Immer wieder gerne: Stefan Rahmstorf und sein Sonnentrick

Gute Nachrichten Ende Juli 2017 auf Kirchhellen.Online:

Seltenes Urgetreide trotzt dem Klimawandel
Bäckerei Kläsener setzt auf das Urgetreide, das der Hof Overgünne in Kirchhellen anbaut – Emmer ist mineralstoffreich und für den Klimawandel gewappnet

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Der Eduard Zimmermann der Klimawissenschaften, Stefan Rahmstorf, warnte am 29. Juli 2017 in seinem Blog “Klimawandel XY Ungelöst” – aka Klimalounge – vor klimatischen Neppern, Schleppern und Bauernfängern:

Der globale CO2-Anstieg: die Fakten und die Bauernfängertricks
Die Fakten zum globalen CO2-Anstieg sind klar, eindeutig und unumstritten – dennoch recycelt die Welt dazu immer wieder gerne uralte Klimaskeptikermythen. Sind die Wälder am CO2-Anstieg schuld?

Konkret reibt sich Eduard Zimmermann Stefan Rahmstorf am Artikel “Kurzschluss bei der Energiewende” von Daniel Wetzel in der Welt, in dem der es doch tatsächlich gewagt hatte, Rahmtorfs Lieblingsprojekt in Frage zu stellen. Zuvorderst geht es um den anthropogenen Anteil am Gesamt-CO2-Haushalt, kein richtig spannendes Thema. Ebsenso geht es um Größenordnungen und ihre Signifikanz. Je nach Giftigkeitsgrad können auch kleine Dosen eine Wirkung entfalten. Alte Kamellen. Bei Betrachtung seiner Abbildung 5 muss Rahmstorfs Ernsthaftigkeit jedoch in Frage gestellt werden. Es handelt sich um eine seiner Lieblingsabbildungen, die er regelmäßig bringt und dadurch aber auch nicht besser wird. Hier zunächst die Abbildung:

 

Abbildung 2.  Abbildung aus Rahmstorfs Blogbeitrag “Der globale CO2-Anstieg: die Fakten und die Bauernfängertricks” vom 29.7.2017.

 

Rahmstorfs Abbildungstext lautet:

Verlauf von globaler Temperatur, CO2-Konzentration und Sonnenaktivität. Temperatur und CO2 sind relativ zueinander so skaliert, wie es dem physikalisch erwarteten CO2-Effekt auf das Klima entspricht (d.h. beste Abschätzung der Klimasensitivität). Die Amplitude der Sonnenkurve ist so skaliert, wie es der beobachteten Korrelation von Sonnen- und Temperaturdaten entspricht. (Details sind hier erläutert.) Diese Grafik kann man sich hier erzeugen und dort auch einen Code kopieren, mit dem sich die Grafik als Widget in die eigene Website einbauen lässt (wie in meiner home page) – dort wird sie dann automatisch jedes Jahr mit den neuesten Messdaten aktualisiert. Dank an Bernd Herd, der dies programmiert hat.

Erster Hinweis: Entgegen Rahmstorfs Einlassung gibt es momentan gar keine “beste Abschätzung der Klimasensitivität“. Der 5. Klimazustandsbericht des IPCC hat diesen Wert bewusst offengelassen, da kein Konsens unter den beteiligten Berichtsautoren erzielt werden konnte. Stattdessen wurden eine sehr weite Spanne von 1,5-4,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung angegegen, die von “bewältigbar” bis “katastrophal” reicht.

Zweiter Hinweis: Die Skalierung der Sonnenkurve wurde so gestaucht, dass man Trends kaum noch erkennen kann. Zudem wurde bewusst eine Sonnenkurve gewählt, die nicht wirklich repräsentativ ist, wenn man solare Aktivitätsrekonstruktionen über Isotope und kosmische Strahlung miteinbezieht. Eine wissenschaftlich robustere Version der Graphik sieht so aus:

Abbildung 2: Entwicklung der globalen Temperatur (GISS), CO2 -Konzentration und Sonnenaktivität (Steinhilber et al. 2009).

 

Rahmstorf beklagt Bauernfänger- und Taschenspielertricks und fällt dabei selber beim Schnelltest glatt durch. Ist der Mann, der so gerne auf Grünen-Veranstaltungen spricht, wirklich so glaubwürdig wie er vorgibt?

 

Natürliche Klimavariabilität: Invasoren-Arten traten auch schon früher auf

Immer wieder lesen wir Geschichten in der Zeitung, in denen der Niedergang einer Pflanze oder Tierart beklagt wird, die durch andere Neuankömmlinge verdrängt wird. In der Regel wird der Klimawandel dafür verantwortlich gemacht. Die Trends basieren meist auf Daten von wenigen Jahrzenten. Nur in den seltensten Fällen machen sich die Forscher die Mühe, weiter in die Klimageschichte einzutauchen und die Verbreitung der betreffenden Arten zu rekonstruieren.

Ein Forscherteam der University of the Witwatersrand um Jennifer Fitchett hat es jetzt besser gemacht. Die Forscher untersuchten einen Sedimentkern aus dem Hochland in Lesotho, der Veränderungen im Pflanzenbewuchs der letzten 4000 Jahre dokumentiert. Dabei entdeckten sie, dass die vermeintlichen modernen Invasoren-Arten bereits mehrfach in der Region auftauchten, also keineswegs ein modernes Phänomen darstellen. Jenniffer Fitchett und ihr Team gehen davon aus, dass es sich um Dürreindikatoren handelt, wobei die Pflanzen bevorzugt dürregeschädigte Böden besiedeln. Hier die Pressemitteilung der University of the Witwatersrand vom 20. Juli 2017:

‘Invasive’ species have been around much longer than believed

Pollen record of plant, that is currently being eradicated, extends much further back than the 100 years it is believed to be growing in the Lesotho Highlands.

The DST-NRF Centre of Excellence for Palaeoscience funded researchers based in the School of Geography, Archaeology and Environmental Studies and in the Evolutionary Studies Institute of the University of the Witwatersrand have used fossil pollen records to solve an on-going debate regarding invasive plant species in eastern Lesotho. Their study, Chrysocoma ciliata L. (Asteraceae) in the Lesotho Highlands: an anthropogenically introduced invasive or a niche coloniser?, published in Biological Invasions, confirms that a shrub believed to be an invasive in the eastern Lesotho Highlands has been growing in the region for over 4,000 years.

