Waren Anwohner von Windfarmen vielleicht schon krank, bevor die Anlagen errichtet wurden?

Windkraftanlagen reichen hoch in den Himmel, um die Energie des Windes anzuzapfen. Damit werden sie aber auch zu Magneten für Blitze, die nur allzuleicht ihren Weg in die Spitzen der Windspargel finden. Die Zeitungen berichten regelmäßig über solche Einschläge. Zum Beispiel kürzlich in der Nähe von Löcknitz oder bei Bad Lausick. Die Feuerwehr kann in der Regeln nichts machen, denn ihre Leitern reichen nicht bis zum Brandherd heran. Also sperren sie das entsprechende Windrad weiträumig ab, damit herabfallende Trümmer niemanden verletzen. Genau diese Trümmer können aber auch später für die Tierwelt zur Gefahr werden, wie Die Glocke am 7. Mai 2018 meldete:

Zerborstenes Windrad bedroht Tiere
Splitter eines zerborstenen Windrades im Kreis Paderborn stellen nach Ansicht eines Gutachters eine erhebliche Gefahr für Tiere dar. Wenn Wild- oder Weidetiere diese Kleinstteile aufnähmen, könne dies innere Verletzungen hervorrufen, heißt es in einem Gutachten.

Weiterlesen in der Glocke.

Das Landleben kann so schön sein. Plötzlich jedoch steht eine Gruppe rotierender Windkraftanlagen vor der Tür. Für die grünen Planer mag dies Fortschritt sein, für die betroffene Lokalbevölkerung ist dies jedoch meist ein Alptraum. Allein der Besitzer des Grundstüks, auf dem die Anlage steht, reibt sich die Hände. Zehntausende von Euros spülen die Anlagen nun in die Grundbesitzerkasse. Die Nachbarn schauen jedoch in die Röhre, müssen ab nun mit dem Flackerschatten der Rotoren, den Anlagen-Geräuschen sowie den Infraschall-Beeinträchtigungen klarkommen. In der ganzen Welt laufen die Menschen Sturm gegen die Mühlen. In Kanada hat man daher jetzt Studien unternommen, um mögliche gesundheitlche Folgen von Windfarmen zu erforschen. In einer ersten Studie hatten die Wissenschaftler bereits gefunden, dass Bewohner in der Nähe von Windkraftanlagen vermehrt unter Schlafstörungen, Bluthochdruck und Stress leiden. Allerdings konnte kein Bezug zur Entfernung zu den Anlagen ermitelt werden. Daher gab es nun eine Folgestudie, die nun belegt, was man intuitiv schon vermuten könnte: Je näher die Bewohner an den Windfarmen wohnen, desto höher sind die gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Nun wird es kurios: Die Windkraftlobby gibt zu bedenken, dass der Gesundheitszustand der Anwohner VOR dem Bau der Windkraftanlanlagen nicht ermittelt worden war. Daher wäre nicht auszuschließen, dass durch einen dummen Zufall die Anlagen genau dort gebaut wurden, wo die Anwohner bereits vorher kränker als anderswo gewesen sind. Da es keine vorher-nachher-Daten gäbe, sei die Studie nicht verwertbar. Insofern könne man auch nicht behaupten, dass Windkraftanlagen krank machen. Eine geniale Verteidigungslinie, die natürlich absolut irre ist – was alle Beteiligten genau wissen. Immerhin sichert sie den Forschern nun eine Folgestudie. Man muss kein Hellseher sein, um das Ergebnis der nächsten Untersuchung zu erraten: Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen begannen bei den meisten Bewohnern etwa zu der Zeit, als die Anlagen aufgestellt wurden. Sicher wird die Windkraftlobby wieder kreativ und ein neues Gegenargument vorbringen. Vermutlich etwas aus dem Bereich des Klimawandels. Zum Beispiel: Die Krankheiten setzten ein, als das CO2 die 405 ppm-Marke überschritten haben, was nur rein zufällig mit der Eröffnung des Windparks zusammenfällt. Willkommen in Absurdistan. Hier die Pressemitteilung des American Institute of Physics vom 5. Juni 2017 (via Science Daily):

Does living near wind turbines negatively impact human health?

Wind turbines are a source of clean renewable energy, but some people who live nearby describe the shadow flicker, the audible sounds and the subaudible sound pressure levels as “annoying.” They claim this nuisance negatively impacts their quality of life. A team of researchers from the University of Toronto and Ramboll, an engineering company funding the work, set out to investigate how residential distance from the wind turbines — within a range of 600 meters (1,968.5 feet) to 10 kilometers (6.2 miles) — affects people’s health. They reanalyzed data collected for the “Community Noise and Health Study” from May to September 2013 by Statistics Canada, the national statistical office. The team reports their new analysis in the Journal of the Acoustical Society of America.

“The Community Noise and Health Study generated data useful for studying the relationship between wind turbine exposures and human health — including annoyance and sleep disturbances,” said Rebecca Barry, an author on the paper. “Their original results examined modeled wind turbine noise based on a variety of factors — source sound power, distance, topography and meteorology, among others.” The team’s new assessment confirmed Statistics Canada’s initial findings. “Respondents who live in areas with higher levels of modeled sound values (40 to 46 decibels) reported more annoyance than respondents in areas with lower levels of modeled sound values (<25 dB),” Barry said. Unsurprisingly, the survey’s respondents who live closer to the turbines “were more likely to report being annoyed than respondents who live further away.”

The earlier Statistics Canada study found no direct link between residents’ distance from wind turbines and sleep disturbances (as measured by sleep assessments and the Pittsburgh Sleep Quality Index), blood pressure, or stress (either self-reported or measured via hair cortisol). However, the more recent study showed that survey respondents closer to wind turbines reported lower ratings for their environmental quality of life. Barry and her co-authors note that their cross-sectional study cannot distinguish whether these respondents were dissatisfied before the wind turbines were installed. “Wind turbines might have been placed in locations where residents were already concerned about their environmental quality of life,” said Sandra Sulsky, a researcher from Ramboll. “Also, as is the case with all surveys, the respondents who chose to participate may have viewpoints or experiences that differ from those who chose not to participate. Survey respondents may have participated precisely to express their dissatisfaction, while those who did not participate might not have concerns about the turbines.”

