Unerträglicher Klimaalarm: Wie ihm entgegentreten?

Fast täglich lesen wir in der Zeitung Klimaalarm. Wie soll man darauf reagieren? Einfach ignorieren? Einen Leserbrief schreiben, der vermutlich nicht veröffentlicht wird? Dem Redakteur oder Chefredakteur persönlich schreiben? Alle seine Freunde und Kollegen über den fehlerhaften Artikel per Rundschreiben informieren? Alles sehr gute Ansätze, die jedoch meist wenig Effekt haben. In einigen Fällen wird sich der Redakteur einige Gedanken machen. Meistens wird er den Brief einfach ignorieren, da nicht mit seiner ideologischen Einstellung kompatibel. Kritik unerwünscht. Man kann viel Zeit hineinstecken. Aber im Prinzip wiederholt sich der Alarm. Hier drei Beispiele.

Erster Fall. Auf nrz.de gab es am 24. Juni 2017 den folgenden Beitrag von Märle Häring:

Der Klimawandel ist am Niederrhein angekommen

Der Klimawandel ist in xyz angekommen. Das ist so eine Phrase, die sich wie Unkraut verbreitet hat. Was soll sie bedeuten? Aus wissenschaftlicher Sicht müsste der Schreiber zunächst einmal systematisch belegen, dass die aktuelle Entwicklung aus der Schwankungsbreite der natürlichen Klimavariabilität heraussticht. Dies unterbleibt in der Regel, so dass es bei einer unbelegten Behauptung bleibt. Schauen wir in den Artikel hinein: Was genau ist am Niederrhein passiert, dass der menschengemachte Klimawandel nun offensichtlich wurde?

Der Frühling beginnt früher, starker Regen oder große Trockenheit, Hagel und Unwetter: Auch am Niederrhein müssen sich die Menschen vorbereiten.

Der Frühling war bereits einmal vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) zeitlich vorgerückt. Nichts Neues. Beim Starkregen gibt es keinen Trend, ebensowenig wie bei Dürren, Hagel und Unwetter. Einige Belege hier:

Kann man mit Fakten etwas gegen solch verkorkste Artikel anschreiben? Nein! Wir leben in einer postfaktischen Zeit, da interessieren Fakten kaum noch. Märle Häring wird einfach weitermachen, keine Frage.

 

Zweites Beispiel, vom 23. Juni 2017 auf bluewin.ch:

Forscher schlagen Alarm: Rekordtemperaturen im Mittelmeer

Forscher schlagen Alarm. Dramatische Ausmasse. Schon oft gehört und gelesen. Echte Alarmisten halt. Was für ein Rekord ist es denn, der da im Mittelmeer angeblich verzeichnet wurde? Noch nie so heiß wie heute? Wann war es das letzte mal so heiß?

Der Klimawandel und seine Folgen nehmen im Mittelmeer dramatische Ausmasse an. Wie Forscher des ligurischen Meteorologie-Verbands mitteilten, liegen die Temperaturen im Ligurischen Meer bei 25 Grad, fünf Grad über dem Durchschnitt in der zweiten Juni-Dekade.

5°C über einem Durchschnitt. Was für ein Durchschnitt überhaupt? Der letzten 100 Jahre oder 1000 Jahre oder was? Ein bisschen genauer wäre toll. Steht aber nicht im Beitrag. Schade. Die WMO hat einige Details. Vermutlich handelt es sich um eine Hitzewelle. Hätte man erwähnen sollen. Vor 400 Jahren war das Mittelmeer kalt, Stichwort Kleine Eiszeit. Und vor 1000 Jahren war es dort sehr warm,ähnlich wie heute. Klicken Sie einfach mal auf die roten Punkte auf unserer MWP-Karte.

 

Drittes und letztes Beispiel, Südtirol News vom 25. Juni 2017:

Trockenheit: Po-Ebene ruft Notstand aus
[...] Umweltminister Galletti machte den Klimawandel für die dramatische Lage verantwortlich: Hitze und Trockenheit würden dadurch langsam zur Normalität werden.

Einen Wechsel zwischen Trockenheit und Feuchtklima hat es in Norditalien und im Mittelmeerraum schon immer mal gegeben. Schwankungen der Sonnenaktivität scheinen eine wichtige Rolle zu spielen: