Ministeriumsstudie: Hochwasserabflüsse in Österreich werden sich durch den Klimawandel nicht deutlich verändern

Das “Ministerium für ein lebenswertes Österreich” (gibt es das Ministerium wirklich?) annoncierte am 23. November 2017 einen Wasserreport:

Neue Studie zum Klimawandel in der Wasserwirtschaft
Die aktualisierte Studie zum Thema “Klimawandel in der Wasserwirtschaft” stellt den gegenwärtigen Wissenstand der Klimaänderungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die österreichische Wasserwirtschaft dar.

Hier die dazugehörige Pressemitteilung:

Rupprechter/Wallner: Österreich im Bereich Hochwasserschutz gut gerüstet

Neueste Erkenntnisse aus Studie zu Klimawandel und Wasserwirtschaft präsentiert

Eine aktualisierte Studie zum Thema Klimawandel in der Wasserwirtschaft stellt den gegenwärtigen Wissenstand zu Klimaänderungen und ihre Auswirkungen auf die österreichische Wasserwirtschaft dar. „Die Folgen des Klimawandels sind auch in Österreich immer deutlicher spürbar. Nicht nur deshalb nimmt die Ressource Wasser, als Lebensgrundlage für Mensch und Natur, einen besonderen Stellenwert ein. Mit den Erkenntnissen aus der Studie können wir die Bevölkerung noch besser vor Naturgefahren schützen und weitere Anpassungsmaßnahmen zum Klimawandel entwickeln. So ist die hohe Lebensqualität in Österreich auch in Zukunft sichergestellt“, erklärt Bundesminister Andrä Rupprechter.

„Der Klimawandel findet statt“, betont Markus Wallner, Landeshauptmann von Vorarlberg. „Wir müssen so gut wie möglich die Auswirkungen kennen und uns darauf vorbereiten. Mit dieser Studie ist es gelungen, das vorhandene Wissen zu den Auswirkungen im Bereich der Wasserwirtschaft zu bewerten. Wesentlich ist für mich, dass daraus hervorgeht, dass wir im Bereich Hochwasserschutz sehr gut gerüstet sind. Dort wo sich Handlungsbedarf abzeichnet, werden wir gemeinsam mit dem Bund und den Gemeinden die richtigen Strategien entwickeln“, erklärt Wallner weiter.

Die Studie belegt, dass sich Hochwasserabflüsse durch den Klimawandel nicht deutlich verändern werden. Zwar wurden in einigen Regionen geringfügige Zunahmen identifiziert, die Größe der Zunahme ist jedoch innerhalb der natürlichen Schwankung von Hochwasserereignissen in der Vergangenheit einzuordnen. Wetterlagen und Zugbahnen, die starke Niederschläge auslösen, werden nicht häufiger. Die regionale Intensität dieser Niederschläge hingegen, kann sich erhöhen. Daher sind Hochwässer durch Oberflächenabfluss und Hangwasser bei Schutzmaßnahmen in Zukunft stärker zu berücksichtigen.

Zukünftig werden in den Alpen auch deutlich höhere Abflüsse im Winter erwartet. Die Verdunstung hat in den letzten drei Jahrzehnten, genauso wie der Jahresniederschlag im Mittel für Österreich um etwa 80 mm pro Jahr zugenommen. Die Grundwasser-Situation betreffend zeigt die Studie ähnliche Erkenntnisse. Im Süden Österreichs wird eine Zunahme der Winterniederschläge erwartet, wobei die Grundwasserneubildung stagnieren oder nur geringfügig steigen würde. Im Norden und Westen hingegen wird eine stärkere Zunahme der Winterniederschläge erwartet, deswegen könnte dies auch zu einer Erhöhung der Grundwasserneubildung führen.

Die Studie selbst wurde von Vertreterinnen und Vertretern der wasserwirtschaftlichen Abteilungen der Länder Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland sowie durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft begleitet und von Prof. Blöschl, TU Wien bearbeitet.

Weitere Informationen: http://www.bmlfuw.gv.at/wasser

Zunächst die forschen Politikerslogans: Klimawandel immer deutlicher spürbar, der Klimawandel findet statt, alles wird immer schlimmer, rette sich wer kann. Dann die Wissenschaftler:

Die Studie belegt, dass sich Hochwasserabflüsse durch den Klimawandel nicht deutlich verändern werden.

[...]

Wetterlagen und Zugbahnen, die starke Niederschläge auslösen, werden nicht häufiger.

[...]

Im Süden Österreichs wird eine Zunahme der Winterniederschläge erwartet, wobei die Grundwasserneubildung stagnieren oder nur geringfügig steigen würde.

Ein schönes Beispiel dafür, wie weit sich Politik und Aktivisten bereits von der wissenschaftlichen Faktenbasis entfernt haben. Das pdf des 101-seitigen Berichts können Sie hier kostenlos herunterladen. Nimmt man die Pressemitteilung als Maßstab, darf man sich hier auf eine ausgewogene Abhandlung freuen.