Unvollständiger Klimabericht: Und täglich grüßt die Hamburger Forsythie

Vor kurzem erschien der 2. Hamburger Klimabericht. Das Buch mit 311 Seiten ist als kostenloses Download-pdf beim Springer-Verlag verfügbar. Wir haben uns das von Hans von Storch, Insa Meinke und Martin Claußen herausgegebene Buch heruntergeladen und wollen ein wenig darin stöbern. Die Liste der Beteiligten umfasst 7 Seiten. Fast schon ein kleiner Hamburger IPCC-Bericht.

Es geht im Buch um eine Vielfalt von Themen. Neben den klassischen meteorologischen Kapiteln gibt es auch einen Teil zur kontroversen Klimadiskussion sowie zum städtischen Wärmeinseleffekt. Wir suchen nach einigen Stichwörtern. Der Begriff “Mittelalter” kommt aus unerfindlichen Gründen im Buch nur einmal vor, nämlich im Zusammenhang mit der “Migration”. Hat man das Klima der vorindustriellen Phase etwa ausgespart? Hat sich wirklich niemand des gefühlt 200-köpfigen Autorenkolletivs mit diesem Thema beschäftigt? Wir versuchen es erneut mit dem Begriff “Kleine Eiszeit”. Ergebnis: Kein Treffer. Wir versuchen es noch einmal über das Inhaltsverzeichnis. Kapitel römisch eins hört sich vielversprechend an. Aber welch bittere Enttäuschung. Die Betrachtung beginnt erst um 1880, am Ende der Kleinen Eiszeit. Das Buch bringt keinerlei klimahistorischen Kontext, der jedoch zwingend erforderlich wäre, um die Klimaentwicklung der letzten Jahrzehnte zu verstehen. Bei den Ozeanzyklen sieht es übrigens etwas besser aus. Die Nordatlantische Oszillation wird im Kapitel 2.3.1. besprochen.

Hamburg, Hamburg? Da war doch noch was. Genau, der berühmte Forsythienstrauch. Siehe “Forsythien und der Klimawandel: Frühlingsbeginn in Hamburg während der letzten 30 Jahre immer mehr verspätet“. Was steht eigentlich im neuen Hamburger Klimabericht über die Forsythien? Auf Seite 124 werden wir fündig:

Auch für die [Metropolregion Hamburg] sind entsprechende phänologische Änderungen dokumentiert. So hat sich der Blühbeginn der Forsythie (Forsythia intermedia) seit 1945 um etwa 4 Wochen verfrüht.

Wenn man sich dann die Abbildung 6.5 anschaut, wird die bewusste Irreführung des Lesers sofort klar. Wie bereits in unserem Blogartikel thematisiert, wird der der Trend der letzten 30 Jahre doch glatt ignoriert. In Wahrheit hat sich die Blüte in den letzten drei Jahrzehnten immer weiter verspätet (Abb. 1). Die letzte Jahreswerte befnden sich ziemlich nah am Mittelwert der Zeitreihe, die 1945 begann. Ein dickes Ding, das im Review des Buches doch hätte auffallen müssen. Oder gab es vielleicht gar kein Review? Was wollen die Autoren des Kapitels, Udo Schickhoff und Annette Eschenbach, mit ihrer unvollständigen Darstellung bezwecken? Hier die aktuelle Version der DWD-Abbildung:

Abbildung 1: Forsythien-Blühbeginn in Hamburg. Abbildungsquelle: DWD.

 

Und damit schließen wir auch schon die Besprechung dieses Buches. Der Elefant im Raum wurde wieder einmal bewusst ausgespart, vermutlich um nicht in Erklärungsnot zu geraten. Dabei hätte es doch die eine oder andere Studie aus Norddeutschland und Dänemark gegeben, die hier hätte verwendet werden können.

 

 

 

Dumm durch Klimawandel: Hirn der Bartagamen-Echsen schrumpft

Das Fachblatt Nature brachte am 25. Oktober 2017 einen lesenwerten Bericht zu den Karriereaussichten junger Forscher. Der allergößte Teil der Jungakademiker habe keine Chance, eine der heißbegehrten Dauerstellen an den Universitäten und Forschungsinstituten zu erlangen. Viele der Doktoranden beschäftigen sich mit diesem heiklen Thema zu wenig, wie Nature zu bedenken gibt:

As Nature has said before, it is good for PhD students and postdocs to pursue careers outside academia. Many will find similar challenges and rewards in industry. And it is surely of benefit to science and society at large that a sizeable number of well-educated and well-trained scientists spread to other sectors, and take with them healthy scepticism and respect for evidence. It is certainly better for young scientists to take a realistic view early in their career path, when they still have time to adjust their ambitions. So why do people in science still see this reality as a dirty secret?

Ganzen Artikel in Nature lesen.

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Am 29. November 2017 war wieder mal ein Klima-Alarm-Propaganda-Schwerpunkttag in den Radio- und TV-Sendern der SRF. OMG! Es war einmal mehr erschütternd, auf welch primitiven Niveau da argumentiert und so Angst geschürt wird. Zum Beispiel ist dieser Videoclip, der die Klima-Skeptiker widerlegen soll, leider tatsächlich repräsentativ für dieses intellektuell unterirdische SRF-Alarmismus-Theater. Und welche Argumente wurden hierbei als “Skeptiker-Hammer” angeführt?

1) Real schrumpfende Gebirgsgletscher:
Bingo, bestreitet ja auch niemand, dass es seit dem Ende der kleinen Eiszeit ab 1850 wieder wärmer wird. Aber warum war dann nicht auch zu hören, dass die heute schmelzenden Gletscher, Baumstümpfe aus noch wärmeren Epochen des Holozän freigeben und Gletscher damals folglich viel höher lagen und kleiner waren als heute?

2) Der Klimawandel wurde nicht von den Chinesen erfunden:
OMG! – Echt jetzt – ist das wirklich ernst gemeint?

3) Es gibt keine Klimawandelpause:
Im Diagramm ist dann aber nur der Höhepunkt des letzten El Nino von 2016 dargestellt. Der Rückgang der Temperatur seit dem und der Begriff El Nino fehlt in der Erläuterung total - Nachtigall ich hör Dir trapsen…

4) Den Eisbären geht es gut, aber eigentlich geht es ihnen doch schlecht, wegen der (angeblich) schmelzenden Arktis:
Die gezeigte Graphik zeigt aber interessanterweise nur wenige Gebiete, in denen die Zahl wieder abnehmen soll, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sich die Populationen gerade in den letzten Jahren mit geringerer Eisbedeckung normal bis gut entwickelt haben.