Dr Jennifer Fitchett of the School of Geography, Archaeology and Environmental Studies, and her co-authors Professors Marion Bamford (ESI, Wits), Stefan Grab (GAES, Wits) and Anson Mackay (University College London Environmental Change Research Centre and Geography Department) have been investigating the palaeoenvironments of eastern Lesotho through the use of pollen, diatom and sedimentary records. In a case of ‘accidental science’, the group discovered the pollen of Chrysocoma cilliata at intermittent locations throughout the depth of the sediment profile they were studying. This was unexpected, as Chrysocoma ciliata is believed to be an invasive species introduced to the eastern Lesotho Highlands by cattle herders at the turn of the 20th century. The species was found to extend much further back in the pollen record than the 100 years that it is believed to have been growing in the region.

Chrysocoma cilliata came to the attention of environmental managers as it proliferates under drought conditions, and rapidly colonises degraded landscapes. In particular, the plant grows easily in abandoned cattle stations, where over-grazing has resulted in the loss of both top soil and vegetation. As the shrub was believed to be an invasive species, introduced to the region from the South African Karoo to the west, the primary management response was to attempt to eliminate the crop. In recent years, Dr Clinton Carbutt of Ezemvelo KwaZulu-Natal Wildlife suggested on the basis of vegetation surveys that the species may in fact not be an invasive, but rather a species that thrives under conditions that the more typical alpine wetland groups struggle to survive. The pollen evidence for Chrysocoma cilliata dating back to 4,000 years before present supports this hypothesis.

Although this study proves that the species was not introduced to the region 100 years ago with the introduction of cattle grazing, as has previously been suggested, it is not possible at this stage to prove that it was not accidentally introduced by early inhabitants of the eastern Lesotho highlands. Archaeological records provide evidence for settlement in the eastern Lesotho highlands by Stone Age groups as far back as 80,000 years ago. There is strong archaeological evidence to suggest that these groups migrated both seasonally and inter-annually to warmer regions, with water providing the primary attraction of the otherwise uninhabitable cold highlands. It is thus possible that they may have accidentally transported seeds of this plant into the region. If this were the case, the plant would be more accurately classified as an archetype invasive. However, until the presence or absence of this species prior to 80,000 years ago can be confirmed, Chrysocoma ciliata can most accurately be termed a niche coloniser, most probably native to the eastern Lesotho highlands.

This study highlights the importance of palaeoscience research in addressing global change challenges. In addition to determining the provenance of plant species, and hence resolving debates regarding their status as invasives, the analysis of plant and animal fossils can provide valuable information relating to climate change, and critical biological thresholds under changing conditions.

Paper: Jennifer M. Fitchett, Marion K. Bamford, Anson W. Mackay, Stefan W. Grab. Chrysocoma ciliata L. (Asteraceae) in the Lesotho Highlands: an anthropogenically introduced invasive or a niche coloniser? Biological Invasions, 2017; DOI: 10.1007/s10530-017-1478-1

 

Zu hohe CO2-Emissionen: Hunde und Katzen müssen demnächst wohl durch Hamster ersetzt werden

Vor knapp 30 Jahren gab der Klimawissenschaftler und Hardcoreaktivist James Hansen eine vielebeachtete Temperaturvorhersage für die globale Erwärmung ab. Vor seinem geistigen Auge sah er eine Erwärmung von einem Grad Celsius die sich bis 2018 einstellen sollte. In der Realität sind jedoch laut UAH-Satellitendaten nur ein Drittel-Grad eingetreten. Faktor drei daneben. Konsequenzen für Hansen? Keine. Er wird immer noch in den Klimaaktivistenkreisen als Kultfigur gefeiert. Was interessiert uns das Geschwätz von gestern. Das gilt übrigens auch für Deutschland, wo es den Medien ziemlich egal ist, dass Hartmut Graßl’s Erwärmungsprognose von 1990 dramatisch zu scheitern droht.

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Am 29. Juli 2017 erschien im angesehenen Klimablog Climate Etc. ein Beitrag von Frank Bosse, in dem er den Stand in der Aerosolforschung beleuchtet. Zur Erinnerung: Die Schwefldioxid-Aerosole werden von den Klimamodellierern noch immer als “Joker” eingesetzt, um übertrieben angenommene Erwärmungbeträge des CO2 künstlich herunterzukühlen. Aerosolexperten gehen mittlerweile auf die Barrikaden und korrigierten die inflationäre Kühlwirkung der Aerosole drastisch nach unten. In seinem Beitrag erläutert Bosse anhand eines neuen Papers von Chung und Soden die Folgen: Die interne Variabilität des Klimas ist stärker als gedacht. Die Modelle müssen nun zwingend die Ozeanzyklen in den Griff bekommen, und dies auf jede Fall passgenau, also in Phase. Hier geht es zu Frank Bosses Artikel.

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Kommt jetzt das Aus für Hunde und Katzen? Gregory Okin, Professor an der University of California in Los Angeles, hat nun den großen Klimaschaden berechnet, den unsere Bellos und Kitties verursachen. Es wäre aus CO2-Emissionssicht nicht mehr haltbar, Hunde und Katzen zu besitzen. Stattdessen sollte man lieber auf klimafreundlichere Hamster umsteigen.

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Klimaskandale hat es etliche gegeben. Was passiert, wenn sich der IPCC-Chef seinen Mitarbeitern unsittlich nähert? Unter den Teppich gekehrt. Was passiert, wenn gehackte Forscher-Emails aufdecken, wie Daten bewusst alarmistische interpretiert und medial präsentiert werden? Interne Untersuchungen werden eingesetzt, die nach cooldown period irgendwann die Beteiligten freisprechen. Hier gibt es nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter. Alfred Brandenberger hat in seinem Klima-Vademecum eine Übersicht der Klimaskadale und -Skandälchen zusammengestellt. Viel Spass beim Schmökern:

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Der Astronom Florian Freistetter betreibt das beliebte Blog Astrodictium simplex. Dort brachte er im Sommer 2017 eine kleine Serie zu Klimawandel, in der er vorgab, bestimmte Mythen zu entzaubern. Schauen wir einmal spaßeshalber in einen der Artikel hinein:

Das Klima hat sich doch früher schon geändert – der Klimawandel ist nicht so schlimm! (Klimawandel-Mythen 03)
[...] Wir wissen, dass die Erde früher mal komplett mit Eis bedeckt war; wir wissen, wie das Wetter vor 2,7 Milliarden Jahren war; und so weiter. Wir wissen sehr viel über das Klima der Vergangenheit und wir wissen, dass es sich immer wieder mal geändert hat. Aber daraus folgt nicht das, was die Klimawandelleugner gerne folgern würden. Zuerst einmal folgt nicht daraus, dass die Veränderung des Klimas die JETZT gerade stattfindet, ganz “normal” ist. Das zeigt schon ein Blick auf die Zeitskalen. Die letzte Eiszeit (die wissenschaftlich offiziell eigentlich “Kaltzeit” genannt wird) war die sogenannte “Würm-Eiszeit”. [...]

