen

Hessen hat im vergangenen Monat abgestimmt. Während an Kommentaren zum Ausgang der Landtagswahl kein Mangel ist, wollen wir uns heute mit einer der parallel stattgefundenen Volksabstimmungen beschäftigen. In die hessische Landesverfassung wurde als ein Staatsziel der Naturschutz aufgenommen, ähnlich wie bereits von einem Vierteljahrhundert in Artikel 20a des Grundgesetzes. Doch dieses Staatsziel könnte für die Ausbaufreunde von Solar- und Windkraft unerwartete und sehr negative Folgen haben.

Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist heute nicht nur den Bürgern enorm wichtig, sondern sollte auch Grundlage allen staatlichen Handelns sein. Hierfür sorgen umfangreiche Staatsziele und das Bundesnaturschutzgesetz. Zuletzt wurde das Staatsziel Nachhaltigkeit am vergangenen Wochenende in die hessische Landesverfassung aufgenommen. Wörtlich heißt es in der Vorlage, die wohl mit großer Mehrheit von den Bürgern aufgenommen wurde, „Der Staat, die Gemeinden und Gemeindeverbände berücksichtigen bei ihrem Handeln das Prinzip der Nachhaltigkeit, um die Interessen künftiger Generationen zu wahren“.

Soweit die Theorie. Dass tatsächlich gerade unter der angeblichen Maßgabe der Nachhaltigkeit mit der hiesigen Energiepolitik erhebliche negative Eingriffe in die Natur, die Artenvielfalt und den Wasserhaushalt vorgenommen werden, ist ein Grundwiderspruch, der eine Angriffsfläche für fehlgeleitete Entscheidungen der öffentlichen Hand bietet. Es geht hier bei vor allem um drei Bereiche:

Weiterlesen auf der Webseite des Deutschen Arbeitgeberverbandes

Der Gesellschaft mit Klagewellen die eigene Ideologie aufzwängen, das hat die Deutsche Umwelthilfe mit einer Klagewelle versucht. Damit hat sie sich ins Aus manövriert. Spender und Sponsoen wenden sich in Scharen ab. Handelsblatt am 4. Dezember 2018:

Toyota stoppt Zahlungen an Deutsche Umwelthilfe
Toyota hat die Deutsche Umwelthilfe seit 20 Jahren mit Zahlungen für Studien unterstützt. Ab kommendem Jahr fließt einem Medienbericht zufolge jedoch kein Geld mehr.

Nach der Brauerei Krombacher stoppt ein weiteres Unternehmen die Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Der Autokonzern Toyota ab Januar 2019 keine Zahlungen mehr an die Organisation leisten, wie ein Sprecher am Dienstag erklärte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte darüber zuerst berichtet.

Die Deutsche Umwelthilfe klagt derzeit gegen viele Städte mit dem Ziel, dort Fahrverbote zu erreichen und so die Luftqualität zu steigern. Die DUH wird jedoch regelmäßig wegen ihres Vorgehens kritisiert, auch von Politikern. Im Gespräch mit dem Handelsblatt forderte zuletzt FDP-Fraktionsvize Michael Theurer, dass die Bundesregierung die Vergabe von Fördermitteln an die Umwelthilfe stoppen solle.

Weiterlesen im Handelsblatt

Ähnlich geht übrigens die Aktivistengruppe Germanwatch vor. Mit Klimaklagen will sie für “Gerechtigkeit” sorgen. Erst installierte Germanwatch eine Klage gegen RWE, jetzt geht es gegen die Europäische Union

 

Ohne Vorhersagekraft: Forscher warnen vor fehlerhaften Windprognosen von Klimamodellen

Windkraftanlagen ragen hoch in die Lüfte – und dort kreisen aber auch Greifvögel. Der Gewinner des Duells ist dabei eindeutig: Das  Rotorblatt, das ein wahres Gemetzel anrichtet. Eine Untersuchung hat nun gezeigt, dass Windraftanlagen etwa drei Viertel aller Greifvögel in ihrer Umgebung töten. Daily Mail vom 14. November 2018:

Wind farms are the ‘new apex predators’: Blades kill off 75% of buzzards, hawks and kites that live nearby, study shows

–Predatory bird numbers are four times higher in areas away from win turbines

–This is having a devastating ’ripple effect’ across the food chain

–It means numbers of certain small animals are growing unchecked

Beitrag in der Daily Mail lesen.