5) Skeptische Wissenschaftler sind nur zu 12% Umwelt-Forscher (offenbar dürfen sich gemäss SRF nur solche zum Thema Klima äussern) und nur zu 0,1 % Klimaforscher, letztere aber zu mehr als 90 % überzeugte Klima-Alarmisten:
Da fehlen eigentlich nur noch die berühmten 97% von Cook et al. Aber vermutlich hat sich selbst beim SRF herumgesprochen, dass diese magischen 97 Prozent eine sinnfreie Bogus-Zahl darstellen…

Es ist bezeichnend für den manipulativen Charakter dieser Agitation, dass hier die wichtigsten Argumente von seriösen Klima-Skeptikern überhaupt nicht erwähnt werden, als da wären eine langfristig stark schwankende Sonnenaktivität in Kombination mit Verstärkungsmechanismen à la Svensmark u.a., zyklisch wechselnde Ozeanströmungen im Dekaden-Massstab, die offensichtlich übertriebene CO2 Klimasensitivität in den IPCC-Modellen, der widerlegte positive Wasserdampf-Feedback, und - last but not least – die Unfähigkeit der CO2-Alarmisten, die starke natürliche Variabilität der holozänen Klimageschichte im Rückblick erfolgreich zu modellieren.

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Knüllergeschichte am 22. November 2017 auf phys.org: Dumm durch Klimawandel: Den Bartagamen-Echsen schrumpft das Hirn.

Climate change may be making bearded dragons less intelligent
A team of researchers affiliated with the University of Lincoln in the U.K. has found evidence suggesting that as the planet heats up due to global warming, the bearded dragon may become less intelligent. In their paper published in the journal Royal Society Open Science, the group describes exposing incubating bearded dragons to warmer than normal air temperatures and then testing their intelligence.

Weiterlesen auf phys.org

 

 

 

Die Statistik und der Meeresspiegelanstieg bei Kiribati

Immer wieder findet man statistische Kapriolen. Auf seinem Blog setzt sich Stefan Rahmstorf fortgesetzt mit dem Meeresspiegelanstieg auseinander. Er zitiert auch unsere Aussage vom Juli 2015 und setzt dagegen:

„Der lineare Trend (rot) beträgt 5,7 mm/Jahr, insgesamt 14 Zentimeter. Der mittlere Meeresspiegel ist dagegen nur um 8 Zentimeter angestiegen – Beispiel dafür, dass an manchen Orten durch nichtlineare Effekte die für Überflutungen verantwortlichen Spitzen des Meeresspiegels stärker ansteigen können als der Mittelwert.“ ( Bildunterschrift Abb. 1).

Ist eine solche Aussage wissenschaftlich haltbar wenn man die Variabilität der Meeresspiegelhöhe in dieser Region mit berücksichtigt? Wir begeben uns auf Entdeckungsreise. Die von Rahmstorf verlinkten Daten sind auch unsere Grundlage. Was ist damit wirklich begründet auszusagen? Es gibt einige Datenlücken zu Beginn der Erfassung sodass wir uns auf den Zeitraum ab Januar 1995 beschränken. Wir haben die Abbildung 3 des Blogartikels nachvollzogen:

 

Abb.1: Die Maximalwerte des Meeresspiegels bei Kiribati ( blau), der lineare Trend (rot) und ein nichtlinearer Trend (Loess) gemittelt über 5 Jahre (fett blau).

 

Was an den monatlichen Daten auffällt: die Meeresspiegelhöhe bei der Insel Kiribati schwankt sehr stark. Die geglättet Linie kann das gut ausgleichen und was sehen wir? Der momentane (2017) Meeresspiegel ist genauso hoch wie zu Beginn der Messungen. Das muss nicht viel besagen, denn die Streuung ist sehr groß. Wir versuchen es mit jährlichen Daten:

Abb.2: Die aus den Monatsdaten  jährlich gemittelte Meeresspiegelhöhe bei Kiribati (blau), der lineare Trend (rot) und der obere und untere 95%-Konfidenzbereich des Trends (grau).

 

In dieser Abbildung fällt der ausgesprochen tiefe Meeresspiegel im Jahre 1998 besonders auf. Beim Nachrechnen ergibt sich, dass er mehr als 2 Standardabweichungen vom Mittelwert nach unten ausbricht. Es ist ein klassischer Ausreißer, der aus einer seriösen Statistik ausgeschlossen gehört. Dieser Dip in 1998 beeinflusst jedoch den Trend, er macht ihn steiler. Tatsächlich ergeben sich für den Zeitraum ab 2000 nur noch Trendanstiege von knapp 4 mm/Jahr anstatt der von Rahmstorf ermittelten 5,7mm/Jahr. Ein statistischer Ausreißer vor 20 Jahren ist also der wahre Grund für die „nichtlinearen Effekte, die an manchen Orten den Meeresspiegel stärker ansteigen lassen“.

Und noch etwas wird aus Abb. 2 ersichtlich: Die großen jährlichen Schwankungen machen jede lineare Trendberechnung sehr unsicher. Man kann mit 95%iger Sicherheit nur sagen: Der Trend 1990…2017  bewegt sich zwischen 1,4mm/Jahr und 8,9 mm/Jahr.  Für die Jahre ab 1999 (den Ausreißer 1998 also ausgeklammert) kommt es noch schlimmer für die Untergangsprognosen: Dann nämlich sind die Daten so stark streuend, dass man noch nicht einmal mit 95%iger Sicherheit einen fallenden Trend ausschließen kann. Die natürlichen Einflüsse in dieser Region der Welt tragen sehr viel Variabilität in die Messwerte ein.

Und noch etwas wird aus den Daten offenbar: Der Tidenhub bei Kiribati beträgt im Mittel 2,25 m, die Wellenhöhe (ohne Sturm!) etwa 3 m.  Es erscheint sehr stark übertrieben, dass bei der realen ca. 8 cm Meeresspiegelerhöhung die Bewohner  „verzweifelt um eine Zukunft für ihre Inseln kämpfen“. Es ist das bekannte Spiel: Die Daten werden ungenügend gewürdigt und mit der moralischen Keule wird auf die eingeknüppelt, die die Schlussfolgerungen aus diesem Spiel bezweifeln.