The team’s more recent study didn’t explicitly find evidence that exposure to wind turbines actually impacts human health, but in the future, “measuring the population’s perceptions and concerns before and after turbine installation may help to clarify what effects — if any — exposure to wind turbines may have on quality of life,” Sulsky said.

Rebecca Barry, Sandra I. Sulsky and Nancy Kreiger. Using residential proximity to wind turbines as an alternative exposure method to investigate the association between wind turbines and human health. Journal of the Acoustical Society of America, 2018 DOI: 10.1121/1.5039840

 

Die Sonnenallergie der Klimaforscher

Auf Achgut erschien am 26. Juni 2018 ein ausgezeichneter Artikel von Ulli Kulke zum Klimafaktor Sonne:

Die Sonnenallergie der Klimaforscher

Auch wenn der Einfluss der Sonne auf die Klimaschwankungen in den letzten Jahrzehnten etwas in den Hintergrund gerückt ist: Es gibt sie, die Forscher, die die schwankende Wirkkraft unseres Zentralgestirns auf das Geschehen in der Erdatmosphäre untersuchen, damit auch auf den Klimawandel – und die dabei überraschende Ergebnisse erzielen. Henrik Svensmark, Leiter der Sonnenforschung an der Technischen Universität Dänemarks in Kopenhagen, ist einer von ihnen. Und er wagt sich weit vor in der Klimadebatte, dem Diskurs mit der womöglich bedeutendsten Tragweite unserer Zeit. Er erhält Widerspruch, natürlich. Dabei sind sich Svensmark und seine Fachkritiker einig: Das Thema „Sonne“ verdient in der Klimaforschung mehr Aufmerksamkeit. Dabei geht es den Beteiligten vor allem um das komplexe Zusammenspiel zwischen unserem Zentralgestirn und ionisierenden Sendboten aus den Tiefen der Galaxie – der „kosmischen Strahlung“.

Svensmark sagt: „Das Klima wird stärker durch Veränderungen der kosmischen Strahlung beeinflusst als durch das Kohlendioxid.“ CO2 habe zwar auch eine Wirkung, klar, „aber sie ist weit geringer, als die meisten heutigen Klimamodelle vorgeben, und auch geringer als der Einfluss der kosmischen Strahlung“. So werde, seiner Einschätzung nach, eine Verdoppelung des Treibhausgases in der Atmosphäre eine Erhöhung der globalen Temperatur um höchstens ein Grad bewirken, und nicht um zwei Grad, wie es heute als „Common sense“ hingestellt wird.

Mit anderen Worten: Die „Klimasensitivität“ von Kohlendioxid sei nur halb so groß wie angenommen. Und, was die Veränderungen im natürlichen CO2-Haushalt der Erdatmosphäre und diejenigen der Temperatur über Zeiträume von Millionen Jahren angeht: Da sei das Treibhausgas eher „ein Sklave der kosmischen Strahlung sowie der durch sie bewirkten Erderwärmung, und eben nicht ihr Herrscher“. Die Höhe des CO2-Anteils sei dabei im Großen und Ganzen der Erwärmung gefolgt, nicht umgekehrt.

Im vergangenen Dezember hat Svensmark erneut eine wissenschaftliche Studie in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ („Nature“-Gruppe) veröffentlicht, mit der er seine These untermauern will. In der Arbeit geht es – zunächst – weniger um die Sonne selbst, als darum, wie unser Klima- und Wettergeschehen durch jene kosmische Strahlung beeinflusst wird, ionisierende Partikel, die permanent auf die Erdatmosphäre einprasseln. Dabei handelt es sich um einen Teilchenstrom, der von explodierenden Supernovae stammt, durch die Galaxie fließt und schließlich, in der Erdatmosphäre angekommen, Einfluss auf die Wolkenbildung ausübt, sie verstärkt.

Weiterlesen auf Achgut.

 

Klimafakten: “In der Hektik der aktuellen Berichterstattung haben Journalisten oft wenig Zeit und Muße, sich mit komplizierten Zusammenhängen auseinanderzusetzen”

Die Webseite ‘Klimfakten’ ist eine lupenreine Aktivistenseite, die u.a. von der European Climate Foundation finanziert wird. Am 14. Mai 2018 warb Klimafakten darum, Stellen für Klimaalarmmultiplikatoren zu schaffen. Journalisten sollten Anlaufstellen haben, die ihnen Gesprächspartner vermitteln. Man kann davon ausgehen, dass hier dann nur stramme Klimagenossen genannt werden, die sich als klimaalarmistisch stabil erwiesen haben. Auf Klimfakten heißt es:

Servicestellen für Journalisten: “Die Lücke zwischen Klimaforschung und Öffentlichkeit schließen”
In den USA sind sie seit langem etabliert, und es gibt sie zunehmend auch in Deutschland: spezielle Vermittlungsstellen, die Journalisten bei der Suche nach kompetenten Ansprechpartnern in der Wissenschaft helfen. klimafakten.de stellt fünf von ihnen vor 

In der Hektik der aktuellen Berichterstattung haben Journalisten oft wenig Zeit und Muße, sich mit  komplizierten Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Der Verbindung zwischen tagesaktuellen Nachrichten und dem Klimawandel nachzugehen, erscheint vielen Medienvertretern daher zu komplex.