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Den Wind einfangen und die Energie daraus melken, eigentlich eine gute Idee. Eine neue Untersuchung zeigt jetzt aber auch, dass sich die Winde auf allen drei Kontinenten der Nordhemisphäre verlangsamt haben. Wie bereits beim Erwärmungshiatus, hat keines der Klimamodelle diese Verlangsamung der Winde prognostizieren können. Die Forscher warnen daher davor, sich auf die Windvorhersagen der Kimamodelle zu verlassen. Pressemitteilung der Chinese Academy of Sciences am 6. November 2018 (via phys.org):

Widespread decrease in wind energy resources found over the Northern Hemisphere
As climate change is becoming a greater matter of concern, efforts on mitigation are being undertaken by the world community. Developing clean and renewable energy is a major component of those efforts for its significant contribution to reducing carbon emission to the atmosphere compared with fossil fuel. In 2016, renewable energy contributed more than 19 percent to global energy consumption. Of all the renewable energy sources, the wind is key in terms of installed electricity generating capacity, which is only exceeded by hydropower.

Wind energy is a natural resource characterized by instability. Previous studies mainly focus on the assessment of wind energy reserves, but it’s not clear how wind energy evolves over time.

A collaborative of researchers has now published a study focusing on the change in wind energy resources and model simulation ability, revealing a widespread decline in wind energy resources over the Northern Hemisphere. Using station observation data, the study finds that approximately 30 percent, 50 percent and 80 percent of the stations lost over 30 percent of the wind power potential since 1979 in North America, Europe, and Asia, respectively. The study also reveals that global climate models (GCM) cannot replicate the long-term changes in wind energy, indicating wind energy projections based on GCM simulations should be used with careful consideration to the model performance.

“Our study is one of the first comprehensive assessments of the GCM-based winds against surface observations over multiple continents. We found that the decline of wind energy is a widespread and potential global phenomenon. In addition, the finding that the climate models have a notable deficiency in simulating is an important conclusion that needs further attention,” said Qun Tian, the lead author of the paper.

Paper: Qun Tian et al, Observed and global climate model based changes in wind power potential over the Northern Hemisphere during 1979–2016, Energy (2018). DOI: 10.1016/j.energy.2018.11.027

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Geschäftsmodell Subventionen abgreifen – Windmüller beherrschen diesen Zweig besonders gut, wie Tichys Einblick am 4. Novbember 2018 verriet:

Windräder: Subventionen-Geschäft
Bis zu 730 Windräder dürften in drei Jahren abgeschaltet werden. Nicht, weil sie zu alt sind, sondern weil sich für die Betreiber nicht mehr lohnen. Sie verdienen nicht mit Stromerzeugung, sondern mit Subventionen.

Ziemlich viel Sondermüll fällt demnächst in Sachsen an. Hunderte von Windrädern werden demnächst Schrott sein. Bis zu 730 Windräder dürften in drei Jahren abgeschaltet werden. Nicht, weil sie zu alt sind, sie drehen noch wacker ihre Windflügel, aber nein, sie lohnen sich für die Betreiber nicht mehr. Denn ab dem Jahre 2021 fällt die Förderung weg. Das erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) sieht nämlich für Windräder, die älter als 20 Jahre sind, vor, dass die Umlage gestrichen wird.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

 

Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen: Ausbau der Windkraft erhöht Belastung durch Infraschall

Allgemeine Zeitung, Mainz, 2018:

Windkraft – Störsender fürs Herz: Mainzer Forscher untersuchen Folgen des Infraschalls
Noch hält die Windkraft-Euphorie in Politik und Industrie an, aber bei Anwohnern ist diese Energiegewinnung höchst umstritten. Landschaftszerstörung ist ein Aspekt, aber auch die Schädlichkeit des nicht hörbaren Infraschall. Wir sprachen mit dem Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Unimedizin, Professor Christian-Friedrich Vahl.