 

Jörg Kachelmann bemängelt inflationäre Verwendung des Begriffs ‘Extremwetter’ in den Medien

Gute Nachrichten aus Australien: Die Uni Sydney meldete am 1. November 2017, dass der Klimawandel die Säugetiere des Outbacks wohl kaum beeinträchtigen wird. Wildkatzen und Füchse stellen eine viel größere Gefahr dar, erklären die Forscher.

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Die Elektroautos sind offenbar ökologisch schlechter als ihr Ruf, wie die Financial Times am 8. November 2017 zu bedenken gab:

Electric cars’ green image blackens beneath the bonnet
Research into the lifecycle of electric vehicles is a wake-up call for an industry geared up to promote ‘zero emission cars’

Weiterlesen in der FT

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Da war er wieder, der ungeliebte Hiatus: NOAA-Daten zeigen, dass sich die USA in den letzten 12 Jahren nicht weiter erwärmt hat. Siehe Beitrag und Abbildung auf WUWT.

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Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen gab am 10. November 2017 bekannt, dass der Energieverbrauch in Deutschland 2017 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um etwas mehr als 1 Prozent ansteigen wird. Als Grund für den Verbrauchsanstieg nennt die Arbeitsgemeinschaft die positive Konjunkturentwicklung sowie die etwas kühlere Witterung zu Beginn des Jahres. Ein pdf der Pressemitteilung gibt es hier. Angesichts der ständigen Warnung vor einer Überhitzung Deutschlands ist der gestiegene Bedarf an Winterheizenergie schon bemerkenswert.

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Interessantes Interview von Spektrum der Wissenschaft mit Jörg Kachelmann am 9. November 2017:

Extremwetter: Tote retten kein Weltklima
Gibt es Extremwetter - und wird es wegen des Klimawandels häufiger? “Spektrum.de” sprach mit Jörg Kachelmann über Vorhersagen, die Wissenschaft und die Medien. Der Schweizer Journalist und Sachbuchautor wurde einem großen Publikum als Wettermoderator im Fernsehen bekannt. Er betreibt heute unter anderem die Plattform KachelmannwetterDE mit Wettervorhersagen und Unwettervorhersagen für Deutschland.

Spektrum.de: Herr Kachelmann, nach dem Hurrikan “Ophelia” über Irland und dem Sturmtief “Xavier” in Norddeutschland sind die Medien wieder voll von Extremwetterberichten. Was verstehen Meteorologen aber unter einem “Extremwetter”? Ist dieses überhaupt definiert?

Jörg Kachelmann: Der Begriff ist wissenschaftlich eigentlich nicht klar abgegrenzt. Heute wird das alles inflationär verwendet – die Hoffnung auf billige Klicks macht die Meteorologie mittlerweile zum Fokus der meisten Lügengeschichten in den Medien. Es ist zum Mäusemelken, denn jeder Schwachsinn findet statt, weil er “gut läuft”. Nur schon gefühltes Extremwetter liefert gute Schlagzeilen, weshalb jedes einfache Tief hochgekocht wird und in manchen Redaktionen Schnappatmung auslöst.

Weiterlesen auf Spektrum der Wissenschaft

 

 

 

TU München: Städtischer Wärmeinseleffekt lässt Stadtbäume um ein Viertel schneller wachsen als Landbäume

Pressemitteilung der Technischen Universität München vom 13. November 2017:

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Weltweit wachsen Stadtbäume schneller

Internationale Studie zur Wirkung des Klimawandels auf das Baumwachstum

Bäume in Metropolen wachsen weltweit seit den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts schneller als Bäume in ländlicher Umgebung. Dies belegt erstmals eine Studie zum Einfluss des städtischen Wärmeinseleffektes auf das Baumwachstum, die unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) durchgeführt wurde. Die Analyse des internationalen Forscherteams zeigt zugleich, dass das Wachstum der Stadtbäume schon seit Längerem sich verändernden Klimabedingungen ausgesetzt ist, was sich für Bäume im ländlichen Umfeld gerade erst einstellt.

„Während die Auswirkungen des Klimawandels auf das Baumwachstum in Wäldern umfassend untersucht wurden, gibt es für Stadtbäume bislang kaum Informationen“, sagt Professor Hans Pretzsch vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der TUM. Die vom Bayerischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie von der Audi Stiftung für Umwelt unterstützte Studie, die im Fachmagazin „Nature Scientific Reports“ veröffentlicht wurde, hat zum ersten Mal das Wachstum von Stadtbäumen weltweit systematisch auf Trends untersucht, die von veränderten Umweltbedingungen herrühren.

Eine zentrale Motivation für das Team um Professor Pretzsch sei der Trend zur globalen Urbanisierung: So soll laut Berechnungen der Vereinten Nationen die städtische Bevölkerung bis 2030 um mehr als 60 Prozent zunehmen – mit weiterhin steigender Tendenz. Nachdem Stadtbäume das Klima in Städten verbessern, zu Wohlbefinden und Gesundheit der Stadtbewohner beitragen, zeigen diese Prognosen, dass ihre künftige Bedeutung für urbane Lebensqualität noch steigen wird.

Für die Studie sind Proben von Baumkernen aus den Metropolen Berlin, Brisbane, Hanoi, Houston, Kapstadt, München, Paris, Prince George, Sapporo und Santiago de Chile genommen und analysiert worden. Die Städte wurden so ausgewählt, dass unterschiedliche Klimazonen abgedeckt wurden. Die Bandbreite reichte von borealem, über gemäßigtes, mediterranes bis hin zu subtropischem Klima. Insgesamt nahm das Forscherteam der TUM knapp 1400 meist ausgewachsene Bäume in ihren Fokus. In jeder Stadt wurde eine typische und vorherrschende Baumart ausgewählt und sowohl im Stadtzentrum als auch in der ländlichen Umgebung untersucht.