Freistetter räumt natürliche Klimaveränderungen im Maßstab von 10.000 Jahren ein und lässt hierfür den Milankovic-Mechanismus über die Erdbahnparameter gelten. Das ist ok. Aber die Klimaveränderungen der letzten 2000 Jahre blendet Freistetter komplett aus, erwähnt sie mit keinem Wort. Die Arbeit der PAGES2k-Gruppe, also der Klimarekonstrukteure der letzten 2000 Jahre, wird einfach unter den Tisch fallen gelassen. Dabei hatten sie enorme Veränderungen dokumentiert. Hochpeinlich für Freistetter, wie er seine Leser hier hinters Licht führt.

Überhaupt scheint der Astroblogger und Hobbyklimatologe ein heißer Anhänger des Klimaaktivisten Stefan Rahmstorf zu sein, eine geistige Nähe, die wohl gar keine ausgwogene Beschäftigung mit dem Thema zulässt. In einem seiner Blogartikel schreibt Freistetter:

Auch der Klimaforscher Stefan Rahmstorf hat kürzlich einen sehr lesenswerten Artikel verfasst (und in der Vergangenheit jede Menge andere gute Artikel in seinem Blog verfasst – lest sie!). Und Klimafakten.de kann man ruhig auch mal einen ausführlichen Besuch abstatten.

Man könnte noch weitere Themen aus Freistetters sommerlichen Klimaserien besprechen. Allerdings ist das Niveau so erschreckend niedrig, dass es Zeitverschwendung wäre.

 

Temperaturentwicklung im Takt der Sonne: Klimamodellierer, bitte übernehmen Sie

Am 30. Juni 2017 erschien im Fachblatt The Open Atmospheric Science Journal eine Arbeit von Horst-Joachim Lüdecke und Carl-Otto Weiss, in der sie die globale Temperaturentwicklug der letzten 2000 Jahre auf wiederkehrende Element bzw. Zyklen hin untersuchten. Die Arbeit erschien im sogenannten open source Format, kann also kostenfrei heruntergeladen und gelesen werden.

Neben modernen Messdaten für die vergangenen 150 Jahre, basierten Lüdecke und Weiss ihre Analyse auf 6 publizierten und anerkannten Temperaturrekonstruktionen aus verschiedenen Teilen der Erde. Über diesen Datensatz ließen sie dann eine Spektralanalyse laufen, um mögliche Zyklen zu identifizieren. Und die Forscher wurden in der Tat fündig: Zum Vorschein kamen Zyklen mit von 1000, 460 und 190 Jahren Periodendauer gemäß der die globalen Temperaturen offenbar schwankten.

Die gefundenen Zyklendauern sind in der Wissenschaft auch aus einem anderen Bereich bekannt, nämlich der veränderlichen Sonnenaktivität. Rekonstruktionen der solaren Schwankungen auf Basis von Isotopen enthalten eben diese Zyklen. Der 1000 Jahreszyklus wird auch als Eddy-Zyklus bezeichnet, der 190-Jahreszyklus entspricht dem Suess-de Vries-Zyklus. Es liegt nahe, eine Verbindung zwischen den beiden Phänomenen anzunehmen. Da es unwahrscheinlich ist, dass das Erdklima die Sonnenaktivität bestimmt, muss der Bezug wohl andersherum sein: Die Sonne beeinflusst unsere globale Temperaturentwicklung. Nun ist es an den Klimamodellierern, diesen Bezug auch physikalisch nachzubilden. Bisher sind sie an der Reproduktion der Temperaturen der letzten 2000 Jahre kläglich gescheitert. Im 5. Klimabericht des IPCC räumen sie gut versteckt in der Mitte der viele hunderte Seiten starken Rapports ein, dass die Simulation des vorindustriellen Klimas über die letzten 500 Jahre hinaus bisher noch nicht gelungen sei. Vielleicht sollte man es daher nun einmal mit den solaren Zyklen probieren. Was spricht dagegen, ein unverbindliches Modell zu testen, in dem der Sonne eine wichtigere Stellung eingeräumt wird? Es spricht vieles dafür, dass die großen momentan bestehenden Diskrepanzen bei den vorindustriellen Klimasimulationen damit ausgeräumt werden könnten.

Hier der Abstract der Arbeit von Lüdecke und Weiss (2017):

Harmonic Analysis of Worldwide Temperature Proxies for 2000 Years
The Sun as climate driver is repeatedly discussed in the literature but proofs are often weak. In order to elucidate the solar influence, we have used a large number of temperature proxies worldwide to construct a global temperature mean G7 over the last 2000 years. The Fourier spectrum of G7 shows the strongest components as ~1000-, ~460-, and ~190 – year periods whereas other cycles of the individual proxies are considerably weaker. The G7 temperature extrema coincide with the Roman, medieval, and present optima as well as the well-known minimum of AD 1450 during the Little Ice Age. We have constructed by reverse Fourier transform a representation of G7 using only these three sine functions, which shows a remarkable Pearson correlation of 0.84 with the 31-year running average of G7. The three cycles are also found dominant in the production rates of the solar-induced cosmogenic nuclides 14C and 10Be, most strongly in the ~190 – year period being known as the De Vries/Suess cycle. By wavelet analysis, a new proof has been provided that at least the ~190-year climate cycle has a solar origin.

 

The Neglected Sun

Schall und Rauch: Wenn uns Kinder und Philosophen den Klimawandel erklären wollen

Aktivistendreiviertelstunde am 26. September 2017 im Deutschlandfunk:

Die Ölindustrie auf der Anklagebank: Smoke and Fumes
Der Ölmulti ExxonMobil wusste schon seit Ende der 1970er-Jahre sehr genau, was die Ausbeutung fossiler Rohstoffe für das Klimasystem der Erde bedeutet. Um das Geschäftsmodell der Ölindustrie nicht zu gefährden, wurde deshalb gezielt an einer pseudowissenschaftlichen Narration gearbeitet, die jede Verantwortung des Menschen beim Klimawandel in Frage stellt.

Die Radiosendung können Sie hier online nachhören oder auch als Script nachlesen. Die Kalte-Sonne-Redaktion hat sich das gesamte Radiofeature angetan. Leider vertane Zeit. Autor Harald Brandt fühlt sich strikt der Alarmseite verpflichtet, erzählt von Jugendlichen die die US-Regierung wegen des Klimawandels verklagen. Dabei plappern die Jungs und Mädels vor allem nach, was ihnen interessierte Aktivistenkreise ins Ohr flüstern. Einen Durchblick in die komplizierte Materie haben sie nicht. Eine instrumentalisierte Jugend, die sich auf der richtigen Seite wähnt, jedoch vermutlich nicht einmal das Konzept der CO2-Klimasensitivität kennt, geschweige denn die Temperaturgeschichte des Holzäns.