Hier weiterlesen

Zu diesem Thema brachte auch die ZDF-Sendung ‘planet e’ am 4. November 2018 einen Beitrag:

Infraschall – Unerhörter Lärm

Infraschall ist tieffrequenter Schall mit Frequenzen unter 20 Hertz. Er entsteht in der Natur, aber auch durch technische Einrichtungen. Infraschall überwindet viele Kilometer, durchdringt selbst Mauern. Zu den natürlichen Quellen des Infraschalls gehören zum Beispiel Erdbeben und die Meeresbrandung. Technische Quellen sind – um nur einige zu nennen – Blockheizkraftwerke, Flugzeuge und auch Windenergieanlagen. In den letzten Jahren haben sich Ärzte und Wissenschaftler vermehrt mit Infraschall aus Windenergieanlagen befasst. Denn mit der Energiewende und dem Ausbau der Windkraft nimmt die Belastung aus diesen Quellen zu. Menschen, die in der Nähe von Windenergieanlagen leben, klagen häufig über Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Nicht selten als verrückt abgetan, bleibt ihnen meist nichts anderes als die Gegend zu verlassen. Denn nach gängiger Meinung sind Frequenzen unter 20 Hertz nicht hörbar und können deshalb auch keinen gesundheitlichen Schaden anrichten.

Weiterlesen

 

 

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New York Times am 7. Oktober 2017:

Germany’s Shift to Green Power Stalls, Despite Huge Investments

Hier lesen

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Bildzeitung am 24. Oktober 2018:

Was bringt der Braunkohle-Ausstieg wirklich? 7 Wahrheiten über die
deutsche Klima-Politik

1. Mehr als 240 Milliarden Euro hat die Ökostrom-Förderung (EEG) deutsche Stromkunden bisher gekostet.

[...]

 3. Weniger als 30 Braunkohle-Meiler laufen in Deutschland – 1400 werden derzeit weltweit gebaut!

4. Unser Wohlstand verträgt keinen übereilten Kohle-Ausstieg!

Ganzen Beitrag in der Bildzeitung lesen.

 

“Bezahlbare Energiewende” immer teurer

Bei den Erneuerbaren Energien hat sich in den letzten Monaten wieder kräftig etwas getan. Zunächst einmal haben alle deutschen Stromkonsumenten das Privileg, bis zu 20% mehr für ihren Strom zu bezahlen wie die Welt am 1. Januar 2019 verriet:

So teuer werden Strom, Gas und Benzin
Die deutschen Energieverbraucher sind Kummer gewohnt. Auch 2019 steigen die Strompreise trotz aller Versprechen einer „bezahlbaren Energiewende“ weiter. Bei einigen Versorgern werden bis zu 20 Prozent mehr fällig.

Weiterlesen in der Welt.

Bei den Windkraftanlagen wird es langsam eng, wie der Spiegel am 9. Oktober 2018 meldete:

Droht das Ende der Wind-Ernte?
Nach einer neuen Studie stößt der Ausbau der Windenergie an seine Grenzen, weil sich die Rotoren gegenseitig behindern. Und schlimmer noch: Zumindest auf lokaler Ebene könnten die Anlagen sogar zur Erwärmung beitragen. 

Weiterlesen im Spiegel

Zur Erwärmungswirkung der Windkraft lesen Sie auch einen Bericht auf SciTechDaily:

Wind Farms Cause More Environmental Impact Than Previously Thought
When it comes to energy production, there’s no such thing as a free lunch, unfortunately. As the world begins its large-scale transition toward low-carbon energy sources, it is vital that the pros and cons of each type are well understood and the environmental impacts of renewable energy, small as they may be in comparison to coal and gas, are considered. In two papers — published today in the journals Environmental Research Letters and Joule — Harvard University researchers find that the transition to wind or solar power in the U.S. would require five to 20 times more land than previously thought, and, if such large-scale wind farms were built, would warm average surface temperatures over the continental U.S. by 0.24 degrees Celsius.

Weiterlesen auf SciTechDaily

Die Epoch Times berichteten am 6. November 2018 Seltsames aus Sachsen:

Hunderte Windräder in Sachsen vor dem Aus – Grüne wollen Wald für neue Windräder abholzen
Windräder, die älter als 20 Jahre sind, werden vom Staat nicht mehr subventioniert. Das könnte bedeuten, dass ab 2021 bis zu 730 Anlagen allein in Sachsen abgeschaltet werden. Um die Kapazität jedoch halten zu können, ist dann ein deutlicher Ausbau nötig. Der kostet wiederum Geld und Wald und erhöht den Strompreis.

Weiterlesen in der Epoch Times

Eine Übersicht zu den veschiedenen Arten der erneuerbaren Energien gibt es auf rs-online.com.