Sehr richtig. Journalisten verstehen vom Klimathema leider meist herzlich wenig. Viel zu oft kopieren sie einfach Pressemitteilungen, ohne sie richtig gelesen bzw. sogar verstanden zu haben. Mögliche Probleme darin können sie daher gar nicht erkennen. In der Folge werden Expertenmakler genannt. Die haben vermutlich wenig zu tun, denn meist kommen sowieso nur Latif und Rahmstorf zu Wort. Wie kommt es zu dieser Oligarchie? Wieviele Experten stehen wirklich in den Karteien der Makler? Weshalb kommen keine Anfragen an die Kalte-Sonne-Redaktion, die im Zuge der Ausgewogenheit doch auch gefragt werden müsste?

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Bill Nye will Kuhpupse besteuern – dem Klima zuliebe.

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Erinnern Sie sich noch an Climategate? Bei Alfred Brandenberger im Vademecum können Sie alles nachlesen.

 

Der Ozean gibt, der Ozean nimmt: Ozeanzyklen in Klimamodellen entdeckt

Günter Köck mit Klimaalarm im Standard am 15. Mai 2018:

Wie der Klimawandel den größten Arktissee der Erde gefährdet
Bereits der Temperaturanstieg von nur einem Grad verursacht im Lake Hazen in Kanada eine dramatische ökologische Verschlechterung

[...] In einer aktuellen Publikation in “Nature” haben wir nachgewiesen, dass ein Anstieg der mittleren Sommertemperatur um etwa einen Grad Celsius seit dem Jahr 2007 im gesamten Ökosystem dieses riesigen Sees zu großen Veränderungen geführt hat, die seit mindestens 300 Jahren beispiellos sind. Unsere Studie zeigt, dass es auch in den nördlichsten Gebieten der Erde nicht mehr kalt genug ist, damit die Gletscher wachsen oder die Oberfläche der Seen das ganze Jahr über gefroren ist. Durch das rasche Abschmelzen der umliegenden Gletscher hat sich zugleich der Zufluss von Schmelzwasser verzehnfacht.

Klimaerwärmung in Kanada, das ist keine große Neuigkeit. Der Vergleich mit der Kleinen Eiszeit ist ebenfalls wenig spektakulär. Dabei handelt es sich um eine der kältesten Phasen der letzten 10.000 Jahre. Den Begriff “medieval” sucht man im dazugehörigen Nature-Paper übrigens vergebens. Damals war es ähnlich warm wie heute. Das hatte “aus Platzgründen” offenbar nichtmehr in den Zeitungsartikel gepasst. Hier gibts die Links zum mittelalterlichen Wärmeklima in Kanada.

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Bereits 2012 in unserem Buch “Die kalte Sonne” zu lesen, heute salonfähig: Die modulierende Wirkungsweise der Ozeanzyklen auf die langfristige Temperaturentwicklung. Sybren Drijfhout von der University of Southampton hat die Zyklen jetzt in den Modellen ausfindig gemacht. Pressemitteilung vom 9. Mai 2018:

New study finds variations in global warming trend are caused by oceans

New research has shown that natural variations in global mean temperature are always forced by changes in heat release and heat uptake by the oceans, in particular the heat release associated with evaporation.

Analysing data from six climate models that simulated future climate change scenarios for the last International Panel for Climate Change (IPCC) Report, which appeared in 2014, University of Southampton Professor Sybren Drijfhout has shown that in all cases variations in global mean temperature were correlated with variations in heat release by sensible and latent heat. Writing in the journal Nature Scientific Reports, Professor Drijfhout says these variations are associated with heat transfer due to temperature differences between the surface ocean and the overlying air, and heat transfer associated with evaporation. The heat fluxes are also called the turbulent heat fluxes.

“The relation holds in all models and is independent of the time-scale of the variation in temperature”, says Professor Drijfhout, Chair in Physical Oceanography and Climate Physics at Southampton. “When the atmosphere gets extra warm it receives more heat from the ocean, when it is extra cool it receives less heat from the ocean, making it clear that the ocean is the driving force behind these variations.” “The same relation can be observed in the observations, but because the data on surface heat fluxes is characterised by large uncertainties, reviewers urged me to drop the part associated with analysis of these data,” he adds.

Professor Drijfhout also explains he could only analyse six climate models because he needed to split natural temperature variations from the forced trend due to increased greenhouse gas concentrations. “You need the same model to repeat the same emission scenario a few times with slightly different initial conditions”, he argues. “In that case the natural variations will run out of phase, while the forced response is the same in each model run. This allows for a clear separation of the two.” 

The relation between global mean temperature variations and total heat uptake appears to be more complex due to changes in absorbed solar radiation which are out of phase with the turbulent fluxes and the temperature response. Before the ocean releases extra amounts of heat to the atmosphere, it is warmed by increased absorption of solar radiation. For a hiatus in global warming, or relatively cool period, the opposite occurs and more sunlight is reflected, cooling the ocean after which the atmosphere on its turn is cooled by less heat release from the ocean.

“The changes in solar radiation received at the Earth’s surface are clearly a trigger for these variations in global mean temperature,” says Professor Drijfhout, “but the mechanisms by which these changes occur are a bit more complex and depend on the time-scale of the changes. “When the temperature variations only last a few years,” he continues. “The changes in absorbed solar radiation occur in the tropics, preferably the Pacific, and are associated with moving patterns of more or less clouds that are characteristic with El Nino, or its counterpart, La Nina.”

If the variations take longer, ten years or so, sea-ice becomes the dominant trigger, with more sea-ice reflecting more solar radiation and less sea-ice allowing for more absorption. These variations always peak over areas where surface water sinks to great depth and deep and bottom waters are formed which are transported by the global overturning circulation, or more popularly dubbed, Great Conveyor Belt. “This is a bit strange,” Professor Drijfhout concludes, “because the temperature signal of these global variations peaks over the tropical Pacific, while the trigger peaks over the subpolar oceans. We do not yet understand how the linkage is established in the models, but it appears very robust. Also, if you replace global mean temperature with an average over the tropical belt, this linkage still exists.”