Harald Brandt interessiert es auch nicht, dazu verliert er in seiner Radiosendung kein Wort. Lieber bringt er angebliche Enthüllungsstories. Exxon hat vor einigen Jahrzehnten eine eigene Klimastudiengruppe gehabt, die das CO2 als Klimagas identifiziert haben soll. Ok, aber was ist jetzt die Sensation? Die Klimawissenschaften standen in den 1970er Jahren noch ganz am Anfang. Damals prognostizierte der spätere CO2-Hardcoreaktivist Stephen Schneider noch eine bevorstehende Erdabkühlung, bevor er dann nach einer abrupten 180-Gradwende wenige Jahre später das Gegenteil behauptete. Hätte man ihn dafür verklagen sollen?

Im Prinzip ist es ziemlich egal und beliebig, was die Exxonforscher damals glaubten zu wissen. Die Klimawissenschaften standen damals noch ganz am Anfang. Heute, etliche Jahzehnte später, ist klar, dass die Klimamodelle viel zu heiß laufen, sich in der Realität nicht an die heftigen theoretischen Erwärmungsraten gehalten haben. Stichwort Hiatus. Der kam gänzlich unerwartet. Sollte man im Gegengzug nun die Klimaalarmisten wegen dieser quantitativen Fehlprognose verklagen? Wo ist die Jugendgruppe, die genug von der ständigen Klimapanikmache hat und stattdessen wissenschaftich realistische, ausgewogene Aussagen fordert? Sollten die finanziellen Ressourcen nicht vernünftig auf alle Probleme der Welt verteilt werden? Wie sieht es mit sauberem Trinkwaser für alle aus? Nahrung, Schulbildung für alle? Gleichberechtigung und Schutz von Mädchen und Frauen in problematischen Kulturkreisen?

Inhaltlich plappert Radiomacher Brandt den Klimaapokalyptikern einfach nach, hat keine Möglichkeit, die Aussagen inhaltlich selber zu durchdenken. Er ist ausgebildeter Philosoph, Schauspieler und Tänzer. Von ihm lassen wir uns natürlich besonders gerne die komplexe Welt der Klimawissenschaften erklären. Unbelastet von unnötigem naturwissenschaftlichem Ballast kann er seinem Glauben an die Klimakatastrophe im öffentlichen deutschen Radio frei ausleben. Niemand hält ihn davon ab. Aktivisten unter sich, dem Deutschlandfunk sei Dank. Hier Harald Brandts Lebenslauf von der Webseite auditorium mundi:

–Philosophiestudium an der Universität Hamburg.
–Theater-und Tanzausbildung an der Universität der Provence, Aix-Marseille I.
–Diplom Recherches et Animations Théâtrales, Niveau Supérieur. Arbeit als Schauspieler und Regisseur in Marseille und Aix-en-Provence.
–Seit 1986 Tätigkeit als freier Autor und Regisseur für deutsche und französische Rundfunkanstalten. Zahlreiche Auslandsreportagen und Features in Afrika, Asien, Europa und Nordamerika.
–2003 erstes Konzept für “auditorium mundi”, 2006 erste Planungen für den Klangraum im NONAM, Zürich.

 

Rätselhafte Deutschlandtemperaturen: Der September zeigt während der letzten 70 Jahre kaum Erwärmung

Von Josef Kowatsch und Sebastian Lüning

Die Temperaturen steigen und steigen und steigen. So lesen wir es jedenfalls in der Tageszeitung, und so erklärt es uns der eine oder andere Fernsehprofessor, Aktivist und Klimaforscher. Seltsamerweise werden in den wenigsten Fällen Temperaturkurven gezeigt. Warum ist das so? Am Beispiel der deutschen Septembertemperaturen wollen wir diese merkwürdige mediale Dokumentationslücke beleuchten.

Wir verwenden dazu die offiziellen Temperaturdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Bei Betrachtung der letzten 100 Jahre zeigt sich eine recht bescheidene Erwärmung von wenigen Zehntelgraden (Abb. 1). Das war auch nicht anders zu erwarten, immerhin handelt es sich um die Wiedererwärmung nach der Kleinen Eiszeit, der kältesten Phase der letzten 10.000 Jahre. Es wäre schlimm, wenn das Klima auf diesem nicht repräsentativen tiefen Niveau verharrt hätte.

 

Abbildung 1: Entwicklung der Septembertemperaturen in Deutschland während der vergangenen 100 Jahre. Daten: DWD.

 

Gut zu erkennen sind die weitspannigen Wellen im Temperaturverlauf. Wir haben eine kleine Kaltphase zwischen 1920 und 1930, dann eine Warmphase zur Nazizeit, die nach dem Krieg in ein lang anhaltendes Kältetal übergeht. Ab 1985 wird der September dann wieder wärmer und erreicht kurz nach der Jahrtausendwende ein neues Plateau, auf dem wir uns momentan befinden. Man könnte auf Basis der vergangenen Entwicklung spekulieren, dass nun erneut eine leichte Abkühlung folgt. Die Zukunft wird es zeigen. Betrachten wir nun als nächstes die Nachkriegszeit bis heute, immerhin auch über 70 Jahre, die Zeit vom vorletzten Plateau bis heute. Wir sehen sofort, wir sind weit entfernt von einer besorgniserregenden Klimaerwärmung (Abb. 2).

 

Abbildung 2: Entwicklung der Septembertemperaturen in Deutschland während der vergangenen 70 Jahre. Daten: DWD.

 

Schließlich noch die Betrachtung der letzten 13 Jahre (Abb. 3), also der Entwicklung seit 2004 (Abb. 3). Wieder keine signifikante Erwärmung, diesmal sogar eine leichte Abkühlung. Wahrlich alles andere als eine Klimakatastrophe.

 

Abbildung 3: Entwicklung der Septembertemperaturen in Deutschland während der vergangenen 13 Jahre. Daten: DWD.

 

Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage: Weshalb zeigen die Medien nicht die deutschen Temperaturenkurven? Offenbar sind die wahren Fakten zu unbequem, als dass man sie der Bevölkerung zumuten könnte. Ein Teil der Bürger könnte gar den Glauben an die allseits gepredigte Klimakatastrophe verlieren und die harten Einschnitte kritisieren, die die Politik auf dem Rücken der Klimaangst plant vorzunehmen.

Es wird höchste Zeit, dass das Thema wieder transparenter wird und Aktivisten in die Schranken gewiesen werden. Wir brauchen eine neue Umweltschutzethik, die sich um den gesamten Strauß an Problemen kümmert. Die überhöhte Alleinstellung der Klimafrage ist nicht mehr haltbar, sogar kontraproduktiv. Andere wichtige und zeitnah lösbare Themen erfordern verstärkte Aufmerksamkeit: Sauberes Wasser, saubere Luft und saubere Nahrungsmittel gleichmäßig verteilt, wären ein gemeinsames ethisches Ziel, das die Menschheit anstreben sollte. Der mit der Angstmasche hochstilisierte Klimaschutz reiht sich nahtlos in die früheren Geschäftsmodelle Erbsünde und Ablasshandel ein.