Und schließlich noch dieser Lesetipp:

Kachelmanns Donnerwetter: Diesel? Die Politik ignoriert ein viel größeres Problem
Hier auf t-online lesen

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 12/18: Die Sache mit der „Pause“ oder dem „Hiatus“

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonnenaktivität war auch im November unterdurchschnittlich. Die Sonnenfleckenzahl betrug lediglich 5,9 - deutlich unter dem Mittelwert aller bisherigen Sonnenzyklen. An 16 Tagen war die Sonne fleckenfrei. Wir sind im solaren Minimum angekommen. Es wird noch etwa ein Jahr anhalten.  Die polaren Felder zeigen uns, dass der nächste Sonnenzyklus vergleichbar schwach werden wird.

Die Sache mit der „Pause“ oder dem „Hiatus“

Bis 2016 war die “Pause” in aller Munde. Die globalen Mitteltemperaturen stiegen von 1998 bis 2012 nur sehr geringfügig an. Das Mittel aller Modellrechnungen sagte eine Erwärmung um 0,21 °C/Dekade voraus, gemessen wurden aber lediglich ein minimaler Anstieg von 0,05 °C/Dekade (IPCC 2013,S.5). Die “Pause” schaffte es sogar in die Langfassung des IPCC-Report von 2013. Im Technischen Report auf Seite 63 rätselt man über die Ursachen.

Die Abschwächung des globalen Temperaturanstieges der letzten 15 Jahren wird dort auf das Zusammenwirken von
- einem deutlichen Minimum im solaren 11-jährigen Zyklus,
- vulkanischer Aktivität und
- interner Klimavariabilität
zurückgeführt.

Doch dieser interessante Abschnitt schaffte es nicht in die Zusammenfassung “Summary for Policymakers”. Auf politischen Druck hin wurde in der Zusammenfassung der Hinweis auf einen Hiatus oder eine Pause gestrichen. Besonders hervorgetan hatten sich bei den Abschlussverhandlungen in Schweden im September 2013 die Vertreter des Umweltministers Altmaier (CDU) und der Wissenschaftsministerin Wanka (CDU). Als Begründung wurde vorgetragen, dass eine 15 -jährige Pause in der Temperaturentwicklung zu kurzfristig sei, um die Klimaprognosen der Modellrechnungen in Frage zu stellen. Was kümmert mich die Realität, wenn doch die Modellrechnungen mir besser ins politische Konzept passen ! Und man war ja gerade dabei , die Dekarbonisierung durch “die grosse Transformation” (Schellnhuber, Klimaberater der Bundeskanzlerin)  der deutschen Industriegesellschaft umzusetzen. Da störte die Pause.

Die Pause wird “wissenschaftlich” abgeschafft

Die Pause war ab Mitte 2015 Geschichte, denn der Super ElNino von 2015/16 liess die globalen Mitteltemperaturen gewaltig ansteigen. Einige Klimawissenschaftler verbreiteten nun, dass sich die Diskrepanz zwischen Modellen und Realität schliessen würde. Der Anstieg wurde von vielen Wissenschaftlern dem CO2 zugeschrieben. Aber nach Ende des ElNino gingen die Temperaturen wieder auf das Niveau der ersten Hälfte des Jahres 2015 zurück und verharren seitdem dort. Wohl prophylaktisch schaffen daher im Dezember 2018 eine Reihe von Wissenschaftlern in zwei  Publikationen die “Pause” im Nachhinein ab. Die “Pause” hat es nie gegeben !

Einige der Autoren sind in der Klimaforschung  tonangebende Wissenschaftler und gut bekannt: Michael Mann, der Erfinder des längst widerlegten Hockeysticks, nach dem in den letzten tausend Jahren die Temperatur konstant war und sich erst durch das CO2 erhöhte; Stefan Rahmstorf, noch heute Verteidiger des Hockeysticks; Stephan Lewandowsky, australischer Psychologe, der behauptete, dass 97 % der befragten Wissenschaftler glauben, dass der Mensch die alleinige Ursache der globalen Erwärmung ist und Naomi Oreske, amerikanische Psychologin und Aktivistin, die immer wieder behauptet, dass kritische, skeptische Wissenschaftler von der Ölindustrie finanziert seien.

Die Schlussfolgerungen dieser Wissenschaftler (?)  ist, dass diejenigen Klimawissenschaftler, die sich mit der „Pause“ beschäftigt haben,  Unsicherheiten in der Politik geschürt hätten und den so dringend gebotenen sofortigen Aktionen gegen die Klimakatastrophe „den Schwung genommen“ hätten. Das würde „unkalkulierbar höhere Zukunftsrisiken“ eintragen. Wohlgemerkt, es gab über 200 Publikationen von Wissenschaftlern über die Pause, die hier durch diese ehrenwerte Gesellschaft gebasht werden.