Stadtbäume wachsen um ein Viertel schneller als Landbäume

„Wir können zeigen, dass Stadtbäume bei gleichem Alter im Durchschnitt größer sind als ländliche Bäume, denn die Stadtbäume wachsen schneller“, sagt Prof. Pretzsch. Bei näherer Betrachtung nehme der relative Größenunterschied von städtischen gegenüber ländlichen Bäumen mit zunehmendem Alter wieder ab, bleibe jedoch relevant. „Während der Unterschied im Alter von 50 Jahren noch etwa ein Viertel beträgt, sind es bei einem Baumalter von hundert Jahren immer noch knapp 20 Prozent.“

Die Ursache für die Wachstumsbeschleunigung der Stadtbäume sehen die Forscher im so genannten Wärmeinseleffekt. Dieser Effekt führt in Stadtzentren zu einer stärkeren Aufheizung und somit höheren Temperaturen. Verglichen mit der ländlichen Umgebung kann diese Temperatursteigerung zwischen drei und zehn Grad Celsius ausmachen. Höhere Temperaturen können in zweierlei Hinsicht das Wachstum von Bäumen steigern: Einerseits regen sie die photosynthetische Aktivität an. Andererseits verlängern sie die Vegetationsperiode, was die Zeitspanne im Jahr vergrößert, in der Bäume wachsen können.

Die zunächst positiv erscheinende Wachstumssteigerung geht aber auch mit einem schnelleren biologischen Altern der Bäume einher. Das raschere Durchlaufen des Lebenszyklus kann dazu führen, dass Stadtverwaltungen unter Umständen künftig früher für Ersatz überalterter, früher absterbender Bäume sorgen müssen, urteilt Pretzsch.

Der Klimawandel beschleunigt das Wachstum allgemein

Ungeachtet des Vorsprungs der Stadtbäume kann das Team um Prof. Pretzsch mit der Studie ebenso zeigen, dass sowohl städtische als auch ländliche Bäume durch den Klimawandel seit den 1960er Jahren schneller wachsen. Diese Beobachtung spiegelt ein Muster wider, das bereits international in vergleichbaren Studien für Waldbäume berichtet wurde.

„Die allgemeine Wachstumsbeschleunigung bei allen Bäumen um rund 20 Prozent, über die wir in der aktuellen Studie berichten, ist vergleichbar mit früheren Befunden über Wälder. Dieser Effekt wurde auch in der landwirtschaftlichen Produktion beobachtet“, sagt Waldwachstumskundler Pretzsch. Offensichtlich gab und gibt es Änderungen der Umweltbedingungen, die ein beschleunigtes Baumwachstum über verschiedene Klimazonen hinweg fördern. „In diesem Zusammenhang werden neben der globalen Erwärmung auch Düngungseffekte durch die ansteigende atmosphärische CO2-Konzentration und vermehrte Stickstoffdepositionen als mögliche treibende Kräfte diskutiert.“

Trotz möglicher negativer Auswirkungen des globalen Klimawandels auf Bäume – wie Dürreereignisse, die das Wachstum einschränken oder sogar zum Absterben von Bäumen führen können – scheinen die beobachteten Bäume bisher profitiert zu haben. Dies geschah auf einheitliche Weise: Sowohl städtische als auch ländliche Bäume über alle untersuchten Klimazonen hinweg beschleunigten ihr Wachstum in den vergangenen Jahrzehnten erheblich.

Auch wenn Stadtbäume generell schneller wachsen als ländliche Bäume, haben letztere zumeist stärker vom Klimawandel profitiert. Dies könnte ein bald eintretendes Limit andeuten. „Wir vermuten das, weil Stadtbäume durch den Wärmeinseleffekt den Klimawandel quasi vorverlegt erleben“, sagt Prof. Pretzsch – „in einer derzeit laufenden Studie versuchen wir solche Mechanismen aufzudecken, um rechtzeitig problematische Nebeneffekte zu erkennen.“

Publikation:

Hans Pretzsch, Peter Biber, Enno Uhl, Jens Dahlhausen, Gerhard Schutze, Diana Perkins, Thomas Rötzer, Juan Caldentey, Takayoshi Koike, Tran van Con, Aurélia Chavanne, Ben du Toit, Keith Foster, Barry Lefer: Climate change accelerates growth of urban trees in metropolises worldwide, Nature Scientific Reports 11/2017. DOI: 10.1038/s41598-017-14831-w

 

 

Interessenskonflikt: Prinz Charles profitiert möglicherweise finanziell von eigenem Klimalobbyismus

Früher war es stets kalt und angenehm. Alle freuten sich, dass sie im Sommer Pullover anziehen mussten. Die Kleine Eiszeit war einfach klasse. Naja, das Klima zeigte aber schon immer Kapriolen. Das Jahr 1540 war ein solches. Mitteleuropa litt damals unter einem unerträglich heißen Sommer. Eine Forschergruppe um Rene Orth fand nun, dass es damals vielleicht sogar heißer als heute war. Abstract aus den Environmental Research Letters:

Did European temperatures in 1540 exceed present-day records?
There is strong evidence that the year 1540 was exceptionally dry and warm in Central Europe. Here we infer 1540 summer temperatures from the number of dry days (NDDs) in spring (March–May) and summer (June–August) in 1540 derived from historical documentary evidence published elsewhere, and compare our estimates with present-day temperatures. We translate the NDD values into temperature distributions using a linear relationship between modeled temperature and NDD from a 3000 year pre-industrial control simulation with the Community Earth System Model (CESM). Our results show medium confidence that summer mean temperatures (T JJA) and maximum temperatures (TXx) in Central Europe in 1540 were warmer than the respective present-day mean summer temperatures (assessed between 1966–2015). The model-based reconstruction suggests further that with a probability of 40%–70%, the highest daily temperatures in 1540 were even warmer than in 2003, while there is at most a 20% probability that the 1540 mean summer temperature was warmer than that of 2003 in Central Europe. As with other state-of-the-art analyses, the uncertainty of the reconstructed 1540 summer weather in this study is considerable, for instance as extrapolation is required because 1540-like events are not captured by the employed Earth system model (ESM), and neither by other ESMs. However, in addition to paleoclimatological approaches we introduce here an independent methodology to estimate 1540 temperatures, and contribute consequently to a reduced overall uncertainty in the analysis of this event. The characterization of such events and the related climate system functioning is particularly relevant in the context of global warming and the corresponding increase of extreme heat wave magnitude and occurrence frequency.