 

Vereint im festen Glauben an die Klimakatastrophe: Komikerin Annette Frier unterstützt fragwürdiges Harald-Lesch-Manifest

Kalte-Sonne-Leser “Franz” berichtet uns, er habe eine Email vom Fernsehprofessor und Klimaaktivisten Harald Lesch erhalten. Lesch forderte “Franz” auf, er solle zusammen mit ihm Druck auf die deutschen Koalititionsvertragsgespräche ausüben. Darf das Lesch als öffentlich-rechtlicher TV-Mitarbeiter überhaupt? Schamlos nutzt er seine mediale Bekanntheit aus, um seine persönlichen politischen Ziele zu verfolgen. In Großbritannien hat ein ähnlicher Fall vor kurzem zu einer schweren Rüge des Mitabeiters geführt. Hier zunächst die Email:

Gesendet: Dienstag, 26. September 2017 um 11:10 Uhr
Von: ”Prof. Dr. Harald Lesch via Change.org” <xxx@mail.change.org>
An: xxx
Betreff: Koalitionsverhandlungen

Diese 10 Forderungen müssen jetzt in den Koalitionsvertrag

Hallo Franz,

Deutschland hat gewählt und formiert sich neu. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass der neue Koalitionsvertrag die Interessen der kommenden Generationen enthält. Folgende Themen müssen rein: Klimaschutz, Armutsbekämpfung, Müllminderung, Digitalisierung, Stopp der Waffenexporte und Bildung.

Genau jetzt ist der wichtigste Moment der nächsten 4 Jahre, um tatsächlichen Einfluss auf die Politik zu nehmen! Und die Verhandlungen sind schon angelaufen. Ein „weiter so“ darf es nicht geben. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Stimme und Ihrer Unterschrift, Franz!

Ich habe zusammen mit Annette Frier, Prof. Schellnhuber, Amelie Fried, Hannes Jaenicke und vielen anderen das Generationen Manifest unterschrieben. Wir haben in monatelangen Diskussionen mit allen Altersgruppen, die 10 größten Gefahren für kommende Generationen benannt und Lösungen formuliert.

Was wir jetzt brauchen ist Ihre und möglichst viele Unterschriften, die zeigen, dass wir viele sind, die sich berechtigte Sorgen um die Zukunft unserer Kinder machen. Jede Unterschrift gibt uns mehr Legitimation, um Gehör bei den Koalitionsverhandlungen zu finden. Franz, unterschreiben Sie das Generationen Manifest?

Unsere Kinder haben keine Stimme, aber sie haben uns!

Danke!
Prof. Dr. Harald Lesch

Die zehn Forderungen findet man hier. Bei Nummer 1 will man offensichtlich möglichst viele Menschen hinter sich versammeln: Abschaffung der Atomwaffen. Dieser Forderung wird sich wohl fast jeder anschließen, obwohl es natürlich naiv ist, an ihre Erfüllung zu glauben. Im Punkt 2 geht es dann sofort zum Klimaalarm:

2. Klima: Mit allen Mitteln die Klimakatastrophe abwenden.
Auch in Deutschland müssen wir unsere Anstrengungen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen massiv erhöhen. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Einsatz fossiler Brennstoffe bis 2040 zu beenden sowie ein tragfähiges Konzept für CO2-Besteuerung bzw. Emissionshandel vorzulegen. Aus den Erträgen soll ein Zukunftsfonds aufgelegt werden, der Innovationen fördert und für künftige Generationen spart.

An diesem Punkt erkennt man sofort den Irrsinn. Zunächst einmal fußt die Forderung auf der Einbildung, man hätte es tatsächlich mit einer Klimakatastrophe zu tun. Die Wissenschaft ist sich in diesem Punkt gar nicht mehr so sicher, die Schätzwerte für die CO2-Klimasesnitivität sinken stetig. Klimamodelle entpuppen sich als schlechte Berater, da sie die Vergangenheit einfach nicht in den Griff bekommen und daher auch für Zukunftsprognosen nicht einsetzbar sind. Leschs Phrase “mit allen Mitteln” macht zudem Angst. Genau dies war doch das Problem, dass man bei der Energiewende alles andere ausgeblendet hat. Die Kosten waren egal, genauso der Nutzen. Es war egal, ob das Geld für soziale Zwecke gebraucht wurde; es war egal, dass hier einige Individuen ein riesiges Subventionsgeschäft unter dem grünen Deckmäntelchen machten. Die Lesch-Truppe fordert also: Weiter so!

Anstrengungen in Deutschland erhöhen? Würde es nicht Sinn machen, hier zumindest in einer europaweit abgestimmten Initiative zu agieren? Deutsche Alleingänge machen da kaum Sinn. Die Nachbarn kichern schon über unsere Vermessenheit. China und Indien bauen kräftig weiter Kohlekraftwerke. Jede zweite Woche geht ein neues Kraftwerk ans Netz. Abschaffung der fossilen Brennstoffe bis 2040 hat einen bitterbösen planwirtschaftlichen Charakter, eine Episode in der deutschen Geschichte, die wir glaubten überwunden zu haben. Auch Punkt 7 des Forderungenkatalogs zeigt erneut die Elfenbeinperspektive und Realitätsferne von Lesch und seinen Koalitionsforderungen:

7. Migration: Menschen werden kommen, sie haben ein Recht darauf.
Unser Egoismus und unsere Profitgier sind mitverantwortlich für die Flüchtlingsströme. Wir müssen hier Verantwortung übernehmen und uns der Situation stellen. Wir fordern einen Gestaltungsplan, der auf internationaler Ebene Vorsorge für die zu erwartenden erheblichen Migrationsströme der Zukunft trifft, und einen Verteilungsplan, der über einen gerechten Schlüssel dafür sorgt, dass diese Menschen aufgenommen und integriert werden können. Und wir fordern eine konsequente und faire Integration der hier lebenden Flüchtlinge und Migranten sowie die Diskussion über eine globale Green Card.

Wer gehört zu den Initiatoren und Erstunterzeichnern der Initiative? Hier ist die Liste. Das ist ja ein illusterer Haufen der da unterschrieben hat! Unter anderem viele Komiker und Schauspieler, z.B. Annette Frier. Auch ein Unternehmer ist dabei, Daniel Klüser. Er ist CEO von Havsund, einer Firma die Nahrungsergänzungsstoffe herstellt. Unter anderem werben sie allen Ernstes mit einem Mittelchen gegen unerfüllten Kinderwunsch. Was Biologen hierzu denken, kann man bereits erahnen. Harald Lesch scheint es nicht zu kümmern, konzentriert sich lieber “mit allen Mitteln” auf seine geliebte Klimakatastrophentheorie.