Kommt die “Pause” wieder ?

Steigt die globale Lufttemperatur in den nächsten fünf Jahren nicht deutlich, so sind alle Modellsimulationen außerhalb des Vertrauensbereiches. Da hilft selbst ein leichter Anstieg nicht mehr, um die Modelle zu retten.  Unabhängig davon zeigt sich bereits jetzt, dass die globalen Modelle die natürliche Variabilität unterschätzen und viele Wechselwirkungen im Klimasystem nur unzureichend erfassen und dem CO2 fälschlicherweise eine nahezu alleinbestimmende Steuerung des Klimas zuweisen..

Ich wünsche Ihnen allen ein gutes Neues Jahr.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

US-Klimabericht ignoriert wichtige Kritikpunkte von Gutachtern

Klimaberichte sind groß in Mode. Ständig wird irgendwo ein neuer Bericht veröffentlicht. Mal sind es einzelne deutsche Bundesländer, mal ist es ein IPCC Spezialbericht, und mal ist es ein Länderbericht. Im November 2018 wurde in den USA das Fourth National Climate Assessment (NCA) fertiggestellt. Der erste Band mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen kam bereits 2017 heraus. Ende 2018 folgte dann Band zwei mit den Klimafolgen. Wer sich die pdfs herunterladen möchte kann dies hier tun: Band 1, Band 2 (184 MB!).

In der Regel machen diese Berichte wenig Spaß. Die Einbettung in den vorindustriellen Klimakontext ist normalerweise schlecht, und schnell wird behauptet, die gesamte Erwärmung seit Ende der Kleinen Eiszeit sei anthropogen. Das kennen wir ja schon zur Genüge. Im NCA4-Bericht gibt es in Band 1 aber auf Seite 189 eine kleine Überraschung. Dort wird doch tatsächlich eine Temperaturrekonstruktion für die gemäßigten Breiten Nordamerikas gezeigt, die eine vorindustrielle Wärmephase aufweist:

Quelle: NCA4 Band 1

 

Die pollenbasierte Rekonstruktion scheint von Trouet et al. 2013 zu stammen, ohne dass dies in der Bildunterschrift richtig deutlich gemacht wird. Eine Erklärung für die vorindustriellen Temperaturschwankungen hat der Bericht nicht anzubieten. Interessanterweise wurden zusammen mit dem Bericht auch die Gutachterprotokolle veröffentlicht (“Public Reviews” ganz unten hier). In den Kommentaren zu Band 1 geben auf 61 engbedruckten Seiten vor allem Michael MacCracken und Allison Crimmins eine Vielzahl von Änderungshinweisen (pdf hier). Interessant wird es im Begutachtungsverfahren von Band 2 (pdf hier). Ross McKitrick, der zusammen mit Steve McIntyre den Hockey Stick enttarnte, leistete ganze Arbeit. Ein Beispiel:

McKitrick:

How do you know that the climate is changing faster than at any point in human history? Ocean temperature data goes back a couple of decades and only measures the top layers. Tropospheric temperature records go back to 1958. Land surface records go back to the late 1800s, but quality is poor in most regions especially prior to WWII. Human history goes back 10,000 years or more. You are making statements you cannot possibly know to be true

Antwort der Berichtsautoren:

This statement is based on the extensive assessment of the peer-reviewed literature presented in NCA4 Volume I (Climate Science Special Report) and summarized here in NCA4 Vol. II in Chapter 2

Die Antwort war natürlich Unsinn, denn der erste Band beschäftigte sich herzlich wenig mit dem vorindustriellen holozänen Klima, war also beim besten Willen kein “extensive assessment”. Insofern sind wichtige Gutachterhinweise wie von Ross McKitrick fast wirkungslos, wenn den Autoren erlaubt wird, die Hinweise einfach zu ignorieren.

Der Klimaökonom Richard Tol warnte, dass die wirtschaftlichen Klimafolgenberechnungen des 2. Bandes nicht zuverlässig seien. Auch Roger Pielke Jr. fand etliche Ungereimtheiten. Daraufhin titelte Breitbart: “The National Climate Assessment Is a National Joke”. Andy May veröffentlichte auf WUWT eine Rezension, in dem er die Schwäche der verwendeten Klimaberichte hervorhob. Auch Dave Middleton rezensierte den Bericht (ebenfalls auf WUWT) und beschäftigte sich mit Logikfehlern zur Attribution sowie Zulieferwissenschaft, die von aktivistischen Stiftungen bezahlt wurde. Schließlich sei noch auf eine Besprechung von Gregory Wrightstone hingewiesen, der die Feuerstatistik ins Visier nahm.