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In Eos konnte man im Juli 2017 eine erfreuliche Prognose für Sibirien lesen:

Climate Change Could Make Siberia an Attractive Place to Live
Although anticipated warmer temperatures promise to render the region more comfortable for people, the transformation might turn permafrost areas into inhospitable bogs. [...] Researchers from the V. N. Sukachev Institute of Forest of the Siberian Branch of the Russian Academy of Sciences have been examining the climatic and agricultural potential for Siberia to become a home to more people. Elena Parfenova and her colleagues outlined their projections in a poster they presented at a joint conference of the Japan Geoscience Union and the American Geophysical Union in Chiba, Japan, in May. The researchers reported that by the 2080s, Siberia will have a milder climate, less permafrost coverage, and possibly vastly increased crop production. That would make the region much more appealing for settlers, they added.

Ganzen Artikel in Eos lesen.

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In einem weiteren Eos-Artikel werden Forscher aufgefordert, sich stärker bei Wikipedia zu engagieren:

Three Reasons Why Earth Scientists Should Edit Wikipedia
Are you looking to communicate science more broadly? Start by editing articles on the Internet’s most popular general reference work.

Interessanterweise wird jedoch auch davor gewarnt, dass einige Wikipedia-Autoren das System für ihre eigenen Zwecke missbrauchen und in Interessenskonflikte geraten:

In addition to these benefits, I also want to mention a caveat. There is a danger that some academic Wikipedia editors will attempt to “game” the research metrics system, tending toward outsized self-promotion as opposed to sharing notable new science with the public. Wikipedia provides information about conflict of interest and self-promotion to inform editors and prevent these issues. Guidance on these topics is also given by Logan et al. [2010].

Gerade die Wikipedia-Seiten zum Klimawandel sind fest in Aktivistenhand. Eigentlich ein unhaltbarer Zustand, der aber offenbar von ganz oben gedeckt ist. Wer hat die Zeit und Lust, gegen diesen Misstand anzugehen? Siehe:

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Apropos Interessenkonflikt. Prinz Charles ist ein leidenschaftlicher Klimakämpfer. Nun kam jedoch heraus, dass er offenbar auch handfeste finanzielle Interessen mit seinem Aktivismus verfolgt haben könnte. Die BBC meldete am 7. November 2017 unter Hinweis auf die Paradise Papers, dass Prinz Charles öffentlich schärfere Klimawandelbestimmungen forderte, hiervon aber selber über Finanzbeteiligungen auf den Bermudas profitiert:

Paradise Papers: Prince Charles lobbied on climate policy after shares purchase
Prince Charles campaigned to alter climate-change agreements without disclosing his private estate had an offshore financial interest in what he was promoting, BBC Panorama has found.

Weiterlesen bei der BBC.

 

 

 

Wenn uns Geisteswissenschaftler den Klimawandel erklären wollen

Die NASA bietet auf ihrer Webseite eine “Zeitmaschine” mit animierten Darstellung zur Klimageschichte an. Thema sind das Meereis, der Meeresspiegel, CO2 und die Temperaturentwicklung.

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Doug Ferguson fiel bei einem kürzlichen Umzug ein altes National Geographic Heft von 1976 in die Hände. Er stieß dabei auf einen Artikel, in dem die großen Unsicherheiten der weiteren Klimaentwicklung thematisiert wurden. Damals war man sich nicht sicher, ob der Abkühlungstrend seit den 1940er Jahren weitergeht, oder es zu einer Wiedererwärmung kommt. Auf WUWT präsentiert Ferguson die Abbildungen von damals, die uns zu denken geben sollten, wenn wir das nächste Mal Prognosen für die kommende 100 oder gar 1000 Jahre aufgetischt bekommen.

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Der bekannte Baumring-Experte Keith Briffa von der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia verstarb Ende Oktober 2017. Briffa agierte als Leitautor des IPCC-Berichts 2007, eine Rolle die im Rahmen der Climategate-Email-Affäre kontrovers diskutiert wurde.

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Immer wieder beliebt: Der Faktencheck klimaspektischer Sichtweisen. Kurioserweise handelt es sich bei den jeweiligen Redakteuren meist um Geisteswissenschaftler, die locker aus der Hüfte die komplexen naturwissenschaftlichen Zusammenhänge ein für alle Mal klären. Die Leser haben sowieso kein Interesse an den Details, daher klappt das ganz gut. Selbst die IPCC-nahen Wissenschaftler verdrehen bei den windigen Diskussionen der “Faktenchecker” die Augen, lassen diese aber passieren, da es ja im Sinne der guten Sache passiert.

Am 4. November 2017 war es wieder soweit. Wolfgang Pichler brachte in der Kölner Rundschau seinen eigenen Faktencheck.

Argumente von Skeptikern des Klimawandels im Faktencheck

[...]

Behauptung: Klimawandel hat es schon immer gegeben. Das liegt einfach an natürlichen Faktoren.

Faktencheck: Dass es “natürlichen” Klimawandel auch früher gab, trifft zu. Aber beim derzeitigen Klimawandel zeigt schon das Tempo, dass er kein “natürlicher” ist. [...]

Pichler liegt daneben. Auch in der Vergangenheit gab es schnelle Klimaänderungen. Siehe Ergebnisse der Uni Erlangen Nürnberg (“Neue Studie der Universität Erlangen-Nürnberg entzaubert Klimawandel-Mythos: Erderwärmung schritt in der Vergangenheit genauso schnell voran wie heute“). Pichler schreibt weiter:

Behauptung: Die Meteorologen können nicht einmal das Wetter für die nächsten Wochen vorhersagen. Also sind Klimaprognosen für kommende Jahrzehnte unseriös.

Faktencheck: Hier werden Äpfel und Birnen verglichen. [...] Die modernen Rechenmodelle von heute sind noch viel genauer; sie beziehen auch die Ozeane ein. Das Vertrauen in die Modelle ist gestiegen, weil man sie am (experimentell messbaren) Auf und Ab des Klimas in vergangenen Erdepochen nachprüfen kann. Nur ein Unsicherheitsfaktor ist geblieben: die Simulation der Wolken in einer wärmeren Welt. [...]