 

Abstürzende Küstenklippen in Alaska: Auch dies eine Folge des Klimawandels?

Klimalarm im Ersten am 25. Juli 2017:

Klimawandel – Die verlorene Insel der Eskimos
Während Donald Trump den Klimawandel leugnet, wird die von Eskimos bewohnte Insel Shishmaref vor Alaska in den nächsten 30 Jahren im wahrsten Sinne des Wortes versinken. Stürme und Erosion haben bereits einige Häuser ins Meer stürzen lassen. Die Insel verliert jedes Jahr an Fläche. Unser moma-Reporter Jan-Philipp Burgard hat die Ureinwohner auf Shishmaref besucht. Wie gehen sie mit den Folgen des Klimawandels um? Es gibt solche, die sich auf den Umzug vorbereiten, andere wollen tatsächlich bleiben – und mit der Insel untergehen.

Der Reisebericht von Jan-Philipp Burgard dauert 5 Minuten und ist ein Paradebeispiel, wie sich ein Reporter in eine Sache hineinsteigern kann, losgelöst von den eigentlichen Fakten. Der Film beginnt mit einem wackeligen Flug auf die Insel, auf der es kaum Straßen und Infrastruktur gibt. Als der Reporter auf dem trostlosen Shishmaref landet, regnet es. Am Flughafen wartet bereits ein junger Klimaaktivist, der dem Reporter weismachen will, dass alles und jedes eine Folge des Klimawandel ist. Sein Elternhaus steht am Rand einer Klippe, die sich im Zuge der ganz normalen Küstenerosion ständig nach hinten verlagert. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass auch dieses Haus abstürzt. Hätte der ebenso junge Burgard vor ein paar Jahren besser im Erdkundeunterreicht aufgepasst, so wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass Küstenerosion und abstürzende Klippen ein ganz normaler, wenn auch dramatischer, Vorgang sind. Mit dem Klimawandel muss dies nicht zwingend zusammenhängen. Mit “im Meer versinken” hat dieser Klippenabsturz wenig zu tun.

Es folgt eine Homestory. Der Eskimo-Klimaaktivist lädt den Reporter in sein “one-and-only-home” ein. Dort erklärt die Eskimo-Mutter, dass sie jetzt nur noch Nachtisch mit gefrorenen Beeren machen kann – Schuld hat der Klimawandel. Es sei zu windig geworden. Früher wäre alles besser gewesen, dort konnte sie noch selber die leckeren Beeren anbauen. Der Reporter lässt es geschehen.

Weder die Eskimofamilie, noch der junge deutsche Journalist konnten ja wissen, dass Winde, Temperaturen und viele andere Klimaparameter gemäß dem Ozeanzyklus der PDO schwanken, der Pazifischen Dekadischen Oszillation. Wie haben sich die Temperaturen im Sommer in Alaska im Sommermonat August in den letzten 30 Jahren verändert? Die nachfolgende Abbildung zeigte es: Gar nicht!

Abb. 1: Entwicklung der August-Temperaturen in Alaska während der letzten 30 Jahre. Quelle: NOAA.


Schließlich kommt noch der melodramatische Teil: Der Onkel des Klimaaktivisten ist mit seinem Schlitten im Eis eingebrochen. Der Aktivist sieht den Tod als eine direkte Folge des Klimawandels. Der ARD-Reporter widerspricht nicht, lässt es geschehen. Jan-Philipp Burgard hat mit diesem Stück den seriösen Reportage-Journalismus verlassen und bietet Aktivisten und ihren fragwürdigen Interpretationen eine große Bühne. Burgard scheitert kläglich in der Disziplin Faktencheck. Wenn der Aktivist ihm erklärt hätte, dass auch das Ausbleiben des Weihnachtsmannes eine Folge des Klimawandels wäre, hätte er es sicher ebenso berichtet. Es fällt auf, dass Burgards Herangehensweise an das Thema leider kein Einzelfall in der ARD-Redaktion darstellt. Bereits mehrfach haben wir unkritische aktivisten-nahe Berichte an dieser Stelle bemängelt. Die ARD scheint dies nicht zu kümmern und fährt ihre plumpe Klima-Kampagne einfach stur weiter. Gegen eine beratungsresistente Redaktion ist kein Kraut gewachsen, insbesondere wenn es offenbar von ganz oben Rückendeckung für das Vorgehen gibt.

 

Siehe auch Bericht in der Augsburger Allgemeinen.

 

 

 

Ozonloch über dem Südpol im September 2017 unerwartet stark geschrumpft

Vor einem Jahr (Sommer 2016) haben wir uns an dieser Stelle das Ozochloch angeschaut (“Gute Nachrichten: Ozonloch auf dem Weg der Besserung“). Noch immer ist nicht in allen Details vollständig geklärt, wie sich das Loch öffnen und jetzt wieder langsam schließen konnte. Die FCKW spielen sicher eine Rolle.

Zunächst einmal brauchen wir die aktuellen Zahlen. Wie hat sich die Fläche des Ozonlochs über dem Südpol in den letzten Jahren entwickelt? Die NOAA hat dazu in ihrem Climate Prediction Center eine gute Graphik (Abb. 1). Gut zu erkennen: Das Loch erreicht im September-Oktober typischerweise sein Maximum, also im Südwinter. Im Jahr 2017 entwickelte sich das Ozonloch zunächst genau wie im Durchschnitt der letzten 10 Jahre, verkleinerte sich dann aber ab Mitte September dramatisch. Aktuell ist das Loch kleiner als je zuvor in den letzten 10 Jahren.

Abb. 1: Entwicklung der Fläche des Ozonlochs in den letzten Jahren (2017=rot, 2016=blau, 2015=grün). Quelle: NOAA.

 

Vergrößert hat sich das Ozonloch über der Antarktis in den letzten 20 Jahren nicht (Abb. 2):

Abb. 2: Entwicklung der Ozonlochfläche im Südwinter (oben) sowie der Minimum-Ozonkonzentration (unten). Quelle: NASA.

 

Coldewey-Egbers und Kollegen wiesen 2014 auf Trends und natürliche Variabilität in der Ozonschicht hin:

A new health check of the ozone layer at global and regional scales
In this study, we provide a new perspective on the current state of the ozone layer using a comprehensive long-term total ozone data record which has been recently released within the framework of the European Space Agency’s Climate Change Initiative. Based on a multivariate regression analysis, we disentangle various aspects of ozone change and variability on global and regional scales, thus enabling the monitoring of the effectiveness of the Montreal Protocol. Given dominant natural variability the expected midlatitude onset of ozone recovery is still not significant and would need additional 5 years of observations to be unequivocally detectable. A regional increase in the tropics is a likely manifestation of a long-term change in El Niño–Southern Oscillation intensity over the last two decades induced by strong El Niño in 1997/1998 and strong La Niña in 2010/2011.