 

Hide the Decline

 

Mojib Latif: Drei Aussagen, drei Mal voll daneben

Am Ende eines Jahres schaut man üblicherweise zurück. Das wollen wir auch hier im Blog so halten. Mojib Latif tätigte 2012 drei historische Aussagen, die es wert sind, in Erinnerung gebracht zu werden. Wieviel Wahrheitsgehalt steckte in seinen Aussagen von damals?

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AUSSAGE 1:

Mojib Latif am 4. Dezember 2012 in der Talkshow “Pelzig hält sich“:

„Eins will ich ja auch nochmal sagen. Ich wäre ja froh, wenn es die Sonne wäre. Dann könnten wir ja nichts tun. Ja, aber das ist es nicht. Wenn Sie sich die Sonnenstrahlung angucken, seit 50 Jahren ist die Sonne schwächer geworden. Und wie soll eine schwächer werdende Sonne eigentlich eine massive Erwärmung verursachen?“

Falsch. Die Sonne ist in den letzten 50 Jahren in Wahrheit stärker geworden, wenn man die Total Solar Irradiance (TSI) (weiße Kurve im Diagramm) berücksichtigt, die auch die kosmische Strahlung bzw. das Sonnenmagnetfeld mit einbezieht.

Abbildung: Entwicklung der Sonnenaktivität während der vergangenen 400 Jahre. Weiße Kurve zeigt solare Gesamtstrahlung (Total Solar Irradiance, TSI), gelbe Ausschläge markieren Sonnenflecken. Quelle: PAGES2K-Webseite, heruntergeladen im März 2016.

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AUSSAGE 2:

Mojib Latif am 4. Dezember 2012 in der Talkshow “Pelzig hält sich“:

„Ja, das kann man ja alles quantifizieren. Das ist natürlich eine glatte Lüge, wenn behauptet wird, dass wir die Sonne nicht mit berücksichtigen. Es gibt kein Klimamodell, dass die Sonne nicht mitberücksichtigt. Ich meine wir sind ja keine Deppen. Hier wird ja irgendwie der Eindruck erweckt, als wenn wir die größten Vollidioten aller Zeiten sind. So ist es ja nicht.“

Falsch, Herr Latif. Ein Blick auf den Strahlungsantrieb im 5. IPCC-Klimazustandsbericht reicht aus, um zu sehen, dass die Sonne in den Modellen nahezu keinen Einfluss hat. CO2: 1,68 W/m2, Sonne: 0,05 W/m2. Die Sonne spielt damit praktisch keine Rolle.

 

Abbildung: Strahlungsantrieb der einzelnen Klimafaktoren laut 5. IPCC-Bericht. Die Sonne spielt praktisch keine Rolle beim IPCC.

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AUSSAGE 3:

Mojib Latif im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) am 12. September 2012:

NOZ: Herr Latif, trägt eher die Sonne zur Erderwärmung bei oder das Treibhausgas Kohlendioxid, CO2?

LATIF: Es ist ein Mix aus beidem. Klar ist, dass der Mensch über die Hälfte des Temperaturanstiegs seit Beginn der Industrialisierung zu verantworten hat.

Zuvor hatte Latif der österreichischen Zeitung ‚Die Presse‘ (DP) am 9. Februar 2012 das Folgende gesagt:

DIE PRESSE: Zurück zur bisherigen Erwärmung, 0,8 Grad seit 100 Jahren. Für Vahrenholt kommt die Hälfte von der Sonne. Und beim IPCC kommt alles vom CO2?

LATIF: Nein, das hat der IPCC nie gesagt, er ist sehr vorsichtig und sagt, dass etwa die Hälfte der Erwärmung anthropogen ist.

DIE PRESSE: Dann sagt er das Gleiche wie Vahrenholt?

LATIF: Ja, das ist es ja, was mich wahnsinnig macht: Da wird ein Popanz aufgebaut und dann genüsslich zerrissen.