Wieder falsch. Es häufen sich die Hinweise auf Probleme mit den Klimamodellen. Bislang konnten sie weder die grobe Temperaturentwicklung der letzten 10.000 Jahre, noch die Wärme vor 1000 Jahren, noch den Hiatus 2000-2014 reproduzieren. In Wahrheit steht den Modellen das Wasser bis zum Kragen. Eine Sammlung von Artikeln zum Thema gibt es hier.

Falls es sich bei Wolfgang Pichler um den namensgleichen Redakteur des Bonner General-Anzeigers handelt, passt seine Ausbildung gut zum Hintergrund der meisten anderen Klimafaktenchecker:

Wolfgang Pichler, geboren 1970, hat Geschichte und Philosophie studiert. Für den General-Anzeiger schreibt er seit 1998. Er betreut die Journal-Seiten für Literatur und Kultur.

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In der Epoch Times erschien am 4. November 2017 ein Artikel zum Geo-Engineering.

 

 

 

Ökologischer Fehlschlag: Palmölplantagen in Indonesien befeuern den Klimwandel

Eine der großen Ungereimtheiten in der IPCC-Sichtweise ist die Interpretation der Erwärmung der letzten 150 Jahre. In seinem letzten IPCC-Bericht erklärt der Weltklimarat kurzerhand die gesamte beobachtete Erwärmung sei anthropogen. Diese pauschale Attribution macht natürlich wenig Sinn, wenn im selben Bericht eine riesige Spanne der CO2-Klimasensitivität von 1,5-4,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung genannt wird. Im Maximum-Fall (4,5°C) sind die 100% anthropogen sicher zu rechtfertigen, aber im Minimumfall (1,5°C) muss man eine gehörige Portion an natürlichem Wärmeschub dazugeben, um auf die gemessene Erwärmung zu kommen. Insofern widerspricht sich der IPCC-Bericht also selber. Das passiert, wenn viele Köche am Werke sind und dann letztendlich den Brei verderben.

Die American Chemical Society (ACS) gab am 25. Oktober 2017 eine Pressemitteilung heraus, in der der Beginn des Anthropozäns diskutiert wird. Dabei werden schließlich die 1950er Jahre genannt. Wieder ein Hinweis darauf, dass man bei der Attribution der Erwärmung im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert viel vorsichtiger  sein muss als es aktuell geschieht.

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Die European Geosciences Union (EGU) bemängelte am 25. Oktober 2017 in einer Pressemitteilung die fehlende Nachhaltigkeit der Palmöl-Produktion in Südostasien, die den Klimawandel eher befeuert anstatt ihn zu dämpfen. Hier hat die grüne Bewegung eindeutig versagt, hat unter dem ökologischen Deckmäntelchen große Flächen tropischen Regenwaldes abholzen lassen, was nun nicht nur ein lokales ökologisches Problem darstellt, sondern auch das globale Klima schädigt. Hier die Meldung der EGU:

Deforestation linked to palm oil production is making Indonesia warmer

In the past decades, large areas of forest in Sumatra, Indonesia have been replaced by cash crops like oil palm and rubber plantations. New research, published in the European Geosciences Union journal Biogeosciences, shows that these changes in land use increase temperatures in the region. The added warming could affect plants and animals and make parts of the country more vulnerable to wildfires.

Palm oil is the most widely used vegetable oil in the world, appearing in the ingredients’ list of many consumer goods, from chocolate to soap. Indonesia, the world’s largest producer of palm oil, has seen large swathes of rainforest cleared away and replaced by oil palm plantations at rates that exceed those of Brazil. On the island of Sumatra, which has had the highest loss of native rainforest in all of Indonesia, the changes in land use have meant a substantial loss of animal and plant diversity. However, the impact of these changes on the region’s temperatures had not been studied until now.

An international team of researchers, led by Clifton Sabajo and Alexander Knohl from the University of Göttingen in Germany, have published a new study showing that the expansion of oil palm and other cash crops in Sumatra has made the region warmer. “Land use change from forest to cash crops such as oil palm and rubber plantations does not only impact biodiversity and stored carbon, but also has a surface warming effect, adding to climate change,” says Knohl, a professor in bioclimatology.

The team studied differences in surface temperature for various types of land cover, such as forests, clear-cut land, and cash crops, in the Jambi province of Sumatra. They used satellite data collected between 2000 and 2015 by the NASA Landsat missions and the MODIS instrument, as well as data collected on the ground.

They found that clear-cut land, which is mainly used for agriculture, was up to 10 °C warmer than forests. “Clear-cut land is the phase between forest and other land cover types, such as small-holders [small-scale family farms] or commercial plantations,” says Sabajo, a PhD student and the lead author of the Biogeosciences study. “From field observations, we know that the landscape is so dynamic that there are continuous land use changes all the time, so clear-cut land is always present.”

Mature palm oil plantations were about 0.8 °C warmer than forests, while young palm oil plantations were 6 °C warmer. “Young palm oil plantations have fewer and smaller leaves and an open canopy, thus they transpire less water. Also, the soil receives more solar radiation and dries out faster,” explains Sabajo. Mature palm oil plantations, which are older than 5 years, have a closed canopy and larger and more abundant leaves, which results in a cooler ground compared to a young plantation.

Sabajo says surface temperatures in forests are lower than in palm oil plantations and clear-cut land mainly because of “evaporative cooling”, which is similar to the process that cools us down when we sweat. There’s more evaporation and transpiration of water from plants and the soil into the atmosphere in a forest than in clear-cut land or a young oil-palm plantation, meaning the ground is cooler for that type of land cover.

Overall, the average mid-morning surface temperature in the Jambi province increased by 1.05 °C between 2000 and 2015. Some of this warming is a result of climate change, but some is a direct consequence of the changes in land use. “We compared the average land-surface temperature increase in the province with a site that was covered by forest over the entire period and that can be considered as a control, unaffected by direct land-use change. The land-surface temperature of the forest sites (at 10:30am) only increased by 0.45 °C, suggesting that at least 0.6 °C of the 1.05 °C increase is due to land-use change,” says Knohl.

“The strong warming effect we show for the Jambi province may serve as an indication of future changes in land-surface temperature for other regions of Indonesia that will undergo land transformations towards oil palm plantations,” the scientists write in the study. The Indonesian government plans to substantially expand the country’s production of oil palm, as the demand for this product increases around the world.