Auch Eric Betz beschrieb die starke natürliche Variabilität in der Stratosphäre, die man wohl unterschätzt hatte. Auszug aus einem Eos-Beitrag 2015 (bezugnehmend auf Strahan et al. 2014):

[...] While CFCs are no longer emitted, scientists calculate that the slow destruction of CFCs already in the atmosphere causes chlorine to decline each year by roughly 20 parts per trillion (ppt), or about 0.5%. However, Earth-orbiting satellites indicate that the natural variability of chlorine levels over Antarctica is up to 10 times larger than the expected annual decline. In some years the chlorine level declined by as much as 200 ppt, but in other years measurements indicate it increased by as much as 150 ppt. According to Strahan et al., it will take a decade of chlorine declines to be certain the Montreal Protocol has caused the ozone hole to shrink. Low temperatures in the Antarctic stratosphere currently play the largest role in determining the size of the ozone hole. In 2006, the combination of very low temperatures and high chlorine levels produced the largest ozone hole ever. By 2040, the authors expect that chlorine levels will have fallen enough that the ozone hole will be smaller than it is today even during a very cold year. The authors say it is unlikely any future ozone hole will grow to 2006 levels. [...] 

Nachdem die FCKW aus dem Verkehr gezogen wurden, befürchtet man nun, dass eine andere Substanz dem Ozon schaden könnte, Dichlormethan. Die Lancaster University meldete am 27. Juni 2017:

Ozone recovery may be delayed by unregulated chemicals

Recent increases in an unregulated ozone-depleting substance, could delay recovery of Antarctic ozone levels by 5–30 years, depending on emissions scenarios.The findings, published in Nature Communications, suggest that a previously ignored chemical called dichloromethane may now be contributing to ozone depletion and should be considered to improve future ozone predictions.

Long-lived chlorine species, such as chlorofluorocarbons (CFCs), led to depletion of the stratospheric ozone layer in the 1980s, most drastically seen in the Antarctic. After introduction of the UN Montreal protocol in 1987, which regulated emissions of ozone-depleting substances, stratospheric ozone began to recover and is projected to return to pre-1980 levels in the second-half of this century. The Antarctic ‘ozone hole’ is expected to fully recover sometime between 2046 and 2057.

However, atmospheric concentrations of dichloromethane — a short-lived, ozone-depleting substance not regulated by the Montreal Protocol — have risen in recent years and could be contributing to ozone loss. Study lead author Dr Ryan Hossaini, from the Lancaster Environment Centre at Lancaster University, said: “Dichloromethane is a man-made ozone-depleting chemical that has a range of industrial applications. Unlike CFCs and similar long-lived gases that are responsible for most ozone depletion, dichloromethane has a short atmospheric lifetime so has not been controlled by the Montreal Protocol. Despite this, increased production has led to a rapid increase in its atmospheric concentration over the past decade.”

“While ozone depletion from dichloromethane is currently quite modest, it is uncertain how the amount of this gas in the atmosphere will change in the future. Our results show that continued sustained growth in its concentration could substantially delay recovery of the ozone layer, offsetting some of the future benefits of the Montreal Protocol.” Dr Ryan Hossaini of Lancaster University and colleagues use simulations with a global chemical transport model to examine the sensitivity of future stratospheric chlorine and ozone levels to sustained dichloromethane growth. Measurements of dichloromethane in the atmosphere over the past two decades, provided by scientists from the National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in the United States, were also analysed.

Study co-author Dr Stephen Montzka from the NOAA added: “The increases observed for dichloromethane from our measurements are striking and unexpected; concentrations had been decreasing slowly in the late 1990s, but since the early 2000s have increased by about a factor of two at sites throughout the globe.” “It is uncertain what is driving this growth. However, it could be related to increased use of this chemical as a solvent in place of other long-lived chemicals (e.g. CFCs and HCFCs) that have been phased out, or from use as feedstock in the production of other chemicals.” 

Their projections show that continued dichloromethane increases at the average trend observed from 2004–2014 would delay ozone recovery over Antarctica by 30 years. If dichloromethane concentrations stay at current levels, the delay in recovery would be only 5 years. Although the future trajectory of dichloromethane is uncertain, without any regulations on emissions, it is likely concentrations will fall somewhere in between the ranges presented here. Study co-author Professor Martyn Chipperfield, from the University of Leeds’ School of Earth and Environment, said: “We need to continue monitoring the atmospheric abundance of this gas and determine its sources. At present, the long-term recovery of the Ozone Layer from the effects of CFCs is still on track, but the presence of increasing dichloromethane will add some uncertainty to our future predictions of ozone and climate.”

The ozone layer shields Earth’s surface from certain wavelengths of harmful solar ultraviolet (UV) radiation that would otherwise be detrimental to human, animal and plant health. Ozone also absorbs terrestrial infrared (IR) radiation and changes in its abundance can influence climate. On the broader implications of the findings and outlook, Dr Hossaini said: “Ozone is an important climate gas and changes to its abundance, including due to the increasing influence of dichloromethane, could be relevant for refining future climate predictions”. “We should be mindful to the growing threat to stratospheric ozone posed by dichloromethane and similar chemicals not controlled by the Montreal Protocol. There is work to be done to better understand and quantify their main sources to the atmosphere.”

It is available online here http://www.nature.com/naturecommunications

The research was funded by NERC

The increasing threat to stratospheric ozone from dichloromethane” is scheduled for publication in Nature Communications’ on 27th June

DOI 10.1038/NCOMMS15962.

Am 16. August 2017 warnte dann noch die Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences vor Ozonschäden durch Vulkanausbrüche:

How future volcanic eruptions will impact Earth’s ozone layer

CFCs, greenhouse gases, and naturally occurring emissions of halogens will shape how volcanoes impact the ozone layer into the next century 

The next major volcanic eruption could kick-start chemical reactions that would seriously damage the planet’s already besieged ozone layer. The extent of damage to the ozone layer that results from a large, explosive eruption depends on complex atmospheric chemistry, including the levels of human-made emissions in the atmosphere. Using sophisticated chemical modeling, researchers from Harvard University and the University of Maryland explored what would happen to the ozone layer in response to large-scale volcanic eruptions over the remainder of this century and in several different greenhouse gas emission scenarios. The research was published recently in Geophysical Research Letters.