It should be noted that the models seem to underestimate triggers in the tropical Pacific on these long timescales. “Already with El Nino we know that the energy exchange between ocean and atmosphere is not correctly captured in the models,” he says. “But despite these model errors the linkages in the models should be qualitatively correct. Understanding how these links are established and analysing the observations more closely whether the same links can be found there is clearly the way the research of my group will follow in the coming years.”

The article The relation between natural variations in ocean heat uptake and global mean surface temperature anomalies in CMIP5 is published in Nature Scientific Reports.

 

Blockierte Wetterlagen könnten im Pazifik zukünftig seltener werden

Blockierte Wetterlagen bringen Hitzewellen und anderes Extremwetter. Forscher der Unversity of Chicago haben jetzt den Mechanismus in einem einfachen Modell näher beschrieben. Sie schlussfolgern unter anderem, dass die Klimaerwärmung keine generelle Zunahme der blockierten Wetterlagen bringt, sondern regional sehr unterschiedlich ausfallen könnte. Im Pazifik beispielsweise erwarten die Wissenschaftler sogar eine Abnahme der Blockagen (via Science Daily):

New theory finds ‘traffic jams’ in jet stream cause abnormal weather patterns
Study explains blocking phenomenon that has baffled forecasters

A study published May 24 in Science offers an explanation for a mysterious and sometimes deadly weather pattern in which the jet stream, the global air currents that circle the Earth, stalls out over a region. Much like highways, the jet stream has a capacity, researchers said, and when it’s exceeded, blockages form that are remarkably similar to traffic jams — and climate forecasters can use the same math to model them both.

The deadly 2003 European heat wave, California’s 2014 drought and the swing of Superstorm Sandy in 2012 that surprised forecasters — all of these were caused by a weather phenomenon known as “blocking,” in which the jet stream meanders, stopping weather systems from moving eastward. Scientists have known about it for decades, almost as long as they’ve known about the jet stream — first discovered by pioneering University of Chicago meteorologist Carl-Gustaf Rossby, in fact — but no one had a good explanation for why it happens. “Blocking is notoriously difficult to forecast, in large part because there was no compelling theory about when it forms and why,” said study coauthor Noboru Nakamura, a professor in the Department of the Geophysical Sciences.

Nakamura and then-graduate student Clare S.Y. Huang were studying the jet stream, trying to determine a clear set of measurements for blocking in order to better analyze the phenomenon. One of their new metrics was a term that measured the jet stream’s meander. Looking over the math, Nakamura realized that the equation was nearly identical to one devised decades ago by transportation engineers trying to describe traffic jams. “It turns out the jet stream has a capacity for ‘weather traffic,’ just as highway has traffic capacity, and when it is exceeded, blocking manifests as congestion,” said Huang.

Much like car traffic, movement slows when multiple highways converge and the speed of the jet stream is reduced due to topography such as mountains or coasts. The result is a simple theory that not only reproduces blocking, but predicts it, said Nakamura, who called making the cross-disciplinary connection “one of the most unexpected, but enlightening moments in my research career — truly a gift from God.” The explanation may not immediately improve short-term weather forecasting, the researchers said, but it will certainly help predict long-term patterns, including which areas may see more drought or floods.

Their initial results suggest that while climate change probably increases blocking by running the jet stream closer to its capacity, there will be regional differences: for example, the Pacific Ocean may actually see a decrease in blocking over the decades. “It’s very difficult to forecast anything until you understand why it’s happening, so this mechanistic model should be extremely helpful,” Nakamura said. And the model, unlike most modern climate science, is computationally simple: “This equation captures the essence with a much less complicated system,” Huang said.

Paper: Noboru Nakamura, Clare S. Y. Huang. Atmospheric blocking as a traffic jam in the jet stream. Science, 2018; eaat0721 DOI: 10.1126/science.aat0721

 

Klimawandel wird im Mittleren Westen der USA die landwirtschaftlichen Ernten ankurbeln

An erneuerbarer Energie ist ersteinmal nichts falsch. Jahrhunderte lang wurde mit Wind- und Wassermühlen gearbeitet. Die Sonne wurde in Salinen genutzt. Auch in der heutigen Zeit machen die Erneuerbaren Sinn, unter bestimmten Voraussetzungen. Zum Beispiel sollten sie mittelfristig ohne Subventionen auskommen. Und sie dürfen die Umwelt nicht mehr beeinträchtigen als irgendwie notwendig. Letzter Punkt wird jetzt immer mehr zum Problem. In den kommenden Jahren werden unzählige Windkraftanlagen und Solarzellen wieder abgebaut. Einige Anlagen werden ohne Fördermittel über Nacht unwirtschaftlich, Solarzellen kommen an das Ende ihrer Lebenszeit. Michael Shellenberger gab kürzich in einem Artikel auf The Daily Caller zu bedenken, dass aus dem Solarzellenschrott giftige Schwermetalle wie z.B. Cadmium herausgewaschen werden. Wie wird die Umwelt hierauf langfristig reagieren? Hier gehts zum Artikel.

In einem anderen Bericht argumentiert Jonathan Lesser, dass die Elektromobilität unter Berücksichtigun aller Komponenten viel weniger CO2 einspart als landläufig gedacht. Hier gehts zum Bericht (via WUWT).

Und wieder ein Versuch, aus Stroh Gold zu machen: Diesmal will ein US-amerikanisches Labor das Rezept gefunden zu haben. Mithilfe von Wismut will man aus CO2 Treibstoff machen. Hier lesen und staunen.

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Gute Nachrichten aus den USA. Der Klimawandel wird dort wohl in den kommenden Jahrzehnten die landwirtschaftlichen Ernten ankurbeln, wie die Michigan State University am 16. Mai 2018 mitteilte:

Climate change should help Midwest corn production through 2050
Climate change and global warming put some forms of life at risk, but researchers found one instance that might not feel the heat – corn. Contrary to previous analyses, research published by Michigan State University shows that projected changes in temperature and humidity will not lead to greater water use in corn. This means that while changes in temperatures and humidity trend as they have in the past 50 years, crop yields can not only survive – but thrive. “There is a lot of optimism looking at the future for farmers, especially in the Midwest,” said Bruno Basso, lead author of the study and University Distinguished professor.