What this additional increase in temperature means for the region is yet unclear, but Knohl notes that “land surface temperature is an important part of the microclimate, which shapes habitat conditions for plants and animals.” In the study, they write that the observed warming may affect ecosystems, reduce how much water is available in the region over the dry season, as well as make the area more vulnerable to wildfires.

“We think that current land-use developments in Indonesia need to carefully evaluate all aspects of environmental and socio-economic consequences. Land-surface temperature and microclimate should be considered,” says Knohl.

The research is part of a large German-funded project, the Collaborative Research Centre 990: Ecological and Socioeconomic Functions of Tropical Lowland Rainforest Transformation Systems (Sumatra, Indonesia).

Publication in journal ‘Biogeosciences‘: (https://www.biogeosciences.net/14/4619/2017)

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtete über die Studie:

Forscher: Abholzung trägt zum Klimawandel bei
Wenn Wald abgeholzt und durch Ölpalmen-Plantagen ersetzt wird, führt dies zu einer messbaren Erwärmung und trägt so zum Klimawandel bei. Das berichtet die Universität Göttingen nach Untersuchungen in Indonesien.

Weiterlesen in der HAZ.

 

 

 

Fledermauskot als Schlüssel zum Klima der Vorzeit

Im Jahr 2009 dachte man, dass der Klimawandel den Walrössern arg zusetzt. Im Oktober 2017 kam dann die Kehrtwende. Der U.S. Fish and Wildlife Service erklärte jetzt, dass in absehbarer Zukunft keine Bedrohung der pazifischen Walrosspopulation zu befürchten ist.

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Eine der Eigenarten der Klimawissenschaften ist die Prognose für Zeiten in der fernen Zukunft, wobei diese heute schlecht überprüfbar sind. Was oft vergessen wird, ist dass es durchaus Prognosen von vor 10 oder 20 Jahren gibt, die evaluierbar sind. Javier hat eine Übersicht solcher Prognosen auf WUWT präsentiert, wobei eine Vielzahl der Vorhersagen glatt das Ziel verfehlt haben.

Aber selbst bei der realen gegenüber simulierten Temperaturentwicklung der letzten Jahre gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Im Internet kursieren zwei ganz unterschiedliche Graphiken. Bei der einen laufen die realen Temperaturen bereits unten aus dem prognostizierten Bereich heraus, bei der anderen Darstellung siehr alles bestens aus. Steve McIntyre hat sich die beiden Graphiken jetzt auf Climate Audit vorgenommen und auf ihren Wahrheitsgehalt getesten. Sein Fazit: Allein der kürzliche sehr starke El Nino hat die Modelle bisher vor schlimmerem bewahrt. Warten wir also auf die kommenden Jahre, wo es jetzt richtig spannend wird.

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Die University of Florida rekonstruiert jetzt das Klima anhand von Fledermauskot, wie sie in einer Pressemitteilung vom 26. Oktober 2017 mitteilte (via Science Daily):

Bat feces: A reliable source of climate change

People have long known that bat guano — the polite term for what the flying mammals leave on the floors of caves where they live worldwide — is a valuable source of fuel and fertilizer, but now newly published research from University of South Florida geoscientists show that the refuse is also a reliable record of climate change.

In a new paper published this week in the research journal Scientific Reports, USF geochemistry Professor Bogdan Onac and PhD student Daniel Cleary report that isotopes found in bat guano over the last 1,200 years can provide scientists with information on how the climate was and is changing.

The scientists examined bat guano from a cave in northwestern Romania to produce new insight into how the climate in east-central Europe has changed since the Medieval Warm Period, about 850 AD.

Nitrogen cycling within temperate forests is very sensitive to changes in the amount of winter precipitation received each year. When nitrogen isotopes change in response to variation in winter precipitation over the past 2,000 years, this signature is transferred from the soil to plant leaves to insect to bat and ultimately guano. “Luckily for scientists, the statement ‘you are what you eat’ also applies to bats,” Onac said.

Scientists frequently examine chemical records in natural substances to document how the climate has changed in the past, and to lend insight into how rapidly it is changing now. Scientists drill mud cores into the sediments under the oceans, ice cores in the Arctic and Antarctica, examine tree rings, or use the chemistry found in caves (stalagmites) as climatic proxies.

Bat guano is rich with nitrogen, and scientists know that nitrogen moves through the food change and through animals, where it is returned to the environment. When bats return to the same location within a cave, guano piles beneath their roost can reach sizable dimensions. The researchers found in M?gurici Cave in Romania is a large three-meter pile of bat guano that has been accumulating for more than a thousand years.

Isotopic analysis of the guano pile in the M?gurici Cave resulted in a near annual record of winter precipitation for the region. The location of this cave in the foreland of the East Carpathian Mountains means winter precipitation is modulated by the North Atlantic Oscillation (NAO), with wetter conditions influencing the availability of nitrogen within the surrounding forest system. Using historical records of precipitation, a relationship between winter precipitation and NAO phases was established. Through this work, past phases of the NAO could then be reconstructed back to 1600 AD, Cleary said.

Paper: Daniel M. Cleary, Jonathan G. Wynn, Monica Ionita, Ferenc L. Forray, Bogdan P. Onac. Evidence of long-term NAO influence on East-Central Europe winter precipitation from a guano-derived δ15N record. Scientific Reports, 2017; 7 (1) DOI: 10.1038/s41598-017-14488-5

 

 

 

Kürzlicher Ausbruch des Zika-Virus durch Erdbeben in Ekuador und El Nino ausgelöst

Artikel in der FAZ am 23. September 2017:

Energiewende: Klimavisionen im Realitätscheck
Klimaschutz befürwortet theoretisch jeder. Aber wenn es konkret wird, ist das Geschrei groß. Deshalb wird sich die neue Bundesregierung bemühen, die Energiewende so effizient und günstig wie möglich zu gestalten.[...] Die beispielgebende Rolle Deutschlands zielt nicht allein und vor allem auf die Einsparung von Kohlendioxid ab – denn mit dem Verzicht auf rund 2 Prozent aller Emissionen auf der Welt wird der Anstieg der Erdtemperatur nicht gestoppt. Auf die Nachahmer kommt es an. So erfahren die ewigen Ziele des „energiepolitischen Dreiecks“ von Preiswürdigkeit und Sicherheit der Versorgung (neben dem Umweltschutz) eine doppelte Begründung: von innen, weil es die Lebensgrundlagen der Bürger und der Wirtschaft betrifft, von außen, weil kein anderes Land dem Beispiel einer durch die Energiewende ruinierten Wirtschaft folgen würde.