Wieder liegt Latif falsch. Hier genügt ein Blick in den neuen Spezialbericht des IPCC zum 1,5-Grad-Ziel:

Den langfristigen Erwärmungstrend seit vorindustriellen Zeiten widerspiegelnd, lag die beobachtete mittlere globale Oberflächentemperatur in dem Jahrzehnt 2006–2015 um 0,87 °C (wahrscheinlich zwischen 0,75 °C und 0,99 °C) höher als der Durchschnitt für den Zeitraum 1850–1900 (sehr hohes Vertrauen).

Die geschätzte anthropogene globale Erwärmung stimmt mit dem Ausmaß der beobachteten Erwärmung innerhalb von ±20 % (wahrscheinlicher Bereich) überein.

Oder anders ausgedrückt: Die gesamte beobachtete Erwärmung der letzten 150 Jahre ist laut IPCC anthropogen.

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Drei Latif-Aussagen, drei Mal voll daneben. Gilt unter diesen Umständen Latifs Kritik an der Kalten Sonne überhaupt noch? Gerne würden wir mit Mojib Latif darüber persönlich sprechen. Ist er nach seiner früheren Verweigerung zur Diskussion jetzt vielleicht gesprächsbereit? Wir hoffen auf gute klimatische Entwicklungen für 2019.

Wir wünschen allen Kalte-Sonne-Bloglesern – und natürlich auch Herrn Latif – einen Guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Energie aus Erdgas ohne klimaschädliche CO2-Emissionen: Umwandlung in Wasserstoff und festen Kohlenstoff

Pressemitteilung des Karlsruher Institut für Technologie vom 23. November 2018:

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Innovationspreis für klimafreundliche Methanspaltung

Energie aus Erdgas ohne klimaschädliche CO2-Emissionen: Das verspricht eine neue Technologie, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam in einem gemeinsamen Forschungsprojekt entwickelt haben. Das hauptsächlich aus Methan bestehende Erdgas wird dabei in Wasserstoff und festen Kohlenstoff umgewandelt. Für ihre Arbeit haben die Forscher nun den Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft erhalten. Erfolgreich war das KIT außerden beim erstmals vergebenen Sonderpreis für innovative Start-ups: Diesen erhält Ineratec, ein Spin-off der Forschungsuniversität.

„Der Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft für das neue Verfahren zur Methanspaltung ist ein Beleg für den Innovationsgeist unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka, anlässlich der Preisverleihung. „Die Möglichkeit, fossiles Erdgas zukünftig klimafreundlich zu verwenden, kann entscheidend dazu beitragen, unser Energiesystem CO2-neutral zu gestalten. Ich freue mich sehr darüber, dass wir als die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit unseren Partnern diesen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.“ Der Preis wurde am 22. November in Berlin an das Forschungsteam verliehen, das aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des KIT und des IASS besteht. Bei einer vor Ort durchgeführten Abstimmung über einen zusätzlichen Publikumspreis konnte sich das Forschungsteam ebenfalls durchsetzen. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek.

Das neue Verfahren macht es möglich, Erdgas klimafreundlich zu nutzen. „Statt das hauptsächlich aus Methan bestehende Erdgas direkt zu verbrennen, trennen wir es in die Bestandteile Wasserstoff und Kohlenstoff“, sagt Dr. Stefan Stückrad, der das Forschungsprojekt am IASS mitgeleitet hat. Der bei der Methanspaltung produzierte Wasserstoff könne als Energieträger in Brennstoffzellenfahrzeugen sowie zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt werden. Auch Anwendungen in der chemischen Industrie seien möglich. „Bislang wird Wasserstoff für die Chemieindustrie meist in der Dampf-Methan-Reformierung aus Erdgas hergestellt. Dabei werden beträchtliche Mengen an Kohlendioxid freigesetzt“, so Stückrad. Neben Wasserstoff entsteht beim Spalten oder „Cracken“ als Nebenprodukt sehr reiner, pulverförmiger Kohlenstoff, dessen Bedeutung als industrieller Rohstoff stetig zunimmt. Beispielsweise wird er in der Produktion von Elastomeren, Leichtbaustoffen, Druckfarben oder auch bei der Batteriefertigung eingesetzt.