Basso and his colleague Joe Ritchie, co-author on the study, calculated how much energy crops receive from the sun and how it is converted to evaporative loss from the crop, known as evapotranspiration. “Think of the energy balance like a bank account. There are additions and subtractions,” Basso said. “The energy coming from the sun is a known, measured quantity that adds to the bank account. The primary subtraction is liquid water from the crop, and soil using the solar energy to convert the water to vapor.” The researchers used the energy balance to calculate the evaporative water loss for 2017, which set a world record yield of 542 bushels per acre. They found that the water loss was the same as it was for lower yielding crops because the energy balance was about the same.

The trend for the past 50 years of a slightly more humid environment decreases the energy for the crops’ water use. “Our analysis, and that of other climate researchers, shows that the amount of water vapor in the air is gradually increasing in the summers because the daily low temperatures are getting gradually warmer, but the daily high temperatures are cooling – or staying the same – in many areas of the Midwest,” Basso said. “This causes more humidity and slightly decreases how much energy is used for evaporation.” Basso also tested a water balance calculation on the crop models that, similar to the energy balance, has additions from rainfall and irrigation and subtractions from evaporation from the crop.“A water balance is just like the bank account of an energy for crops,” Basso said. “There must be a balance to make crops ‘happy’ so that all the energy reaching the crop surface is evaporated.”

In the United States, as a result of improved hybrids and agronomic practices, corn production has steadily increased by an average of two bushels per acre every year for the past 40 years. Basso explained that data from the National Corn Growers Association competition for high yields shows the potential for continued higher yields in the future. His findings support that climate change won’t hinder its production if the trend of the past 50 years continues into the next 50 years. “The energy for evaporation is changing little, so if the number of days the crop grows and uses water is the same now and, in the future, the evaporation loss will be the same and slightly less,” Basso said. “In fact, the warmer temperatures allow the use of longer season hybrids that will make for even greater yield possibilities.”

 

Im südlichen Afrika lag der Meeresspiegel vor 5000 Jahren um 3 m höher als heute

Thema heute: Der Meeresspiegelentwicklung in Afrika. Dort steigt der Meersspiegel wie auch anderswo. Bereits in der letzten Warmphase, der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) ist dort der Meeresspiegel angestiegen. Das macht auch Sinn, denn während Warmphasen schmilzt Eis an den Polen und Hochgebirgsgletschern. Wie war es aber während der Kleinen Eiszeit, als sich die Gletscher ausdehnten? Pegelmessungen gibt es nicht aus dieser Zeit, dafür aber geologische Rekonstruktionen. Und siehe da, an der Südküste Südafrikas sank der Meeresspiegel während der Kleinen Eiszeit, wie Scott & Lee-Thorpe 2004 berichteten:

There is good evidence for a number of environmental shifts during the last 2000 years, but the most noteworthy event may be the climatic fluctuation during the Little Ice Age (LIA) period. Evidence for a lower sea level on the southern coast during its earlier phase (1520 or 1570 AD) may be a reflection of widespread anomalous conditions during this phase (Marker 1997).

Auch an der Westküste Südafrikas erleben wir eine kleine Überraschung. Vor 5000 Jahren lag dort der Meeresspiegel um 3 m ( in Worten: drei Meter) höher als heute. Schön dokumentiert von Carr et al. 2015 in dieser Abbildung:

Abb. 1: Meeresspiegelentwicklung an der Westküste Südafrikas während der letzten 9000 Jahre (BP=years before present). Es gilt die durchgezogene Linie (nicht die gestrichelte). Quelle: Carr et al. 2015

 

Gehen wir nun nach Nordosten nach Mosambik. Von dort berichten Achimo und Kollegen, dass Maputo Bay bereits vor 7000-5000 Jahren vor heute das heutige Meeresspiegelniveau erreicht hat:

The complete picture of Maputo Bay patterns with its modern sedimentary environments including Inhaca Island may have evolved when the sea level has stood close to its present level around 7000 – 5000 years BP, after which the Maputo Bay became more or less stable.

Eine Meeresspiegelabsenkung zwischen 800-1300 n. Chr. aus Mosambik dokumentierten Sitoe et al. 2017 (deren Abb. 5). Seit 1300 n.Chr. steigt der Meeresspiegel wieder langsam an, hat aber das Niveau von 800 n.Chr. noch lange nicht erreicht.

 

RIAS Medienpreis für fragwürdige Alaska-Klimawandel-Doku

Aus Stroh Gold machen. Das kennen wir nur aus Märchen. In der realen Welt könnte dies aber schon bald beim CO2 Wirklichkeit werden. Forscher arbeiten derzeit an Verfahren, das CO2 in Plastik umzuwandeln. Wäre toll, wenn es klappt.

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Jan Philipp Burgard, wurde für seine phoenix-Dokumentation „Alaska im Klimawandel“ mit dem RIAS Medienpreis am 17. Juni 2018 ausgezeichnet. In der Filmbeschreibung heißt es:

Auf den ersten Blick ist Alaska ein Abenteuerland, bekannt für seine Naturwunder. Doch auf den zweiten Blick ist Alaska auch ein US-Bundesstaat, der in besonderer Weise von den Folgen des Klimawandels herausgefordert wird. Die von Eskimos bewohnte Insel Shishmaref versinkt im wahrsten Sinne des Wortes nach und nach im Meer. Heftige Stürme und Erosion haben Häuser ins Meer stürzen lassen. Die Insel schrumpft jedes Jahr um mehrere Meter, in 30 Jahren wird sie voraussichtlich verschwunden sein. Der 19-Jährige Esau Sinnok ist in Shishmaref aufgewachsen und macht als Umweltaktivist auf das Schicksal seines Dorfes aufmerksam.