Earth’s stratosphere is still recovering from the historic release of chlorofluorocarbons (CFCs) and other ozone-depleting chemicals. Even though CFCs were phased out by the Montreal Protocol 30 years ago, levels of chlorine-containing molecules in the atmosphere are still elevated. Explosive volcanic eruptions that inject large quantities of sulfur dioxide into the stratosphere facilitate the chemical conversion of chlorine into more reactive forms that destroy ozone.

Researchers have long known that when concentrations of chlorine from human-produced CFCs are high, ozone depletion will result following a volcanic eruption. When levels of chlorine from CFCs are low, volcanic eruptions can actually increase the thickness of the ozone layer. But exactly when this transition happens — from eruptions that deplete ozone to eruptions that increase ozone layer thickness — has long been uncertain. Previous research has put the window of the transition anywhere between 2015 to 2040. The Harvard researchers found that volcanic eruptions could result in ozone depletion until 2070 or beyond, despite declining concentrations of human-made CFCs.

“Our model results show that the vulnerability of the ozone column to large volcanic eruptions will likely continue late in to the 21st century, significantly later than previous estimates,” said David Wilmouth, who directed the research and is a project scientist at the Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences and the Department of Chemistry and Chemical Biology. So, why is this shift happening so much later than previously thought? “Previous estimates did not take into account certain natural sources of halogen gases, such as very-short lived bromocarbons originating from marine plankton and microalgae,” said Eric Klobas, lead author and Harvard chemical physics PhD candidate.

Accounting for these emissions fine-tunes the timing of the shift from eruptions that cause ozone depletion to eruptions that increase the thickness of the ozone layer. These natural sources of bromine become especially important in the lower stratosphere after concentrations of human-emitted CFCs have declined. “We found that the concentration of bromine from natural, very short-lived organic compounds is critically important,” said Klobas. “Even small, part-per-trillion changes in the amount of bromine from these sources can mean the difference between a late 21st century volcanic eruption resulting in ozone column depletion or ozone column enhancement.”

The researchers then explored how a volcanic event the size of the Mount Pinatubo eruption, which shot about 20 million metric tons of sulfur dioxide into the stratosphere in 1991, would impact the ozone layer in 2100. The team modeled four different greenhouse gas emission scenarios, ranging from very optimistic to what is commonly considered the worst-case scenario. The team found that the most optimistic projection of future greenhouse gas concentrations resulted in the most ozone depletion from a volcanic eruption. Conversely, in the pessimistic scenario in which greenhouse gas emissions continue to increase rapidly throughout the 21st century, a Mount Pinatubo-size eruption would actually lead to a slight increase in ozone. The researchers found that the colder stratospheric temperatures and higher methane levels in this scenario would curb important ozone-depleting chemical reactions.

But, here’s the kicker: all of the above scenarios assumed that the volcanic eruption would only inject sulfur into the stratosphere, like the 1991 eruption of Mount Pinatubo in the Philippines. If the eruption were to also inject halogen-containing chemicals such as hydrogen chloride (HCl) into the stratosphere, the results could be dire. “If volcanic halogens, which are commonly present in large quantities in volcanic eruptions, were to partition substantially into the stratosphere — in any greenhouse gas emission scenario, at any point in the future — it would potentially cause severe losses of stratospheric ozone,” said Klobas.

In such a case, the United States could see a prolonged and significant decrease in ozone layer thickness — upwards of 15 to 25 percent in the highest halogen scenario modeled. Even small reductions in the thickness of the ozone layer, which shields the surface of the Earth from DNA-destroying ultraviolet radiation, can adversely impact human health and other life on this planet. “These eruptions are highly unusual events but the possibility does exist, as evidenced in the historical record,” said Wilmouth.

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: In der Arktis gibt es kein Ozonloch, wie das Massachusetts Institute of Technology im April 2014 meldete:

An Arctic Ozone Hole? Not Quite

Since the discovery of the Antarctic ozone hole, scientists, policymakers, and the public have wondered whether we might someday see a similarly extreme depletion of ozone over the Arctic. But a new MIT study finds some cause for optimism: Ozone levels in the Arctic haven’t yet sunk to the extreme lows seen in Antarctica, in part because international efforts to limit ozone-depleting chemicals have been successful. “While there is certainly some depletion of Arctic ozone, the extremes of Antarctica so far are very different from what we find in the Arctic, even in the coldest years,” says Susan Solomon, the Ellen Swallow Richards Professor of Atmospheric Chemistry and Climate Science at MIT, and lead author of a paper published this week in the Proceedings of the National Academy of Sciences.

Frigid temperatures can spur ozone loss because they create prime conditions for the formation of polar stratospheric clouds. When sunlight hits these clouds, it sparks a reaction between chlorine from chlorofluorocarbons (CFCs), human-made chemicals once used for refrigerants, foam blowing, and other applications — ultimately destroying ozone.

‘A success story of science and policy’

After the ozone-attacking properties of CFCs were discovered in the 1980s, countries across the world agreed to phase out their use as part of the 1987 Montreal Protocol treaty. While CFCs are no longer in use, those emitted years ago remain in the atmosphere. As a result, atmospheric concentrations have peaked and are now slowly declining, but it will be several decades before CFCs are totally eliminated from the environment — meaning there is still some risk of ozone depletion caused by CFCs.

“It’s really a success story of science and policy, where the right things were done just in time to avoid broader environmental damage,” says Solomon, who made some of the first measurements in Antarctica that pointed toward CFCs as the primary cause of the ozone hole.

To obtain their findings, the researchers used balloon and satellite data from the heart of the ozone layer over both polar regions. They found that Arctic ozone levels did drop significantly during an extended period of unusual cold in the spring of 2011. While this dip did depress ozone levels, the decrease was nowhere near as drastic as the nearly complete loss of ozone in the heart of the layer seen in many years in Antarctica.

The MIT team’s work also helps to show chemical reasons for the differences, demonstrating that ozone loss in Antarctica is closely associated with reduced levels of nitric acid in air that is colder than that in the Arctic.

“We’ll continue to have cold years with extreme Antarctic ozone holes for a long time to come,” Solomon says. “We can’t be sure that there will never be extreme Arctic ozone losses in an unusually cold future year, but so far, so good — and that’s good news.”

The paper is the first to use observational evidence to confirm the chemical processes in polar stratospheric clouds that lead to ozone loss, says Brian Toon, a professor of atmospheric and oceanic sciences at the University of Colorado at Boulder and an expert on stratospheric ozone loss. Previous studies have used computer models or theories to explain the connection between nitric acid in these clouds and ozone depletion.

“It is an excellent example of the relatively rare paper that is clever and insightful,” says Toon, who was not involved in this most recent study. “[It] goes beyond complex computer calculations to demonstrate from observations an important process occurring in the atmosphere.”