Die Methanspaltung ist keine grundsätzlich neue Idee und wurde zuvor bereits experimentell in Gasphasenreaktoren untersucht. „Für eine Anwendung im industriellen Maßstab sind die konventionellen Methoden aber ungeeignet“, sagt Professor Thomas Wetzel vom Institut für Thermische Verfahrenstechnik (TVT) am KIT. „Der beim Cracken anfallende Kohlenstoff lagert sich als feste Schicht an den beheizten Reaktorwänden an und blockiert die Reaktoren so in kurzer Zeit. Andere Ansätze auf Basis von lichtbogen- beziehungsweise plasmagestützten Reaktoren haben sich ebenfalls nicht durchsetzen können.“ Das Forschungsprojekt von IASS und KIT hat deshalb einen grundlegend anderen Ansatz für eine kontinuierliche pyrolytische Spaltung von Methan gewählt: Die Grundidee ist die Verwendung von geschmolzenem Zinn als Wärmeübertragungs- und Flüssigmedium in einem Blasensäulenreaktor. Hier haben die Wissenschaftler des KIT ihre Expertise in der Flüssigmetallforschung und -technologie eingebracht. In dem nun mit dem Innovationspreis ausgezeichneten Verfahren wird Methangas von unten in eine auf bis zu 1 200 Grad Celsius gehaltene Flüssigmetallsäule kontinuierlich eingebracht und steigt darin als Blasenschwarm auf. Dabei erreicht das Gas in den Blasen sehr schnell die Reaktionstemperatur, sodass die Pyrolysereaktion abläuft. „An der Oberfläche des flüssigen Zinns öffnen sich die Blasen und setzen den gasförmigen Wasserstoff sowie den Kohlenstoff frei“, so Wetzel. „Der Kohlenstoff fällt dabei als mikrogranulares Pulver an, das sich einfach vom Gasstrom abtrennen und handhaben lässt.“

Die neue Technologie macht nun erstmals den kontinuierlichen Betrieb eines Reaktors zur Methanspaltung möglich. Im Labormaßstab konnte bereits eine Umwandlungsrate von bis zu 78 Prozent nachgewiesen werden. Aktuell arbeiten die Wissenschaftlergruppen an einer weiteren Optimierung und Skalierung des Verfahrens in den Pilotmaßstab.

Das Team

Initiiert hat das Forschungsprojekt zur Methanspaltung der Nobelpreisträger Professor Carlo Rubbia, der auch ehemaliger wissenschaftlicher Direktor des IASS ist. Koordiniert wurde das Projekt im IASS von Dr. Stefan Stückrad und Professor Alberto Abánades. Am KIT sind Forscherinnen und Forscher aus dem Karlsruher Flüssigmetalllabor KALLA, dem Institut für Hochleistungsimpuls- und Mikrowellentechnik (IHM) sowie dem Institut für Angewandte Materialien (IAM) im Projekt aktiv. Hier koordinieren Professor Thomas Wetzel vom Institut für thermische Verfahrenstechnik (TVT), Dr. Leonid Stoppel (KALLA) und Dr. Alfons Weisenburger (IHM) die Arbeiten.

Sonderpreis für INERATEC

Synthetische Kraftstoffe aus erneuerbaren Energiequellen preiswert herzustellen, ist ebenfalls ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Zur Herstellung von synthetischem Benzin, Kerosin, Diesel oder Erdgas sind riesige Anlagen nötig. Die Firma Ineratec, ein Spin-off des KIT, baut chemische Reaktoren, die so kompakt sind, dass die fertig montierte Anlage in einen Schiffscontainer passt und überall eingesetzt werden kann. Beim Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft 2018 wurde das junge Unternehmen mit dem Sonderpreis für innovative Start-ups ausgezeichnet.

Der Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft

Alle zwei Jahre verleihen die Verbände der deutschen Gaswirtschaft den durch die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE) ausgerichteten Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft. Partner der ASUE bei der Auslobung des Preises sind der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sowie die Brancheninitiative Zukunft Erdgas. Die Preise werden in vier Preiskategorien vergeben, das Projekt von KIT und IASS zur Methanspaltung wurde in der Kategorie „Forschung & Entwicklung“ ausgezeichnet. INERATEC erhielt den erstmals vergebenen Sonderpreis für innovative Start-ups.

Ausführliche Bildunterschrift: Der Versuchsreaktor zur Methanspaltung ist eine 1,2 Meter hohe Vorrichtung aus Quarz und Edelstahl, in der sich geschmolzenes Zinn befindet. Dort steigen Methanbläschen auf, in denen die Cracking-Reaktion stattfindet. Der Reaktor ist Teil des KALLA (KArlsruhe Liquid Metal LAboratory), in dem verschiedene Technologien zum Einsatz von Flüssigmetallen entwickelt werden. (Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT)

Details zum KIT-Zentrum Energie: http://www.energie.kit.edu