Bereits vor einem Jahr haben wir einen Kurzfilm des Autors zum selben Thema an dieser Stelle analysiert und kamen zu einem vernichtenden Fazit:

Jan-Philipp Burgard hat mit diesem Stück den seriösen Reportage-Journalismus verlassen und bietet Aktivisten und ihren fragwürdigen Interpretationen eine große Bühne. Burgard scheitert kläglich in der Disziplin Faktencheck. Wenn der Aktivist ihm erklärt hätte, dass auch das Ausbleiben des Weihnachtsmannes eine Folge des Klimawandels wäre, hätte er es sicher ebenso berichtet. Es fällt auf, dass Burgards Herangehensweise an das Thema leider kein Einzelfall in der ARD-Redaktion darstellt. Bereits mehrfach haben wir unkritische aktivisten-nahe Berichte an dieser Stelle bemängelt. Die ARD scheint dies nicht zu kümmern und fährt ihre plumpe Klima-Kampagne einfach stur weiter. Gegen eine beratungsresistente Redaktion ist kein Kraut gewachsen, insbesondere wenn es offenbar von ganz oben Rückendeckung für das Vorgehen gibt.

Ein Medienpreis von Aktivisten für Aktivisten. Eine Auszeichnung mit Geschmäckle…

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Der WWF wies kürzlich mit einer musikalischen Aktion auf ein reales Problem hin, das sich nicht weiter verdrängen lässt und unsere Aufmerksamkeit erfordert:

Mit Musik gegen das Insektensterben
Eine gespenstische Stille legt sich über unsere Wälder und Wiesen. Denn die Zahl der Insekten geht dramatisch zurück. Neueste Studien aus Deutschland zeigen: 75 Prozent der fliegenden Insekten sind bereits verschwunden. Eine ökologische Katastrophe, gegen die wir gemeinsam protestieren müssen. Mit lauten Tönen. Mit leisen. Und mit ganz besonderen. Die Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker gibt in Zusammenarbeit mit dem WWF das erste Konzert, bei dem Insekten gemeinsam mit einem Orchester musizieren. Alle Einnahmen aus dem Verkauf dieser einzigartigen Komposition fließen u.a. in WWF-Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt und der Förderung nachhaltiger Landwirtschaft – einer Grundvoraussetzung für das Überleben der Insekten.

Weiterlesen und Video beim WWF.

 

Anfang 2018: Kälte sorgt für Zuwachs beim deutschen Energieverbrauch

Die AG Energiebilanzen e. V.  gab am 24. Mai 2018 eine Übersicht zum Energieverbrauch in Deutschland während der Monate Januar-März 2018 heraus:

Kälte sorgt für Zuwachs beim Energieverbrauch
Erdgas mit starkem Plus/Kräftiger Rückgang bei Steinkohle/Mehr Erneuerbare

Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich kühlere Witterung hat für einen kräftigen Anstieg des Energieverbauchs in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gesorgt. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) ergab sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von 5,7 Prozent auf insgesamt 3.856 Petajoule (PJ) beziehungsweise 131,5 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Neben den kalten Monaten Februar und März hatten nach Ansicht der AG Energiebilanzen auch die anhaltend gute Konjunktur sowie die Bevölkerungszunahme einen positiven Effekt auf den Energieverbrauch. Am deutlichsten fiel der Verbrauchszuwachs beim Erdgas aus. Die AG Energiebilanzen geht davon aus, dass sich der für das 1. Quartal berechnete witterungsbedingte Zuwachs im weiteren Jahresverlauf deutlich abschwächen wird. Ohne den Einfluss der Witterung wäre der Energieverbrauch im ersten Quartal nur um rund 3 Prozent gestiegen, teilte die AG Energiebilanzen nach entsprechenden Schätzungen mit.

Der Verbrauch von Mineralöl verringerte sich insgesamt um etwas mehr als 1 Prozent. Während der Absatz an Ottokraftstoff zunahm, gab es beim Diesel sowie beim Flugkraftstoff Rückgänge, auch der Heizölabsatz lag im Minus. Der Erdgasverbrauch lag knapp 20 Prozent höher als im ersten Quartal des Vorjahres. Der außergewöhnliche Zuwachs spiegelt die große Bedeutung des Energieträgers für die Wärmeversorgung in Deutschland wider. Der Verbrauch an Steinkohle lag im ersten Quartal 2018 um knapp 12 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes, da erneut weniger Steinkohle in den Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt wurde. Auch der Einsatz von Koks und Kohle in der Stahlindustrie war leicht rückläufig. Der Verbrauch von Braunkohle lag in den ersten drei Monaten ebenfalls im Minus und verringerte sich um 1,5 Prozent, da weniger Strom aus Braunkohle erzeugt wurde. Bei der Kernenergie kam es trotz der Außerbetriebnahme des Kernkraftwerks Gundremmingen zum Jahresende 2017 zu einer deutlichen Zunahme der Stromproduktion im ersten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, da im ersten Quartal 2017 der Betrieb der Anlagen wegen einer Häufung von Revisionen stark eingeschränkt war.

Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch im ersten Quartal 2018 um knapp 9 Prozent. Zu dieser Entwicklung trugen, außer der Solarenergie, alle Formen der Erneuerbaren bei: Mit 34 Prozent war der Zuwachs bei der Wasserkraft infolge höherer Pegelstände an den Flüssen am stärksten. Bei der Windkraft gab es ein Plus von 22 Prozent und bei der Biomasse von 4 Prozent. Die Solarenergie verzeichnete dagegen ein Minus von 6 Prozent.

Anstieg der Heizkosten, kühlerer Winter. Passt auf den ersten Blick nicht ganz so gut zum Narrativ der Klimaerwärmung. Das wollen wir etwas genauer anschauen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner Webseitte einen “Zeitreihengenerator” an, der die Temperaturkurven für verschiedene Monate plottet. Der Januar war eigentlich ziemlich warm, an dem kann es nicht gelegen haben. Aber Februar und März waren dafür wirklich kalt. Hier beim DVD am besten selber mal kurz durchklicken.