Ganzen Artikel in der FAZ lesen.

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Nochmal die FAZ, am 10. Oktober 2017:

Heftige Kritik an der deutschen Klimapolitik
Dena, die bundeseigene Energieagentur, hält die deutsche Klima- und Energiepolitik für engstirnig und unrealistisch. Besonders deutlich werden die Fachleute, was den Verkehr angeht.

Weiterlesen in der FAZ

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Der kürzliche Ausbruch des Zika-Virus wurde durch eine Kombination eines Erdbeben in Ekuador und dem starken El Nino 2014-16 ausgelöst, wie die American Geophysical Union (AGU) am 12. Oktober 2017 in einer Pressemitteilung bekannt gab:

Combination of El Niño and 2016 Ecuador earthquake likely worsened Zika outbreak

A Zika virus outbreak in coastal Ecuador in 2016 was likely worsened by a strong El Niño and a magnitude 7.8 earthquake that struck the region in April, according to a new study.

A new research commentary suggests the earthquake left more people exposed to disease-carrying mosquitoes, and climate variability associated with the 2014-2016 El Niño event created more favorable mosquito breeding grounds. Warmer temperatures and increased rainfall, combined with destruction of the region’s infrastructure and a population influx into large cities, likely caused the number of Zika cases to increase 12-fold in just three months, according to the study’s authors. The research was accepted for publication in GeoHealth, a journal of the American Geophysical Union.

Zika was first observed in Africa in the 1950s and recently spread to South America and Southeast Asia. The disease is transmitted by mosquitoes and usually causes a mild illness with symptoms such as headaches, rash and eye infections. Zika virus infection in pregnant mothers can result in a variety of birth defects. As of September 2017, approximately 6,811 suspected and confirmed cases of Zika have occurred in Ecuador, according to a World Health Organization report.

El Niño is the warm phase of a regular climate pattern that occurs in the Pacific Ocean. It brings warmer air temperatures and higher rainfall levels to the west coast of South America. Previous research established a link between the 2014-2016 El Niño and the spread of Zika in South America, but the new study goes further and examines the interaction between these two events and the 2016 earthquake.

The new commentary suggests changes in the climate can amplify the worst effects of natural disasters and disease outbreaks in socially vulnerable regions. Areas that are already stressed by short-term climate changes like El Niño can be sent over the edge due to a catastrophe and may struggle to recuperate afterwards, said Cecilia Sorensen, a Living Closer Foundation fellow in climate and health policy at the University of Colorado School of Medicine in Aurora, Colorado and lead author of the new study.

The authors studied the effects of short-term changes in Ecuador’s climate, not long-term global warming patterns. But extreme El Niño events such as the one observed in 2016 are projected to increase in frequency due to human-caused climate change. Sorensen’s team suspects that the combination of increased extreme events and long-term warming could lead to conditions that favor the spread of mosquito-borne diseases.

The findings are important because of their applicability to recent events, like recent earthquakes in Mexico and hurricanes in the Caribbean and the U.S., according to Ángel G. Muñoz, a research associate in atmospheric and ocean sciences at Princeton University in New Jersey. “The main message of the authors is related to the important question of how a combination of natural hazards can increase the vulnerability of the population, making people’s exposure higher and lowering their adaptive capacity during and after the occurrence of such hazards,” he said.

Examining the Zika outbreak

A magnitude 7.8 earthquake struck the province of Manabi in coastal Ecuador on April 16, 2016. The quake affected approximately 720,000 people, destroyed much of the region’s sanitation and healthcare infrastructure, and resulted in a massive influx of displaced residents into urban areas. Sorensen and the study co-authors worked with the non-governmental organization Walking Palms Global Initiative to operate a mobile health clinic after the earthquake. They saw many women and children coming in with symptoms typical of mosquito-borne illnesses like dengue fever and Zika. In July of 2016, UNICEF reported the number of Zika cases in Ecuador spiked from 92 cases before the earthquake to 1,106 cases just three months after the event. 80 percent of these new cases occurred in Manabi.

The research team set out to study how damage from the earthquake and short-term changes in weather associated with El Niño could have potentially exposed more people to mosquitoes and exacerbated the outbreak. “We saw so many people affected by the earthquake that were sleeping outside without any shelter from mosquitoes, so we were worrying that the region’s changing climate could facilitate the spread of diseases,” Sorensen said. “Natural disasters can create a niche for emerging diseases to come out and affect more people.”

Link to climate changes

Sorensen’s team reviewed the existing research on the link between short-term changes in climate and disease transmission. They then applied those findings to explain the role of the earthquake and El Niño in the Zika outbreak. The researchers suggest El Niño created ideal conditions for Zika-carrying mosquitos to breed and make more copies of the Zika virus. The warmer air temperatures and increased rainfall brought by El Niño have previously been associated with a higher likelihood of dengue outbreaks. Warmer temperatures can accelerate viral replication in mosquitoes and influence mosquitos’ development and breeding habits.

Additionally, the El Niño event brought warmer sea-surface temperatures, which have been shown to correlate with outbreaks of mosquito-transmitted diseases. Estimates from remote sensing data in coastal Ecuador show that sea-surface temperatures were higher than average from 2014-2016. The team also believes an increase in water scarcity after the earthquake indirectly benefitted mosquito development. The quake damaged municipal water systems, forcing people to store water in open containers outside their homes. These containers served as additional habitats for mosquito larvae to grow in.

The new findings could be used by governments to identify and protect vulnerable communities before natural disasters happen, Sorensen said. “One idea is to develop disease models that can use existing climate models to predict where these vectors will show up due to climate variability,” she said. “Applying these new models to areas that have pre-existing social vulnerabilities could identify susceptible regions, allowing us to direct healthcare resources there ahead of time.”

Paper: Sorensen et al. 2017. This research article is open access. A PDF copy of the article can be downloaded at the following link: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/2017GH000104/pdf.