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Stefan Laurin am 15. Mai 2018 auf ruhrbarone.de:

Windige Hinterlassenschaft

Fast 29.000 Windräder drehen sich in Deutschland. 2020 läuft für viele der Anlagen nach 20 Jahren die Förderung aus. Das Ende der Subventionen wird für viele Windenergieanlagen das Aus bedeuten.

In weit über 300.000 Haushalten ging in den vergangenen Jahre das Licht aus, in dem einen Jahr waren es ein paar mehr, im anderen ein paar weniger. Es kann mehrere Wochen oder Monate dauern, bis der Stromversorger die Leitung kappt, nachdem  die Rechnung nicht bezahlt wurde, aber sicher ist: Der Tag kommt. Strom ist teuer in Deutschland: Mit im Durchschnitt 30,5 Cent für die Kilowattstunde steht teilen sich Deutschland und Dänemark den Spitzenplatz in Europa. Zum Vergleich: In Frankreich kostet die Kilowattstunde nur  16,9, in Bulgarien 9,6 Cent. Wer auf Unterstützungsleistungen des Staates wie HartzIV oder die Grundsicherung angewiesen ist, hat kaum eine Chance, durch Einsparungen an anderer Stelle die steigenden Energiepreise aufzufangen und vom zur Verfügung gestellten Budget werden sie in der tatsächlichen Höhe ohnehin nicht abgedeckt, weswegen Sozialverbände wie die Caritas der Erhöhung der Regelsätze. Aber auch wer arbeiten geht, tut sich zunehmend schwer, die Stromrechnung zu bezahlen: Während die Löhne real in den vergangenen 20 Jahren im einstelligen Bereich wuchsen, hat sich der Strompreis von 15 auf 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh) verdoppelt.

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Die Sonne im Mai 2018 und antarktische Alpträume

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unsere Sonne war auch im letzten Monat unterdurchschnittlich aktiv. Nicht ganz so ruhig wie im April 2018, aber die SSN (SunSpotNumber) im Monat erreichte nur einen mittleren Wert von 17,3  – und das sind nur 43% des mittleren Wertes für den Zyklusmonat 114, wenn man alle bisher systematisch beobachteten 23 Zyklen seit 1755 als Vergleichsbasis benutzt. An 10 der 31 Tage war die Sonne völlig fleckenlos. In der dritten Monatsdekade gab es dann etwas mehr Aktivität. Wiederum war die Nordhemisphäre der Sonne mehr an der Ausbildung der wenigen und kleinen Flecken beteiligt, sie steuerte 78% zur Gesamtaktivität bei. Wie wir bereits im März-Report  vermuteten, sehen wir weiterhin vornehmlich Flecken des aktuellen Zyklus, der bei Weitem noch nicht beendet ist anders als damals einige Stimmen orakelten.

Abb.1: Der Verlauf des SC ( Solar Cycle) 24 in rot im Vergleich mit einem mittleren Zyklus ( blau) und dem nunmehr seit 40 Monaten sehr ähnlichen SC5 (schwarz).

 

Sehr viel spricht dafür, dass über die nächsten 12-24 Monate die Aktivität auf sehr niedrigem Niveau dem Ende des SC 24 zusteuert. Da auch der nächste Zyklus Nummer 25 wohl unterdurchschnittlich aktiv sein wird, (vielleicht ein wenig  stärker als der gegenwärtige, wofür die etwas stärkeren polaren Felder nahe dem Minimum sprechen) könnte uns ein recht langes Minimum bevorstehen. Der Vergleich der Zyklen untereinander:

Abb.2: Die aufsummierten Anomalien( das sind die Differenzen zwischen den tatsächlich festgestellten Werten und dem Mittelwert, blau in Abb.1)  der monatlichen SSN jeweils bis zum Zyklusmonat 114 für alle 24 Zyklen.

 

Es hat sich nicht sehr viel getan seit dem letzten Monat, der aktuelle Zyklus steht auf einem gefestigten Platz 3 wenn man die Tabelle verkehrt herum liest. Der SC5 ist bei der geringen gegenwärtigen Aktivität nicht mehr einholbar, er hatte ca. 1000 Flecke weniger über die gesamte Laufzeit.  Platz 4 von hinten hält SC14, er wies ca. 860 Flecke mehr auf bis zum aktuellen Monat. Auch da wird sich an der Rangfolge kaum etwas ändern können. Es bleibt dabei: Seit dem Ende des SC6 in 1823 (also fast 200 Jahre her) sahen wir nicht so wenig Sonnenaktivität wenn man die Zyklen in ihrer Gesamtheit vergleicht. Das hat Folgen: Wie wir bereits berichteten, erhöht sich die Gamma-Strahlenbelastung in der Höhe wenn die galaktische Strahlung stärker zur Erde durchdringen kann, und das tut sie, wenn die Sonne sehr wenig Sonnenwind bei geringer Aktivität produziert, der diese Strahlung vom Inneren des Sonnensystems fernhält. Die kontinuierlichen Messungen in der Stratosphäre liefern weiterhin steigende Belastungsdaten:

 

Abb. 3: Die Gamma-Strahlenbelastung in der Stratosphäre seit dem Maximum des Zyklus 24 bis Mai 2017 (Quelle)

 

Vor Jahresfrist bekam man bei einem Flug in großer Höhe mit einem Verkehrsflugzeug ca. 13% mehr Gamma-Strahlung ab als noch vor 4 Jahren. Aber keine Angst deswegen: wer nicht mehr als 1 mal pro Woche länger in diese Höhe kommt, hat kein nennenswert größeres Risiko dadurch.

 

Alptraum Antarktis ?

Sie werden jetzt fragen: „Was ist an der Antarktis ein Alptraum?“ Ein solcher ist es vorrangig für die bekannten Klimamodelle. Sie rechnen dort eine Erwärmung, die wir nie beobachteten. Seit etwa 1955 gibt es mehr oder weniger verlässliche Daten vom 6. Kontinent und das Ergebnis stellt sich so dar:

Abb.4: Die beobachtete  jährliche Temperaturentwicklung in der Antarktis (65°S-90°S) in hellblau, eine 15-jährige Glättung (dunkelblau) und die Modellerwartungen (rot). Die linearen Trends sind als gestrichelte Linien vermerkt.

 

Die Modelle berechnen eine 3mal so hohe Erwärmungsrate als beobachtet. Der lineare Trend ist gerade so signifikant positiv, der Modelltrend  (des Modelmittels) hingegen sehr robust-aber falsch. Leider gibt es vor 1955 keine Daten (hier wurden GISS – Werte verarbeitet), denn die interne Variabilität wird von so kurzen Reihen nur ungenügend abgebildet. Man muss dazu wissen: die mittlere Temperatur der Antarktis beträgt -55°C! Die Antarktis erwärmt sich also viel weniger als von den Klimamodellen erwartet, und dies kann nicht zum Schmelzen führen.  Über die Alarm- Mitteillungen dort hatten wir erst im Vorjahr berichtet. Und trotzdem versucht man einen zweiten Alptraum zu schüren: das Eis der Antarktis (es ist auf Land) schmilzt durch den Klimawandel und das Wasser ergießt sich in das Meer. Der Meeresspiegel steigt katastrophal!

Der Eisschild ist also der Dämon. Was wissen wir über ihn? Er hat ein Volumen von etwa 30 Mio km³, und wenn er sich bei einem Kollaps gänzlich in Wasser verwandelte, würde er den Meeresspiegel um 58 m steigen lassen. Was also geschieht? Eine neue Arbeit von 40 (!) Autoren kommt zu dem Schluss: Die Massenbilanz aller Regionen in der Antarktis ist negativ, das Eis schmilzt zusehends mit einer Rate von 109 Gt/Jahr. Sowohl die östliche Antarktis als auch die westliche und die antarktische Halbinsel tragen dazu bei.

Die gesamten Eiskappe wiegt etwa 27,6 Mio Gt, da Eis ein wenig leichter ist als Wasser. Wenn alles schmelzen soll, so dauert dies bei dem Tempo von 1992…2017, das die Arbeit feststellt, sehr,sehr lange. In 1000 Jahren würde etwa 1% der antarktischen Kappe schmelzen.  Aber warum soll sie schmelzen, wenn es doch so kalt ist da und es sich so wenig erwärmt? Hier muss man beachten, dass die Gletscher der Antarktis auch auf dem Meeresboden unter Wasser aufsitzen. Entscheidend sind also Temperaturen deutlich unter der Wasserlinie, wird es da viel wärmer, werden die Ausläufer der Gletscher von unten angetaut und sie verlieren einen Teil des Halts. Rutschen sie jedoch ins Wasser tauen sie früher oder später mit Sicherheit. Lassen Sie uns also einen Blick werfen auf die mittlere Temperatur der Wässer um Antarktika herum, und zwar nicht nur an der Oberfläche sondern bis  zu der Tiefe bis zu 400m.

Abb.5: Die Wassertemperaturen um die West-Antarktis (die größte Schmelzquelle der Antarktis laut der Arbeit)herum, wie sie von den Argo Bojen seit 2004 festgestellt wurden. Quelle

 

Man erkennt sehr viel Saisonalität (die kalten Einbrüche bis in 150m Tiefe während des südhemisphärischen Winters) und kaum längerfristige Änderungen. Es gibt bei weitem nicht so verlässliche Daten seit 1955, und die besagen, dass sich die Wassersäule 0…700m Tiefe seither um etwa 3/1000 °C pro Jahr  erwärmt habe. Seit 2004 (vgl. Abb. 5)  ist nur noch 1/3 der Steigung wirksam, rund 1/1000 °C/ Jahr.  Ein Zusammenhang mit der steigenden CO2 -Emission ist so jedenfalls nicht zu konstruieren.

Es spielen also viele natürliche Schwankungen eine Rolle und es bleibt schwer verständlich, wo die langfristige Schmelzquelle denn nun genau liegt. Eine Vorläuferarbeit aus dem Jahre 2015 unter Jay Zwally von der NASA kam denn auch zu dem Schluss: Die Westantarktis verliert Eis, die Ostantarktis gewinnt jedoch mehr und die Eisbilanz der Antarktis ist positiv. Er nutzte dabei hochmoderne Verfahren der Lidar-Technik. Sie ist inzwischen übrigens auch in den meisten hochpräzisen mobilen Blitzern verbaut, die dem Einen oder Anderen auf den Straßen ungebetene Erleuchtung bringen. Natürlich werden die Ergebnisse in der Fachwelt diskutiert, so erklärte eine andere aktuelle Arbeit zum Thema die Resultate der Zwally (2015)-Arbeit  kurzerhand als falsch. Der aber gibt zurück, als er zur Sache Stellung nimmt: „Ich habe eine weitere Arbeit geschrieben, die meine Ergebnisse  aus 2015 bestätigt, sie erscheint demnächst.“

Was lernen wir also zur Sache: Die zweifelsfreie Bestimmung der Schmelze in der Antarktis ist sehr komplex und geht an die Grenze der Nachweisbarkeit  mit verfügbarer Messtechnik. Der Eisschild ist wohl sehr resistent, weder der westantarktische Schild kollabierte, noch der ostantarktische,  auch in langen wärmeren Klimaphasen als heute, wie zwei aktuelle Arbeiten zeigen. So also bleibt es dabei: Die Antarktis ist eine Eiswüste, sie ist unwirtlich und kalt. Kein Alptraum!